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krabbe

mnd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krabbe f.

Bd. 11, Sp. 1909
krabbe, f. carabus, mit nebenformen. 11) ein kleiner runder seekrebs ohne scheren, auch taschenkrebs, seespinne; das wort ist natürlich, wie schon das bb verrät, von der seeküste aus ins binnenland gekommen. 1@aa) vorherschend ist krabbe f., wie es nd. und nl. (hier jetzt gekürzt krab) heiszt; dazu strandkrabbe, seekrabbe, fluszkrabbe, landkrabbe, bartkrabbe, bogenkrabbe, stachelkrabbe, kleinkrabbe, porzellankrabbe, korallenkrabbe u. a., namen groszentheils erst von der naturwissenschaft gebildet, die das nd. wort als gattungs- oder artennamen gebraucht, wie doch schon die nd. nl. sprache auch. 1@bb) es ist schon im 16. jh. auch hd. verzeichnet: cancer, ein krab oder krabe. Bas. Faber epitome Gesneri de hist. anim. (Wittenb. o. j.) 48, die erste form nach oberd. art gekürzt, wie bei Maaler 250b krab f., runder meerkräbs, meerspinn, die zweite wol mit kurzem a als krabbe gemeint. nach Dief. 445a schon in der Augsb. gemma von 1512 krabbe polipus (d. i. vielfusz, s. unter d), wie ebend. aus nrh. und nd. vocc. des 15. jh., vgl. n. gl. 296b; in der Cölner gemma v. 1507 'gracius, creft (krebs) vel crabbe' Dief. 267c. 1@cc) aber man verhochdeutschte auch das bb, so in der Straszburger gemma von 1513 u. 1518 krappe (Dief. 445a), bei Kirsch cobio meerkrappe (Dief. 129a), und noch bei Schubart: da ward die inselgleiche krappe, da hieng am meerfels die auster. gedichte (1825) 1, 324, 'ein blick ins all'. selbst bei dem Cölner Aler 1236a krapp carabus; s. auch kräppe u. 2, f am ende. 1@dd) neben dem fem. wird aber auch masc. angegeben, so bei Schmotther 2, 390 krabbe m. seekrebs, J. Paul 1, 137 braucht seekrabben so, auch Alers krapp sieht wie m. aus und folg.: carabus, ein krabbe, ist schier wie ein kleiner krebs, denn er hat viel füsze. Colerus hausb. (1640) 521; deutlich in folg.: dieser krab hat auf der schalen eine rauhe wollen. Forer fischb. 120b. diesz m. musz wol aber aus dem nd. herrühren, wie es norw., altn., ags. ist (s. e). Aber auch neutr., so bei Frisch 1, 541a 'ein krabbe n.', und nd. bezeugt, obwol in der bed. 2, aus Fallersleben Fromm. 5, 153, aus Göttingen Schambach 110b, hier neben f., wie Vilmar 222 dafür hess. f., m. und n. gibt. also wieder ein wort in allen geschlechtern (vgl.kohle I, a). 1@ee) es ist übrigens allen germ. seeanwohnern eigen: engl. crab, norw. krabbe m., schwed. krabba f.,n. krabbe, altnorw. isl. krabbi m., ags. crabba m. Entlehnt auch franz. crabe f. (im Hennegau crape Diez 603, wie u. c), poln. kraba, böhm. krab. an entstehung aus lat. carabus ist nicht zu denken, es gehört mit krebs zu einer alten wurzel die noch in krabbeln vorliegt, s. d. 22) in übertragener bedeutung. 2@aa) nd. nennt man im scherze so kleine kinder, 'die da anfangen hände und füsze zu bewegen oder auf der erde herumkriechen' (d. i. krabbeln) Frisch 1, 541a, brem. wb., Schambach, ebenso krebs bei Stieler; dann kleine regsame kinder, und weitergehend kinder überhaupt, 'fruen un krabben' weiber und kinder, man bringt z. b. vom markte etwas mit vör de krabben. daher auch niederwendisch 'kraba, die krabbe, liebkosendes wort bei kindern' Zwahr 168. s. weiter c. 2@bb) aber auch, 'weil diese thiere sehr boshaft sind und was sie einmal ergriffen haben, nicht leicht wieder los lassen', ene lütje krabbe, ein kleiner zanksüchtiger, bösartiger mensch. brem. wb. 2, 860, Stürenb. 121a (hier auch kribbe). ähnlich englisch crab von mürrischen menschen. 2@cc) das ist aber auch, und nicht durch bücher vermittelt, tief ins binnenland gekommen, wo man doch die thiere nicht sieht und kennt, sächsisch z. b. muntre krabbe, kleine krabbe von kleinen, das zweite auch von eigenwilligen, widerborstigen kindern. auch bei schriftstellern, selbst bei süddeutschen (vergl. Schiller unter d): weil es einmal so ihres bruders grille wäre, die krabbe als sein eigenes kind zu halten. Bode Tom Jones (übers.) 1, 39; dasz sie gleich von mir mit zwillingen zur stelle schwanger gienge! dann sollte man doch sehn, eh sie von thür zu thür mit ihren krabben betteln gienge. Wieland 18, 110; hole die krabbe, mutter ... unser Wilhelmchen. Tieck nov. 6, 49; wer bist du, fragte ich die krabbe (einen kobold). 594; die krabben laufen zu lassen. Holtei Lammfell 1, 317; sehn sie, rief Lenore ärgerlich, die krabben haben auch unsern kahn genommen. Freytag soll u. haben 1, 429, ärgerlich für kind überhaupt; so eine süsze krabbe. Mörike maler Nolten 63, schelmisch für liebste, schatz. schon im 16. jh. findet sich hd. der vergleich der kinder mit krabben: dasz diese gräfin 364 kindlein, so grosz als die kleinen krabben, auf einmal zur welt gebracht. Spangenberg henneb. chron. Meiningen 1755 s. 214, aber schon in der Straszburger ausg. von 1599 s. 118. s. auch f. 2@dd) ebenso von thieren: die muntre krabbe soll zwei pferde mir ersparen. Schiller 98b, Pegasus im joche; von dem ich damals die kleine allerliebste krabbe kaufte. Tieck 1, 413. so schwed. krabba kleines pferd, verächtlich. Rietz 348b. 2@ee) seeleute nennen die festländer landkrabben, wie landratten. das wird gemeint sein wie schwed. krabba bei Rietz von einem langsamen menschen, norw. krabbe schwächling. 2@ff) wie heimisch schon das nd. wort im binnenlande geworden ist, zeigt, dasz es schon sproszformen getrieben hat, wie im Osterlande klêne krabbûze von kindern (Bech); ähnlich gebildet holsteinisch krabbauter Schütze 2, 337, der auch krabat (s. d. u. 1) dazu zieht. in Frankfurt a. M. gilt neben krabat ebenso krapot, das aber das franz. crapaud sein wird. aus Posen gibt Bernd 142 kräppe gleich krabbe (vgl. 1, c), adj. kräpsch 'gleich einer krabbe oder als eine krabbe sich sträubend', daher auch als kräbbisch angegeben (J. G. Haas deutsch-lat. wb.), wie zu engl. crab (s. 2, a) crabbed mürrisch gehört; doch wird das ein wort für sich sein, s. kreppisch.
5858 Zeichen · 180 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krabbeSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    krabbe , Sb. nhd. Stachel, stacheliger Pflanzenteil E.: s. krabbe (1)? R.: krabben (Pl.): nhd. Stacheln (M. Pl.), Seelen…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Krabbe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. † Die Krabbe , plur. die -n, in der niedrigen Sprechart, ein kleines ungezogenes Kind, im verächtlichen Verstande. Ve…

  3. modern
    Dialekt
    Krabbe

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Krabbe 'Rabe' s. Krapp 2 .

  4. Sprichwörter
    Krabbe

    Wander (Sprichwörter)

    Krabbe 1. Die grössten Krabben haben nicht stets das beste Fleisch. Engl. : The greatest crabs are not always the best m…

  5. Spezial
    Krabbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Krab|be (Brachyra) f. (-,-n) ‹zool› granche (-chi) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krabbe

116 Bildungen · 110 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von krabbe

krabbeln + -e

krabbe leitet sich vom Lemma krabbeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

krabbe‑ als Erstglied (30 von 110)

krabbedīstel

KöblerMnd

krabbedīstel , M. nhd. stachelige Distel E.: s. krabbe (2), dīstel L.: MndHwb 2, 656 (krabbe/krabbedîstel)

Krabbekater

Wander

krabbe·kater

Krabbekater Krabbekater spring in't Water, wull'n Fisje fangen, blêv daran behangen. – Kern, 695. Wird zu Kindern gesagt, welche kratzen.

Krabbelegge

SHW

Krabbel-egge Band 3, Spalte 1707-1708

Krabbelerle

SHW

Krabbel-erle Band 3, Spalte 1707-1708

Krabbelgras

SHW

Krabbel-gras Band 3, Spalte 1707-1708

Krabbelhexe

SHW

Krabbel-hexe Band 3, Spalte 1707-1708

Krabbelich

SHW

Krabbel-ich Band 3, Spalte 1707-1708

Krabbelklee

SHW

Krabbel-klee Band 3, Spalte 1709-1710

Krabbelmaus

SHW

Krabbel-maus Band 3, Spalte 1709-1710

Krabbelmoos

SHW

Krabbel-moos Band 3, Spalte 1709-1710

Krabbelrose

SHW

Krabbel-rose Band 3, Spalte 1709-1710

Krabbelander-Wand

PfWB

Krabbel-an-der-Wand m. : 1. 'Fetthenne (Sedum acre)', Krappelanderwand [Hombg ( Wilde Notizen)]. — 2. 'Branntwein', scherzh., Krawwel- [loth…

Krabbelarsch

PfWB

krabbel·arsch

Krabbel-arsch m. : 1. 'Kind, das auf dem Boden herumrutscht', Krawwelaaʳsch [ NW-Kallstdt BZ-Dernb ]; vgl. Krabbel 1, Krabbeler 1 a. — 2. 'u…

Krabbeldie-Wandhinauf

PfWB

Krabbel-die-Wand-hinauf m. : ' Salmiakgeist ', scherzh., Krawweldiewandnuf [Zweibr]; vgl. Krabbelanderwand, Krabbeldiewandhinaus . Den Dumme…

krabbe als Zweitglied (6 von 6)

Beutelkrabbe

Adelung

beutel·krabbe

Die Beutelkrabbe , plur. die -n, eine Art Indianischer Krabben oder Krebse, welche einen überaus schönen Beutel unter dem Schwanze trägt; de…

krebskrabbe

DWB

krebs·krabbe

krebskrabbe , f. eine krebsart mit weichen, unbedeckten schwänzen ( wie die krabben ), schneckenkrebs, einsiedler, nl. kreeftkrabbe. Nemnich…

seekrabbe

DWB

see·krabbe

seekrabbe , f. krabbe, die in der see lebt Campe, so besonders Ostseekrabbe. — als besondere art die gemeine seekrabbe, portunus maenas Oken…

strandkrabbe

DWB

strand·krabbe

strandkrabbe , f. , cancer Maenas L.: qu. v. 1783 in allg. deutsche bibl. (1765-98) 63, 150; blosz schmutziggraue strandkrabben huschen, wen…

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APA
Cotta, M. (2026). „krabbe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/krabbe/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „krabbe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/krabbe/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „krabbe". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/krabbe/dwb.
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