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kreppisch

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kreppisch

Bd. 11, Sp. 2169
kreppisch , widerborstig, reizbar u. ä. 11) ein beleg aus dem 16. jahrh.: etlich hetten geraten, man solts (die eingabe der gegner) keiserlicher majestat durch unparteiische doctores zustellen. aber etlich hohe potentaten, die sich in allen sachen kreppisch und feindselig machen, haben es gehindert. Spalatin bei Luther 5, 36b im berichte über den Augsburger reichstag 1530. der sinn musz nach dem zusammenhange sein: die der friedlichen beilegung feind sind, also reizbar oder kampflustig. Von den wbb. gibt es zuerst Heynatz antibarb. 2, 202, 'kreppisch, ungefähr so viel als auffahrisch, aber nur von kleinen thieren und menschen gesagt, z. b. wie kreppisch das hähnchen ist!' danach dann Campe, der hinzufügt dasz es nur der 'gemeinen sprechart' angehöre und da kräpsch laute, z. b. sich kräpsch machen (wie eben schon Spalatin). diesz kräpsch gilt in Thüringen, Sachsen, Posen (Bernd 142), auch in Ostpreuszen (Hennig 135), ist also wesentlich md. 22) ursprung und zubehör. 2@aa) man bezieht es jetzt meist auf krabbe, und dazu stimmt die beschränkung des gebrauchs die Heynatz angibt und die z. b. auch in Leipzig gilt, wo mans besonders von bösen kindern braucht. Bernd gibt aus Posen kräppe f. gleich krabbe 2, b, das adj. wird auch kräbbisch geschrieben, s. unter krabbe am ende. bei Kehrein 1, 244 krappe m., auch krappert zänkischer mensch aus Nassau, dazu ebenda krappig und krappisch, zänkisch. 2@bb) aber es gehört auch ein volksmäsziges verbum dazu, das an krabbe keinen anhalt findet, kreppen ärgern, z. b. das kreppt mich, besonders auch refl. sich kreppen von ärger den man verschlucken musz, so z. b. in Sachsen, dem Osterlande, Voigtlande, das refl. auch in Ostpreuszen (Hennig 135), und rheinisch, z. b. in Nassau (kräppen Kehrein). im nd. aber heiszt das sik kribbeln Danneil, kribben Dähnert, dazu kribbe ärger, dem. kribbken (brem. wb.), und dazu das adj. kribbisch (s. d.). 2@cc) diesz kreppen erscheint aber in rein hd. färbung als kröpfen, so nordfränk. in Schmalkalden, es kröpft mich Vilmar 227, der es auslegt 'es macht mir einen kropf, liegt mir im halse', von Regel Ruhlaer mundart 223 weiter ausgeführt und zur gewissheit erhoben. von etwas, das einen heimlich ärgert, bekümmert, heiszt es weithin das liegt mir im kropfe (wie im kragen, d. h. im halse, s. sp. 1960), in Appenzell sagt man z. b. davon: sägs usa, söss choscht en chropf öber Tobler 120b, sags heraus, sonst 'überkommst' du einen kropf. sich ausklagen heiszt dort de chropf oder de kraga lära (leeren). So kann denn das md. kreppisch eigentlich kröppisch sein, die nebenform kripsch (z. b. thür., sächs.) eig. krüppisch, wie es in der Ruhl wirklich heiszt Regel 223; mrh. auch krippig neben krappig Kehrein 244. das zeitwort heiszt md. auch es krippt mich, eig. krüppt (vgl. hd. krüpfen), ohne umlaut und daher mit erhaltnem md. u hessisch es kruppt mich Vilmar 227, zu md. krupp für kropf. henneb., mainfränkisch heiszt kröpfig eigensinnig Reinwald 1, 90. 2@dd) freilich erscheint auch anderer vocal, in der Ruhl es kräpft mich, in Luxemburg 'krappeg, krappschesseg, kreppisch, eigensinnig, störrig' Gangler 252, wie rhein. krappig, krappisch u. a zuletzt, auch in der Wetterau z. b. ein krappiger kerl, der leicht kleine händel anfängt. aber eben in Luxemburg heiszt auch der kropf selbst krapp m., kropfig krappeg, die kropftaube kräppert (s.krepper), und diese nebenform von kropf mit a scheint echt und alt. die unter kracke II, 1, a zusammengestellten krapf, kropf, krüpps knirps u. ä. scheinen mit kropf struma zusammenzugehören. 2@ee) allerdings bleiben noch naheliegende wörter übrig, die auch da nicht unterzubringen sind, wie nd. in Lippe krappsch kurz angebunden, rasch im handeln Frommann 6, 217, oberd. in der Schweiz kräpfig munter, lebhaft Stalder 2, 129, vorarlb. krepfig ausdauernd, nachhaltig Fromm. 4, 6, die in der bed. doch eine andere richtung einschlagen.
3929 Zeichen · 88 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kreppischadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Х Kreppisch , adj . u. adv . sich sträubend, sich zur Wehr setzend, widerspänstig; von kleinen oder schwachen Thieren …

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Wortbildung

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Ableitung von kreppisch

krepp + -isch

kreppisch leitet sich vom Lemma krepp ab mit Suffix -isch.

Keine Komposita gefunden — kreppisch kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „kreppisch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kreppisch/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kreppisch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kreppisch/dwb. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kreppisch". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kreppisch/dwb.
BibTeX
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