spillbaum,
m.,
dasselbe wie spindelbaum (
s. unten),
euonymus europaeus L., auch pfaffenkäppchen
genannt (
s. theil 7, 1589),
in älterer benennung fusarius, mit deutlichem bewusztsein der herleitung von spindel, spille,
fusus, weil aus seinem zähen holze spindeln gefertigt werden; spilbom,
susarius (
l. fusarius)
zeitschr. f. d. phil. 11, 316: spilbom, spilbaum,
fusarius Dief. 253
c,
vgl. auch nov. gloss. 187
c; spillbaum Nemnich. Popowitsch 548.
von Voss (
werke 1 [1802], 220)
wird spillbaum
der bildung [] spindelbaum
vorgezogen, was sich aus seiner niederdeutschen heimat erklärt. vgl. Dähnert 448
a.
korrespondenzbl. des vereins f. nd. sprachforsch. 14, 11; spillbom, (
Ostfriesland bis Mecklenburg) Pritzel-Jessen 150
a; spillbaum
auch in Düringen gebräuchlich. ebenda. in der schreibung spüllbaum Döbel 3, 29.
daneben, hauptsächlich älterer sprache angehörig, spilleboum (
hs. spilleboun)
fusarius. voc. opt. 41, 104; spillebaum, spillebom,
fusarius Dief. 253
c; spillebôm,
fusarius. Schiller-Lübben 4, 327
a; spillebaum (
neben spindelbaum),
enonymus fusaria Frisch 2, 3021
a; spillenbaum, spillenbom,
fusarius Dief. 253
c; spillenbaum (
anstatt spille 2) Frischbier 2, 351: die lebendigen hecken, welche wir während der ersten stunde zu beiden seiten des weges hatten, trugen noch einen theil ihres laubes; hie und da zwischen hasel- und eichenbusch drängte sich ein spillbaum vor, an dessen dünnen zweigen noch die rothen zierlichen pfaffenkäppchen schwebten. Storm 3, 93.
als stoffliche bestimmung: auch bereitet' er künstlich aus spillbaum allerlei löffel, kellen, wacholderne querl', und vogelbauer, und schaufeln, zündenden schwamm, waschklöpfel und hölzerne schuhe dem marschland. Voss 1, 29 (
Luise 1, 197); ... da legte der sohn den zerrissenen flügel des netzes über den stuhl, wo er sasz, und die zierliche nadel von spillbaum. 141, 35
Sauer. in weiterer zusammensetzung: spillbaumholz, n. (
vgl. spilbomen holt,
fusale Dief.
nov. gloss. 187
a): bauz! hie bring ik di arbeid mit, du vrostige Peter: schier haböken un spillbohmholt to läpel un slewe. Voss 99, 4
Sauer (
in der ausgabe von 1802
aber: bauz! hir bring' ik di huusarbeit, du frostige Peter, schüppen un läpel un slew' in warmer dönse to klütern: maser un schier haböiken un spillboam. 2, 115).
spillbaumlöffel, m. (
vgl. die belege oben): am mittag deck ich zum mahle den rasen, weich und fein, mit spillbaumlöffel und schale, und schmause ganz allein. 4 (1802), 181,
mit der anmerkung: spillbaum, spindelbaum, zweckholz, heiszt der euonymus Europaeus, weil sein hartes gelbliches holz zu spindeln oder zu spillen und zu schusterzwecken gebraucht wird. 286, 19
anm. Sauer. spillbaummotte f., bezeichnung von phalaena euonymella Nemnich.