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geck

mnd. bis Dial. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

geck

Bd. 2, Sp. 1082
geck -ę- ein durchaus beliebtes Wort im Nfrk, Berg, Rip; im Mosfrk südl. bis zum Soonw u. im Saargeb. nur vereinzelt bis Saarbr gEkĭχ, –ę-; südl. davon fehlt das Wort, dafür närrisch, doll, dorig, verrickt Adj.: jede Steigerung (oder Abnormität) des seelischen Lebens kennzeichnend. 1. wahnsinnig, irrsinnig; verstärkt knatsch-, stabel-, stabeliert-, steng. (s. d. W.); da aber g. mehr im Sinne von 2, 3 gebraucht wird, so umschreibt man lieber den Zustand des Wahnsinns: he es üvergeschnapp, net mih richtig em Kopp, verröckt; dem spillt et; de hät se net all mih zesamme, hät de Verstand verlore usf.; doch in RA. noch deutlich: He deht wie g. wahnsinnig; sich för g. opgeve sich wahnsinnig stellen Aach; he hat sich g. gesoufe hat das Delirium Eup-Raeren; de studiert, öm g. ze werde Dür; op g. werde studiere ohne Erfolg Schleid-Hellenth; wo studers de op, secher op g. on kanns net doll werde MGladb-Rheind. Wammer g. wiərd, dann fängt et (enem) em Kopp an sagt man, um das Lächerliche in Reden u. Handlungen eines Dritten anzudeuten Rip, Nfrk. Beter ärm as g. Klev, Rees. — 2. nicht recht bei Trost, halbnärrisch, dumm; im grossen u. ganzen normal, aber bei bestimmten Anlässen überspannt, nicht recht nach vernünftigen Grundsätzen handelnd Allg. RA.: He es g. wie e Kochepann (Kuchenpfanne) op Fastelovend Eusk-Zülp, — der Bock van Eller Dür, — en schwarz Schof (Schaf) Gummb-Nümbrecht, — Mützke (Eigenname) Eup, — de dorde (3.) dagse Kors (Wechselfieber) Klev, — dat e bök Bergh-Blatzh, — e los löft (läuft) Aach-Merkst. Die send noch völl te g., dat se lans et Water gonnt MGladb-Rheind. De es g.ər wie g. Aach, — zehn Grad g.ər, als de Polizei et erlaub Jül-Langerw. De hat er (ihrer) sövve (sieben Sinne) wie de g.ə Peərd Eup. He es g. gebore on doll geweg (gewiegt) Dür, — g. freisse on d. g. Monsch-Witzerath. Heə es net g., ävel ouch noch lang net luəs (schlau), — ävel ene Luəse sieht angeschter us Aach. Du bes g. en wess et net, en wenn mer et der sät (sagt), da gläufs du et net zu dem unklug Handelnden ebd., Köln. Du bes g. en du net luəs, da schnuve für (wir) allebeids us eng Duəs (Dose) wir haben uns gegenseitig nichts vorzuwerfen Aach. Wannste g. bes, loss der en Kapp (Narrenkappe) mache! Rip. De es jet g. lans ein Sick (Seite) Köln. He es esu g. net ironisch von dem, der sich etwas erbittet, was ihm grossen Vorteil gewährt Rip, Allg.; he es g. en senge Sack Erk-Billig. De es öm Fastelovend gescheit un et ganze Johr g. Köln. Ech hauen dech, datste mens, g. ze werde! Allg. Mach, wat de wells; dann wiərsch de och net g.! LRip, SNfrk. Stech mer ens ne Finger en de Mul un süch (sieh), of ich g. ben! Köln. Do bön ech net g. genog für oder scherzh. do bön ech te g. für ich durchschaue deine Absichten Erk, Allg. Bes de g. (sou (sollte) ich bau (bald) sage)! das ist aber von deiner Seite zuviel verlangt; das tue ich nicht, on wannste mech für g. hälts (verschliss); du mäs (machst) mech (noch lang) net g.; ech ben g.! ich wäre verrückt, wenn ich so handelte; wannste g. bös, dann sag et; du bös wahl g.; och, du bös doch g.! gesagt, wenn etwas unglaublich klingt; auch als Ausdruck der Verwundernng du bös g., dat kann net (wohr) sen! Rip, Allg.; gej sit g.! Nfrk. Et es, ren eweg für g. ze werde Rip, Allg.; die froge, as wenn se g. sin Mörs, Allg.; et es min te g. af es ist mir zu albern Nfrk; do ka mer sich g. a predige alle Ermahnungen sind vergeblich; he deht esu e bes-che g.; wie g. drenhaue (arbede, drop los gohn, esse usf.) ganz sinnlos, übertrieben Rip, Allg.; rar (seltsam) of g. lope geziert gehen Klev. Wer alt iss Speck, de es g. Sinzig. Va Weck wösch de g., va Bruət wösch de gruət SNfrk; Br. mat luəs, W. mat g. Jül. Nen Draum es enen Dreck, on de dran gläuf, es g. Köln. Aprelsgeck, di Modder es g., di Vadder danzt met ene Beissemsteck! Aach. Je alder, je g.ər Alter schützt vor Torheit nicht Rip, Allg. — Vielfach attrib. bei Schimpfw.; du g.ə Kerl; g.ə K. du; du g.ən Doll; du bös en g.ə Ditz (Fipp, Fler, Fuketives, Hannes, Schlagan, Schlotter, Habilius, Grades (s. d. W.); du bös doch en g.ə Pisel (Peias, Zibbel, Schlötche (Salat), Kaliber, Schlag, Manewal, Vierdeluhr (s. d. W.) von einem tollen Kerl; en g.ə Uərschel (Tröt, Täsch, Tut, Tüt, Pöt, Ollech, Orbel (s. d. W.) von einem tollen, phantastischen Weibe. — Verrückte, auffällige, unverständliche Handlungen; g.ə Denger mache dummes Zeug, Geckheiten; dat wor e g. Geduəhns (Gedöhns, Gedäts) auffälliges Gebärden; de hät g.ə Tüən (Tön) em Kopp Rip, Allg.; g.ə Flöəg ha närrischer Laune sein Aach; g.ə Gise em Kopp han Bo; de hät g.ə Stöcker fel (feil) Heinsb-Orsbeck; g.ə Prenzipte närrische Einfälle Schleid-Hellenth; he hät et g. Vierdeluhr om Lif ist verrückt Dür; et g.ə Halführ häbbe Rees; et es wat in de g.ə Welt; den ene hät den Bül, en den anderen et Geld Geld, Rees. Den hät e g. Peərd geriə hat leichtsinnig gehandelt Nfrk. — Übertr. von Sachen; de Botter es g. bildet sich nicht Eup; g.ə Bonne Feuerbohne Jül-Gereonsw Müntz, Geilk, Heinsb; et g. Spellke Ballsp, wobei bald mit der einen, bald mit der anderen Hand der B. zugeworfen wird Kemp-SHubert. — 3. überaus lustig, munter, ausgelassen; g. äs ene Pejas Geld, Rees, — en Knin (Kanin) Mörs; heə es ömmer eve g. stetsheiterer Laune, zu Scherzen aufgelegt Aach; wie g. va Freud sen Rip, Allg.; et g. Feber hane überlustig sein Selfk, Rees. RA.: G. Spill well Rum (Raum) han bei Scherzen kommt leicht Zwietracht Bo-Endenich. — Bes. in den Fastnachttagen es mallich g. nicht nur närrisch, sondern ausgelassen lustig; dann werden g.ə Denger (Tön) gemat tolle Scherze geübt; et g.ə Bärnchen Fastnachtsfigur im alten Kölner Fastnachtszuge, der hinger (hinter) dem Reihföhrer danzte un sprung, ursprüngl. den König David darstellend, vor der Bundeslade tanzend, daher auch stets mit orientalisch krummem Säbel, in Prozessionen die hilligen Mägde n. Knechte führend; in Eusk-Zülp ehedem vor dem Schützenzuge hertanzender Possenreisser. Ber op Fasslovend nit g. os, der os et ganze Johr g. Neuw (kurköln.). — 4. verliebt, vernarrt, versessen auf einen (etwas), bes. mannstoll, von Mädchen; g. wie e (Karre)rad, e Spönnrad Allg.; die sen su g. openen wie e paar Röpemülle Bo-Langsd; g. op (an MüEif, Monsch) enen (jet) sen Allg. (derno Eup); he es g. op dat Mädche (de Jag, et Spill udgl.); se sen g. openen; dat Mädche es g., auch mannslöcksg. mannstoll; en g.ə Prumm (Täsch); der Jong es fraulöcksg. auf die Frauleute versessen; auch se sen wie g. openen (zoenen, zesamme) Rip, Allg. RA.: Wann al Löck (Leute) g. were, da w. se zosehnds g. liebestoll Schleid-Reifferschd. Je dömmer der Kerl, je g.ər op Prumme (Vulva) MGladb-Rheind. Ech sen över de g.ə Berg eröver habe keine Heiratsgedanken mehr Sieg-ODollend. — 5. launenhaft, reizbar, sehr aufgebracht, erzürnt; de Vatter ös höck arg g.; wer mag en su g. gemach han, dat e su g. Gesich opsetz (mach)? Rip, Allg.; die twe send sek g., send g. enen ineinander; he es mi g. Gummb; de es esu g. wie en Dilldopp (Kreisel) Altk-Horhsn, — e Hackmetz Sieg, — en Stechmetz MGladb-Odenk, — en Ratel (Rassel) Kemp, Geld, — en Dorn em Hennesch Sieg, — Für Sieg-Sieglar, — en Gess (Geiss), — en Hipp Verbr., — en Fleg an der Wand Altk-Horhsn, — en Weispel Sieg-Thomasbg, — en Perd Heinsb, — en Hahn Aach-Eschw, — en vergange Koch Jül-Inden. — De es g. va Kopp aufbrausend Monsch-Hargat, — en der Nasen (Nase) Neuw-Asb; g. op iəmes sien jmd. böse sein Kemp, Allg.; ene g.ə Kerl Allg.; en g.ə Plätter launische Person Sieg-ODollend; en g.ə Zang böses Weib Sieg-Eitorf. RA.: We net g. es, de es och net got sagt der Jähzornige Dür-Winden. De g ste Hong (Hunde) han de stärkste Kette uWupp. Drit (scheisse) märr (nur) neit, sös kriste en g.ə Fott (Gesäss)! zu dem, der sich ohne Grund oder übermässig aufregt Eup. — G.ə Kerl Waldgeist, Kinderschreck; der g.ə Hongd (Hund) nach dem Volksgl. im Walde hausend, Schreckgestalt; lo dek nich vam g.ən H. biten; g.ə Hongsspei Schaumkügelchen im Walde an Waldbeersträuchern oder an Haferstoppeln auf dem Felde Gummb-Berghsn. — G.ə Oder (Ader, s. S.) die empfindliche Stelle am Ellenbogen May, Altk, Siegld; et g. Knöchelche Ahrw-Unkelb, Rheinb-Lüftelbg; et g.ə Knözche Jül-Tetz. — 6. eingebildet, hoffärtig; er ös esu g., dat e blöz (schreit); he es g. op se Geld Rip, Allg. — Als Adv. kaum gebraucht; man hört g. drenhaue sinnlos dreinschlagen; g. jet sage in erregter Stimmung; g. gohn auffällig, gespreizt, hoffärtig; dafür wird mehr gebraucht wie g.; reines Adv. ist geckeweg (s. d.).
8545 Zeichen · 246 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    geckM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    geck , M. Vw.: s. gek (1) L.: Lü 111b (geck)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Gêck

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Der Gêck , des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, die Nath der Hirnschale bey dem Ohre a…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geck

    Goethe-Wörterbuch

    Geck a eitler, selbstgefälliger Mensch; bes für den Typ des jungen, leichtfertigen Laffen od des reichen, verliebten Alt…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geck

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Geck , ursprünglich Narr und in diesem Sinne noch jetzt am Rhein für Faschingsnarr, dann im übertragenen Sinne Modenarr,…

  5. modern
    Dialekt
    Geck

    Elsässisches Wb. · +12 Parallelbelege

    † Geck m. Narr: ‘ich möcht wol ein geck werden, wan ich ..’ Fisch. Bin. 56. †

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geck

115 Bildungen · 110 Erstglied · 1 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von geck

ge- + ck

geck leitet sich vom Lemma ck ab mit Präfix ge-.

geck‑ als Erstglied (30 von 110)

geckachtig

RhWB

geck·achtig

geck-achtig -Eχtĭχ Geilk , Erk ; -kəātĭχ Geld-Leuth Adj.: Neigung zu Narretei habend.

Geck (Adj.)

Wander

Geck (Adj.) Geck (Adj.). 1. Wa gäck es, lit (lässt) sich'n Kap mäche. ( Düren. ) – Firmenich, I, 482, 10. 2. Wä gäck (närrisch) wird, däm fä…

Geckbutter

RhWBN

geck·butter

Geck-butter Schleid-Blumenth f.: Rahm, der beim Buttern nicht fest werden will.

geckchen

DWB

geck·chen

geckchen , n. närrchen: sei ruhig, geckchen! die sache sieht bunt aus. Göthe 57, 209 (geckgen der junge G. 3, 606), Claud. v. V.; in nrh. bi…

gëckeleht

Lexer

gëckeleht adj. pfaffin leben ist geckeleht Renn. 96 b ( W.Gr. );

geckelkraut

DWB

geckelkraut , n. evonymus europaeus, spindelbaum.

geckelīche

KöblerMhd

geckelīche , Adv. nhd. „gecklich“ Hw.: vgl. mnd. geklīke Q.: KarlGalie (1215), MorantGalie E.: s. gec, *lich? (1) W.: nhd. gecklich, Adv., g…

geckelīk

KöblerMnd

geckelīk , Adj. Vw.: s. geklīk L.: MndHwb 1/2, 46 (geckelīk)

gecken

DWB

gecken , zeitwort zu geck, narr, nd. gecken, nl. gekken, schwed. gäcka, dän. gjäkke, engl. dial. geck, s. auch begecken, ausgecken (ausjäcke…

gecken

FWB

1. lautmalend für das Geschrei von Fröschen, Dohlen, Krähen; ütr. auf den Menschen: ›leeres Geschwätz von sich geben, vorlaut reden‹.; 2. ›N…

geckenabc

DWB

gecken·abc

geckenabc , n. erster unterricht oder unterrichtsbuch in der geckerei: ich werde gewiss noch das gecken ABC müssen herfürbringen und euch du…

Geckengarn

RhWB

gecken·garn

Gecken-garn Dür n.: in der RA.: G.əwerk (Wortsp. mit Werk u. Werg) git G.

geckenhaft

DWB

gecken·haft

geckenhaft , jetzt geltend für das veraltete geckisch, nach art eines gecken: seine grauen haare schmückt er ( Hafis ) mit der liebe Suleika…

geckenhaus

DWB

gecken·haus

geckenhaus , n. narrenhaus: man solte dich narren ins geckenhaus bringen. ped. schulfuchs 193.

Geckenklör

RhWB

Gecken-klör Köln f.: Farbe der Narren. RA.: G. es gel un grön; rut un wiss, dat steiht schön.

geckenkopf

DWB

gecken·kopf

geckenkopf , m. narrenkopf: die beutel sind geckenköpfe geworden, die von auszen blinken und inwendig leer sind. Fr. Müller 2, 18 . niederd.…

geckenkrieg

DWB

gecken·krieg

geckenkrieg , m. nannte man den bauernkrieg im obern Elsasz ( s. unter geck 6, a ), vermutlich mit übernommen aus der zeit der Armagnacs: de…

geckenland

DWB

gecken·land

geckenland , n. narrenland, gedacht als ein irgendwo, nur unfindbar vorhandenes land: dasselb nennt er ( Gardinerus ) individuum vagum .. es…

geck als Zweitglied (1 von 1)

weibergeck

DWB

weib·er·geck

weibergeck , m. Ilias 3, 39. 13, 769 schilt Hektor den Paris γυναιμανές , dafür Bürger elender wicht, mit aller wohlgestalt! nichts als verf…

Ableitungen von geck (4 von 4)

begecken

DWB

begecken , infatuare, zum narrn, zum besten haben, nnl. begekken, Stieler 621 ; einen filz begeckte einer mit diesen worten. Zinkgr. 2, 71 ;…

gëcke

Lexer

gëcke adj. töricht, verzagt Karlm. 468,19. ich bin sô geck Malag. 34 a ;

gegecke

DWB

gegecke , n. geschrei, z. b. von dohlen, raben, auf plärrendes singen u. ä. übertragen: was sind aller stift und klöster werk gegen diese he…

vergecken

DWB

vergecken , verb. mit geckereien verbringen: seine zeit vergecken. Heinsius 4, 2, 1291 . vgl. vergecksen, auf kindische art verthun Schmidt …