geck ,
m. narr, thor u. ä. II.
Heimat, verbreitung, herkunft, form. I@11, I@1@aa)
seine heimat hat es, wie jetzt noch, so von haus aus im nd. gebiete, dem eigentlichen mhd. fremd, aber mnd. völlig entwickelt, s. Schiller
und Lübben 2, 25
ff;
auch mnl. ghec
geläufig, z. b. Potter
minnenl. 1, 1584,
nnl. geck;
auch nrh. früh z. b. im Karlmeinet dump geck 3, 19 (geckelîche
adv. 100, 61. 104, 15, gecken 468, 19),
in der Cölner gemma 1511
z. b. fatuus ein geck oft ein doer,
wo die Straszb. gemma noch nar oder dor
setzt (
vgl. u. 2,
b).
Noch jetzt in nd. mundarten, s. z. b. Dähnert 147
a,
Brem. wb. 2, 493, Strodtm. 68, Stürenburg 67
b.
auch am Niederrhein, z. b. in Cöln, aus dem narrentreiben zur fastnacht wolbekannt, wo geck
das eigentliche wort für das hd. narr
ist (
vgl.geckenorden).
auch im Siegerlande, auf dem Westerwalde ist es noch heimisch, weniger schon im mittlern Rheinthale (
vgl. geckig),
nicht mehr im md., in Hessen, Thüringen, Sachsen, Schlesien, wo narre
den platz hat; ebenso oberd., und wenn Schm. 2, 25 geck
als bair. anführt, musz das büchereinflusz sein, der schon im 16.
jahrh. begann. der Schlesier Steinbach 1, 536
kennt gäck
nur als schwäbisch, '
ein kurzweiliger mensch, fatuus, stultus, nugator'.
[] I@1@bb)
doch besteht in oberd. mundarten ein entsprechendes wort, gewiss von jeher, das nur nicht wie sein nd. bruder zum schriftwort hat aufsteigen können: schwäb, gagg, gaggel (
auch gogg),
ein einfältiger Schmid 214,
ebenso kärnt. gagg, gagger Lexer 106,
steirisch, österr. gack
tölpel Fromm. 4, 145. 245,
tirol. gagge
f. einfältig trolliges weib Schöpf 167;
vgl. bair. gacks sein,
närrisch sein, auch ein gacks,
unbesonnener, närrischer mensch Schm. 2, 15,
dazu in der 2.
ausg. ein 'hans gicks',
wie eigenname; da mischt sich zwar anlehnung an andere wortgruppen ein (
vgl.gacken
u. ä., albern reden, weder gicks noch gacks wissen
u. ä.),
aber der einklang mit geck
u. 4
wird das ursprüngliche sein. I@1@cc) geck
erscheint auch nordisch, musz aber wol auch da entlehnt sein, wie hd.: dän. gjek, gjäk,
geck, narr, possenreiszer; schwed. gäck,
norw. gjekk,
auch tropf, spötter, auch in der form gikk,
s. Aasen 218
b;
isl. gikkr
a pert, rude person Vigfusson 199
b;
altschwed. gæk, giäk Rydqvist 3, 75
a,
vgl. Rietz 227
a.
Auch engl. geck
landsch. und alt, wie bei Shakespeare
twelfth night 5, 1
in Malvolios munde to make one the geck,
zum narren machen, vgl. Cymbel. 5, 4;
gewöhnlich als zeitwort, gleich gecken,
nordengl. und schott. verspotten, verhöhnen, auch als subst. verb. spott, hohn (
vgl. II, 6,
b),
s. Halliwell 395
b, Jamieson 1, 463
b,
bei letzterem auch ein älteres gecance,
ludibrium. ich weisz nicht, ob auch da entlehnung möglich ist oder gemeinschaftlicher ursprung mit dem nd., da diesz doch wol in alte zeit zurückgeht. I@22)
bei uns tritt es auszer dem nd. auf I@2@aa)
zuerst mitteld., schon seit dem 14.
jahrh. einzeln: abir der vorwâʒene gec (: wec) si vûrte in der vîende lant. Jeroschin 98
d,
von einem Preuszen, der zwei verirrte deutsche ritter führen soll; des vant ich dich geckin ot die zêhe bleckin. 164
d,
im munde des teufels, der einen schlafenden heimsucht; es ist da beide male als schimpfwort gebraucht, was den genauen sinn zu erkennen schwer oder unmöglich macht (
narr paszt zumal in der ersten stelle gar nicht);
vielleicht ist es zuerst eben als schimpf- und kraftwort aufgenommen worden, s. II, 1
a. e. etwas später bei einem Thüringer, von thoren: di selbin torechtin gecke .. werdin ritter obir kuwedrecke. Rothe
rittersp. 941 (
vgl.krautjunker
a. e.),
wie bei demselben geckerîe (
s. geckerei),
thüring. auch gecvûre
für narrentreiben (
vgl. gaukelfuhre)
in Nordhausen, s. Bech
Germ. 6, 276.
auch rheinisch im 15.
jh. früh, s. Weigand
s. v. aus Windeck ('
spötter, täuscher',
s. II, 2), Henne Knauch der gecke;
hessisch: want du bist ein. rechter geck.
Alsf. pass. 6305,
wieder zugleich als schimpfwort, zwischen teufeln. I@2@bb)
oberd. später als md.: gecke, teuscher, lecker, leicher,
trufator, subsannator (
s. II, 2).
Nürnb. voc. v. 1482 k 5
a,
in dem übrigens spuren benutzter nd., nrh. quellen sind (geck
noch nicht im voc. inc. t.).
in der Straszb. gemma ist stultus geck oder nar (1518 BB 1
b),
in der vorlage, der Cölner gemma 'geck off narrich' (1511 X 2
b);
auch Brant
brauchte es schon ein paarmal neben narr (
vgl. Zarncke
s.L),
schreibt aber gäck: die gäcken, narren ich ouch bring. 76, 1; das einer dann ist so ein gäck. 75, 37.
diese schreibung, bei welcher vielleicht anlehnung an das oberd. gack
unter 1,
b mitwirkte, war oberd. beliebt: vil diernen volgen disem schlägk, des fragt sich mancher groszer gägk. Schwarzenberg 153
a; wie den natürlichen narren gelt nüt nützet, also allen gottlosen, deren figur die natürlichen gäcken sind, die Salomo allenthalb narren nennt.
Züricher ausg. von Franks
spr. 2, 22
b.
auch im 18.
jahrh. noch gäck
bei Kirsch, Frisch, Steinbach. I@2@cc)
bemerkenswert auch jeck, jecke,
nordd. ('
saxon. jeck' Henisch 1401),
im 16.
bis ins 18.
jh.: ob er ein narr sei oder ein jeck. Römoldt
spiel vom laster der hoffart (1505) 4, 4; doch wenn sie nicht recht klug, wird doch der jecke blecken. Wiedeman
mai 59; ein junges weib, mit welcher sich der alte jeck etzliche jahr vor seiner ersten alten frauen tod verlobet. Riemer
polit. stockf. 101. dumm ist er nicht, er ist nur keck, er ist kein narr, und nur ein jeck. Wernike (1704) 93,
s. dazu II, 4,
c; ein armer und geringer mann kan unterweilen narrens genug sein, aber ein jeck zu sein, dasz musz er wol den reichen
[] und vornehmen überlassen, 94; der jecken.
vorr. a 7
a;
weitere beispiele s. unter jeck.
selbst bei H. Sachs
schon in jexnas
für gecksnase (
s. d.): du junge jexnas, halt dein maul. 1, 513
d (5, 204
Kell.),
offenbar aus nordd. munde übernommen, nach den mundarten wo ge-
palatal gesprochen wird (
s. sp. 1107
fg.)
s. auch u. II, 6
die armen jecken
und vgl. jeukeler, jökelmann
für gaukler sp. 1554 (
d).
es mischte sich auch der gedanke an Jäckel,
d. h. Jacob ein (
vgl. Wackern.
Germ. 5, 344
fg.),
z. b.: stoszt an gecken Jecklins garten. Murner
luth. narr 216 (
klost. 10, 15). I@2@dd)
anderseits kann in folg. oberd. gech wol auch nur geck
gemeint sein, wie mit dem -k
zur hochd. lautstufe erhoben, im '
narrenschneiden': undankpar, stocknarren und gech, fürwitzig, leichtfertig und frech. H. Sachs 1, 469
b (5, 15
K.);
darin klingt übrigens das adj. geck
an (
s. 4),
wobei zugleich oberd. gech (
s. d.)
gleich gäch
im sinne liegen konnte, das mit der bed. voreilig, unbesonnen für narren sich eignet. auch in kech (
s. d.)
bei Paracelsus, wandlen wie ein kech,
scheint nur geck
zu stecken in oberd. gestalt. I@2@ee)
noch einer andern berührung unterlag das nd. wort in hd. rede, mit dem sinn- und klangverwandten gauch,
bes. im pl.; wie beide in den gedanken der Hochdeutschen sich näherten, zeigt z. b.: wer dann mit gecken zu acker gehet, der musz mit geuchen egen. Fischart
groszm. 100 (
Sch. 625),
vgl. unter egen;
in einem spottliede auf Luthers anhänger wird in einer thüring. niederschrift gäuch
mit geck
vertauscht, wie der reim zeigt: geile pöck und stinkend (
so l.) geck seint hodie, achten sich ir gleich. Haupt 8, 338.
in einer nd. hs. des Freidank aus dem 15.
jahrh. wird sogar für gouch,
wo zugleich oder mehr der vogel gemeint ist, geck
gesetzt, s. die var. 143, 17. 84, 9,
wie andere hss. da tore
setzen. nl. bei Kil. gheckhayr
gleich guychhayr,
d. i. gauchhaar (
s. d.). I@33)
dem ursprung nach gehört das nd. gech
zuzammen mit jenem heutigen oberd. gack 1,
b, das doch auch als alt gestützt wird durch das gakman
aus dem 15.
oder 14.
jh. gleich gogelmann, gaukelmann
sp. 1154; geck
ist dazu eine umlautsform, eigentlich gecke,
der stamm aber ist zu suchen bei gackeln
u. ä. sich gaukelnd bewegen, s. unter gageln (
schwäb. gakeln, vergeckeln
das. 2,
a)
und dazu gaukeln,
bes. I, 3,
a, alles das von einem alten reich entwickelten stamme, der gaukelndes, tändelndes, närrisches bewegen und thun überhaupt bezeichnet; dazu auch mhd. giege
narr (
tirol. giegen
gaukeln Schöpf 167).
s. auch gogel. I@44)
bemerkenswert ist dabei geck
als adj. I@4@aa)
ganz geläufig bis heute nd., nrh. s. z. b. mnd. bei Schiller
u. Lübben 2, 26
a von den gecken juncfrowen de nyn (
kein) olye hadden in eren vaten, he wart entfenget mit gecker leve,
entzündet mit thörichter, närrischer liebe, auch he rytt (
reitet) ein geck perdt,
ein wildes o. ä.; de welt is nu so dörich und so geck. Lauremberg 1, 173; mi wundert nicht wenig, dat gi sid so geck. 4, 253; wes dog nig gek,
führe dich so närrisch nicht auf. Brem. wb. 2, 493; büst du gekk,
närrisch? Stürenburg 67
b; en alt gecke bœtz,
ein altes närrisches frauenzimmer. Aach. mundart 23.
auch nl. gheck,
fatuus, stultus, delirus, vecors Kil., een gekke daad,
une sottise Halma 191
b. I@4@bb)
hochd. dagegen nicht gebräuchlich, nur vereinzelt: je älter, je gecker. Henisch 1402, 47, 621 (
der es aber als subst. behandelt, mit groszem anfangsbuchst.),
vermutlich aus einer nd. quelle, vergl. jo he lenger levet, jo he gecker wert Tunnicius 605; einer der nicht gar (
ganz) weis, auch nicht gar geck, thet allzeit den hut ab, wann er vor einem schneider .. vorbei gieng. Weidners
Zinkgr. 3, 337.
aus dem munde westfälischer bauern: wie das fräulein, worüber sie (
die bauern) immer .. wegen ihrer 'gecken' reden gelacht, nun auf einmal so gefaszt und ganz bei sich unter sie getreten sei. Imnermann
Münchh. 3, 217; was! versetzte der haufen, bist du geck? 4, 83,
verrückt; ei was, gecke tön'! Kinkel
erz. 296,
narrengerede, nrh.; ha ha ha und die menschheit, die gecke! Freiligrath
neuere pol. u. soc. ged. 2, 25. I@4@cc)
auch gauch
erscheint seit alter zeit adjectivisch gebraucht (
sp. 1530,
doch nicht mit endung),
und nd. dôr, ein geck unde ein dor minsche
Rein. vos gl. zu I, 34, dore leve,
thörichte liebe Sch.
u. L. 1, 544
b,
wo doch umbiegung des subst. ins adj. vorliegt, wie bei mhd. kint;
aber bei geck
möchte das adj. gleich alt sein, [] wo nicht älter, vielleicht ist das vorwiegen der schwachen flexion ein rest davon. I@55)
die herschende bildung ist der geck, des gecken, die gecken.
folg. fällt uns auf: die einbildung eines sechszigjährigen gecks und einer eben so alten närrin. Lessing 7, 27; alte gecke. 6, 502; die guten gecke. Möser
phant. 2, 247 (375),
s. unter geckenorden.
am häufigsten geck
auch als acc., dat.: diesen geck. Less. 7, 27.
im 17.
jh. wechselt z. b. Henisch 1402: es seind zween alte gecke, ein alter buler und ein alter zanker; die ringe tragen, sind gecken oder prælaten.
aber schon mnd. auch den geck driven, gekke ond narren,
s. Sch.
u. L. 2, 26
a.
vgl. auch gecksmäre.
nom. sg. gecke
auch noch im 18.
jh.: als jener gecke in der fabel. Liscow 226. IIII.
Bedeutung und gebrauch. II@11)
die kräftigste bed., verrückter, was bei Frank
u. I, 2,
b natürlicher narr, natürlicher geck
heiszt, bei Harf geboren geck (
s. nachher),
wird die urspr. sein, wie sie es bei thor
und narr
auch ist; so mnd. geck
adj.: spreke aver de clegere, de dore (
der den todtschlag gethan) enwere so geck nicht, dat he dat von dorheit hebbe gedan.
richtst. landr. 43, 5
var. s. 279,
wie geckheit
für dorheit
s. 277, sinlos minsche
s. 276
von demselben angeklagten; vgl. Kilians
delirus, vecors I, 5,
a. als subst.: hie zo Meran sint gar vil geboren gecken as man mir waerlich dae saichte, dat all die kint dee dae in dem dall geboren werden, gemeinlich all gar puir stapel gecken sijnt, darumb wan die vrauwen geberen willen, tzein sij usz dem dalle. Harf
pilg. 8, 9
ff., von cretins u. ä.; darbei finden sik der buren acht, darunter sint twe gecken. Soltau 2, 317; nimpt er eine heisze kugel und wirft sie mit einer schaufel neben diesen gecken (
ihn zu erschrecken). Kirchhof
wend. 1, 436
Öst., von einem irrsinnigen Marheinicke in Braunschweig. noch jetzt z. b. im Siegerlande geck,
verrückt, geistesschwach Schütz 2, 13
a,
vgl. 5,
e a. e. der gebrauch als schimpfwort u. I, 2,
a wird daher rühren. II@22)
unmittelbar davon wol gecke
als subsannator im voc. 1482
u. I, 2,
b, weil irrsinnige gern fratzen ziehen, zu eigner lust oder um andere zu höhnen; vgl. noch Lessing
u. 4,
a von La Mettrie. das hiesz auch den geck aufsetzen,
nrh.: valgiare, die lippen opschortten of ein ander den geck opsetten in spotterye.
Cölner gemma 1511 Z 2
b, Dief. 605
c,
obwol das ein ander
der sache die wendung gibt, dasz damit einer den andern zum geck
macht, aber eigentlich ist es wol der spötter selber der sich 'den geck
aufsetzt'
; vgl. übrigens das anklingende nl. ghespen setten
subsannare sp. 1546
u. 2,
auch guyse setten Kil. (
welches guyse
zu hd. gause
stimmt). II@33)
einer, der den narren spielt, wie II@3@aa)
zur fasnacht; aus nrh. fasnachtstreiben stammt z. b. der erlasz eines narrenkönigs: sent Magog van Gecks genaden, abt zo Snobelberch
u. s. w. Hoffmann
findl. 370 (
vgl. u. geckshäuser); lustige und vergnügte brüder, die ihm (
dem herrn) unter dem ordenszeichen des gecken ihr herz eröffnen dürften. Möser
phant. 2, 247 (
vgl. geckenorden). II@3@bb)
auf der bühne: geck,
narr im spiel, ludius, morio, sannio. Henisch 1401, den gecken spielen, den narren scheren (
vgl. 5,
e a. e.),
ludere morionem. 1401.
noch später: der geck im spiel, Hans Supp,
gall. Jean Potage Stieler 621; der geck in der comedie,
the buffoon, the merry Andrew. Ludwig 704; geck,
possenreiszer, nugator. Aler 852
a. II@3@cc)
von schalksnarren, hofnarren: it. deme gecke van Coelne 12 sch. (
als geschenk), it. deme gecke van Luytche 12 sch. Laurent
Aach. stadtrechn. 290, 18,
unter den kosten der stadt bei ihrem antheil an der belagerung des schlosses Reiferscheid i. j. 1385,
es sind die hofnarren der bischöfe von Cöln und Lüttich, die mit ihren pyferen
zusammen so von der stadt beschenkt werden; it. Arnolt, sinen (
des bischofs von Lüttich) gecke 1. 363, 12; ein geck ward gefragt, was ihn so greis und graw machte, antwort: die jahr und die haar. Weidners
Zincgr. 3, 337,
auch 341
u. ö.; Peter der geck von Cleef (
Cleve). 335; des königs von Frankreich hof- geck Marot. 338,
in einem cap. von hof- und schalksnarren,
doch ist narr
vorwiegend, wie in Lehmanns
cap. narr
flor. 1, 546
ff. geck
gar nicht erscheint. II@44)
den andere für einen narren halten, erklären. II@4@aa) geck
schlechtweg: der allergröbste und närrischte mensch .. derselbige geck. Frey
gart. 1
b,
auch grobes, ungeschliffenes benehmen rechnete man zum wesen des narren; der burgermeister Wetzel ist eben ein geck wie du. Kirchhof
wend. 1, 435
Öst., in einer reihe narrengeschichten, wo doch auch narr
[] vorherscht; aber dankhab dem weihwasser, die h. vätter und der papst waren nicht so gecken, das sie nicht im harnglas solten sehen können, was der Lutherischen vorhaben were. Fischart
bien. 1588 42
b (1, 4); er (
Diogenes) war ein narr, dem wohlstand (
d. h. anstand) kühn zu trotzen, denn allein von gecken wird das bewundert und verziehn. Gökingk 2, 112; so lieblich klang des voglers pfeife, bis der gimpel in dem netze war. ich geck! ich eines gecken geck! Lessing 2, 211 (
Nath. 1, 3),
zum letzten vgl. 5,
c; betrachtet ihn (
La Mettrie) öftrer, und er wird aus einem philosophen ein geck, aus seinem lachen (
als Demokrit im bilde) wird ein grinsen. 6, 389,
Laok. III,
vgl. dazu 2; pfui, Moor! schon verabscheu ich den schurken in euch, macht nicht, dasz ich auch noch den gecken belache. Schiller II, 290, 18; sie hatte männer genug kennen gelernt und unter ihnen viele gecken, schwache und unzuverlässige menschen. Göthe 15, 115; und wie sollen nun alle diese sachen in gehöriger ordnung und verfassung bleiben, wenn die eheleute selbst sich wie die gecken betragen? Immermann
Münchh. 1, 196.
s. auch u. I, 5. II@4@bb)
mit bestimmungswörtern, die öfter dem begriff eine besondere wendung geben: dweil die andern jubilieren, banketiern und reich gäcken sein, aber nit bleiben. Frank
spr. 1, 160
a; wie sich leicht find ein schlimmer geck, der ein auflauf im land erweck.
froschm. V 5
b; es maint ein jeder blinder geck, wann jedermann were und thet, was und wie er und die sein (
seinen) sind und thun, so stuend es wol in der welt. Henisch 1402; wir lachen die simpeln gecken aus. Weise
kl. leute 194,
wie einfältiger narr
u. ä.; dasz der umgang allein, ohne einsicht, ohne geschmack, uns nichts als den ton des wolstandes lehrt und blendende stutzer oder höfliche gecken zeugt. Gellert (1839) 5, 65; gleich müszigen gecken. Stolberg 12, 18; meine geduld reicht nicht mehr zu, alle thorheiten dieser abgeschmackten gecken auszustehen, welche die sprache der empfindung reden wollen, und nichts fühlen. Wieland 1, 183 (
Agath. 4, 33); ich erwartete zum wenigsten einen kurzweiligen gecken in ihm zu finden, statt dessen aber wars der seichteste, lamentabelste tropf. Schiller
an Göthe 18.
apr. 1797.
jetzt besonders eitler geck,
d. h. eig. mit leerem, eitlem kopfe: wie, ich ein eitler geck! was untersteht sie sich! Körner 3, 177.
und alter geck,
wie denn das sprichwort sagt besser ein junger geck als ein alter Stieler 621;
Verrina. alter geck! als wenn alles gift nur aus einer und eben der kröte sprützte! Schiller
Fiesco 1, 10,
dummkopf; ein alter geck ist das verächtlichste geschöpf in der natur. Kant 7, 388,
in etwas anderm sinne, s. u. c. junger geck
z. b.: ich möchte doch wissen, was diese jungen gecken an der einbildischen Timandra sehen. Wieland 1, 99 (
Agath. 2, 6); ich will die sache überlegen, ob ein junger geck besser als ein alter narr ist. Weisze
beitrag zum d. theat. (1765) 2, 436. II@4@cc)
der begriff zeigt übrigens schwankungen; während die urspr. bed. irrsinniger bald wieder fallen gelassen wurde (
s. 1),
wird es mit narr
theils als gleich theils als unterschieden behandelt. II@4@c@aα)
letzteres z. b.: das zwischen einem deutschen narren und jecken ein ja so groszer unterschied sei, als zwischen einem französischen fou und fat, oder einem englischen fool und fob. durch das erstere giebt man eine angebohrne und durch das andere eine angenommene und unterweilen durch viel müh' und unkosten (
d. h. verkehrte bildung) zuwege gebrachte schwachheit zu verstehen. eines kommt von der dummheit, von der keckheit aber das andere. Wernike 93
in der anm. zu den versen u. I, 2,
c; dazu stimmt denn der höfliche geck
u. b bei Gellert,
der müszige
bei Stolberg,
der geck
ist jetzt wesentlich ein eitler mensch im weitesten sinne, stutzer u. ä. (
vgl. Gellert
u. b),
und schon im 17.
jh. u. I, 5 die ringe tragen, sind gecken,
während blumengeck
gleich blumennarr Stieler 621
dem begriffe jetzt nicht mehr entspricht. II@4@c@bβ)
besonders auch von jugendlicher thorheit über die jugend hinaus: eine läppische mannsperson, wenn sie in mittlerem alter ist, so ist es ein geck. Kant 7, 387.
selbst eingeschränkt auf das alter: der laffe ist ein junger, der geck ein alter narr.
ders. 10, 226. II@4@c@gγ)
insbesondere von später verliebtheit: ein alter mann, der verliebt thut, ist ein geck. 7, 420,
vgl. Göthes geckenhaft;
auch diesz schon im 17.
jh. bei Henisch
u. I, 5, alter buler
und alter zanker
als gecke,
und schon früher von verliebten überhaupt (
vgl.gauch
so sp. 1527
ff.):
[] der geck mir gleich jetzt recht einsasz, und eben wie dem hund das gras sol ihm disz sein bulen bekommen. Ayrer
fastn. 85
b (2768, 18).
s. auch geckenabc, geckisch. II@4@dd)
im 16. 17.
jahrh. auch für feigling, memme, wie gauch
sp. 1530 (
β),
also feigheit als eine eigenschaft des narren (
während er umgekehrt auch als keck erscheint, s. u. 5,
a): drumb wer am tag vor (
von vorn herein) nit ist keck, wird durch gerings die nacht zum geck. Kirchhof
wend. 1, 324
Öst., als lehre aus einer nächtlichen schauergeschichte am galgen, zum geck werden,
sich von einem leeren schrecken ins bockshorn jagen lassen; man findt wol manchen starken gecken, laszt sich mit einer büchs erschrecken, wann schon kein kugel nicht ist drin. Grob
ausreden der schützen, Haupt 3, 260,
der grosz und stark und doch feig ist; das ist mir nicht ein kleiner schreck, drumb müst ich sein ein groszer geck. Alberus
Es. 183;
s. auch da stehen wie ein geck
unter 5,
b. II@55)
redensarten und besondere wendungen. II@5@aa)
sprichwörter und redensarten auszer den schon angeführten: die gecken achten nicht was der rogge gilt,
stulti in diem vivunt; wer mit huorn zu acker geht, der egt mit gecken zuo. Frank
spr. 2, 59
a, narr
ist bei ihm vorherschend. bei Henisch 1402: wer mit narren zu acker fehrt, der äget mit gecken; die gecke sind jederzeit voran,
introitus solos stultus ubique facit, wobei doch zugleich an keck
gedacht sein mag, wie bei Wernike
vorhin auch; besser ein alter geck denn gar kein geck; der berg wolt einen risen hecken, und bracht ein mäuslein für die gecken; ein geck kan vil gecken machen; es ist ein geck, der sich auf eines anderen manns todt verläszt; fürwitzige kinder werden gecke,
von frühreifen kindern; gecken sind in allen landen frei,
verus habet nusquam terrarum morio leges; mit gecken ist nicht gut zu scherzen; gecken lassen sich bald entrüsten; hoffart und geck kennt sich selber nicht; weise leut machen gecken weis (
d. h. statt sie zum narren zu haben, s. unter b); mancher trägt keine säck (
als esel) und ist dennoch ein geck; es zeucht ein geck übern Rhein (
nach Frankreich), und kompt ein narr wider heim.
bei Stieler 621: gecken haben keinen herrn (
gleich sind in allen landen frei
vorhin); am zorn lernet man den gecken kennen. II@5@bb) einen zum gecken haben, halten, machen
u. ähnl., wie zum narren,
auch zum gauch (
sp. 1528),
zum besten, eigentlich mit ihm spiel und hohn treiben wie man gern mit irrsinnigen thut: einen für einen gecken halten,
habere ludibrio, subsannare. Aler 852
a,
nl. voor den gek houden Halma 191
a; wiltu die leute zu gecken machen?
kunst über alle k. 163, 5; einen geck an einem haben, ihn gecken oder ausgecken,
to play the fool with him. Ludwig 703; den gecken mit einem spielen. Stieler 620,
was die wendung schon im verdunkeln oder verdunkelt zeigt (
vgl. 6,
b).
aber noch landschaftlich, z. b. ostfries. he hett hüm vör'n gekk. Stürenb. 67
b.
s. auch gecken 1.
daher dastehn wie ein geck,
plötzlich zum gelächter und gespött der umstehenden: der (
als prahler entlarvte) frosch stund da gleich wie ein geck, die kinder worfen in mit dreck. da solchs geschah, fieng jederman, als wern sie toll, zu lachen
an. Alberus
Es. 208 (Gödeke
eilf b. d. d. 1, 103
b, 52).
auch folgendes erklärt sich daher: (
soll) ewig den gecken spielen, immer betteln, wo mir belieben darf! Fr. Müller 3, 253,
also rheinisch. II@5@cc)
daher mein geck,
der mir zum gespötte dient, den ich auslachen darf, der sich vor mir blöszen gegeben u. a. (
vgl. unter 4 eines gecken geck Lessing): der aff war aller thiere geck. Alberus
Es. 181; aller leut freund, viler mans geck (
vgl. allermann),
ridiculus multis, cunctis sit amicus oportet. Henisch 1402, 25; als ich .. die saurbrunnen chur brauchte und nunmehr, wie mir mein doctor vorgeschrieben hatte, mit den gläsern ufstige und darauf wie sein geck hin und wider laufen muszte.
Simpl. 4, 208
Kurz; der mensch wird hier der geck seiner eigenen neigungen. Kant 10, 301.
s. ebenso mein gauch,
mhd. mîn tôre
sp. 1528
fg. [] II@5@dd) der geck
erscheint auch wie ein zweites, fremdes ich, das uns vorübergehend besitzt, in uns haust koboldartig, uns ansticht, beiszt, treibt u. ähnl. (
wie narre, affe, gauch,
s. d. sp. 1529
ε): es kan keiner den geck also bergen, dasz er nicht zu weilen herfür gucke. Henisch 1402, 37; man musz den gecken nicht allzeit im maw halten,
dulce est desipere in loco. das. 58,
d. h. im ermel, der als tasche diente; ob sich der schon selbst witzig hielt, hett ihn doch ein kleins wenigle der geck gebissen. Kirchhof
wend. 1, 175,
vgl.den narren fressen
s. 176
ebenso; jener wolte mit der jungfer scherzen und stach sie mit dem finger in die seite und fragte: jungfer, sticht euch der geck? ja, sagte die jungfer, jetzo stach er mich. S. Dach
zeitvertr. (1700) 376; laszt euch nur den gecken, so euch hieher bewogen, wiedrum hinweg bewegen.
kunst üb. alle k. 67, 1; wir wollens genie auch nicht einschränken, denn der kerl, der sein'm geck so zucker gieb't, ist reich und mächtig. Nicolai
freuden des jungen Werthers 56,
vgl. ebenda s. 31.
s. auch das folgende und 6,
b. II@5@ee)
daher einem den gecken schneiden, losschneiden, stechen, bohren,
eigentlich ihn durch eine operation davon befreien, dann aber durch eine bekannte handbewegung (
vgl. unter gecksen 3)
dieses stechen vorzunehmen miene machen und damit ihn für einen narren erklären, verhöhnen, auch anführen u. ä.: naviges Anticyros .. far ghen Molnheym und lasz dir den geck schneiden, den narren boren .. bist mit eim narren besessen, so lasz dich beschweren, also sagt man zu denen, so in sinnen zerrüt und erschupft seind. Frank
spr. 2, 58
a,
es wird Mühlheim an der Ruhr gemeint sein; dieweil er (
der ehrgeizige) umb ruhms will gespött kan leiden, musz man im auch den geck beschneiden. Kirchhof
wend. 1, 192
Öst.; gecken stechen,
medium digitum vel pollicem ostendere, aut manum in ciconiam curvare Stieler 621; wenn einer kompt auf solchen wahn, dasz er meint alle witz zuo han, glaubt er auch nicht, ob ers schon sicht, dasz im einer den gecken sticht. Kirchhof
wend. 1, 176; darumb gerahten darnach auch die kinder oftermahls so übel, dasz sie nichts mehr geben weder auf den vater noch auf die mutter, sondern ihnen den gecken bohren wann sie etwas sagen. Creidius 1, 358; ich schwere, dem eise den gecken zu stechen, und solt ich auch messer und gabeln zubrechen. Chr. Weise
nothw. ged. 192; einer liesz sich gar den gecken stechen.
ders. lustredner 155,
sich anführen, wo aber der geck
als der kobold unter d gedacht scheint, also als acc. subj., nicht obj.; da grinsete mir der geist ins gesicht, stach mir den gecken und rief: tropf, du verschmähest dein glück! Musäus
volksm. 705 (
schatzgräber).
noch z. b. siegerl., im alten sinne, einem den geck bohren,
ihn von der verrücktheit heilen Schütz 2, 13
a.
s. auch unter g, und unter bohren 2, esel 5, gäuchstecher, gecksnasen.
ostfries. de gekk schären Stürenb. 67
b,
nl. met iemand den gek scheeren,
ihn foppen Halma,
daher gheckscherer
mocqueur Kil.,
auch niederd. gekkschererij
vexirerei Dähnert 147
a,
vgl.den narren scheren Henisch
unter 3;
dazu aber unter kolbe 9,
b, α. II@5@ff)
es geschah auch mit dem zurufe geck!
z. b.: als nun
d. Luther auf solche des grafens gute und süsze worte wiederum will zu hause gehen und ihn gesegnet ('
segne dich gott'
sagte), konnte er zwar nicht recht zur stuben hinauskommen. so sticht ihme der graf hinterwärts einen münch mit diesen worten, geck, geck, was soll der doctor von diesen sachen verstehen, es gehet mich gleich (
gerade) so viel an als pfiff mich eine gans
an. Thümmel 2, 360
aus einer gothaischen hs. des 16.
jh. daher als ausruf im ärger: o über den alten narren! ... potz geck und kein ende! Lessing 1, 550,
Werner zum wirte in Minna v. B. 3, 4. II@5@gg)
nd. geck
heiszt auch »
das gelenk im kälber- oder schöpsenkopf, sutura pone aurem, daher die redensart den geck stechen,
beim schlachten der kälber und schafe, wer es nicht versteht, sticht sich leicht in die hand, alsdann scherzet man, er habe den geck,
d. i. sich selbst, gestochen«
Brem. wb. 2, 493
fg. aus Frisch 1, 312
b,
der es aber vom gekochten kalbskopf angibt; aus dem Osnabrückschen gibt es Strodtmann 68
als '
das gehör am kalbskopf',
aus Pommern Dähnert 147
a als »
ein knörpel im kalbeskopf, darin ein milchigtes wesen eingeschlossen ist, den gekk steken,
dies knöchlein im tranchiren zu lösen wissen«
; daher rühmt sich ein held gesellschaftlicher tugenden u. a.: [] ist irgend ein banket, da man mich ruft zu tische, so schneid ich trefflich wohl geflügel oder fische, chapons, perdris, levraux. man zeige mir den mann, der so genau, als ich, den gecken stechen kann. Rachel
sat. 8, 320.
schon im 17.
jh.: stich mir den geck (hinten am kalbskopf ist etwas delicates, das nennet man so). Memel
nr. 94,
s. auch bei Stieler 621. Adelung
setzte dieses geck
als wort für sich an, zugleich zur erklärung der redensart den geck stechen,
aber es ist auf den kalbskopf erst vom menschen aus im witze übertragen, denn der geck,
der schalk hatte seinen sitz besonders '
hinter den ohren',
im nacken (
s. unter gauch
sp. 1529
ε),
und das kalb
galt selbst für narr (
s.kalb 2,
d),
wie schaf
als dummer mensch. II@66)
noch andere anwendungen. II@6@aa)
nur einer spielenden umdeutung entstammen die armen gecken,
d. h. die Armagnacs oder Armagnaken, wie man damals den plur. bildete, aus dem 15.
jahrh., die von ihren gräueln am Oberrhein her bis ins 16.
jh. sprichwörtlich blieben in mehrerlei anwendung; vgl. Frisch 1, 312
b.
die ältere form war übrigens, der franz. entsprechender, mit j- (
s. I, 2,
c);
so im 15.
jahrh. in einem satirisch witzigen recepte: dar zu musz man gar clein zustussen ein pfunt rechts glaubens von den Hussen (
Hussiten) und so (
ebenso) vil manstrew der Florenzer (
s. d.), der keinr wer ein knabenkredenzer .. und so vil armer Jecken lügen
u. s. w. H. Folz,
fastn. 1200.
auch im 16.
jahrh. noch dem franz. näher: hier ist das Armer Jacken landt (
vgl.Geckenland), das währt bis an den Rantgestalt.
Nürnb. druck v. 1520, '
die strasz zu sant Jacob in warheit ganz erfaren' (
erkundigt)
in Hormayrs
taschenb. 1837
s. 168
ff., Uhland
schr. 4, 315;
in einem Jacobsliede wird es zwischen den welschen landen
und Soffeien (
Savoyen)
angeführt: so ziehen wir durch der armen Jecken lant. Uhland
volksl. 799.
im bauernkriege im Elsasz werden die gegnerischen landsknechte die gecken
genannt, s. Uhland 501
ff. (Liliencr. 3, 500
ff.)
das lied vom Geckenkrieg (
s. d.),
darin mancher Geckenknab
v. 2, 4. 32, 3. 38, 2,
zugleich noch in erinnerung an die armen Gecken
und mit anwendung von geck
narr; darauf geht wol auch: hab .. inen zimlich den leimen geklopft, wie die Basler den armen Gecken im loch. Fischart
Garg. 208
b (
Sch. 387). II@6@bb)
eigenthümlich auch für die possen selber, die ein geck treibt: bair. gecken machen,
possen reiszen, geh mit deinen gecken
u. ä., s. Schm. 2, 25 (
auch tirol. Schöpf 182),
vgl. gocken, narrengocken 2, 26 (
sp. 1554
unten). Henisch 1401
setzt auch an geck,
spot, jocus, z. b. in geck sagen,
in spot (
wie gecken,
spotten),
wiederholt von Stieler: im geck sagen,
joco dicere; so nl. bei Kil. gheck, spot, in gheck oft in spot segghen,
aus dem es Henisch
entnommen haben mag wie vieles. mnd. hiesz es den geck drîven,
possen treiben, wie den schalk drîven,
s. Sch.
u. L. 2, 26
a.
das ist aber ursprünglich der geck als kobold der getrieben, gleichsam einmal ausgetrieben wird wie ein kalb aus dem stalle zum austoben (
s.den gauch treiben
sp. 1529
fg.),
es schlug aber um in die bedeutung narretei selber. ebenso dänisch slaa gjäkken lös,
schabernack treiben, eigentlich den geck losschlagen, entfesseln, dasz er sich einmal austobe. II@6@cc)
auf todte dinge übertragen geck
als ausgehängtes bierzeichen der wirte Stieler 620,
wol nur aus Henisch 1401,
der es aus einer mir unbekannten quelle bringt (
Helv. 135).
westfälisch für die zierat auf dem giebel der bauernhäuser, hampelmann Lyra
plattd. br. 102.
anderwärts nd. ein drehbarer schornsteindeckel, mantelstock mit drehbarem rick, mnd. drehbarer deckel auf salzgefäszen u. ähnl., auf schiffen die stange woran das hauptsegel befestigt ist (
nl. die schiffspumpe),
s. Sch.
u. L. 2, 26,
alles offenbar bildliche anwendungen des gecken mit dem gespielt wird. gheck van metail, water in to heiten,
cucuma Teuth. 101
a.