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wracken

mnd. bis nhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wracken vb.

Bd. 30, Sp. 1676
wracken, vb. , aussondern, verwerfen, prüfen. mnl., nl., mnd. wraken, nd. wracken (entlehntn. vrage, schwed. vraka) sind denominativa nach der ō-klasse (*wrakon) vom adj. wrack 'beschädigt, untauglich, schlecht', wie anord. rækja 'verwerfen, ausschlieszen, abschaffen, vertreiben, verabscheuen' nach der j-klasse (*wrēkjan) zu rækr 'abscheulich, verwerflich' (im kompositum auch 'vertrieben, als untauglich verworfen'), s.wrack, adj. in der form wracken ist das vb. nur auf nd. gebiete bezeugt, wo es auch eingang in die schriftliche handels- und kaufmannsspr. gefunden hat (s. u. 1, und vgl. die belege bei Schiller-Lübben 5, 776a und bei Schirmer wb. d. dt. kaufmannsspr. [1911] 212). das hd. bracken (s. auch teil 2, sp. 290; zum anlaut s. oben wr-) ist auf wenigemeist nur lexikalisch verzeichnetefeste anwendungsbereiche beschränkt; der literarische und freiere gebrauch bei W. Scherffer bleibt vereinzelt. das erste zeugnis in einem wb. d. hochsprache liefert Ludwig, der folgende spezielle anwendung kennt: bracken to tell pipestaves (piepenstäbe, eichene faszdauben) and tax the cracked ones t.-engl. (1716) 349. danach bei Steinbach: ich bracke lego dt. wb. (1734) 1, 178. spätere führen das wort in seiner nd. lautform: wraken rejicere tanquam inutile Frisch t.-lat. (1741) 2, 458a (neben braken die waaren durchsehen und die verdorbenen wegwerffen, examinare merces et corruptas rejicere 1, 124b); wracken den wrack, das untaugliche aussondern, ausmerzen Campe 5 (1811) 781a (neben bracken aussondern, vom untauglichen befreien 1, 599b, so auch Adelung 1, 1031); wracken das gute vom schlechten sondern Voigt hdwb. f. d. geschäftsführung (1807) 2, 570. 11) dinge minderer qualität, das schlechte, untaugliche aussondern, ausmerzen: vortmer so sint wy des begherene, alse vnser is ghedelet dicke vnde vele, dat nement van ammeten in vsen cram ga vnde beze vnse guot vnde wrake dat, na deme dat wy in vnsen crame also wol olderlude hebbet, alse ander lude in eren ammete hebbet (14. jh.) urk.-buch d. st. Lübeck 3, 840; 4 scot das holz von der wesen zu furen und wraken (1401) Marienburger tresslerb. 117 Joachim; item tenetur ½ D ..., dy gap Johannes Huxer czu Danczk vor in us das howlczs czu bracken, das her uns gebrocht hatte (1402/04) handelsrechn. d. dt. ordens 234 Sattler; item von there, peche, delen, wagenschosse etc. von allirley gutte, das czur wrake gebort, das sal man wraken und iczlichem wrake sin czeichen geben (1420) acten d. ständetage Preuszens 1, [] 368 Toeppen; item alle die ghenne, die hir off der lastadien schiffe bauwen adir bauwen laessen wellen, die sullen sie bauwen laessen van guttem gewraketem holtcze (1455) seerecht v. Danzig art. 1 bei Pardessus coll. de lois marit. (1834) 3, 463; e. e. rath will ook, dat alle provere guet beer utproven un dat quade wraken qu. a. d. j. 1529 bei Schütze Holstein 4, 376; geschworen leute solten gesetzet werden, die alle zu vnd eingefürete wahren ehe dan sie auszgeschiffet, aus jhren eid probieren vnd wraken solten Schütz hist. rer. Pruss. (1592) buch III, S 5a; die so genannte heringpackers in denen seestädten haben von den (!) hering umpacken, selbigen auszusuchen, zu wracken Marperger kauffmannsmagazin (1708) 122; man wachte daher sorgfältig über die bierprobe, und misrathenes wurde gewraket, d. h. obrigkeitlich weggeschüttet K. J. Weber Deutschland (1828) 3, 684; wraken verwerfen, untauglich erklären Richey id. Hamburg. (1743) 346; brem.-ns. wb. 5 (1771) 292; Dähnert plattdt. (1781) 558; (Mensing schlesw.-holst. 5, 699 erklärt das wort in seinem ma.-bereich für ausgestorben); wraken heiszt eine waare absondern und nach ihrer güte bestimmen Hupel Lief- u. Ehstland (1795) 268; wraken Sallmann dt. ma. in Estland 43; braken Hennig pr. wb. 37; bracken nach der qualität auslesen, das gute vom schlechten sondern; minderwertige oder abgelegene äcker losschlagen, um bessere dafür zu kaufen Fischer schwäb. 1, 1339; wraken oder braaken von der heerde ausmustern (schles.) Klein provinzialwb. (1792) 2, 237; bracken aussuchen, ausmerzen, fische aus dem netze, schafe aus der herde wählen, um sie auszustoszen Weinhold beitr. z. e. schl. wb. 11b; bracken bei den schafen die schlechten von den guten ausscheiden und für das nächste jahr zurückstellen, ein gebracktes schaf Crecelius oberhess. 195; bracken die guten und geringen schafe aussondern, um die letztern zu verkaufen Fischer schwäb. 1, 1339. in freierer verwendung, 'absondern, aussuchen': so kanstu nicht allein mit krebsen dich besacken, du magst, was dir beliebt, auch sonst von speisen bracken Wencel Scherffer grobianer (1640) 209; und aus den wörsten auch, die etwas artlich knakken, wenn man frisch in sie beisst, wollst du die besten brakken ders., geist- u. weltl. ged. (1652) 490. 22) zu 1wrack; dasselbe wie abwracken, d. h. das auseinanderschlagen oder bei eisernen schiffen auseinanderbrennen alter, reparaturunwürdiger schiffe Eichler vom bug z. heck (1938) 493; 'trümmern, niederreiszen, vernichten' Campe 5 (1811) 781a; wraken, abwraken ... (schiffe), to wreck, démolir Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 858.
5164 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wrackensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    wracken , sw. V. Vw.: s. wrāken (2) L.: Lü 575a (wracken)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wrackenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Wracken , v. trs . im N. D. 1) Trümmern, niederreißen, vernichten. 2) Den Wrack, das Untaugliche aussondern, ausmerzen…

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wracken als Zweitglied (2 von 2)

abwracken

Pfeifer_etym

Wrack n. ‘gestrandetes oder auf See treibendes, schwer beschädigtes, nicht mehr verwendungsfähiges Schiff’, Übernahme (2. Hälfte 17. Jh.) vo…