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knallen

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DWB
Anchors
18 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knallen

Bd. 11, Sp. 1335
knallen , crepare, fragorem edere, schwachformig, während vorher ein starkes knëllen bestand (s. d.). knallen ist wol erst vom subst. knall gebildet, wie hallen von hall, mhd. schallen von schal. nd. knallen, auch nl. (doch erst neuerdings, noch bei Weiland fehlend), schwed. knalla, n. knalde, die jedoch hd. einflusz verraten, obwol das wort von haus aus dem norden nicht fremd war (s. unter 3, a, besonders aber knellen). 11) intrans., von einem plötzlichen kurzen schall. 1@aa) so von dem aufplatzen eines fallenden: es ist ein mönch vom baum gefallen, ich hab ihn hören plumpen. ach dasz ihm bring kein schad das knallen, er könt sonst nicht mehr gumpen (springen). Fischart Garg. 253a (Sch. 477) aus einem volksliede, knallen offenbar gleich dem plumpen und den fall selbst einschlieszend (vgl. Fischart unter knall 1, c); ich hätt mich bald zu tod gefalln, wie gwaltig thät mein körper knalln. Scheibles flieg. bll. 223. 1@bb) von der peitsche (vgl. unter 2): die peitsche hat geknallt, es geht fort; mich mit der knallenden geisel treibt. Steinhöwel 1555 40b; alsbald er über die brucken nausz fur, da patschet sein geisel, da knallet sein schnur. Uhlands volksl. 734, 17. jh. 1@cc) von etwas das platzend birst, z. b. knallend zersprang der kessel, der kessel knallte, auch ist zerknallt. ähnlich von dem platzenden knistern in brennendem holze: sasz ich auch hier und wärmte mich am knallenden feuer. Bronner fischerged. (1787) 40, vgl.knalzen. von bäumen bei eintretendem thauwetter: schon am abende dieses tages, als die sonne längst hinunter war, knallten die wiedererwarmenden baumstämme, dasz die vögel erschrocken aus ihren nestern aufflogen. Felder sonderlinge 2, 235 (man hört .. hie und da den knall eines erwarmenden baumes 211). stark schallen, wiederhallen: ein geschrei gieng bisz in himel ... auch dasz die himel erschalten, dasz die berg und thal knalten. Jephthes (Straszb. Rihel) E ijb. 1@dd) besonders von dem schall des geschützes, gewehrs, auch des donners, und allen ähnlichen tönen (s.knall): die stücke knallen, reboant. Stieler 992, das knallen der stücke Steinbach 1, 882, knallendes gold aurum fulminans das., s. knallgold; Vesevus (Vesuv) wütet nicht mit solchem wilden knallen, wann seine feuerbach beginnet auf zu wallen. Opitz 1, 50; kamen wir an einen fast heiszen ort voll schwefelichten dampfes, zu dessen beiden seiten ein knallen und prausen gleichsam eines aufkochenden wassers ... gehöret ward. 2, 276; vivat, die churfürstlichen stücke laszt knallen. Soltau 2, 407, v. j. 1683; (ein dichter) der im hui, ja zwischen feur und knallen hat einen vers gemacht? Rachel sat. 8, 138, zur bezeichnung der kürzesten zeit, ähnlich wie knall und fall; hofmarschall. auf dem zimmer, baron (sollen wir uns schieszen)? Ferdinand. schatz, so knallts desto lauter. Schiller 201b; aus dem geheul der winde und des sturms heraus hört ihr das knallen des geschützes. 480b; das hurrah jauchzt und die büchse knallt. Körner Lützows wilde jagd. unpers. es knallt (hat geknallt), man schieszt; dazu knallen lassen, losschieszen: dem gemeindediener hat er (Barthle) einen gulden versprochen, wenn er knallen lasse. Felder sonderlinge 2, 274. 1@ee) mit zutritt eines zweiten begriffs: knallt der pulverthurm in die luft. Schiller 120a, fliegt knallend. ebenso aufknallen, entknallen, nachknallen u. a., s. auch erknallen, losknallen. 1@ff) bildlich, z. b. von seufzern (vgl.krachen 7): wan dan in haiszer gluht buszseufzen gleichsam knallen. Rompler 215; laut wie flintenschüsse knallen seufzer die mein busen löst. Voss das ständchen v. 112; so weint er ströme und seufzt dasz es knallt und grollt als ob lavinen donnerten. Gotthelf 4, 48; man hörte nichts als lauter verse knallen. Platen 295. 22) dasselbe persönlich. 2@aa) mit der peitsche knallen, der kutscher soll zum zeichen dreimal knallen; er knallte mit der hetzpeitsche unter die hunde, auf die hunde los u. dgl. 2@bb) vom donner, von feuergewehr: was habt ihr thörchtes für, dasz auch die götter knallen auf euren aberwitz? Lohenstein Soph. 14, 436, donnern; ein jäger ... knallte in die blaue leere luft. Münchhausens reisen (1822) 85; der knabe knallt mit knallerbsen. 2@cc) selbst in transitiven wendungen: knallt ihm die peitschen um die ohren (schlagt knallend). Bürgers wilder jäger str. 13; ein gewehr losknallen, abfeuern; einem eine knallerbse auf den rücken knallen; o könnte ich in dem raum dieser pistole existieren, bis mich eine hand in die luft knallte (schösse). Klinger th. 2, 270. 33) unter dem volke in mehrfach bildlicher anwendung. 3@aa) prügeln, sächs. einen durchknallen, abknallen, auch knalle (pl.) kriegen, prügel; vergl.: wichste sie so kannibalisch ab, dasz mans durchs ganze städtchen knallen hörte. Lammfell 1, 192. so bair. knellen prügeln. ähnlich in Schweden mundartlich knalla klopfen. Rietz 333a, Rydqvist 1, 194. 3@bb) prahlen, besonders von 'schreienden' farben, oder von auffällig prunkender tracht: das rot knallt zu sehr (s.knallrot); was die knallt in ihrem sonntagsstaate! so thür., sächs., vgl. knallicht. ähnlich verhalten sich die beiden bed. von pochen (s. 2, 200), brallen und prahlen, pracht lärm und prunk (s. 2, 283 fg.); engl. crack, franz. craquer heiszt ebenso knallen, krachen und prahlen. vgl. anknallen von herrischem anfahren. 3@cc) betrügen, prellen. Campe. 3@dd) obscön, futuere, eine knallen, so z. b. sächs., schles., östr., fränk. (Frommanns Grübel 3, 287b), pfälz. nach knallhütte bordell Kehrein Nassau 1, 231, auch im nd. gebiete (Stürenb. ostfries. wb. 114b), und wol weiter nach schwed. knallta coire Rietz 333a, das in der form zu knalzen stimmen kann (auch knarrka 334b).
5732 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knallen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Knallen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1) Einen Knall von sich geben. Ein Gewehr knallet, wenn es gelöset…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    knallen

    Goethe-Wörterbuch

    knallen auch subst ein kurzes, lautes, auch schnalzendes Geräusch von sich geben; mehrf von der Peitsche Feuerwerke des …

  3. modern
    Dialekt
    knallen

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    knalle n Rda. Kirwe n kueche n k. in der Kirmess durch Knallen Kuchen erbetteln Rauw.

  4. Sprichwörter
    Knallen

    Wander (Sprichwörter)

    Knallen 1. Das war zu früh geknallt, sagte der Kellner zum Pfropfen, der im Keller aus der Flasche sprang. Engl. : Fly n…

  5. Spezial
    knallen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    knal|len I vb.intr. 1 (einen Knall von sich geben) mené n bot 2 (explodieren, platzen) stlopé (-pa), jí en toc 3 (von Pe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knallen

8 Bildungen · 3 Erstglied · 1 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von knallen 2 Komponenten

knal+len

knallen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

knallen‑ als Erstglied (3 von 3)

knallenfallen

DWB

knallen·fallen

knallenfallen , n. wirksames gewehr- oder geschützfeuer: laszt ein mutigs feldspiel schallen, schickt dem feind ein knallenfallen! Leiermatz…

knallen als Zweitglied (1 von 1)

abknallen

DWB

abknallen , knallend losgehn oder auch losschieszen. die kanone knallte ab, er knallte seine flinte ab.

Ableitungen von knallen (4 von 4)

beknallen

RhWB

be-knallen: 1. etwas (sich) b., beschmutzen Westerw. — 2. übertr. beknallt bezecht Ottw-Wiebelsk .

erknallen

DWB

erknallen , 1 1) intr. crepare, fragorem dare: die kugel springt und erknallt; der donner erknallt. Stieler 992 ; das meer in steter wellenj…

verknallen

DWB

verknallen , verb. 1 1) intransitiv, knallend vergehen: eine rakete streuete verknallend ihre funkentrauben. König klubb. v. Mainz 2, 76 . 2…

Zerknallen

Campe

Zerknallen , v. I) ntr . mit sein , knallend, mit einem Knalle zerspringen. Die Felß vor sein (des Drachen) Athem zerknallen . H. Sachs. (R.…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „knallen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knallen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „knallen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knallen/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knallen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knallen/dwb.
BibTeX
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