teufel,
m. diabolus, daemon. II.
Formen und herkunft. I@11)
das kirchlich-griech. διάβολος gibt Vulfila
durch diabulus
und diabaúlus
wieder (
dativ diabaúlau
Joh. 8, 44);
ihm entspricht nach abfall der fremden endung das alts. diabol (
aus lat. diabolus: forsachistû diabole?
denkm.2 s. 155
nach kirchenlat. abrenuncias diabolo?),
dessen ia
zunächst in io (diobol),
darauf in iu
übergegangen ist mit gleichzeitiger wandelung des b
in bh
und endlich in v: diubhal diubhul diuvil,
welch letzterer form nd. dûvel düvel düwel
entspricht; ags. deóful deófel,
altfries. diovel divel,
altn. diöfull diofl. I@22)
das entlehnte wort musz durch goth. vermittelung wol schon im 5.—6.
jahrh. ins hochdeutsche gebracht worden sein, da das anlautende d
in t
verschoben wurde (Kluge
4 353
b):
ahd. tiuval tiufal tiefal tievel tiefel (tiuval
und diuval
Tatian, diufal Otfr.,
im plur. auch n. diufilir 3, 14, 103,
vgl. gramm. 3, 323
anm. 1, W. Grimm
kl. schriften 1, 441),
mhd. tiuvel tiufel, tievel tiefel, tivel tîvel (: zwîvel Lexer 2, 1449),
md. tûvel dûvel tûbel,
nhd. teufel (teuffel),
bair.-östr. toifl tuifl taifl (Schm.
2 1, 589), teibel Abr. a S. Clara
Judas 3, 282,
md. deiwel dîwel Vilmar 410, deiwel deuwel Albrecht
Leipz. mundart 100
a. I@33)
in ober- und niederdeutschen mundarten hat das wort vielfache euphemistische entstellungen erfahren: deixel (
theil 2, 915, teixel Abr. a S. Clara
Jud. 3, 368, teuchsel Kurz
prinzessin Pumphia v. 130), deigl deihhel deitsch Schm.
a. a. o. (
schles. teitschel
zeitschrift für deutsche philologie 20, 491); teigl teixl teikert (
s. deikert) teister
u. a. Schöpf 774, taigl toigl, taixl toixl, tai toi Lexer 59; deixel dixel, deiggeler, dütschel Seiler
Basler mundart 75
b, dyggeli tüggeli Stalder 1, 325; deiker, deitscher, deutschel, denker (
aus deiphenker,
diebhenker) Vilmar 410; decker, deuker (
nd. düker), deister deuster deutscher
u. a. Grimm
myth.4 825. Andresen
volksetym.3 235.
vgl. auch die verhüllenden ausdrücke der
bock (bock 6), der böse (böse 4), böser feind
oder blosz feind (feind 1), böser geist (geist II, 7,
f—
h), geier 2,
c, gottseibeiuns, hämmerlein 2, hämmerling 1, henker 3, kukuck 3, der schwarze (der schwarze engel Ringwald
laut. warh. 405), der tausend
u. a. I@44) teufel
ist das entlehnte kirchlich-griech. διάβολος,
aus dessen wie v
gesprochenem β sich auch das germanische v (f)
statt b
erklären läszt, s. Franz die lat.-roman. elemente im althochdeutschen 10
anm. Raumer
einwirk. 380. Grimm
myth.4 824: diabolus, calumniator, das ist teufel oder lesterer. Luther
widder Hans Worst 11
neudr.; verwandlung .. des griechischen diabolus in das teutsche
deufel, welches auch nach seiner stimm im nennen billicher mit einem d denn mit t sollte geschrieben werden. Ickelsamer D 1
b (
sonst schreibt er aber teufel
z. b. C 8
b); das wort diaboli (welches die Teutschen teuffel genennet, wiewol es etliche vom tieffen fall herziehen). Widmann
Faust 110. IIII.
Bedeutung und gebrauch (
an dessen erschöpfung hier nicht zu denken ist).
Über die entwickelung und gestaltung der teufelsidee in der biblischen und kirchlichen lehre sowie im volks- und aberglauben ('
die vorstellung des teufels
und teuflischer geister, welche allmählich auch in dem volksglauben wurzel geschlagen hat, war unserm heidenthum fremd'
myth.4 822),
worauf hier nicht eingegangen werden kann, s. Stade
gesch. des volkes Israel 2, 243
ff. Roskoff
gesch. des teufels, 2
bände (
Leipzig 1869). Grimm
myth.4 824—860;
der deutsche teufel im 16.
jahrh. Freytag
ges. werke 19, 360—396. II@11)
der teufel
im gegensatze zu gott
oder engel: sonach zerfällt die welt (
im neuen testamente) in
ein doppeltes reich: das reich gottes, durch Christus gestiftet, und das reich des teufels. Roskoff 1, 201; in beschirmet der tiuvel noch
got. Iwein 4635; und wærn die tiuvel alle tôt, dennoch lebt der süeʒe
got. Renner 22820; ich meinet mich hett got erhoret, do hett mich der laidig teufel betoret.
fastn. sp. 107, 3; wer nicht ... zu gott will, den erwischt gewiss der teuffel. Philander (1650) 1, 349; den teuffel nennet er (
Luther) unsers herrn gottes affen und nachtreter. Zinkgref 1, 172 ('
nicht selten läszt sich der teufel
auffassen als parodie oder nachäffung des wahren gottes'
myth.4 823); die nicht gleuben, das ein gott oder teufel sei. Spangenberg
jagteufel D 3
b; lern von mir,
dasz ein mensch mehr begehrt als gott und teufel geben kann.
F. Müller
Faust 97, 31
neudruck; man hat viel beiszend abgefaszte schriften, die, dasz ein gott sei, nicht gestehen wollen; jedoch den teufel hat, so viel ich weisz,
kein atheist noch bündig wegbewiesen. H. v. Kleist 3, 151
H.; der junker sprach, ich sihe wol das du ein engel oder ein tüffel bist. Pauli 70
Öst.; sie reden wie engel, thun aber wie teufel. Weidner
apophth. 183; todt und leben, hoffnung, zweiffel ich zusammenreimen kundt, himmel, höll: ja, engel, teuffel. Philander (1650) 1, 472.
sprichwörtlich: ein junger engel, ein alter tüffel (
vgl. 19,
d). Pauli 29
Öst. Frank 1, 88
b; ein einsamer ist entweder ein engel oder ein teuffel. 1, 124
a; dasz deine teufel jauchzen und deine guten engel zurücktreten. Schiller 3, 479; wie sollen sich nicht auch öfters teufel denen reinen geistern beigesellen und vor engel sich ausgeben. Zigler
Banise 67, 30
Bobertag; allmählich entwickelt sich eine monarchie der teufel im gegensatz zum engelreiche Jehova'
s. Freytag
ges. werke 19, 361; ein staat von engeln, .. ein volk von teufeln. Kant 5, 441. II@22)
der teufel
in der hölle, besonders als oberhaupt der teufel, der bösen geister (Roskoff 2, 203
ff., vergl. höllenfürst, -gott, -jäger, -wirth): Lucifer .. ist aus dem himel .. herab in die hell mit seinem anhang .. gefallen, ein fürst und herr der teufel worden. Aventin. 4, 46, 26; der teufel in nobiskrug
th. 7, 865; wir .. füeren ein solches leben, gleich sam weder teufl noch fegfeur, hell noch himel sein. 59, 20; ich glaub nicht, dasz ein teuffel mehr in der hellen ist. Weidner
apophth. 45; fürchte mich weder vor hölle noch teufel. Göthe 12, 29 (
Faust 369
Weim.); teufel, dem die hell will zu eng werden. H. Sachs 3, 586; der teuffel lest kein landsknecht mehr in die helle faren. 5, 121; (
der landsknecht) kam in die hell ins teuffels kuchen, heisze glut. Waldis
Es. 4, 12, 33;
was der teuffel in der hellen dort niden thut mit sein gesellen. 4, 66, 111; es spricht mancher, der tüfel ist nit so grausam als man in malt, die lüt in der hellen gewonen der tüfel, als wir einander hie gewonen. Pauli 63
Öst.; in jener welt werden wir vielleicht wissen, wasz der teuffel thun kan, in dieser aber verspürt man nur die boszheit von bössen menschen. Elis. Charl. (1867) 224;
sprichwörtlich: sie machen uns die hellen heis, und den teuffel schwartz (
s. 4). Luther 3, 228
b. II@33)
dem teufel
werden mutter
und groszmutter, weib
und kinder, brüder
und schwestern
zugetheilt, s. myth.4 84
ff. und nachtr. 297, mutter 4, kind II 10,
d: sy erschluog mit irem leib des tiuffels muoter und sein weib. Cl. Hätzlerin 219
a, 16; es mag aber der teufel oder sein mutter solche hindernis angericht haben. Luther 5, 40
b. 198
a; und da es schon der teufel und sein muetter (
wäre), so fürcht ich in nit.
Zimm. chron.2 1, 628, 33; (
er war) also erschreckt, das er nit gewisst, ob der teufel oder sein mutter
bei ime in der stuben sye. 4, 283, 8; der teufel und sein muter hat die bauern in die schrift gefürt. Schade
sat. 2, 260, 4; das seint seltsam geistliche sachen, es ist der teufel und sein mutter. 3, 279, 20; weil ich das fegfeuer so glücklich überstanden und dem teuffel sampt seiner mutter entgangen.
Simplic. 1, 210, 2; das wolt der teufel und sein groszmutter, dann solchs ist wider
got. Schade
sat. 3, 183, 24; der teufel und seine groszmutter! was für eine bagage. Weisze
kom. opern 2, 139; frage nichts nach dem teufel und dessen groszmutter. J. Paul
Siebenk. 1, 105; den teufel bei seiner groszmutter verklagen. Schm
2 1, 589; dem teufel und seiner braut. Luther
tischr. 221
b; und hîr veret des tûvelis brût (
die flamme).
könig Rother 1055; jâ sol si in der hell sîn des übelen tiuvels brût.
Nib. 426, 4; der ir dâ gert ze minnen (
Brünhilde), diu ist des tiuvels wîp. 417, 4; dein got der ist des teufels bruoder.
fastn. sp. 290, 13; er lief an des tiuvels kint (
die waldleute, riesen).
krone 9305; die söhne des teufels (
die Hunnen). Scheffel
Ekkeh. 167. 190; des teufels kinder (
die gottlosen, bösen)
im gegensatze zu gottes kindern 1
Joh. 3, 10,
s. Roskoff
gesch. des teufels 1, 203. II@44)
gestalt, aussehen des teufels: der teufel ist alt. Simrock
sprichw. 552 (er war schön in seiner jugend 551); die alte schlange, die da heiszt der teufel und satanas.
offenb. 12, 9 (
vgl. myth.4 833
und nachtr. 295); der teuffel gehet umb wie ein brüllender lewe. 1
Petr. 5, 8; da begegnet ir der tüffel .. in der gestalt eines mans. Pauli 65
Öst., eins wolbekleidten iünglings 69, eines grauen münchs Widmann
Faust 122, eines grauen männchens
myth.4 856, einer schönen frawen.
volksbuch von dr. Faust (1587) 39
neudr.; der teuffel als ein tausendkünstiger Protheus weisz und kan mancherlei form und manier gebrauchen. Widmann
Faust 109 (
vgl. Roskoff
gesch. des teufels 2, 442); der teufel hat gewalt sich zu verkleiden in lockende gestalt. Schlegel
Hamlet 2, 2; hinkender teufel Göthe 14, 82 (
myth.4 829); swarzer tiuvel
minnes. 2, 358
a ('
der gegensatz zur leuchtenden, weiszen und reinen gottheit fordert beim teufel
dunkle schwarze farbe'
myth.4 829); zu nacht der teuffel da erschein als ein langer rabschwarzer man. H. Sachs 16, 223, 41; und kömpt der sathan .., ist bekleidt vorwert in eins engels, hinden in eines grusamen teufels gestalt. Haberer
Abrah. F 8
b randgl.; (
es kommt) der tüfel in einer erbaren gstalt, doch hat er fsz wie ein gansz und schwartze gänszhörnlin uff dem kopf. Kohlrosz
betr. C 4
a; gehörnter teufel (
s.horn 2), teufel
in bocksgestalt (
s.bock 6); des teufels schwanz S. Brant 98, 4. Göthe 56, 97 (
sprichwörtlich man musz dem teufel auf den schwanz treten. Simrock 553), klauen
Simplic. 1, 935, krallen Lessing 2, 222, pferdefusz (
th. 7, 1683).
über diese und andere thiergestalten des teufels
s. Kirchhof wendunm. 2, 212 (2, 162)
Öst. Widmann
Faust 107
f. myth.4 830
ff., vgl. höllendrache, -hund, -wurm.
gemalter teufel (
vgl. teufelsbild): (
wüst,) wie man vor jarn uns teufel malt. H. Sachs 5, 123, 39; der teufel ist schwärzer (
oder nicht so schwarz) als man ihn malt. Simrock
sprichw. 551; ein bildhauer, der den teufel zuo Costentz gemalt hat. Wickram
rollw. 19, 8; ein gemalter teufel (
a painted devil),
eine leere schreckgestalt. Schiller 13, 49 (
Macb. 2, 4); mahl' ihr den teufel vor. Göthe 7, 68; teufel, die man mit bocksfüszen mahlet, mit hörnern
u. s. w. Philander (1650) 1, 651; da stuont der tüfel gemalet an einer taflen. Pauli 72
Öst.; ders tüffels bild liesz
malen uffs überthür. A. Blaurer 577, 3
W.; sprichwörtlich: den teufel über die thür
oder an die wand malen,
s.malen 3,
c; man darf den teuffel nit uber die thür malen, er kompt wol selbs ins hausz. Frank 2, 104
a, er find sich sonsten nur zu bald. Lehmann 743, 3; wenn man den teufel an die wand malt, so kommt er bald. Hebel (1843) 2, 5. 37. — der teufel im glas
Simpl. 2, 90, 3, im gläslein (
einst zu Kaisershaim in der kirche aufgehangen),
woher einem den teufel im gläslein zeigen,
ihm die hölle recht heisz machen Schm.
2 1, 589;
anders der teufel im glase
unten 19,
c (
vergl. cartesianisches teufelchen). II@55)
des teufels
art und ausrüstung (
vieles hieher gehörige s. bei den zusammensetzungen): teufels art Kirchhof
wendunm. 3, 508 (5, 246), brauch 3, 263 (4, 291); der teufel ist ein lügner und ein vater der lüge.
Jos. 8, 44 (ein freund der lügen Göthe 29, 110,
vgl.lügenteufel und myth.4 849); der teuffel ist ein schelm
Simpl. 1, 316, 18, pflegt sich zu verstellen 926, 13; des teuffels neid (
vgl. neidteufel)
weish. 2, 24, list Mathesius
Sar. 200
a, trug Butschky
Patmos 194, geist Baumann
quellen 1, 63, hochmut und selbstüberhebung Roskoff
gesch. d. teufels 1, 320; die zung ist des teuffels instrument. Frank
sprichw. 1, 115
b; des teufels geschoss Rebhun 44 (
Susanna 3, 3), fesseln Butschky
Patmos 194, zaum und ross
myth.4 848
f., leitseil und wagen Kirchhof
wendunm. 1, 561 (1, 2, 112)
Öst., netz (
s.netz 3,
b, ν), seil
minnes. 3, 218
a, strick Walther 33, 2. 2
Tim. 2, 26, klobe S. Brant 92, geisel Streckfusz
Dantes hölle 18, 65, gepäck Göthe 8, 149. II@66)
der (
in der hölle gefesselt gedachte) teufel wird, ist ledig
oder los,
s. myth.4 844
f. Freytag
ges. werke 19, 363;
besonders in sprichwörtern und redensarten: wann der teuffel ledig würt, so het dich. Frank 4, 52
b; dann der teuffel ward über al ledig. Götz v. Berlichingen 86
neudruck; der teufel ist los,
s.los II, 2,
b: ist der teufel gar los? was für eine heerde wilder menschen ist hier? Weisze
kom. opern 2, 23; wo sie ist, ist der teufel los. 2, 52; neue vorwürfe häufen sich, und nun ist der teufel in der gerichtsstube los. Göthe 27, 148; da ist der teufel los (
da ist zank und streit, grosze aufregung). Spiesz
henneb. idiot. 253; sind denn heut alle teufel los? Schiller 3, 66 (
Fiesko 2, 14);
auch der teufel geht los 12, 43 (
Wallenst. lager 11). J. Paul
uns. loge 3, 18. II@77)
armer teufel,
s.arm 1,
myth.4 848. Freytag
ges. werke 19, 395: der teufel ist
arm, er hat weder leib noch seele. Frank
sprichw. 1, 85
a; die hölle zerbricht — wo wollen wir arme teufel hin!
F. Müller
Faust 16, 12
neudruck; Faust zu Mephist. was willst du armer teufel geben? Göthe 12, 85 (
Faust 1675
Weim.);
übertragen: geh hindern ofen ... und da den armen teuffel (
den alten hahn) nemb! H. Sachs 5, 123, 6; er (es) ist ein armer teufel,
armseliger mensch. Wander 4, 1121; du armer teufel (armer derwisch), wenn wiltu zu solcher .. glückseligkeit gelangen?
pers. rosenth. 7, 20; dem räuber jammerte des armen teuffels (
des nackt ausgeraubten poeten). 4, 11; die strahl-hex hat den armen teufel (
meineidigen überläufer) umbs leben gebracht.
Simplic. 2, 209, 12; ist doch billig, dasz man sich ein wenig der armen teufel (
der juden) annimmt, damit sie nicht alles verlieren.
F. Müller
Faust 30, 28; man sollte sagen, er spiele nur, um den reichen das geld abzunehmen, und armen teufeln auszuhelfen. Klinger
theat. 1, 266; ich bin ein armer teufel, und könnte ein ganzes jahr leben von dem was er in éinem abende verliert. Göthe 8, 243; die neapolitanischen armen teufel. 28, 238; ein kümmerlich armer teufel .. stieg aus dem wagen. 18, 174; da blieb im wirthshaus .. ein armer teufel liegen, der sehr krank war. 14, 304; wie es einem armen teufel zu muthe ist. 14, 58; und eh man nur den halben weg erreicht, musz wohl ein armer teulel sterben. 12, 37 (
Faust 565
Weim.); gewiss ist der arme teufel landes verwiesen. Lenz 2, 22; was verbrach denn der arme teufel, den ihr am jesuiterdom aufknüpftet? Schiller 3, 158 (
Fiesko 5, 16); ein armer, aber guter teufel. J. Paul
flegelj. 4, 16; ein armer beifalls- und hülfsbedürftiger teufel. Göthe 49, 155.
vgl.armer tropf. II@88) dummer teufel,
s.dumm 1
und 9.
myth.4 852 ('
nirgends stellt sich der teufel
heidnischer dar als wo er an die stelle der alten riesen
getreten ist, ... der dumme teufel
gilt wie der dumme riese'),
über den dummen teufel
auf der bühne (
woraus der narr
und hanswurst
hervorgegangen ist)
s. Gödeke
Gengenbach s. 598
f. Roskoff
gesch. d. teufels 1, 359
ff. 394
ff. C. Reuling
die komische figur in den wichtigsten deutschen dramen bis zum ende des 17.
jahrh. (1890)
s. 3. 17
ff.: wir teuffel sind so albar nicht, dasz wir uns wie die einfältige bäurlein betriegen lassen. Philander (1650) 1, 397; in den himmel sonder zweifel würd er (
unstern) gleich gekommen sein, liefe nicht ein dummer teufel just ihm in den weg hinein. Uhland 2, 116;
übertragen auf einen dummen, einfältigen menschen, besonders als schelte: so seindt die docktoren dume teuffel hir und meinen, es seien keine bessere in der welt, alsz sie. Elis. Charl. (1871) 655; sie wissen, dasz der offizier mit aller seiner einbildung ein dummer teufel ist. Lenz 2, 85; glaub immer, was ein narr erdacht, mit allen dummen teufeln! Bürger 49
a; verstehst du mich, dummer teufel! Lessing 1, 294; dummer teufel, was verschlägt es ihm, wenn ... Schiller 3, 375 (
kabale 1, 5); und läszt sich der dumme teufel betreten, dasz ... Göthe 8, 245; was ihr an mir tadelt, dumme teufel, ich weisz es besser, als ihr! 4, 340; ein närrischer teufel 20, 136. Lichtenberg 3, 203. II@99)
der teufel
in seiner verschiedenen wirksamkeit gedacht (
vgl. tausendkünstler): wie hat der teuffel doch so viel zu schicken, wenn man etwas wil inn gottes nahmen fahen an, nichts kan er unangefochten lahn. Rebhun 128 (
Susanna 3, 7); der teufel, der die gantze welt verfret.
offenb. 12, 9; wie bemühsamlich der teuffel den seelen nachstellet.
comment. zum Simpl. 2, 268; der teuffel ein seelenmörder. Widmann
Faust 559; er wird des teuffels mordstich nicht entgehen. 370; des müeʒe in der tiuvel brennen.
liedersaal 1, 589, 150; der teufel wird sie dafür schenden und
plagen in den hellischen flammen. Pape
bettel- u. garteteufel H 4
b; und wenn die welt vol teufel wer und wolt uns gar verschlingen. Luther
dicht. 70
Gödeke; mich begauckelt wol der teuffel. H. Sachs 17, 77, 5; kein zweiffel ist, der teufel tobet. Philander (1650) 1, 677.
Im einzelnen II@9@aa)
er holt die ihm verfallenen (
seelen),
s.holen 2: o dasz ... er todt wäre, dasz ihn der teuffel hinweg hätte. Philander (1650) 1, 475; und könte der teuffel keinen von uns
holen. 2, 685, hinwegführen 686; der teuffel kam und holete in (
den papst Sylvester). Widmann
Faust 401; ein schwartzkünstler, vom teuffel geholet. 625; man wird nicht erstaunen, wenn das nämliche organ (
der '
kirchenbote') seine leser versichert: das volk glaube, der teufel habe Lessingen geholt! Danzel-Guhrauer
Lessing2 2, 580; der teufel wird dich über kurz oder lang holen.
F. Müller
Faust 111, 29
neudruck; besonders in verwünschungen und flüchen: das euch der teufel hinfüer!
fastn. sp. 336, 15; das dich der tüffel hol! Pauli 63. 68
Öst.; der teufel hole solchen wirth!
kunst über alle künste 22, 14; dasz dich der teuffel hol, wie bistu hieher kommen?
Simpl. 1, 153, 15; den soll der teufel hohlen! Göthe 8, 77,
vgl. 7, 57. 79. 11, 52 (
auch dasz ihn der teufel hätte! 7, 56); der teufel hohl' das menschengeschlecht! 2, 289; den danker hohl der teufel! Schiller 12, 369 (
Wallenst. tod 5, 2);
elliptisch dasz dich! (
nämlich der teufel hole),
s.dasz 17
und Lexer
kärnt. wb. 53;
mit fluche schwörend: der eine schwur, der teuffel solt ihn holen, wann ...
Simpl. 1, 261, 31; welche heillose bursch nur vor schertz und kinderspiel halten, wann sie wünschen, hundert tausend teufel sollen sie holen. 2, 663, 4; ich will dem herren mein in allen zu gefallen sein, .. und wenn mich solt der teuffel holn. Ringwald
laut. warh. 250; sie haben, hol mich der teutel, recht. Rabener (1755) 4, 48; aber, hohl mich der teufel, ich bin ein ehrlicher kerl! Lessing 1, 331; der teufel hole mich, wenn ichs vergesse. Schiller 2, 60 (
räuber 2, 1); holen mich zehen teufel! 269,
vgl.teufelholen n. —
auch wenn das widrige plötzlich gebracht wird oder geholt werden soll, nennt das volk in ausruf oder verwünschung dabei den teufel: hat ihn der teufel her getragen, wo führt ihn der teufel her
u. s. w. myth.4 846. II@9@bb)
der teufel fährt
in die menschen, besitzt
sie, s. besitzen 1: der tüffel sprach, erlaub mir in deinen leib zuofaren, so wil ich mit dir. Pauli 71
Öst.; der teufel kund in keinen (
landsknecht) farn. H. Sachs 5, 122, 36; des königs sohn gar hart von dem teuffel
besessen ward. 15, 492, 16; aber es .. hat ihn der teuffel zu hart besessen.
volksbuch von dr. Faust (1587) 39
neudruck; da hett sy der teuffel gantz besessen. Baumann
quellen 1, 383; der teufel musz dich
besitzen. Lenz 1, 26;
eine derartige person hat den teufel, ist vom, mit dem teufel besessen (
s.besessen th. 1, 1617
und myth.4 848): thiê thâr habêtun diuval (
demonia).
Tatian 22, 2; du hast den teufel.
Joh. 7, 20; so sagen sie, er hat den teufel.
Matth. 11, 18 (
goth. unhulþôn habaiþ); der könig ist mit dem teuffel besessen. H. Sachs 15, 56, 14; noch seind die münch so gar besessen vom teuffel. Fischart
Dominic. v. 965; ther diufal ist iru inne (
ist in ihr). Otfrid 3, 10, 12; vil menschen haben den tüffel in inen, und wont in inen durch ir bösz sündlich leben. Pauli 69
Öst.; so wären die bauren all voll teuffel. Götz v. Berlichingen 87
neudruck; sie müssen all voll teuffel sein. Philander (1650) 1, 654; verzeiht mir, ihr (
vielfrasz) müszt den teuffel im leibe haben. Ettner
unw. doctor 785; der kerl hat den teufel im leibe. Schiller 4, 209 (
vergl. eingefleischter teufel
theil 3, 177): also fluochen die Sachsen, dasz einem menschen sol neun teuffel in leib fahren (dat dick negen tuffel int hole liff faren). Agricola
sprichw. nr. 483. II@9@cc)
der teufel reitet, plagt
die menschen. II@9@c@aα)
mhd. dich rîtet satanas, der tiuvel
wb. 2, 1, 731
a;
nhd. denn der teufel reitet sie gar mehr denn alle andere. Luther 3, 302
b. 308
a; man gibt euch darumb so gute wort, das man hoffet, der teufel, so euch reitet, solle weichen. 4, 539
b; darumb ist dis stück ein gewis zeichen, das sie (
wiedertäufer) der teufel reite. 5, 261
b; der teufel den papst geritten hat. 6, 513
a; das euch (
weiber) allda der teuffel reit, wa ihr nicht selbst die theuffel seit. Fischart
flöhh. (1573)
v. 1631; sie reitet der teufel. Gryphius
horrib. 37
neudruck; der teufel reit mich, dasz ich dich so lieben musz.
F. Müller
Faust 73, 33
neudruck; in verwünschungen und flüchen: ei, das dich der teufel reit! Raber
Sterzinger spiele 1, 93. 8, 276. II@9@c@bβ)
s.plagen 1,
b. II@9@dd)
der teufel hat sein spiel,
satanas mille artifex (
s.tausendkünstler)
eludit homines Stieler 427; also hat und treibt der leidig teufel sein fassnachtspill.
Zimm. chron.2 2, 174, 33; aber secht, wie der teufel sein spiel hat! Elis. Charl. (1871) 479; ein kuss will nicht viel sagen, doch der teufel hat sein spiel, wenn wir erst das ding vertragen. Weisze
kom. opern 2, 180; der teufel hat vielleicht sein spiel. Göthe 7, 64; ob ers auch ist! der teufel hat sein spiel. Uhland 3, 165.
auch der teuffel liegt mit unter der decke.
Simplic. 1, 250, 4. II@9@ee)
hieher gehören auch manche der vielen sprichwörter und redensarten, z. b. der teuffel schleft nicht Luther 7, 285
b (feiert nicht
Simplic. 2, 484, 28. Simrock 550); der teufel ruht sonst nicht, nur ietzund hebt er an (
zu ruhen), weil ihn die letzte welt so wol vertreten kan. Logau 1, 8, 18; der teuffel kan aus einem funken wol ein feuer machen. Luther 3, 383
b; es wil der teuffel je seinen samen auch mit auf dem acker haben. Spangenberg
wider die böse siben l 2
a (
s. myth.4 845); alles ist ietzt wol geraten, auch des teuffels seine saaten. Logau 1, 3, 88; hart wider hart, sagte der teufel, und schmeisz wider einen ambosz.
kunst über alle künste 36, 13; man sagt, wenn ein räuber den andern beraubt, so lacht der teufel dazu. Göthe 36, 51. II@1010) des teufels (eigen) sein, werden (
myth.4 846): II@10@aa) er were verdampt und des deufels mit leib und sel.
Zimm. chron.2 3, 398, 1; er sei gar des teuffels eigenthumb. Fischart
Dominic. v. 1694; dasz er nunmehr des teuffels eigen sei. Widmann
Faust 358, mit leib und seel 625; ich glaube, dasz ein groszer theil desz krieges-volks desz teuffels eigen seie. Philander (1650) 2, 678; neutral sein, ist so viel als, des teuffels nicht sein wollen. 1, 348; der (
soldat) ist des teuffels, der mitleiden hat. 2, 584;
in verwünschungen und betheuernden flüchen, schwüren: daʒ ir des tiuvels müeʒent wesen!
Virginal 512, 11; daʒ du des tiuvels müeʒest wesen! 522, 5; oder ich sei (
will sein) des teuffels.
Garg. 203
b, oder ich sei des leibhaften teuffels. 204
a (
vgl. gramm. 4, 76); er wolte desz teuffels sein, wann ...
Simplic. 2, 397, 29; wern mich die Genueser fragen — und ich bin des teufels! das werden sie — .. was soll ich antworten? Schiller 3, 72 (
Fiesko 2, 15);
vor wut auszer sich, wie verrückt (
vom teufel besessen)
sein: herr, ist er des teufels? Kotzebue
dram. spiele 2, 341; ist denn der alte ganz des teufels? Immermann
Münchh. 2, 95; doktor, sind sie des teufels. H. Heine
buch der lieder 173
neudruck; wir sollen einer so elenden wette wegen
gegen ihn ganz des teufels sein. J. Paul
uns. loge 3, 138; dasz mehre mädchen des teufels
auf bänder sind (
wie verrückt darauf aus sind).
Titan 1, 9,
vgl. ein teufel sein auf 19,
δ. II@10@bb) do ich das bichtet, wolt mich der pfaff nit absolvieren, ich dAette dan offentlich buosz. do meint ich, (
ich) miesste des tüfels werden. Th. Platter 38
B.; er ist umb gewinns willen des teuffels worden. Philander (1650) 1, 375;
vor wut, ärger, ungeduld u. s. w. auszer sich geraten: da möchte ich des teufels werden. Göthe 16, 93; ich mochte vor ungeduld des teufels werden. Kotzebue
dram. spiele 2, 190; ich könnt' des teufels werden. H. Heine
buch der lieder 121
neudruck. II@1111)
den im menschen sitzenden teufel (9,
b)
bannen, fortbannen, austreiben,
s.bannen theil 1, 1116, austreiben 2, auswerfen 1
und Roskoff
gesch. des teufels 2, 395: der verjagt die teufel von den beseʒʒenen. Megenberg 470, 33; die pfaffen schwuorn funf tiuffel von ir.
städtechron. 4, 38, 2 (15.
jahrh.); ein pfaff will ein teuffel bannen. Kirchhof
wendunm. 1, 561 (1, 2, 112)
Öst.; haben wir nicht in deinem namen teufel ausgetrieben?
Matth. 7, 22 (warfen wir nit aus den teufel?
cod. Tepl., goth. unhulþôns usvaurpum); er treibt teufel aus. 10, 8; wan ein mensch den tüfel usz im (
aus sich) trib durch ein erber frum leben. Pauli 69
Öst. —
der (
ausgetriebene) teufel fährt aus: und der teufel fur aus von im.
Matth. 17, 18; ich schlueg in dasz der teufel möcht aus im farn.
fastn. sp. 490, 5. II@1212) dem
oder den teufel rufen, citieren, anrufen, beschwören, herbannen (daher bannen
Simpl. 2, 695, 16); sich dem teufel ergeben, verschreiben (
myth.4 851. Roskoff 2, 439
ff.): teufel, hilf mir! leib und seel geb ich dir.
Simplic. 2, 691, 20; dem teufel darf man nicht ruffen, er kommt wohl von sich selbsten. Pistorius
sprüchwörterschatz 1026 (10, 60); der teufel ist leicht zu laden, aber seiner bösz abzukommen. Lehmann 743, 1; darumb ruft er den teufl
an. B. Krüger
spiel v. 65; zaubrer, die den teuffel besweren (
theil 2, 1608).
zeitschrift für deutsche myth. 1, 6 (
vom jahre 1452); wie Faustus sich unterstehet den teuffel zu beschwören. Widmann
Faust 98; da fing er teuffel an zubschweren. Fischart
Dominic. v. 2729; so kan ich den teuffel beschwern mit meiner kunst in einem kreisz, das er verborgen schetz mir weisz, die kan ich graben, wenn ich will. H. Sachs 5, 286, 12; als .. das unglück mich riet (
ritt) so hart in allem stück, das ich dem teuffel mich ergab, wo er mir hülf an gut und hab. 14, 49, 30; bis ich mich dem teuffel ergab. Widmann
Faust 591; er hat sich dem teufel übergeben. Schiller 12, 29 (
Wallenst. lager 6); dem teufel hab ich mich ergeben. Lenau 2, 60;
d. Faustus ... verschreibet sich dem teufel.
volksbuch von dr. Faust 121
neudruck; er hatte seine seel dem teuffel austrückenlich verschrieben und solche bundsverschreibung, mit seinem eigenen blut verfertigt, ihme zugestellet. Abele
gerichtsh. 2, 398; pact, den er mit dem teuffel getroffen.
Simpl. 1, 705, 14 (
s. teufelsbund, -bündnis); der Faust, der sich mit forschen trieb, und der dem teufel sich verschrieb. Lenau 91. II@1313)
dem teufel abschwören (
theil 1, 114), ver-, widersagen (
nach der alten taufformel satanae abrenunciare): ich sundiger mensche, ich vorsage dem tûvele. Steinbach
altd. pred. 1, 41. 46, 3; dem teufl und allem seinem anhang abzusagen.
volksbuch von dr. Faust 120
neudruck; wenn ihr getauft seid und dem teufel versagt habt. Scheffel
Ekkeh. 121. II@1414) zum teufel gehen, laufen, reiten, fahren, sich packen, scheren; zum teufel jagen, wünschen,
besonders als ein verstärktes fort-
bei fluch und verwünschung (
vergl.zum henker, zur hölle gehen
u. s. w. und Bruchmann
physiolog. studien zur sprachgeschichte 5): du solt meinthalben nit zum teufel faren (
verdammt werden). Frey
gartenges. 35
b; sie liesze einen solchen narren .. alleinig zum teuffel hinfahren.
Simpl. 2, 539, 14; wenn gleichwohl einer darüber zum teufel führe. Weise
erzn. 22
neudruck; die sorge ist für deine seeligkeit einem andern aufgetragen, und niemand wird für dich zum teufel fahren. Lessing 4, 71; sieh dasz du deine hundert louisd'or kriegst und geh dann selber zum teufel. Engel
diamant 130
f.; geh zum luftigen teufel mit samt deinem pulver! H. L. Wagner
die kindermörderin 8, 32
neudr.; ist eure vernunft denn zum teuffel gegangen? Lenz
nachl. 119
Weinh.; geh er zu allen teufeln!
F. Müller
Faust 35, 11
neudruck; lasz sie zum teufel gehen! Göthe 57, 169; müszten all' ärschlings zum teufel gehen. 13, 59; will er itzt den zopf hinaufschlagen und mit mir zum teufel gehn? Schiller 2, 85 (
räuber 2, 3); aber wenn deine schöne mäszigung plötzlich zum teufel ging. Bettine
br. 1, 209; inzwischen ging der herr v. T. zum teufel (
brannte durch). J. Paul
biogr. belust. 1, 128; damit die schildwacht vor angst zu allen teufeln lauft. Lenz 2, 94; er aber .. kann zum teufel fahren. Göthe 42, 369; da ist des alten blut geflossen, der wilde sohn zum teufel ritt. Lenau 2, 332.
elliptisch, mit ausgelassenem verb. zum teufel (gehen) wollen, (gegangen) sein: was zum teufel will, das läszt sich nicht aufhalten. Simrock
sprichw. 554; unser ganzes projekt ... ist zum teufel. Klinger
theater 1, 247; so wär ja alle ehre zum teufel! 2, 82; die göttliche stimmung, zum teufel ist sie! Göthe 57, 241; und zum teufel sind die kniffe! Schiller 1, 213; zum teufel ist der spiritus, das flegma ist geblieben. 269. sich zum teufel packen (
s. auch bei packen 2,
b, α), scheren: pack dich vor den teufel!
abi in malam crucem Stieler 427; marsch! packe dich zum teufel! Bürger 48
b; aller profit, den ich (
der bediente) dabei machen werde, ist, nebst einem gnädigen ribbenstosze, ein pack dich zum teufel! Lessing 1, 288; darumb musz ich sie nach gepür für den ars schlagen mit der thür, ein blasn anhenkn, wie man thut sagen, und darmit zum teuffel jagen. H. Sachs 17, 66, 34; mein herr jagte mich zum teufel. Lenz 2, 479; sie hat ihn (
ihren mann) zu allen teufeln gejagt. 2, 115; gebt acht, dasz man euch schwarzkittel nicht all zum teufel jagt. H. L. Wagner
die kindermörderin 21, 5
neudr.; ich wollte, sie hätten euch zum teufel gejagt, und wenn ich hätte mitfahren müssen. Göthe 24, 157; machen musz er (
der liebhaber), dasz das mädel lieber vater und mutter zum teufel wünscht, als ihn fahren läszt. Schiller 3, 365 (
kabale 1, 2); unart und übereil' zumal wünscht' ich zu allen teufeln. Göthe 5, 233 (
divan 229
Weim.).
elliptisch (
vgl. auch unten 16,
c): ausz zum teufl mit dir, du glabloser .. lotter! Raber
Sterz. spiele 25, 701; zum teufel erst das instrument, zum teufel hinterdrein den sänger! Göthe 12, 194 (
Faust 3700
Weim.); zum teufel die kameele, zum teufel auch die leu'
n. Freiligrath 2, 163. II@1515) im namen des teufels,
verwünschungs- und fluchformel, s. name D, 7,
wozu hier noch einige belege kommen: letstlich muest in der nachrichter in des teufels namen haissen heraber geen.
Zimm. chron.2 4, 201, 38; der feind ist da. druf ins teuffels namen. Philander (1650) 2, 668; ins teufels namen, was sind denn eure namen! Göthe 56, 98; so ging die bestie ins teufels namen fort. 35, 105; so macht nur fort in teufels namen! Lenz
nachl. 73
Weinh. (
ohne name: geh ins drei teuffels- 85); wol her in aller tüffel namen. Pauli 63
Öst.; in aller teufel namen!
F. Müller
Faust 70, 13
neudruck. II@1616)
auszer den schon angeführten schwur-, verwünschungs- und fluchformeln gibt es noch eine grosze menge dieser art, die aber oft nur zum ausdrucke einer starken betheuerung, des höchsten erstaunens, verwunderns oder ärgers, auch einer lebhaften frage oder verneinung dienen (
s. gramm. 3, 734. 736. 763).
vgl. die ähnlichen formeln bei henker 3. II@16@aa) der teufel II@16@a@aα)
fluchend, verwünschend: das dich der teufel lem!
fastn. sp. 617, 1; pfui dich, paur, das dich der teufel schent! 524, 10; der teuffel fahr im in sein schlunt! H. Sachs 14, 209, 21; ei, ei, da schlag der teuffel zu! 121, 1; ei, das vergelt der teuffel dir! 82, 25; ja das musz dein der teuffel walten! 155, 30; da soll dir der teuffel ehe den hals brechen, ehe er dazu kommt. Gryphius
horrib. 72
neudr.; der lebendige teufel sol drein fahren! Lenz 1, 10; so soll mich der teufel lebendig zerreiszen! H. L. Wagner
die kindermörderin 6, 10. II@16@a@bβ)
lebhaft und derb abweisend und verneinend: trau dir der teuffel! ich nicht.
Simplic. 1, 614, 7; ei, das musz dir der teuffel danken (
ich nicht)! H. Sachs 17, 90, 2; der teufel danke meinem herrn, dasz er so eine truckene hochzeit hält.
kunst über alle künste 126, 3; danks ihnen der teufel. Göthe
br. 167 (2, 104)
Weim.; das thue der teuffel! Götz v. Berlichingen 87
neudr.; ich soll ihn schlagen, der teufel schlage ihn!
kunst über alle künste 21, 17; dir mag sich der teufel stellen! Herder
Cid 5; o mir! das mag der teufel ertragen! Göthe 13, 152; der teufel traue den Preuszen! Hippel 2, 139; der vorschlag ist gut, .. aber der teufel traue! Schiller 8, 346; das weisz der teufel, das mag der teufel wissen! Wander 4, 1108. Klinger
theater 1, 248. 2, 128. Schiller 3, 71. 12, 371. II@16@a@gγ) der teufel (
elliptisch): der teufel, das verschnupft! Lessing 1, 322 (der henker 360); der teufel, war das eine predigt! H. L. Wagner
die kindermörderin 25, 8
neudruck; der teufel! der junge hat eine glückliche hand (
beim spiele). Klinger
theater 1, 270; der teufel, dachte er, wenn es nur nicht ... Hippel 2, 26; der teufel, bist du's? Lenz 1, 174; der teufel! sie ist nicht gering! Göthe 4, 327. II@16@a@dδ) kein teufel,
s. kein 16,
a. II@16@bb) das müszt der teufel
oder des teufels sein,
das müszte sonderbar zugehen, da müszte der teufel mit im spiele sein Schm.
2 1, 589. II@16@cc) was teufels, was teufel
oder was den teufel, was zum teufel (
franz. que diable),
auch blosz zum teufel
oder teufel,
eine ärgerliche stimmung, verwunderung oder frage ausdrückend (
gramm. 3, 763,
vgl. unten 20): waʒ tûfels minnet her an dem man? Veldeke
En. 302, 36; mich ant das ir ein esel seit, oder was teufels ausz euch speit.
fastn. sp. 335, 21; was tüffels machstu nun für ein gauckelspil
Eulensp. 77 (48)
neudruck; was teuffels machstu, höruff. 81 (51); was teufels thuost du im ofen. Frey
gartenges. 18
b; was teuffels hast du denn im halsz. Philander (1650) 1, 375; was teufels wolten sie auch in Franken sitzen! Klinger
theat. 1, 325; was teufels fällt mir jetzo ein! 3, 237; was teuffel wird er mehr thun. Gryphius
lustsp. 494
P.; was teuffel weistu dann?
Simplic. 1, 122, 8; was teufel! was ist das? Göthe 7, 76; was teufel! wir sind nicht ihre hunde. Schiller 12, 43 (
Wallenst. lager 11); was teufel bin ich todt! Freiligrath 3, 53; was den tüffel was machst du hie?
Eulensp. 29 (20)
neudr.; was den teufel frage ich nach 40 kronen!
die schausp. der engl. komöd. 61
Tittm.; was den teufel meint ihr, oder was bildet ihr euch ein! 63; was zum teufel ist das? Stieler 427. Lenz 1, 24; wie zum teufel solte das zugehen?
schausp. der engl. komöd. 225
Tittm.; wo zum teufel ist der schelm geblieben? 242; zum teufel, bist du kindisch geworden? Göthe 10, 81; zum teufel, wenn uns nur niemand sieht. Lenz 2, 183; ja, zum teufel! und manches (
gäbs) zu gewinnen, wenn ... Schiller 2, 40 (
räuber 1, 2); wie teufel kamt ihr zu dem narrenstreich! 13, 416 (
Turandot 3, 4); wie teufel, ist der junge toll? Tieck 1, 206; wo teufel kommen sie denn nun hieher? Lenz 2, 90; ei teufel, was ists denn nun mehr, wenn ... 303; teufel auch (
nd. düwel âk),
ausruf des höchsten erstaunens Schambach 52
b. II@16@dd) beim teufel: beim teufel, kein braver kerl duldet das.
F. Müller
Faust 77, 12; das ist beim teufel nicht das schlechteste, was ich in meinem leben gethan habe. Schiller 2, 158 (
räuber 4, 5); so werf ich dich, beim teufel! in die flut! Lenau 2, 78. mit dem teufel: es müszte mit dem teufel zugehen, wenn .. Lenz 1, 330; ich bin dein sekundant, und — es müszte mit dem teufel zugehen — Göthe 10, 106. II@16@ee) den teufel II@16@e@aα)
verwünschend, fluchend: den teufel auf deinen alten kopf! H. Jul. von Braunschweig 46
Tittm.; den teufel auf deinen kopf! Lenz 1, 150. II@16@e@bβ) den teufel (
das schlimmste) von einem sagen
u. s. w.: ich zweifle nicht, dasz sie den teuffel von mir sagen wirdt, weillen sie so rachgierig ist. Elis. Charl. (1871) 446. II@16@e@gγ)
lebhaft und derb abweisend oder verneinend: versteht ihr denn keinen spasz? 'den teufel mag das spasz sein!' Lessing 1, 324; den teufel auch! das ist des landes nicht der brauch. Chamisso (1873) 1, 162. den teufel,
gar nicht oder gar nichts, nicht das geringste (
vgl. gramm. 3, 734
und Bruchmann
psychologische studien zur sprachgeschichte 172
f. und dazu anzeiger f. deutsch. alterthum 15, 286
f.). II@16@e@g@aaαα)
ohne weitere negation: mhd. ich bringe iu den tiuvel!
Nibel. 1682, 1; du hâst den tievel getâ
n. 1930, 4; den tiuvel ich mir selben weiʒ, daʒ ich mir niht sanfte kunde leben.
Erec2 4791;
nhd. du hast dir den teufel gedacht! H. Jul. von Braunschweig 97;
Louis. ich musz sie an meine brust drücken ..
Blum. den teufel sollst du! Lenz 1, 278; (
da) frag ich den teufel darnach! Göthe 40, 95; eure tochter ist ein junges blut, und kennt den teufel der männer ränken. 13, 62; euch ist's (
das pferd) den teufel nüz! Göckingk 1, 247; ich versteh den blauen teufel von all deinem geschwätz. Auerbach
ges. schriften 5, 237. II@16@e@g@bbββ)
noch verstärkt durch eine negation: das deugt (
taugt) den teuffel nicht. Elis. Charl. (1871) 521; mein federn ist kein teuffl ninx nutz. Schwabe
tintenf. A 3
b; das ist kein teufel nutz.
F. Müller
Faust 36, 1
neudruck; sind nicht den teufel werth! Göthe 13, 15; der verband taugt den teufel nichts. Zelter
an Göthe 254 (2, 293). II@16@ff)
vocativisch (
vergl. das anrufen des teufels 12): wenn ich keinen sinn hätte, taub, unempfindlich gegen alle wäre — teufel! teufel! teufel! Klinger
theater 2, 227; o! alle teufel!
der hausball 11, 19
neudr.; tod und teufel,
s. tod; hölle und teufel! Klinger
theater 2, 48. Göthe 7, 68; aller welt teufel! wenn er nur käme! Lenz 1, 141.
vgl. auch pfui, potz teufel! II@1717) teufel
spielt, wie schon aus dem bisherigen zu ersehen ist, eine grosze rolle in sprichwörtern und redensarten (
s. oben bei 2, 4, 6—16, 14) Wander 4, 1058—1130
mit 1694
nummern; hier kann nur noch einzelnes ebenfalls nach der construction geordnet, ausgehoben werden: II@17@aa) teufel
im nominativ: wo der teufel nicht kommt hin, musz er alte weiber senden. Schwieger
geharn. Venus 126 (7, 5, 1)
neudr.; der teufel ist
abt (
s.abt theil 1, 136
und Wander 4, 1067). Murner
schelmenz. 46; sonst ist der teufel der öberst abt zu hofe. Luther 6, 312
a; da soll der teufel noch heint abt werden. H. Jul. v. Braunschweig
komöd. 53
Tittm.; also gehets, wann der teufel wirth in der welt ist. Abele
gerichtsh. 1, 12; der teuffel holt kein pfinnig sau. Fischart
Garg. 150
a, thut nichts umbsonst
Simplic. 2, 695, 20; der teuffel ist allenthalben im kraut. Lehmann 744, 13, ist subtil und spint doch grob garn 19. Abele
gerichtsh. 2, 407
und viele andere bei Wander
und Simrock. II@17@bb)
im genetiv, z. b.: wo man des teufels gedenkt, da will er sein. Frank 2, 81
a; wer viel guts weis und böses thut, der ist des teufels lateinische kunst, dardurch er die leut betreugt. Weidner
apophth. 182 (
s. lateinisch 4); auf des teufels eis ist nicht gut gehen.
volksbuch von dr. Faust 112
neudruck. Simrock 550; des teufels mehl wird zu grüsch. 553. II@17@cc)
im dativ, z. b.: dem teuffel opfert man am meisten. Frane 2, 166
b; dem teufel ein licht anstecken
myth.4 844, zwei liecht anzünden Murner
narrenbeschw. 64. Weidner 40; dem teufel ein bein brechen Kurz
sonnenw. 249, ein ohr wegschwätzen 71, ein bein abschwören (
theil 1, 113); der teufel traue dem teufel. Simrock 550; dem teufel wehrt man mit dem kreuz, den leuten mit fäusten. 552; fluchen läutet dem teufel zur messe. 136; mit dem teufel zur schule gehn. Wickram
rollw. 65, 4, 96, 3
Kurz. II@17@dd)
im accusativ, z. b.: den teufel zu gast laden. Luther
fab. 13
neudruck, zu hause laden Schottel 1131
a; wenn man den teufel in die kirchen läszt kommen, wil er gar auf den altar. Frank 2, 38
a; der den teufel schrecken wil, muosz laut schreien. 1, 81
b (Göthe 3, 250); von einem bOesen weib sagt man: es fieng einer einen teufel im freien feld mit ir, oder: es jagt einer einen teufel mit ir ausz dem feld. 2, 164
b; alte vetteln, mit denen man den teuffel im weiten feld fangen möchte.
Simplic. 1, 209, 18;
bair. den teufel auf freiem feld fangen,
entschlossen, beherzt sein Schm.
2 1, 589; teufel tauschen,
beim tauschen nichts besseres bekommen. ebenda; auf den teufel kommen,
schlecht wegkommen H. Jul. von Braunschweig 181
Tittm., den teufel under der kappen tragen,
ein gleiszner sein. Albertinus
narrenhatz 172. II@1818)
in vergleichungen wie, als der teufel, dem teufel gleich
u. s. w. zur steigerung der eigenschaft oder thätigkeit dienend: zorn ist dem tüfel gelich.
teufels netz 709; so mache ich (
hoffart) dich dem teuffel gleich.
Simpl. 1, 841, 22; ein weib, das erger und böser war denn der teuffel. Kirchhof
wendunm. 1, 402 (1, 366)
Öst.; das leder verbrennen, dasz es kein stich halten kan, und springt wie der teufel. Philander (1650) 2, 511; sich vor etwas fürchten wie der teuffel vorm creutz.
Simplic. 1, 678, 29; ich hasz den krieg wie den teuffel. Elis. Charl. (1867) 338; ich müste auch falsch wi der teuffel sein, wen ich euch so oft gesagt und noch sage, dasz ich euch lieb habe, wen es nicht war were. (1871) 509; er war falsch wie der teuffel und recht boszhaft. 528; saufen kann er wie ein teufel. Rabener (1755) 4, 30; seht diese faust an, sie war stark wie ein teufel. Göthe 36, 34; weil er vielmehr geförcht wurde, als der teuffel selbst.
Simplic. 1, 321, 5; ich fürcht' ihn wie den teufel. Göthe 7, 69; die zeit ist wie der teufel los (
s. II, 6). 47, 257. II@1919)
eine vergleichung liegt auch zu grunde, wenn teufel
auf andere wesen, abstractionen oder dinge übertragen wird. II@19@aa)
die waldleute oder riesen heiszen teufel
oder des teufels leute, kinder: dô er die tiuvel vertreip, daʒ ir dâ einer niht beleip.
krone 9314; daʒ swert vuorte er ze stet und lief an des tiuvels kint mit zorne, sam er wære blint, und sluoc ir einen mitten enzwei. 9305; des teufels leute (
der riese und die riesin Idrogant und Serpanta) H. v. Neustadt
Apoll. 11235. II@19@bb)
teufelähnliches thier: du solt den tievel (
drachen) vellen, wand er der werlde schaden tuot (
vgl. höllendrache).
Wigalois 132, 20; seit ir hie ir klein schwartz teuffel (
flöhe). Fischart
flöhh. (1573)
v. 1163.
zoologisch der kleine teufel,
der indianische spinnenfisch, callionymus indicus Nemnich 1, 759; der javanische teufel,
das kurzgeschwänzte fünffingerige schuppenthier 2, 503;
auch der affe mandrill wird wegen seines scheuszlichen aussehens oft teufel
genannt 2, 1300.
vgl.teufelsaffe,
teufelskind (
iltis), teufelskröte. II@19@cc)
ein dämonisches wesen, besonders eine in dem menschen teufelähnlich wirkende thorheit, leidenschaft und laster, der teufel der diebe, der zank- und mondsüchtigen, des todschlags, des neides, der hoffart, trunkenheit, geilheit
u. s. w. Philander (1650) 1, 658
ff. Simplic. 1, 841,
vgl. Freytag
ges. werke 19, 392. Gödeke
grundrisz2 2, 479
ff.; welchen tiuvel hæte ein wîp, solde ich an ir ersehen. Hartmann
büchl. 1, 818; hat wer den teufel im glase (= saufteufel) gesehen. Römolt S 6
a; es mus aber ein jglich land seinen eignen teufel haben. Welschland seinen, Frankreich seinen, unser deudscher teufel wird ein guter weinschlauch sein und musz Sauff heiszen. Luther 6, 163
a; und was sie (
die mönche) für ein teuffel reit (
s. 9,
c), nemlich geitz und werkheiligkeit, die faulheit und abgötterei, verzweiflung und die heuchelei. Fischart
Dominic. v. 1483; wie heiszt der teufel, der aus ihm spricht? Schiller 2, 106; da kam in dem jungen offizier der teufel des hochmuths (
s.hochmuthsteufel) zum durchbruch. Freytag
ges. werke 4, 391; mich reitet der teufel der parodie. Göthe
br. 682 (3, 214)
Weim.; der teufel der gleichnisse besitzt euch einmal wieder. J. Paul
jubelfeier 89; in ihn ist der teufel der industrie gefahren. Immermann
Münchh. 2, 96; aufs neue rast der teufel krieg (
vgl. kriegsteufel). Grillparzer
2 4, 130.
überhaupt ein böser handel: er hat doch all den teufel angefangen.
F. Müller
Faust 65, 27
neudruck. II@19@dd)
ein mensch mit teuflischer handlungsweise und gesinnung (
oft nur als derbes scheltwort): die schmaichler seind vermumbte teufel in menschlicher gestalt. Albertinus
narrenhatz 47; mein son dises (
schöne frauen) die teuffel send, dardurch die gantz welt wird geblend. H. Sachs 16, 219, 18,
vgl. 33; wer nach einem engel freit, trifft oft einen teuffel
an. Logau 2, 3, 47; menschen sind als teuffel ärger, weil der teuffel nirgend schwur. 2, 1, 96; hüte dich für weiszen teuffeln! schwartze schaden nicht so leichte; diese lassen sich bald merken, jene gehen nicht so seichte. 2, 9, 60; der weisze teuffel ist ärger als der schwartze. Lehmann 745, 27; nun marterten .. die weiszen teufel mich (
den sklaven) bis aufs blut. Grabbe 1, 24; es ist hier .. voll falscher teuffel, welche mich stets hassen. Elis. Charl. (1867) 15. 21; er ist gar ein teufel.
kunst über alle künste 117, 10; der sohn des grafen ... das war, bei gott! ein wilder böser teufel. Göthe 15, 21; du fauler teufel! Weisze
kom. opern 2, 199; du bist ein lüderlicher teufel, du versäufst alles. Lessing 1, 411; (
frau zum mann) komm nur nach hause, du teufel! Lenz 2, 34; fort, fort! henkersknecht! teufel in engelsgestalt. H. L. Wagner
die kindermörderin 16, 31
neudruck; (
du wirfst dich) der fürstin Eboli in die arme — unglücklicher, in eines teufels arme; denn diese war's die dich verrieth. Schiller 5, 2, 410 (
don Carlos 5, 3); genau bei weibern weisz man niemals, wo der engel aufhört und der teufel anfängt. H. Heine 17, 78; (eines
oder mit einem) teufel sein: ir seit disen dagh mein deufel gewest, ich wills nit mer mit euch wagen. Liliencron
volksl. 42, 25; die fraw ist des mans tüffel, so ist der man der frawen tüffel und peinigen einander. Pauli 63
Öst.; und ist schier ein mensch des andern teufel (
homini plurima ex homine sunt mala).
Plinius v. Dhaun 29; er war mit seiner frau und seinen kindern ein teufel. Pestalozzi 1, 105; ein teufel sein auf (
wie oben 10 des teufels sein auf): er ist ein teufel auf processe. Rädlein 872
a. II@19@ee) armer, dummer teufel,
s. oben 7
und 8 (
vgl.abcteufel
oder schulteufel, der noch nicht recht buchstaben kan
theil 2, 481). II@19@ff)
der teufel
als feuerwerk, s. feuer-, spei-, sprühteufel. II@19@gg)
nautisch teufel jagen (
holländ. duivel jagen),
ein scherzhafter ausdruck für traven (
lose wolle, baumwolle, hanf u. dgl. ladungstheile im schiffsraume zusammenschrauben oder rammen). Bobrik 688
b. II@19@hh)
botanisch der teufel im busche,
der gartenschwarzkümmel, nigella damascena Nemnich 3, 593. II@2020) welcher, wer teufel
ist nur ein, durch die beifügung von teufel
gesteigerter unbestimmter pronominalausdruck (
myth.4 848
anmerk.),
vgl.was teufel
u. s. w. oben 16,
a, δ: ze welhem tiufl bin ich geschart?
Biterolf 7764; welcher teufel hat das geschaffen?
fastn. sp. 503, 21; welcher tüffel wolt es mir sagen? Pauli 73
Öst.; welcher tüffel hat so ain läben (
macht den lärm)? Th. Platter 47
B.; welcher teufel hat dich angehetzt? Ettner
unw. doctor 658; wer teuffel wolt ausz dem ding allen kommen? Philander (1650) 2, 714; wer teuffel hat dir gesagt, dasz ich Hermann heisze?
Simpl. 1, 120, 7; wer teufel hat ihn so kirre gemacht? Rabener (1755) 3, 34; aber, wer teufel anders, als .. Lessing, kann mich hierinnen beurtheilen? Göthe
gespr. 15 (1, 29)
Biedermann. II@2121)
die unerschöpfliche menge von zusammensetzungen (
s. unten)
theilt sich in eigentliche mit teufel-
und (
erst nhd.)
in uneigentliche mit teufels-;
sie bedürfen in der regel keiner nähern erklärung.