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gereite

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gereite f. n.

Bd. 5, Sp. 3626
gereite, gereit, f. n. , auch gereide, geraide, geraid, geredt, und in zusammensetzung heimgereite, heimgeraide, heingereide, heingerede, heingereth, umgedeutet in haingeraide und gereut. heim- hat hier dieselbe bedeutung wie in heimgarten, heimgericht, heimgeding (s.garten II, 2, e, γ sp. 1395 fg.), das dorf, goth. haims; die abschwächung in hein ist die gleiche wie in mhd. Heimrîch, Heinrich. gereite gehört zu dem sp. 3625 nr. 4, c erwähnten stamme (goth. garaidjan, anordnen, garaids, angeordnet, bestimmt) und bedeutet wol ursprünglich 'der festgesetzte, abgegrenzte raum, bezirk' wie in hofgereit, f., area ad usum praedii ac domus parata Haltaus 940 (s. hofreite und vgl. ahd. hreiti-huoba, colonia Schm.2 2, 172), heimgereite also 'der dem gemeinwesen zugehörige bezirk' im gegensatz zum eigen, zum privatbesitz der bauern und des adels. das wort ist bezeugt aus dem Elsasz, der Rheinpfalz, dem Rheingau, Rheinhessen und Unterfranken und weist auf die zeiten der ersten germanischen besiedelung und auftheilung des landes; so waren die wälder des Waskenwaldes und der Hardt von Straszburg bis Dürkheim in 16 geraiden oder bezirke getheilt (darunter eine ober-, eine mittelheimgeraide und mehrere Hardtgeraiden), an deren jeder mehrere gemeinden, eine genossenschaft bildend, gemeinsamen antheil hatten, s. Schöpflin Alsatia illustr. 1, 653 fg., Bodmann rheingauische alterthümer 439 fg. und Riehl land und leute6 185: »positiv sprach sich das social-politische sonderthum aus in dem höchst merkwürdigen uralten markverein der rheingauischen heimgeraide. im ursprünglichen geiste dieses markvereins sind alle landesinsassen als eine grosze familie gedacht. die heimgeraide bildete das gemeinsame eigenthum dieser familie, die almende des landes. 'wald, weide, wasser, weg und steg' sind die nutzungen, auf welche jeder Rheingauer ein angeborenes recht hatte, aber nur im sinne der gütergemeinschaft, denn keiner durfte sich von diesen stücken etwas zum privatbesitz aneignen.« 11) die mehreren gemeinden gemeinsame waldung und weide, holzmark: plenum jus utendi lignis in silva hemgereite. weisth. 1, 767 (Landau, von 1291, Schöpflin Als. dipl. nr. 774 gibt in derselben urk. heingereite); missehelle umbe den walt, der do heiszet heingereite. Mone ztschr. 8, 142 (Landau von 1295, nach abschrift des 14. jh., die heimgeraidte weisth. 1, 767 nach jüngerer abschrift); die von Godramstein, von Sibeltingen (und andern zwölf benannten orten), die do recht hant in die heingereit (heimgeraydt weisth.). ebenda; die pfluger und die wagener in der heingereiden (heimgeraidte weisth.), e sie hauwen, so sollen sie sweren zu den heilgen, daʒ sie des holtzes nieman geben zu kaufe uszer der marke. ebenda, gemeint ist das von Adelung erwähnte 'Landauer gereut, welches sechzehen meilen im umfange begreift'; welcher holz ausz der gereiden entfrembt, der soll derselbigen, alsbalt man es innen wirt, gänzlichen entraupt sein. weisth. 6, 116, 5 (Maikammer bei Edenkoben, von 1577); als weit die gereid gehet. ebenda 10; welcher in den pfindigen wälten mit einem karch oder wagen in oder auszerhalb der gereiden weilet und bürkenreif oder reifstangen firen thete. 417, 16, vgl. 25; das vieh zu Gleiszweiler wurd den nehsten vom dorf uf die gereiden getrieben, so weit man dieselben erreichen kan, gleich andern gereidengenossen. 5, 572 (von 1 68); gemein gereth. 1, 640 (Kirburg im Westerwald, von 1461); geraide, nach der aussprache des volkes 'geräth' intelligenzblatt des k. b. Rheinkreises 1827 s. 243; mainfränk. die heinried (der form nach wie mainfränk. hofrit weisth. 6, 9): wann es were, das man buwet uf der heinried oder uf der gemeinde. weisth. 6, 7, 13 (Amorbach, von 1395); alle lantsidelhuser die uf den heinrieden stende. 6, 9; wer es, dasz imancz sesz uf der heinride zu Merschenhart. ebenda. 22) die markgenossenschaft, welche die nutzung der gemeinen waldung und weide hat: rusticos de Gotramestein et Nuʒdorf et eorum complices, qui vulgari nomine heingereide appellantur. Würdtwein nov. subs. dipl. 12, 173 (v. 1256); item sie wisen auch, das ein bischof zu Spiere soll sin ein schirmer uber den walt, und hat recht mit eim wagen usz dem slosz zu Kirwiler brennholtz in demselben walde zu holen; und was der gereiden verbotten ist, das ist ime auch verbotten. weisth. 1, 772 (Edenkoben, 14. jahrh.); zwüschen den gemeinern des schlosz zu Madenburg off eine site, und der heingereide der dörffer Ulwesheim off die ander site als von des walds der heingereide wegen von holtzhauwens wegen. Scherz 642 (von 1426); es sollen auch die förster bei ihren aiden verpunden sein, wen sie ein feuer uf der gereiden wäldern sehen ufgehn, dasz sie vleisz ankehren, damit kein schad davon entstehe. 6, 416, 4 (Maikammer, von 1577); wan die förster einen frembden auf der gereiden finden, da ist die halbe ainung ihn und die ander halb der gereiden; und wovon die gereit stehet (absteht), sollen die knecht auch davon stehn. ebenda 7; wir wysen, die marck vur ein recht haimgerede; wess sie zu rade worden und gebot mechten, fugete iʒ en nit, sie mochtens minnern oder merern. weisth. 1, 512 (Bibrau bei Offenbach, von 1385); unser (des pfalzgrafen Ruprecht) dorf Virdenheim (Fürdenheim), daʒ unser friheymgerede ist. Mone zeitschrift 6, 432 (von 1367). 33) das aus markgenossen gebildete gericht, sowie die gerichtsbarkeit und das recht der heimgereite, auch der gerichtsbezirk derselben: fürther weist man gemeine leuth (zweier dörfer) als solche gemeinschaft zu halten ein gemeine (gemeinsame) pfarr, ein gemeine tauff, ein gemein pfarner, ein gemein klöckner, ein gemein schützen, ein gemein hirt jenseit und dieser seit, ein heingeregt (sic). item fürter spricht der fauth (vogt) wieder die scheffen, das sie ausgehen mit den zwei gemeinden und das sie mit recht erkennen alle, die sich des heingereths gebrauchen und in dem heingereth sitzen oder wonnen, und nit hie seint an diesen ungebotten dingtag. weisth. 4, 570, 6 (Walluff und Neuendorf im Rheingau, von 1304, abschrift des 16. jahrh.); auch weisen wir, wer do in plicht ist, der soll hude hie syne, und soll sin heingereide suchen (als scheffe besuchen). 1, 493 (Geinsheim, gegenüber Oppenheim, von 1455); jus vero, quod dicitur heinreita, cum convicinis suis observare tenentur (mönche, welche güter in der gemarkung Nuszbaum, amt Bretten, gekauft haben). Mone zeitschr. 1, 486 (vom j. 1273); das heingerede soll der gemein zustehen und so ferne sie das ufrichtig halten und solchs zu rechter zit inbringen. weisth. 5, 267, 17 (Melbach in der Wetterau, von 1475); di bues des heinegereds umb beschedigung greben (vorher gemein fridengreben), zeunen und andern, das zu der gemeine vestigung gehört, ist 8 β. 5, 267, 19; die inwohner der gereiden. 6, 418, 23; die merckere wyseten auch, daʒ .. nymand keinen besundern eigen hirten han solte, sunder menglich vor einen gemeinen hirten driben in yglichem heyngerede, da er dann ingesessen ist. 4, 534, 2 (Dieburg bei Darmstadt, von 1452). 44) in zusammensetzungen:
7049 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gereitemhd. st. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch

    ge- reite mhd. st. f. ( zum Ansatz vgl. Splett, Ahd. Wb. I,2,758 ); vgl. mhd. gereite sw. f. — Graff II,479 s. v. gareit…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gereiteswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +21 Parallelbelege

    gereite swv. was ich reite. 1. zähle, rechne. und als er danne alle die guottête her vor gereitet, die si an ime habn be…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GereiteDas

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Х Das Gereite ,

  4. modern
    Dialekt
    Gereite

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-reite 2 in den Zs. Gereiteeisen , -holz, stange .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gereite

31 Bildungen · 15 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gereite

ge- + reite

gereite leitet sich vom Lemma reite ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gereite 2 Komponenten

gere+ite

gereite setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gereite‑ als Erstglied (15 von 15)

gereite, gereit

MWB

gereite, gereit Adj., Adv. Adv. s.a. gereites. 1 Adj. (meist präd.; attr. s.u. 1.3 und 1.4 ) 1.1 ‘bereit, zur Hand, fertig’ 1.2 ‘bereit zu e…

Gereitebauer

PfWB

gereite·bauer

Gereite-bauer m. : ' Bewohner eines Gereitedorfes ', vgl. Gereiter , Geraidebauer [PfW. 1905, S. 85].

gereiteclîchen

FindeB

* gereiteclîchen adv. bereit und gerüstet LAlex.

gereiteclīchen

KöblerMhd

gereiteclīchen , Adv. Vw.: s. gereiticlīchen

Gereiteeisen

PfWB

gereite·eisen

Gereite-eisen n. : ' eiserne Verbindungsstange zwischen den Leitern des Erntewagens ', Gräheise (grEaisə) [ KU-Godhs ], Gereereeise (gərErəa…

Gereiteholz

PfWB

gereite·holz

Gereite-holz n. : 1. a. 'Verbindungsstange am Leiterwagen (hinten und vorn)', Geräreholz, Pl. -helzeʳ [verbr. westl. WPf], Gerätholz [ KL-Mi…

gereiteln

PfWB

gere·iteln

 ge-reiteln schw. : ' quälen, beunruhigen ', gereidle [ Don-Tscherwk ].

gereiten

FWB

1. ›sich / etw. zu etw. hinwenden, auf etw. vorbereiten‹.; 2. ›etw. ausrechnen, etw. gegen etw. abschätzen, verrechnen; etw. / jn. bezahlen‹…

Gereitergenosse

PfWB

gereiter·genosse

 Gereiter-genosse m. : = Gereiter . a. 1570: geräidensgenoßen auß den dörffern Pfleißw(eiler), Horbach, Drußweiler, Capellen vnd Obernhoffe…

Gereiterordnung

PfWB

gereiter·ordnung

Gereiter-ordnung f. : 'die für eine Gereite gültige Waldordnung'. a. 1421: Geräiderordnung der statt Bergzabern und übriger mitgeräidschafft…

Gereitertag

PfWB

gereit·ertag

Gereiter-tag m. : 'alljährlich abgehaltener Gerichtstag, an dem über die Belange der Gereite verhandelt wird'. a. 1421: geräidertag, welcher…

Gereitestuhl

PfWB

gereite·stuhl

Gereite-stuhl m. : FlN, der an die Gerichtsstätte einer Gereite erinnert, vgl. Gereitertag . In LA-Maik: Uf'm Grärestuhl, amtl. Auf dem Gera…

Gereiteweg

PfWB

gereit·eweg

Gereite-weg m. : 'Weg zum Heimgereitenwald', FlN in LA-Burrw, Grääreweg, a. 1609: der gereiden weg, a. 1739: Creden weeg.

gereite als Zweitglied (15 von 15)

algereite

KöblerMhd

alge·reite

algereite , Adv. nhd. „bereit“ Hw.: vgl. mnd. algereide Q.: Lilie, BDan, Hiob, Pilgerf (FB algereite), En (1187/1189), Lanc, Parz, Wh E.: s.…

hūsgereite

KöblerMhd

hūs·gereite

hūsgereite , st. N. nhd. Hofraum, Hof, Bauernhof, Landgut, Hausgerät Hw.: s. hovereite Q.: Urk (1349) E.: s. hūs (1), gereite W.: nhd. DW- L…

ingereite

Lexer

inge·reite

in-ge-reite , in-ge-reide stn. eingeweide Chr. 2. 311,1 var. — vgl. Schm. 3,157.

pfertgereite

KöblerMhd

pfertgereite , st. N. nhd. Pferdeausrüstung, Sattel (M.), Zaumzeug, Reitzeug, Pferdegeschirr Q.: NibC (1. Hälfte 13. Jh.) E.: s. pfert, gere…

Schiffsgereite

DRW

schiff·s·gereite

Schiffsgereite, n. wie Schiffgerät schif gereite um 1270 JüngererTiturel(Wolf) III 6070,1 anker, takel, vitalie unde ander schepesgerede 148…

ungereite

Lexer

ungere·ite

un-gereite adv. ohne die kraft wozu zu haben. dî in gesegente ungereide vor grôʒer jâmerkeide Elis. 4259.

vrowengereite

BMZ

vrowen·gereite

vrowengereite stn. frauenreitzeug, frauensattel. ein phert, daʒ frowengereite truoc Parz. 504,11. ein frouwengereite wart ûf daʒ phärt gelei…

Ableitungen von gereite (1 von 1)

ungereite

Lexer

un-gereite adv. ohne die kraft wozu zu haben. dî in gesegente ungereide vor grôʒer jâmerkeide Elis. 4259.