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Teufel

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Teufel

Bd. 4, Sp. 559
Der Teufel, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Teufelchen, in der Theologie, ein übelthätiges Wesen höherer Art, welches sein Hauptgeschäft aus der Verführung der Menschen machen soll, daher ihm auch alles sittliche, und von dem großen Haufen oft auch alles natürliche Übel zugeschrieben wird. Durch des Teufels Neid ist der Tod in die Welt gekommen, Weish. 2, 14. Dem Teufel dienen, in der harten Schreibart für sündigen. Mit dem Teufel, von dem Teufel besessen seyn. Den Teufel austreiben, bannen. Der Teufel hat mich verblendet, verführet, eine gewöhnliche Entschuldigung des großen Haufens. Man gebraucht das Wort Teufel bald von dem Oberhaupte aller von der christlichen Kirche angenommenen bösen Geister, welches in der Deutschen Bibel auch der Satan genannt wird, bald aber auch von jedem bösen Geiste oder gefallenen Engel. Die Neigung des großen Haufens, alles sittliche und das meiste physische Böse aus Bequemlichkeit einem bösartigen Wesen zuzuschreiben, hat eine Menge figürlicher Ausdrücke veranlasset, welche doch insgesammt nur in den niedrigen Sprecharten üblich sind. Z. B. dem Teufel ein Bein abschwören, heftig schwören, ingleichen sehr leicht zum Schwören zu bewegen seyn. Du wirst in des Teufels Küche kommen, du wirst übel ankommen. Das müßte mit dem Teufel zugehen, mit Hülfe des Teufels. Wohin auch die Sprüchwörter gehören: wenn man vom Teufel spricht, so kommt er; man darf den Teufel nicht an die Wand mahlen, er kommt ohne hin wohl; an armer Leute Hoffart wischt der Teufel den Hintern; wie dein Teufel gebohren ward, ging der meine schon an Bänken; der Teufel ist fein, aber er spinnt grob, u. s. f. Ingleichen die Ausdrücke, einen hohen Grad zu bezeichnen. Er wehret sich wie der Teufel; er arbeitet wie der Teufel; er ist ein Teufel im Arbeiten; es stinkt[] wie der Teufel; es ist schwer wie der Teufel; ich frage nicht den Teufel darnach, nicht das mindeste. Es weiß den Teufel davon. Mein Herr, sie werden mir ein ander Carmen machen, Das taugt den Teufel nicht, Zachar. Es taugt gar nichts. Ferner, wo es als ein gemeiner Ausdruck des Unwillens, der Verwunderung u. s. f. gebraucht wird. Was, zum Teufel! hast du gethan? Den Teufel mag das Spaß seyn! Less. Was, den Teufel! habe ich für ihre Tugend nicht genug bezahlet? Der Teufel! seht, das war ein rechtes Rad! Gell. Und endlich die niedrigen Arten zu schwören, fluchen und verwünschen. Ich will des Teufels seyn! Der Teufel hohle mich! Hohl ihn der Teufel! Gehe zum Teufel! In aller Teufel Nahmen! Ich danke dirs mit dem Teufel. Und andere Blumen mehr, wovon die niedrigen Sprecharten voll sind. Figürlich. 1. Einen im höchsten Grade bösartigen und boshaften Menschen nennet man sehr häufig einen Teufel. Ein Mensch ist des andern Teufel. Sie ist ein böser Teufel, ein Teufel von einem Weibe, ein eingefleischter Teufel. So auch der Zankteufel, Eheteufel u. s. f. Nicht so hart lautet es in dem im gemeinen Leben üblichen, ein armer Teufel, ein armer Mensch, ein närrischer Teufel, ein possenhafter Mensch. 2. Eine Art vierfüßiger fünfzehiger Thiere, welche in Ostindien einheimisch sind, Ameisen, Würmer und Eidechsen fressen, und mit Schuppen bedeckt sind, werden Teufelchen, sonst aber auch Armadillo genannt; Manis Linn. Vielleicht, weil sie sich sehr sträuben, wenn man sie erzürnet. 3. Der Cartesianische Teufel, oder Teufelchen, gläserne hohle Figuren, welche sich, so wie man will, im Wasser untertauchen, und wieder hervor kommen; Täucherchen. Anm. Schon Isidor und bey dem Kero Diubil, bey dem Ottfried Tiufel, Diufel, bey dem Notker Tievel, Tiefel, bey dem Willeram Diuuele, in Oberschwaben noch jetzt Dinsal, im Nieders. Düwel, im Angels. Deofl, im Engl. Devil, im Wallis. Diafl, Diafwl, im Dän. Diävel, im Schwed. Diäfwul, im Böhm. Dabel, im Franz. Diable, im Ital. Diavolo, im Span. Diablo; alle von dem Lat. Diabolus und Griech. διάβολος, ob es gleich Wortforscher gegeben hat, welche es bald von Deube, ein Diebstahl, bald auch von dem Holländ. d'Ubel, der Böse, herleiten wollen. Bey dem Ulphilas ist dieses Wort dem Griechischen noch am ähnlichsten, wo es Diabulaus lautet. Possierlich genug, und der damahligen Zeit sehr ähnlich, ist die Ableitung des Lateinischen Wortes, welche sich in der Glosse zu den Decretalen B. 1 befindet, wo es heißt; Diabolus deriuatur a dia, quod est duo, et bolus, quod est morsellus; quia duos bolos tantum de corpore et anima quaerit facere. Die gewöhnliche Ableitung ist von διάβολος, verläumden, so daß Teufel eigentlich einen Verläumder bedeuten würde. Allein, da im Türkischen Diofs, böse Geister, heißen, und das Persische Diuw, und das Syrische #יוא gleichfalls den Teufel bedeuten, so stehet es dahin, ob dieses Wort mit der Sache selbst nicht vielmehr aus dem Morgenländischen herstammet. Notker übersetzt das Lat. Diabolus sehr buchstäblich durch Niderfalle, Niderrise. Ein wenig glimpflichere Ausdrücke dieses mächtigen bösartigen Wesens sind, der böse Feind, der böse Geist; im gemeinen Leben, der arge Wicht, der Arge, der Böse, der Geyer u. s. f. Das Wort Teufel ist erst mit der christlichen Religion in die Sprache und den Lehrbegriff der Deutschen gekommen. Indessen kannte man schon zu den Zeiten des Heidenthumes gewisse bösartige Wesen, deren Nahmen sich noch bis auf unsere Zeiten unter dem großen Haufen erhalten haben; von welchem sie häufig als versteckte[] oder gelindere Nahmen des Teufels gebraucht werden. Dergleichen sind: der Tausend, der Deutsch, der Deutscher, im Schwed. Tusse, im Ißländ. Thurs, im Engl. Dewce, im Nieders. Duus, bey den alten Galliern schon Dusius; der Deuker oder Teuker, Nieders. Düker, Dux, Engl. Dickens; der Hammer, der Hagel. Besonders die Niederdeutschen Valant, Vander, Knimel, Krammbeker, Krammwyre, Drummel, Budde, Nicker, Engl. the old Nick, Drös, Holländ. Droes, und die Schwedischen Puke, Schottländ. Powke, Dolgur, Draugur u. s. f.
5838 Zeichen · 89 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Teufel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Teufel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Teufelchen, in der Theologie, ein übelthätiges Wesen höherer Art, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Teufel

    Goethe-Wörterbuch

    Teufel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Teufel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Teufel , vielleicht vom griech.-latein. diabolus (Verläumder), woher offenbar das ital. diavolo , frz. diable und engl. …

  4. modern
    Dialekt
    Teufel

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Teufel Band 3, Spalte 3,1605–1620

  5. Sprichwörter
    Teufel

    Wander (Sprichwörter)

    Teufel Teufel (s. Teixel). 1. A mol muess ma'm Teuffel uff de Wedel treta. – Birlinger, 1036. 2. All, wat de Düwel nich …

  6. Spezial
    Teufel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Teu|fel m. (-s,-) 1 malan (-s) m. , ‹pop› diau m. 2 (Dämon) demon (-s) m. 3 (Kinderschreck) corneta (-tes) m. , terdifl …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit teufel

734 Bildungen · 653 Erstglied · 77 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von teufel 2 Komponenten

teu+fel

teufel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

teufel‑ als Erstglied (30 von 653)

Teufelstadt

SHW

Teufel-stadt Band 1, Spalte 1491-1492

teufelbännig

DWB

teufel·baennig

teufelbännig , adj. vom teufel besessen: teufelbennige leute. Mathesius Syr. 104 b ; in unserm heillosen, ... teufelbennigen hertzen. tröstl…

Teufelbannen

DRW

teufel·bannen

Teufelbannen, n. wie Teufelsbeschwörung sollen die prediger mit hohem fleiss und ernst wider solche sünde und laster, der zeuberei, weidlere…

teufelbanner

DWB

teufel·banner

teufelbanner , m. der den teufel bannt (II, 11), vergl. teufelsbanner : er war auch ein teufelbanner und zauberer. Aventin. 1, 328, 4 , teuf…

teufelbeschwörer

DWB

teufel·beschwoerer

teufelbeschwörer , m. nigromanticus, teufelbeswerer voc. opt. 33, 4, magus, teufelbeschweerer Maaler 400 a , vergl. teufelsbeschwörer : die …

teufelbuch

DWB

teufel·buch

teufelbuch , n. ein buch der teufellitteratur: die teufelbücher des Andr. Musculus (hosenteufel, schulteufel u. s. w. ). Gödeke grundr. 2 2,…

teufelchen

DWB

teufel·chen

teufelchen , n. , demin. zu teufel Stieler 428 , vgl. teufelein: sie welte gern ainmal ain kleins deufelche sehen. Zimm. chron. 2 1, 365, 3;…

teufelei

DWB

teufe·lei

teufelei , f. , mnd. duvelie ( Schiller-Lübben 1, 606 a ), das wesen, thun und treiben eines teufels oder wie eines teufels, schlechtigkeit,…

teufelein

DWB

teufe·lein

teufelein , n. , demin. zu teufel Stieler 428 , vergl. teufelchen: er ( satan ) machet jung teufelein; so muosten clagen al die teufel di da…

Teufelentzücken

Campe

teufel·entzuecken

◬ Das Teufelentzücken , — s , o. Mz . ein teuflisches Entzücken, z. B. über etwas Böses, Abscheuliches. Mit dem schwärzesten Teufelentzücken…

Teufeler

PfWB

teufe·ler

Teufeler m. : ' Plagegeist ', Deiweleʳ [ KU-Schmittw/O ]; vgl. teufeln 2 b.

Teufelerei

PfWB

teufel·e·rei

Teufelerei f. : = Teufelei ; Deiwlerei treiwe [ ZW-Rieschw ], Deiwelereie (Pl.) [ HB-Mimb ]. Der is voll mit Deiwlerei [ Don-Werb ]. Saarbr.…

Teufeley

Adelung

teufe·ley

Die Teufeley , plur. die -en, eine unmittelbare Wirkung des Teufels, und was dafür gehalten wird. Ingleichen figürlich, boshafte, lose, verw…

teufelfrager

DWB

teufel·frager

teufelfrager , m. der den teufel ruft und fragt: wie könig Saul alle warsager, zeichendeuter und teuffel-frager hat auszgerottet in dem land…

teufelgehetzt

DWB

teufelgehetzt , part. , vom teufel gehetzt: giftige, neidische, teufelgehetzte leute. Fischart ehz. 550 .

teufelhaft

DWB

teufel·haft

teufelhaft , adj. , mhd. tiuvelhaft, md. tûvelhaft, mit dem teufel behaftet, vom teufel besessen, daher teuflisch, teufelmäszig ( Lexer 2, 1…

teufelhaftig

DWB

teufel·haftig

teufelhaftig , adj. , mhd. tiuvelhaftic, -heftic dasselbe ( Lexer a. a. o. ): teufelhaftiger oder besesner voc. 1482 gg 4 b ; deine freund z…

teufel als Zweitglied (30 von 77)

Putzteufel

RDWB1

Putzteufel m помешан на чистоте, чистюля разг.

Abcteufel

Wander

abc·teufel

Abcteufel Er ist (nur) ein junger Abcteufel, der noch nicht buchstabiren kann. – Luther, Grimm, I, 18. Von unbedeutenden, nicht durch gelehr…

Aergerteufel

Wander

aerger·teufel

Aergerteufel 1. Den muss der Aergerteufel reiten. ( Nordböhmen. ) 2. Er ist ein Aergerteufel. ( Nordböhmen. )

Armenteufel

DRW

armen·teufel

Armenteufel "hieß im 17. Jahrhundert, nach einem Ausdrucke des täglichen Lebens, selbst in der amtlichen Sprache Rigas, der Bettelvogt ... d…

Diebsteufel

Wander

dieb·s·teufel

Diebsteufel Der Diebsteufel ist ein arger Schelm. – Kirchhofer, 144.

Diefkater (Teufel)

Wander

Diefkater (Teufel) Diefkater (Teufel). De Diefkater schall die holn.

dorfteufel

DWB

dorf·teufel

dorfteufel , m. 1 1. wie dummer teufel. du hölzener dorfteubel bauernbengel Ch. Weise Jephtha 3, 15 . so ist wol war das es ( ihr ) tume dor…

eheteufel

DWB

ehe·teufel

eheteufel , m. motor discordiae inter conjuges, dann auch mala conjux.

fegteufel

DWB

feg·teufel

fegteufel , m. entweder gleichviel mit fegenteufel, einen gewaltsamen mann bezeichnend, der selbst den teufel nicht fürchtet, oder davon zu …

feldteufel

DWB

feld·teufel

feldteufel , m. daemon ruralis: und mit nicht ire opfer hinfort den feldteufeln opfern, mit den sie huren ( vulg. et nequaquam ultra immolab…

feuerteufel

DWB

feuer·teufel

feuerteufel , m. kegelförmiger pulverteig, lauffeuer zum abbrennen, petermännchen, schweiz. fürtüfel.

Flußteufel

Adelung

fluss·teufel

Der Flußteufel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Flußteufelchen, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art der Wasserhühner, welche größ…

geizteufel

DWB

geiz·teufel

geizteufel , m. 1 1) teufel des geizes der unter den menschen wirkt, einen menschen besessen hat u. ä. ( vgl. geist der geitigkeit unter gei…

Geldteufel

Wander

geld·teufel

Geldteufel Der Geldteufel hat ihn gepackt. Holl. : De geldduivel heeft hem beet. ( Harrebomée, I, 217. )

grasteufel

DWB

gras·teufel

grasteufel , m. , ein als häszlich und schrecklich vorgestelltes zwerghaftes wesen der niederen mythologie. 1 1) in eigentlicher anwendung: …

hausteufel

DWB

haus·teufel

hausteufel , m. 1 1) böser geist in einem hause: da unzüchtige Priapus-diener ihren sahmen dem teufel aufopfern, aus welchem hernach dieser …

Ableitungen von teufel (4 von 4)

unteufel

DWB

unteufel , m. , schweizerisch ' roher mensch ' Staub-Tobler 1, 298 ; teufel 19 d mit un IV D 2. oft bei Gotthelf : der u., der er ist! für w…

urteufel

DWB

urteufel , m. , teufel mit ur- C 4 a. vgl. erz-, oberteufel . von Campe als neubildung verzeichnet, doch schon Notker gebraucht urtiefel: su…

Verteufel

RhWBN

Ver-teufel -dø˙y.f- Köln-Stommeln m.: -zorniger.

verteufelung

DWB

verteufelung , f. , zu verteufeln 3, ' verwandlung in teufel '. diese verteuflung der götter habe ich im ... 'salon' ... besprochen Heine 6,…