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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gewoben

Bd. 6, Sp. 6441
gewoben , participiales adjectiv zu weben (s. d.), vgl. oben geweben sp. 5393; gewebt sp. 5394. in unserer den jüngeren verbalformen des praet. (er wob, sie woben gegen das ältere wab, wâben) entsprechenden form (vgl. auch gewogen s. u.) ist das particip erst aus dem übergang zum 19. jahrh. belegt und scheint dabei mit den attributiven verwendungen und deren weiterentwicklung verknüpft zu sein. die wörterbücher, die bis zum ende des 18. jahrh. den widerstand des starken in den oberdeutschen mundarten wurzelnden geweben gegen das vordringende gewebt verzeichnen, nehmen von gewoben erst spät kenntnisz: weben ... wob ... gewoben ... Adelung meinte, einige neuere schriftsteller hätten dieses veraltete wort in die witzige schreibart wieder einzuführen gesucht ... allein es ist weder veraltet, noch unedel Campe 5, 599b. 11) die sinnliche verwendung ist im gegensatz zu den älteren belegen für geweben (an êinemo bizucche ûʒer fâwen federon gewebenemo und gefêhtemo, intertextae oculataeque Notker Mart. Capella [Hattemer 3] 299b; des ... vleisches cleit, daz got uber die gotheit zoch als einen gewebenen rok Heinrich v. Hesler apokalypse 1832 Helm) und dem jüngeren gebrauch von gewebt an der form gewoben auch für das attributiv nur wenig beobachtet: knüpften sie über den hüten die zartgewobenen schleier. Kosegarten (Jukunde 3) 25, 116; dazu vgl. die substantivierung in: nahm sich ... Marie Salander der aussteuer ihrer töchter um so sorgfältiger und freigebiger an. nicht nur alles gewobene, sondern so ziemlich die ganze haushälterische einrichtung ... sollten sie mitbringen G. Keller (Martin Salander 11) 8, 156. 22) dagegen zeigen sich bei der übertragenen verwendung, die weder in der form geweben noch an gewebt (ir beider tot, ir beider leben, diu waren alse in ein geweben Gottfried Tristan 14336; lop den êre gernden jungen wirt gewebet und gedrungen M. S. H. 3, 168b) grosze verbreitung belegen läszt, weiter gehende fortschritte: 2@aa) o nimm die rosen auf, und um den becher schlinge, dasz duftig sei der trank, gewobne rosenringe! Platen (gaselen) 1, 617 Redlich; der wanderer ging ... auf der weiszen strasze auf die schönen, ebenen gefilde hinaus, die mit herbstfrüchten besetzt und mit obstbäumen bepflanzt waren, und die er von oben als duftiges, gewobenes band erblickt hatte Stifter (der waldgänger 1: am waldwasser) erz. 2, 7 Aprent. (Kilian:) was essen die götter?(Doctor:) nektar und ambrosia. (Kilian:) auch ohne magen?(Doctor:) ohne magen, schlürfend nur mit rosiger lippe luftgewobenen, süszen schaum R. E. Prutz polit. wochenstube (1) 3. 2@bb) der engel flog, ihm nach ein wolkenschleier zog, gewoben aus der Preuszen thränen, die, ach umsonst! noch rettung wähnen. G. Kinkel (mythos) ged. (1843) 26; ganz ähnlich: thränenschleier, gewoben von des scheidens gram 90; verstöre die aus duft gewobenen vergänglichen gestalten (des traums) C. Spitteler Prometheus u. Epimetheus2 263; aber die nacht, die stets rätselhafte, die ewig brütende, sendet neue geräusche aus, flüsternde, tappende, aus mondschein und nebel gewobene, die für das grobe netz deines verstandes zu fein sind Timm Kröger Hein Winck2, 101.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gewoben

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gewoben , participiales adjectiv zu weben ( s. d. ), vgl. oben geweben sp. 5393; gewebt sp. 5394. in unserer den jüngere…

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Cotta, M. (2026). „gewoben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gewoben/dwb
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Cotta, Marcel. „gewoben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gewoben/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gewoben". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gewoben/dwb.
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