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garden

mnd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

garden

Bd. 4, Sp. 1386
garten, garden, von den landsknechten, gleich auf der gart liegen, umziehen u. ä., s. dazu gart sp. 1382 ff. 11, 1@aa) anfangs auch noch garden, als nachklang der entstehung aus dem franz. garde, z. b.: die laufende knecht (landsknechte ohne dienst) untersteen sich uf unser und euer arm lüt (unterthanen) zu garden und zu legern. kais. verordn. vom j. 1518 bei Scherz 472 (legern gleich sich auf die gart legen sp. 1384); und wie er (der landsknecht) also bisz heim garden oder bettlen muost, kame er für eines bauren haus. Wickram rollw. 43, 16 Kurz; gardten und hausieren. Scherz aus einer tirol. landsordnung 7, 7. 1@bb) ebenso nd. garden exire praedatum Schottel 1323, z. b.: a. 1363 gardede grave Engelbardt von der Mark im Viehlande mit grootem volke, und brande dar veele husen, darum dat to Bremen ein leed op em gedichtet was. Brem. wb. 2, 487 aus Renners brem. chron., d. h. aus dem 16. jahrh., dem der ausdruck angehört, nicht dem 14., über den begriff s. unter gart 1, b, es steht dem ursprünglichen begriffe näher als das gewöhnliche garten; s. ebend. 488 subst. garding und legering der knechte (vgl.garden und legern unter a), mehr hd. gardung, auch gartung, aber auch mit roman. endung garderinge und legeringe der landesknechte, wie bei Frisch 1, 320b gartierer von gartenden knechten, die rom. endung stimmt zu dem rom. ursprunge. auch Dähnert 142b bringt aus pommerischen quellen gardende knechte bei, Frisch 1, 320b aus magdeb. ordn., ebenso sich aufs garden begeben oder legen (vgl.auf der gart liegen sp. 1384). auch nl. im 16. jh. gaerden, s. im nl. wörterb. unter gaarden. 1@cc) aus garden erklärt sich dann nd. garren, viritim mendicare Schottel 1323 (daher bei Stieler 2440): garren, fechten, umb reuterzehrung ansprechen Praetorius (s. u. fechten 4), auch von handwerksburschen u. ä. 22) garten, bis ins 17. jahrh. hinein. 2@aa) garten schlechthin: gieng also zwen tagrais garten. Fortunatus D 7b; er (der landsknecht) garrt und nimmet oft ein pewt, die er musz zalen mit der hewt. H. Sachs 1, 531d; das unchristlich verloren volk der landsknecht, deren handwerk ist hawen, stechen ... garten, schinden, schätzen. S. Frank chron. 217a; welcher gwar wirt, was betlen, garten und terminieren, die drei geschwistergoten thuon, und wie sie die faulen schluffel müszig so reichlich neren, der boret kein dick bret nimmer mehr (thut nicht wieder handarbeit), als betler, mönch und landsknecht. ders. sprichw. 2, 76b; ein landsknecht klagt: [] das garten, mausen und das rauben wil man uns auch nicht mehr erlauben. Waldis Es. II, 79, 21; wenn ich gleich schon gar kein herrn het, so wolt ich mich mit garten nehrn, mich an mein weib und kind nicht kehrn, mich auch der baurn fluchen nicht gremen, gebns mir nichts, so thu ichs nemen, thro in zu schieszen auf die haut. Ayrer fastn. 122b (2948, 8); dort ligt ein dorf, drein wöll wir gahn garten wie ander arm landsknecht. 122c; die mutwilligsten und schedligsten aber unter diesen sein die gartenknechte und starken galgenschwengel, die gar keine tüchtige ursache haben vorzuwenden, das sie garten und betteln. Pape bettel- u. garteteufel J 5a; das nun diesen meineidigen und gottlosen tropfen das garten und die armen leute zu schetzen vergünnet und zugelassen sein soll, kann ich nicht für recht erkennen. O 3a; ein jeder, der sonst nirgend zu töcht, auch kaum ein vater unser beten und funf zelen kan, itzund musz ein landsknecht sein, einen spiesz auf die achsel und ein weib hinter ihm treten haben und die dörfer gartende besuchen. O 4a, wo leute, die den landsknecht nur spielten, gemeint scheinen. 2@bb) mit bezeichnenden zusätzen: der (landsknecht) sprach: Petter, wiltu mit mir purschiren? ich wil gartten in jenem dorf. Berl. meisterl. f. 23 no. 232; es soll kein landsknecht garten für eines pauren haus, denn er musz rotten und hacken dasz im der schweisz bricht aus u. s. w. Uhland volksl. 522, sie hatten eig. dem bauer, bei dem sie eingelegt waren (s.gart 1, b. 2, b), bei der arbeit zu helfen, in jenem liede aber mahnt ein landsknecht seine genossen vom garten ab, weil ein frischer krieg sold und beute in aussicht stellt; auf den pawrn ich denn gart. H. Sachs 2, 4, 2c; neun armer landsknecht zogen aus und garteten von haus zu haus, dieweil kein krieg im lande was. 1, 494a, so kommen sie auch vor den himmel, da klopften sie auch an darvor, wolten auch in dem himel garten. das.; bald sie in himel kamen nein, gartens herumb bei aller welt. 493b, das garten ist da nichts weiter als ein geld sammeln, zum bloszen betteln geworden, vgl. unter c. 2@cc) die behörden kämpften früh dagegen, bis ins 17. jh., z. b.: auch soll den lantzknechten, frembden personen und pettlern nit gestat werden, on erlaubnis eins erbaren raths bei den burgern also zu garten, zu samlen oder zu pettlen. Schmeller 2, 68 aus dem Amberger stadtb. von 1554 art. 122; die bair. landesordnung von 1553 handelt von dem täglichen garten herrenloser feirender umlaufender gartender landsknecht oder gartknechte und abschaffung der gart, s. dens.; dasz das garten im lande abgestellet sei. verhandl. der schles. fürsten u. stände vom j. 1618 s. 128; die landsknechte beriefen sich übrigens auf ein angebliches kais. privilegium, wenigstens den bauern gegenüber, s. unter gartknecht. zuletzt erscheint es gegen ende des 17. jh. (s. schon u. 1, c), gleich betteln, fechten: faule starke lendenlahme (d. h. so stellen sie sich) bettler, die nicht arbeiten mögen, wenn sie schon können, garten und fechten lieber (wie sie reden), ziehen die glocken in den häusern an. Otho 623. 33) einzeln auch transitiv: ein armer verriszner lantzknecht, welcher nichts umb oder an hett dann ein alts fischernetz, das er villeicht kürzlich von einem fischer gegartet hatte. wegkürzer 25b, in einem andern drucke gartet hat (Uhland schr. 4, 187). wol auch im folg.: darauf fulen sie mit gewalt ein .. blünderten, raubten, garteten, brandschatzten alles was sie ankamen. Garg. 201b (Sch. 373). nl. bei Kil. gaerden het land, populari agros, vermutlich in dem sinne wie u. 1, b aus Renner im lande garden. Auch ergarten transitiv, in einem schwäb. politischen liede vom jahre 1534: bei Laufen an dem rein wolt er des hirschen warten, ihn schinden auf die schwarten, so er in möcht ergarten. Mones anz. 8, 192, Liliencron 4, 82a. 44) dazu gartenknecht, gartenbruder, worin eig. das part. gartend enthalten sein musz, während gartbruder, gartknecht mit dem subst. gart gebildet sind.
6523 Zeichen · 153 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gardensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    garden , sw. V. nhd. „garten“, bettelnd umherstreifen, bettelnd herumstreifen E.: s. garde (2) R.: gardende landesknecht…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Garden

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Garden , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches im Hochdeutschen nunmehr veraltet ist, ehedem aber, so wo…

  3. modern
    Dialekt
    gardenVerb

    Mecklenburgisches Wb.

    Wossidia garden Verb zum Vor. als abgedankter Landsknecht plündernd und bettelnd im Lande herumziehen: 'daß, wenn gleich…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit garden

102 Bildungen · 94 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von garden 2 Komponenten

gar+den

garden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

garden‑ als Erstglied (30 von 94)

Gārdenǟrde

WWB

Gārden-ǟrde f. Gaordeneerde, -äärde Erde in einem Garten; Erde, die für einen Garten geeignet ist (WMWB).

Gārdenammete

WWB

Gārden-ammete [verstr.] im Garten vorkommende Ameisensorte. Dei Bäigamelte es schwatt un gröter als dei Gourn-Ampelten, dei brun sind ( Kr. …

Gārdenarbēd

WWB

Gārden-arbēd f. [verstr.] im Garten anfallende Arbeit.

Gārdenbedde

WWB

garden·bedde

Gārden-bedde n. [verstr.] Beet im Garten. De Goernbeete van Unkriut woin (jäten) ( Kr. Halle Hal Kr. Halle@Borgholzhausen Bo ). ⟨ -bedde (WM…

Gārdenblek

WWB

garden·blek

Gārden-blek n. [Alt] Garenbliäk ( Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid Alt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Herscheid Hs ) Bee…

Gārdenboªrn

WWB

Gārden-boªrn m. Gourtenburn Brunnenart ( Kr. Warburg Wbg Rö).

gārdenbôk

MNWB

garden·bok

gārdenbôk , n. , Stadtbuch, das die Grundstücke der Stadtflur, Hopfen-, Wein-, Obstgärten , Gärten in der Stadt, an denen der Stadt Zins zus…

Gardenbrauder

MeckWB

garden·brauder

Wossidia Gardenbrauder m. bettelnder Landsknecht: 'Gardenbröder' Gry. Lb. 1, S 3 b ; Cc 1 a .

gardenbrōder

KöblerMnd

gardenbrōder , M. nhd. bettelnd herumziehender verlaufener Kriegsknecht, Landstreicher Hw.: s. gardengengære E.: s. garden, brōder W.: s. nh…

Garden City

Meyers

garden·city

Garden City (spr. gārden ßittĭ), Dorf auf der nordamerikan. Insel Long Island, mit der Begräbniskirche des New Yorker Kaufmanns Stewart und …

Gārdendisk

WWB

garden·disk

Gārden-disk m. Gān’ndis Tisch zur Verwendung im Freien ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl ).

Gārdendrōßele

WWB

garden·drossele

Gārden-drōßele f. a) Dei groe Gorendrussel Weibchen der Schwarzdrossel. — b) Dei schwatte Gorendrussel Amsel ( Kr. Büren Bür Sk).

Gārdendüᵉre

WWB

Gārden-düᵉre f. [verstr.] Tür als Eingang zum Garten.

gardendü̑vel

MNWB

° gardendü̑vel , m. , eine Teufelsgestalt des 16. Jhd., der Teufel, der den Gartenden (s. garden ) schützt.

Gardendüwel

MeckWB

garden·duewel

Wossidia Gardendüwel m. Gelegenheitsbildung zu dem Vor.: 'alse Ambrosius Pape in synem Boke wedder den Bedel- und Gardendüvel geschreven' Gr…

gardendǖvel

KöblerMnd

gardendǖvel , M. nhd. eine Teufelsgestalt des 16. Jahrhunderts, der Teufel der den bettelnd Herumstreifenden schützt E.: s. garden, dǖvel (1…

Gārdenfurke

WWB

garden·furke

Gārden-furke f. Gahnfuorken Werkzeug zum Umgraben das Gartens ( die krfr. Stadt Hagen Hag Hg).

garden als Zweitglied (8 von 8)

Lustgarden

MeckWB

lust·garden

Wossidia MeckWBN Lustgarden m. Pl. a. Spr.: horti 'Lustgarden, Bohmgarden' Chytr. 455; hd. im Rätsel vom Jahr: 'in diesem großen Lustgarten …

Nouwgārden

MNWB

Nouwgārden (Now- , Nou- , Noy- , No- , New- , Naw-) , Nouwērden (No- , Nau-) , npr. , Nowgorod.

Schǖrengārden

WWB

schueren·garden

Schǖren-gārden m. kleiner Garten (Wiese) um die→ WWB Schǖre auf besonders umgräfteter Insel ( Kr. Münster Mün Sc).

vorgarden

KöblerMnd

vor·garden

vorgarden , sw. V. Vw.: s. vörgāderen* L.: Lü 500b (vorgarden)

wîngārden

MNWB

win·garden

(gārdentēgede) wîngārden- , bômgārdentēgede , m. , Gartenzehnten, Abgabe vom Garten , Gartenland, vom Ertrag desselben.