lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

schleisze

nur nhd. · 1 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
1 in 1 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
1
Verweise raus
0

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schleisze f.

Bd. 15, Sp. 614
schleisze, f. zu schleiszen, wie dialektische formen beweisen, theils mhd. slîʒe, theils sleiʒe voraussetzend, vgl. unten 2, a, nd. slette, slîte (s. 1, b), sleet (m.?), sleit (m.?), slete, sleite (s. 2, a). 11) handlung des schleiszens. 1@aa) in federschleisze, das schleiszen der federn, conventus foeminarum, quae deterunt pennas de caule. Steinbach 2, 447. vgl. schleiszen II, 1, d. 1@bb) absatz, verkauf: nd. he heft mit den waaren gode slette. Strodtmann bei Schiller - Lübben 4, 235a; hê hed gode slite fan sîn waren, auch freier, scherzhaft fan sîn wichter (töchter, d. h. er verheiratet sie bald). ten Doornkaat Koolman 3, 205b. vgl. schleiszen II, 2, d. 22) concret, was schleiszt oder geschlissen wird, ist. 2@aa) span, besonders zum leuchten dienender span von kienholz (vgl. schleiszen II, 1, b), assula, schidia, segmina, segmenta lignorum combustioni dicata, ut luceant, pineae taedae Stieler 1838, schleissen, plur., schidia taedae, brenn - späne Frisch 2, 196b. Adelung. Jacobsson 3, 622a. Behlen forst- u. jagdlex. 5, 496. Weinhold 84a, bair. schlaiszen Schmeller2 2, 534 und schleiszen 535: wie wol wir kien, slaiszen, stro, gollicht und solch klain ding nit rechen. d. städtechron. 10, 317, 20 (von 1470); Leudolt, der knecht, geht ein, tregt etliche beckenspreussel und brinnende schleissen, geht zum ofen. Ayrer 2778 Keller; auch hau ich holtz, mach schleissn und spen. 2609, 10; [] nachdem er (der winter) ihm den tag abbrach, dasz man kaum acht stund mehr sach, steckt an das volk talglicht und schleiszen. des knaben wunderh. 1, 508 Boxberger. in der schreibung schleusze: die büchenen und birckenen schleuszen brennen so rathsam, dasz fünf stück dergleichen schleuszen, so eine nach der andern angezündet wird, eine stunde dauern und brennen. Döbel jägerpr. 3, 61b. schleise, dem mundartlichen übergang des scharfen tonlosen s-lautes (sz) in den weichen tönenden gemäsz: zündet schleisen (: reusen) und brennet fackeln und feuer an! Göthe 11, 107. ebenso von spänen anderer art, z. b. bei metall: intertrimentum, ramentum Stieler 1838. schleiszen heiszen auch eine art einfacher schindeln, gespaltene brettchen ohne nuth und zuschärfung. Behlen forst- und jagdlexicon 5, 496. niederd. sleet (f. m.?) junges gespaltenes holz, brett zur belegung der balken in scheunen u. s. w., dasz heu, stroh, garben darauf luftig liegen können. brem. wb. 4, 824. Dähnert 428b. Schütze 4, 116. Danneil 195a, götting. sleite, f. Schambach 194a, davon sleitenweschelsche, f. die festliche mahlzeit, die gehalten wird, wenn die letzten garben aus der scheuer gedroschen sind, auch sleitenspoilige; de sleiten spoilen, dieses fest feiern. ebenda. im dithm. ist sleet auch die bezeichnung der bretter oder unterlagen in den bettstellen, worauf das stroh liegt. brem. wb. suppl. 314. sleten heiszen im oldenburgischen die beiden tragbäume an einer schubkarre. brem. wb. 4, 825, ähnlich götting. sleite, hölzerne stange zum tragen des pfluges Schambach 194b, mecklenburg. sleit, langes holzstück zum absperren. Mi 80b. 2@bb) zeugfetzen, besonders weicher fetzen oder gezupftes zeug zum einlegen in wunden, meiszel, charpie, schleyssen (die) wie man sy in die wunden legt, concerpta linteola Maaler 356b, peniculum Golii onom. bei Frisch 2, 196b, titivillitium Schottel 1400. Adelung, bair. schleiszen Schm.2 2, 535, schweiz. schlisse, f. Hunziker 223, schlisse, f. Seiler 256a, vgl. schleiszen I, 2, a. II, 1, a und 2, b: von miszbräuchen, welche mit den meisseln, fetzen, lumpen oder schleissen in tieffen wunden oder stichen insonderheit begangen werden. Würtz wundarznei (1612) 36. vielleicht gehört auch hierher nd. slette, slet, lappen, fetzen, deminut. sletje ('n sletje um de finger) ten Doornkaat Koolman 3, 197b (wo es mit schladde, lumpen zusammengestellt wird, s. dieses). 2@cc) in der Ruhl schlissen, f. absenker, durch losreiszung vom mutterstock gewonnene neue pflanze. Regel 261. vgl. schleiszen II, 1, c. 2@dd) bair. schlaiszen, unbrauchbare rippe der feder nach abgezogener fahne. Schm.2 2, 534. vgl. schleiszen II, 1, c. 2@ee) abgenützter, unbrauchbarer gegenstand, quaelibet vilis res. Stieler 1838. vgl. schleiszen II, 2, b. 2@ff) bair. die schlaisz, träge, schleppende person Schm.2 2, 534. vgl. schleiszen I, 3, b. 2@gg) landschaftlich eine art grober nudeln Adelung, nach ihm vielleicht, weil sie vom teige abgeschlissen oder abgerissen werden. es scheint aber ein slavisches wort zu grunde zu liegen. für böhmisch-deutsch schleisken, mehlnudeln wird wenigstens entstehung aus böhm. slížek vermutet Frommann 5, 477. vgl. schles. schlitzken, dicke mehlnudeln Weinhold 84b.
4675 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schleiszef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schleisze , f. zu schleiszen, wie dialektische formen beweisen, theils mhd. slîʒe, theils sleiʒe voraussetzend, vgl. unt…

Verweisungsnetz

2 Knoten, 1 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Kompositum 1 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleisze

16 Bildungen · 14 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schleisze

schleisz + -e

schleisze leitet sich vom Lemma schleisz ab mit Suffix -e.

schleisze‑ als Erstglied (14 von 14)

schleiszeiche

DWB

schleisz·eiche

schleiszeiche , f. Schm. 2 534, wol nur gefolgert aus ahd. sleiʒeih, esculus ebenda und Graff 1, 127 . die bezeichnung scheint zu meinen, da…

schleiszeisen

DWB

schlei·s·zeisen

schleiszeisen , n. eisernes werkzeug, das zum schleiszen, spalten dient, cuneus ferreus Agricola bergwerkb. (1621) register. Stieler 373 .

schleiszenmachen

DWB

schleisz·enmachen

schleiszenmachen , n. herstellung von leuchtspänen, nach schleisze 2, a, in der form schleuszenmachen: alldieweil das schleuszenmachen in ga…

schleiszenmoder

DWB

schleiszen·moder

schleiszenmoder , m. name eines pilzes, der sich an holz ( wol besonders an gespaltenem, schleissen, s. schleisze 2, a ) bildet, coremium. O…

schleiszenschnitzer

DWB

schleiszen·schnitzer

schleiszenschnitzer , m. eigentlich der schleiszen schnitzt, dann bezeichnung eines eisernen werkzeugs zum schnitzen von schleiszen, leuchts…

schleiszenstamm

DWB

schleiszen·stamm

schleiszenstamm , m. baumstamm, der zu schleiszen, leuchtspänen ( s. dieses 2, a ) gebraucht wird. öcon. lex. (1744) 2600. Adelung. in der f…

schleiszenstock

DWB

schleiszen·stock

schleiszenstock , m. stock, der als halter für die schleisze, den leuchtspan ( s. dieses 2, a ) dient. Frisch 2, 196 b . Adelung.

schleiszentrümmel

DWB

schleiszen·truemmel

schleiszentrümmel , m.? n.?, schles. schlêssatrîmla, der glühende aschenabfall der schleiszen, leuchtspäne Weinhold 84 a , vgl. schleisze 2,…

schleiszerin

DWB

schleisz·erin

schleiszerin , f. zum vorigen, auch schleitzerin. 1 1) nach schleiszen II, 1, a und b schleiszerinn, fœmina scindens et diffindens. Stieler …

schleisze als Zweitglied (2 von 2)

kienschleisze

DWB

kien·schleisze

kienschleisze , f. kienspan, geschlissener kien, kinschleiszen pl. Stieler 1838 . vergl. schleiszkiefer, schleiszbaum.