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gecken

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
19 in 14 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
21
Verweise raus
29

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gecken

Bd. 4, Sp. 1921
gecken , zeitwort zu geck, narr, nd. gecken, nl. gekken, schwed. gäcka, n. gjäkke, engl. dial. geck, s. auch begecken, ausgecken (ausjäcken), jecken. 11) trans., zum narren haben, höhnen, zum besten haben u. ä. (vgl.geck II, 5, b ff.). nrh. schon in mhd. zeit, wie mnl. ghecken, mnd. gecken (fallere Dief. 224a): Karle begunde den bart zo drecken, hey sprach: we? wenet hey mich zo gecken? meynet hey, dat ich sy eyn dore? Karlmeinet 468, 19. hd.: vexare, gekn. voc. 1482 Schm. 2, 25; gecken, geylen oder muen, vexare .. trufare, subsannare, belachen oder bespotten. voc. 1482 k 5a; so musz ich dir die warheit sagen, will dirs (die wahrheit) auch undern stul nit stecken, mit losen schmeichelworten (dich) gecken. Waldis Es. IV, 75, 86; also bleibt die welt in stetem schrecken und bei steten gecken, und schreckt und geckt ein geck den andern gecken, und bleiben beide gecken. Fischart groszm. 11 (Sch. 551); als solches nun nicht helfen wollt, vom buhln dich abzuschrecken, sondern du bliebst dein buhlern hold und lieszt dich von ihn gecken .. Opel u. Cohn 30jähr. krieg 314; geritten war sie noch nicht weit, als sie befunde sich an demselben ort', da der pallast vor stunde, da in den wahnwitz hat der zaubrer sie gesteckt und sie so lange zeit vexiret und gegeckt. Werder Ariost xxiii, 9, 4; du thor, ich nennte dich ja keinen narren nicht, nur diesz hab ich gesagt: es spielen deine sinnen das spinkelwinkel-spiel, drei haben sich verstekkt, die andern suchen sie. heiszt dieses denn gegekkt? Georg Neumark poet. u. mus. lustwäldchen Hamburg 1652 s. 224; wer wie die kinder hintennach denken und andern nachplappern will, der musz gegeckt und nicht widerlegt werden. Hamann 1, 492; des jungen knechts, der also ohne sache (ursache) die unbekannten ritter geckte. Wieland 18, 27; und wenn vollends ein starker kerl ewig seine freude dran hat, andre zu necken und zu gecken ... ders. in Mercks br. 1, 103 (s. V, 578). 22) intrans., den gecken spielen, geckerei, narrenspossen treiben: ob schon die ketzer mit solchen allegieren und anziehen gecken. Fischart bienk. 76a; dan welchem kind ist nicht bekant, wie es mich (floh) fang mit holer hand und .. mit mir kurzweil und geck. flöhhatz 790 Sch.; gecken, ludere, jocari Henisch 1401; der ist nicht stets geck, der bisweilen mitgecket. Stieler 621; es gecket sich oft mit lust, dulce est desipere in loco. das.; heda! hier nichts gegeckt, ihr ungewaschnen buben! Bürger 21a. schwed. heiszt das refl. gäckas, n. gjäkkes, 'sich gecken'.
2529 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gëckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    gëcken swv. vexare, trufare, subsaunare Voc. 1482 ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    geckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    gecken , sw. V. nhd. „gecken“, narren, zum Narren haben, Gespött treiben, verspotten, necken, täuschen ÜG.: lat. subsann…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gêcken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gêcken , verb. reg. act. im gemeinen Leben einiger Gegenden, vexiren. Jemanden gecken oder ausgecken, seiner Schwachheit…

  4. modern
    Dialekt
    gecken

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    gecke n [kèkə Bisch. ] an g. anstossen ( mit einem Glas Wein).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gecken

38 Bildungen · 31 Erstglied · 5 Zweitglied · 2 Ableitungen

gecken‑ als Erstglied (30 von 31)

geckenabc

DWB

gecken·abc

geckenabc , n. erster unterricht oder unterrichtsbuch in der geckerei: ich werde gewiss noch das gecken ABC müssen herfürbringen und euch du…

Geckengarn

RhWB

gecken·garn

Gecken-garn Dür n.: in der RA.: G.əwerk (Wortsp. mit Werk u. Werg) git G.

geckenhaft

DWB

gecken·haft

geckenhaft , jetzt geltend für das veraltete geckisch, nach art eines gecken: seine grauen haare schmückt er ( Hafis ) mit der liebe Suleika…

geckenhaus

DWB

gecken·haus

geckenhaus , n. narrenhaus: man solte dich narren ins geckenhaus bringen. ped. schulfuchs 193.

Geckenklör

RhWB

Gecken-klör Köln f.: Farbe der Narren. RA.: G. es gel un grön; rut un wiss, dat steiht schön.

geckenkopf

DWB

gecken·kopf

geckenkopf , m. narrenkopf: die beutel sind geckenköpfe geworden, die von auszen blinken und inwendig leer sind. Fr. Müller 2, 18 . niederd.…

geckenkrieg

DWB

gecken·krieg

geckenkrieg , m. nannte man den bauernkrieg im obern Elsasz ( s. unter geck 6, a ), vermutlich mit übernommen aus der zeit der Armagnacs: de…

geckenland

DWB

gecken·land

geckenland , n. narrenland, gedacht als ein irgendwo, nur unfindbar vorhandenes land: dasselb nennt er ( Gardinerus ) individuum vagum .. es…

geckenorden

DWB

gecken·orden

geckenorden , m. narrenorden: der geist des geckenordens war unstreitig, dasz .. alle sich in brüder von gleichen kappen verwandelten und nu…

Geckenpferd

Wander

gecken·pferd

Geckenpferd Ein Geckenpferd reiten. – Henisch, 938, 29. D.i. »er ist vbermannet, vberherret, überweibt.« Lat. : Mala asina vehitur. ( Binder…

Geckenpitt

RhWB

gecken·pitt

Gecken-pitt Schleid-Hellenth m.: Polka, nach der Melodie des preussischen Zapfenstreiches.

Geckenstolz

Campe

gecken·stolz

○ Der Geckenstolz , des — es , o. Mz . der Stolz eines Gecken, ein lächerlicher Stolz. — I seiner Brust erwachte Der Geckenstolz . — Pfeffel…

Geckentöne

RhWB

Gecken-töne -tȳ:n Dür Pl.: in der RA.: Gel (gelb) on grön sen G.

Geckentoll

RhWB

gecken·toll

Gecken-toll : 1. -dǫl  Adj. total verrückt Geld-Aldekerk . — 2. -dləkəs Pl. Schneeglöckchen Mörs-Rumeln .

Geckenwerk

Wander

gecken·werk

Geckenwerk 1. Geckenwark gitt Geckengarn. – Simrock, 3123. 2. Et es glatt (gänzlich) Geckenwerk. – Firmenich, I, 407, 405.

gecken als Zweitglied (5 von 5)

ausgecken

DWB

aus·gecken

ausgecken , illudere, zum narren haben: verlachet und ausjäcket. Simpl. 1, 176.

begecken

DWB

beg·ecken

begecken , infatuare, zum narrn, zum besten haben, nnl. begekken, Stieler 621 ; einen filz begeckte einer mit diesen worten. Zinkgr. 2, 71 ;…

vergecken

DWB

ver·gecken

vergecken , verb. mit geckereien verbringen: seine zeit vergecken. Heinsius 4, 2, 1291 . vgl. vergecksen, auf kindische art verthun Schmidt …

vörgecken

KöblerMnd

vörgecken , sw. V. nhd. „vergecken“, sich betören Hw.: vgl. mhd. vergecken E.: s. vör, gecken? W.: s. nhd. (ält.) vergecken, sw. V., mit Gec…

Ableitungen von gecken (2 von 2)

begecken

DWB

begecken , infatuare, zum narrn, zum besten haben, nnl. begekken, Stieler 621 ; einen filz begeckte einer mit diesen worten. Zinkgr. 2, 71 ;…

vergecken

DWB

vergecken , verb. mit geckereien verbringen: seine zeit vergecken. Heinsius 4, 2, 1291 . vgl. vergecksen, auf kindische art verthun Schmidt …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gecken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gecken/dwb?formid=G03203
MLA
Cotta, Marcel. „gecken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gecken/dwb?formid=G03203. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gecken". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gecken/dwb?formid=G03203.
BibTeX
@misc{lautwandel_gecken_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-15},
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