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vorbei

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vorbei adv.

Bd. 26, Sp. 867
vorbei, adv. (s. fürbei th. 4, 1, 1, sp. 662); in älterer schreibweise vorbey, so noch bei Adelung, während Campe vorbei schreibt. im mhd. hat vür die bedeutung unseres vorbei, auch im zeitlichen sinne, vgl. mhd. wb. 3, 375a (II), bei ist späterer verdeutlichender zusatz; im nhd. wird dann wieder vorbei mit präpositionen verbunden, um genauer den sinn zu bezeichnen; mnd. vorbî Schiller-Lübben 5, 314b; mnld. vorebi Verwijs-Verdam 9, 953; fürbey et vorbey, trans, praeter Stieler 143; vorbey, vorüber (fürüber), adv., di passaggio, passando d'appresso Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 1247b; für- vel vorbey Steinbach 1, 103; Adelung; Campe. — da der ton auf der zweiten silbe liegt, so verflüchtigt sich leicht der vokal der ersten, s. Fischer schwäb. wb. 2, 1643; schw. idiot. 4, [] 907; tempestas desaeviit, das gewitter ist verbei nomenclator lat. germ. (1634) 32; wo seindt die 256 remische bäbst? firbei Abr. a s. Clara pred. 80 Bertsche. 11) in örtlichem sinne, in sehr verschiedener anwendung; der gegenstand oder die person, worauf die bewegung bezogen wird, kann ruhen oder auch selbst in bewegung sein; die mit vorbei bezeichnete bewegung kann an den seiten von hinten nach vorn oder in umgekehrter richtung vor sich gehen, ferner an der vorderseite nach rechts oder links, doch auch hinter der person oder dem gegenstand. immer ist wesentlich, dasz die bewegung dabei von dem gegenstand oder der person fortfährt. in allen diesen anwendungen berührt sich vorbei mit vorüber (s. dieses); Adelung meint, dasz letzteres das edlere wort sei, Campe will vorüber im örtlichen sinne auf die bewegung von der seite her beschränken. 1@aa) welche art der bewegung gemeint ist, braucht nicht besonders ausgedrückt zu werden oder kann aus dem zusammenhang entnommen werden: (er) wollte sich mit Altkirch nicht auffhalten, sondern avancirte geschwinde vorbey Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 126; ein jünger des herrn, der des weges v. zog Aurbacher volksbüchlein (1835) 5; hier kommt einer zu pferde und schnaubt und stampft und spritzt v. O. Ludwig schr. 1891 ff. 2, 15. — oder aber es treten nähere örtliche bestimmungen hinzu: der zug kommt hier, musz hier vorbeikommen; wann ich allhier vorbey wandele Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 22. — er hörte diese wehklage von oben herunter an seiner stube v. nach dem hausplatze eilen Göthe w. 21, 223 W.; hart an deiner nase v. Schiller schr. 1, 200 G.; vorbey an heulenden grotten maler Müller w. (1811) 1, 60; dicht an den soldaten v. briefe von u. an Herwegh (1896) 190; die bilder ziehn in heitrer wahrheit an dem entzückten blick vorbei Körner w. 2, 57 H.; wo ihre churfürstl. durchlaucht gleich bey ihnen vorbey muszten Göthe IV 1, 104 W.; bei der hütte v. Tieck schr. (1828 ff.) 4, 368; da schnurrt ein vögelein ... ihm bey dem ohr vorbey Lichtwer äsop. fabeln (1748) 38; wo die weiber herr sind, geht unser herrgott hinterm haus v. Fischer schwäb. wb. 2, 1643. ihn stört aus frommer phantasey ein rauschen neben ihm vorbey Kretschmann w. (1784 ff.) 1, 64. ich laufe hier links um den tannengrund v. Tieck schr. (1828) 4, 368. — hart unter dem garten v. Storm w. (1899) 1, 28. — er trug es vor meinen augen vorbey Steinbach 1, 103; kunte kein mensch vor Schlampampens hause vorbey gehen Chr. Reuter ehrl. frau 10 ndr.; vor der wachparade v. Brentano schr. (1852 ff.) 5, 24; vor der lanze und dem sturme vorbey siegend zu schweben Klopstock oden 1, 190 M.-P. 1@bb) vorbei ohne verb.; aufforderung, ausruf: runde vorbey (ruf des postens), perage cursum tuum Stieler 143; vorbey verwegner dieb! denn unter diesem dache, in jedem winkel hier, hält armuth treue wache Lessing w. 1, 26 M. substantiviert: im v. wurde vor einem gasthofe gehalten d. neue Europa (1845) 13. 1@cc) dem accus. nachgestellt; Adelung will diese fügung nur im uneigentlichen sinne zulassen; in der sprache der gegenwart wird diese anwendung von vorbei gemieden; hier die klippen Olaus v. Herder w. 5, 169 S.; hier die hundertfarbige pforte vorbey ... dort den klee des thals vorbey, und das weidende lamm Klopstock oden 1, 218 M.-P. weiteres s. unter 3: vorbeigehen, -eilen, -fahren, -fliegen, -flieszen, -führen, -gehen, -kommen, -laufen, -passieren, -rauschen, -reisen, -schieszen, -schiffen, -schleichen, -schreiten, -schwimmen, -segeln, -sein, -streichen, -strömen, -winden, -ziehen. [] 1@dd) ebenso mit dem dativ, auch vorangestellt: das kriegsvolck der see vorbey führen Steinbach 1, 103; dem gebauer meiner kleinen sängerin v. Thümmel w. (1811 ff.) 3, 299; der katarakte v. grafen zu Stolberg w. (1820 ff.) 6, 83; vorbey der eiche wehte dunkler der staub Klopstock oden 1, 110 M.-P.; wann reiszend ihm vorbei ein wogenstrom ins meer hinab mit schaumgebrause rollt Bürger w. 165b Bohtz (Il. 5, 598); vorbei schritt er dem alten Fritz Rückert w. (1867 ff.) 1, 179; kein hoher wandrer zog vorbei der stätte Geibel w. (1888) 1, 10 Cotta. s. unter 3 vorbeirennen, -eilen, -fahren, -fliegen, -gehen, -kommen, -laufen, -reisen, -rennen, -schieszen, -segeln, -stürmen. 22) bewegung in der zeit: die vorstellung ist zunächst die, dasz die zeit oder ein bestimmter zeitabschnitt an jemandem vorübergeht: die zeit vorbey fahren, streichen lassen Steinbach 1, 103; weiteres s. bei vorbeisein unter 3; anderseits wird es auf vorgänge, zustände u. ä. bezogen, die in der zeit verlaufen: wir wollen den regen erst vorbey lassen Adelung; auch in dieser zeitlichen anwendung berührt sich vorbei mit vorüber; letzteres soll nach Adelung der 'edlern schreibart' angehören; im jetzigen sprachgebrauch wird bei bestimmten wendungen, wie aus den unter 3 angeführten verbalverbindungen hervorgeht, das eine oder das andere vorgezogen; bei vorbei wird, wie es scheint, schärfer betont, dasz etwas in der zeit abgelaufen, zu ende ist, nicht mehr aufgenommen werden, in die wirklichkeit eintreten kann: v. ist v. Campe; denn wenn einer (ein traum) vorüber ist, so ist er v., und es bleibt nix haften davon O. Ludwig schr. (1891 ff.) 2, 98. — bei zeitangaben mit vorüber wechselnd (s. unter 3 vorbeisein), in der antwort und auch sonst: aber sieh! schon mittag vorbey! da kommen ja bereits meine gäste Lessing 13, 399 M.; wie alt ist sie jetzt? fünf und achtzig vorbey maler Müller w. (1811) 1, 280. abschlusz, ende (s. vorbeisein): es ist fehlgeschlagen! — alles vorbei E. Th. Hoffmann w. 6, 119 Gr.; vorbei! ein dummes wort. warum vorbei? vorbei und reines nicht, vollkommnes einerlei Göthe Faust 11596. 33) vorbei verbindet sich mit verben zu trennbaren zusammensetzungen, zunächst in meist loser, in der schrift oft nicht bezeichneter verbindung mit solchen, die transitiv oder intransitiv die vorstellung einer bewegung ausdrücken oder zulassen (vorbeihelfen, sich vorbeiwagen) oder auch eine bewegung begleiten (z. b. vorbeikeuchen); bei anderen ist die vorstellung der bewegung hineingedacht (vorbeisehen). ein verbum der bewegung ist zu ergänzen bei verbindungen wie vorbeidürfen, -können, -lassen, -müssen, -sollen, -wollen. v. kann sich enger an eine ortsangabe als an das verbum anschlieszen, dabei wechselt der satzton: er ging an dem háus v. gegenüber: er ging an dem haus vorbéi. in einer anderen gruppe liegt in vorbei der sinn des verfehlens: vorbeigreifen, -hauen, -langen, -schieszen, -schlagen, -stechen, -werfen. die zeitliche vorstellung ist besonders in der verbindung mit sein reich entfaltet. solche composita können natürlich in unerschöpflicher fülle gebildet werden, Campe hat über 180 stichworte aufgestellt, eine zahl die mit leichtigkeit vermehrt werden könnte. hier folgt eine auswahl; von freieren verbindungen beachte vorbeibegehren, -brennen, -denken, -dunkeln, -läuten, -murmeln, -neigen, -quellen, -rufen, -schreien, -schwören, -stocken, -strahlen. —
7758 Zeichen · 146 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vorbei

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Vorbei , ein Umstandwort, die Richtung einer Bewegung bei etwas, zur Seite desselben weg, nach vorn oder hinten zu, je n…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vorbei

    Goethe-Wörterbuch

    vorbei [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    vorbei

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    vorbei Band 2, Spalte 2,100

  4. Sprichwörter
    Vorbei

    Wander (Sprichwörter)

    Vorbei 1. Was vorbei ist, lass vorbei sein. Böhm. : Lonského snĕhu nevzpomínej. – Lonských sliv nepřipominej. – Nezpomín…

  5. Spezial
    vorbei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    vor|bei adv. 1 (örtlich) dlungia ia 2 (zeitlich: vergangen) rové, passé. ▬ die Feiertage sind vorbei i santus é rová; es…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vorbei

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Zerlegung von vorbei 2 Komponenten

vor+bei

vorbei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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rundvorbei

RhWB

rund·vorbei

rund-vorbei ro·ŋ.sfərbei Eup-Raeren Adv.: von allen Seiten vorbei.