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schitter

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schitter adj.

Bd. 15, Sp. 228
[]schitter, adj. lose, dünn, lückenhaft, mhd. schiter und scheter mhd. wb. 2, 2, 165b. Lexer mhd. handwb. 2, 759, ahd. scetar Graff 6, 440. während in der nhd. schriftsprache das wort früh verschwindet, haben die oberdeutschen mundarten (aber auch das schlesische) es in lebendigem brauche erhalten, mit verschiedener färbung des stammvocals: schitter Schm. 2, 485. Frommann 4, 3. 5, 462. Stalder 2, 320. Hunziker 221. Schöpf 612. Zingerle 50a. Castelli 242. Weinhold 83a, schütter Frommann 6, 205. Schm. a. a. o. Lexer 228; die form mit e in der stammsilbe ist als thüring. bezeugt (s. unten unter 1, d den beleg aus Stolle's chron. und Germania 9, 178); wenn im nd. ein wort schettrig häufig im sinne von elend, erbärmlich gebraucht wird, so liegt es nahe an unser schiter, scheter zu denken, wenn gleich nicht geleugnet werden kann, dasz vielfache berührung mit schêterig (= hochd. scheiszerig) und schett (= hochd. schisz) stattfindet (s. unten schitterig). 11) als grundbedeutung des wortes, die in verschiedener richtung angewandt ist, ergibt sich lose, dünn, lückenhaft. 1@aa) von gewand und kleidung (s. oben schetter th. 8, sp. 2603), dünn, lose gewebt Zingerle lusern. wb. 50a. dann auch dünn, abgeschabt, dem zerreiszen nahe Stalder 2, 320: hosen und röck schitter und plod. meisterl. 2 nr. 232. 1@bb) von kopfhaar und baarthaar: mit schütterm blonden kopfhaar. reise der freg. Novara 2, 333; schittari haor Castelli 242, schittar part, dünner bart Schm. 2, 485; da musz das haar schitter seyn, wie das trayd der armen leuthen. Abr. a S. Clara bei Schm. a. a. o.; natürliche haarlocken, die vom scheitel bis zur hohlhaut schütter sind. steckbrief gegen Kossuth ebenda. 1@cc) von den zähnen, lückenhaft: schider zent quelle des 15. jh. bei Lexer mhd. handwb. 2, 759. 1@dd) von getreide, gewächs, gehölz, buschwerk, reben u. ähnl.: am finften, die in diser gemain befindliche waldunge betröffende, als welliche ohne deme zimblich jung und schiter (sind). tirol. weisth. 2, 88, 16; do der win bluete, do regente es ummerdar, darnach do her wachsen solde, do fiel her abe und wart dunne und schetter. Stolle chron.; dasz hagel, schaur und feures stral di frucht nit machen schitter. Uhland volksl.2 635; der saamen des vierten säckels ist gar schütter auffgangen. Abr. a S. Clara bei Schöpf 612; vom getreide im sinne von undicht, gegensatz wüeche. ebenda. spottspruch aus Kärnten: dîe jungfern aff'n Krapffeld seint gar schütter g'sat, i' man es hat alle der nachtwind verwat. Lexer 228; vergl. Schmeller a. a. o. Weinhold 83a. 1@ee) von dem netz, mit dem Vulkan die beiden liebenden fängt: (er) schmidet ein gülden gitter, durchsichtig, rein und schitter, klein, subtil, wie spinnweben. H. Sachs 5, 335b (1579). 1@ff) von feindeshaufen, die durch den angriff gelockert werden, mit beziehung auf die unter d angeführte bedeutung: dâ von eʒ in der enge wart schiter. reht als in eim vluore tuot starc ungewiter. Lohengrin 4601; niht schiter von einem dicht gedrängten haufen: dâ enwas niht schitere diu menege der wurme. Tnugdalus 49, 65. 1@gg) bildlich vom lichte, das durch wolkenbedeckten himmel nur hie und da hindurchbricht: der tac lûhte schitere; grôʒ wart daʒ wâcgewitere; diu vinster wart vil dicke. Servatius 3237 (zeitschr. für d. alterth. 5, 172). 1@hh) ganz verblaszt dann wie selten, seltsam, sparsam, s. Schm. 2, 485. 22) mit besonderer wendung im sinne von hinfällig, gebrechlich. 2@aa) von haus und gerät, löcherig, baufällig: wonet in einem hausz zu letz, weliches war unden und oben gantz schitter, durckel und zerkloben, das man im allenthalb nein sach. H. Sachs 14, 150, 32 Götze; ich (unfleisz) mach das haus baufellig und schitter. spruchged. s. 57, 50 Tittmann; das alte schittere bett. Lazarillo de Tormes 116. 2@bb) von personen: (er) hörte wieder rufen, stund wieder still, bis ein altes schitteres mannli sich zu ihm durcharbeitete. Gotthelf Uli der knecht (1841) 116. ein schitterer junge, ein schwächling Stalder 2, 320, vgl. Hunziker 221. Frommann 4, 3 (Vorarlberg). 33) von speisen im sinne von schal Stalder 2, 320.
4122 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schitteradj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schitter , adj. lose, dünn, lückenhaft, mhd. schiter und scheter mhd. wb. 2, 2, 165 b . Lexer mhd. handwb. 2, 759 , ahd.…

  2. modern
    Dialekt
    Schitter

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    Schitter Band 8, Spalte 1525 Schitter 8,1525

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schitter

16 Bildungen · 14 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schitter

schitt + -er

schitter leitet sich vom Lemma schitt ab mit Suffix -er.

Zerlegung von schitter 2 Komponenten

schit+ter

schitter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schitter‑ als Erstglied (14 von 14)

schitterallala

MeckWB

Wossidia schitterallala spielerische Weiterbildung zu Schitt in der Abfertigung ach wat, schitterallala Wa. Vgl. MeckWB Schiteralla .

Schittereschitt

MeckWB

schitter·e·schitt

Wossidia Schittereschitt -titt, Schitteritt wie schitterallala; Abfertigung: Schittereschitt is ok 'n Danz Sta Stargard@Alt Strelitz AStrel …

schittereⁿ I

Idiotikon

schittereⁿ I Band 8, Spalte 1526 schittereⁿ I 8,1526

schittereⁿ II

Idiotikon

schittereⁿ II Band 8, Spalte 1527 schittereⁿ II 8,1527

schitterglanz

DWB

schitter·glanz

schitterglanz , m. : wodurch sein ruhm mit schitterglanze bricht. Withof acad. ged. 2, 184 . ( Withof war geb. in Duisburg, nld. schitteren …

schitterig

DWB

schitt·e·rig

schitterig , adj. , weiterbildung zu dem vorhergehenden schitter, adj., in gleicher anwendung, so in der Schweiz Stalder 2, 320 ; über nd. s…

Schitterlittschitt

Wander

Schitterlittschitt Schitterlittschitt is 'n dubbelten Furz, segt Frêtlütje. ( Hildesheim. ) – Hoefer, 341.

Schitterlock

MeckWB

schitter·lock

Wossidia Schitterlock n. Kosewort für ein kleines Kind: Mudder, stäk Licht an, Dat Schitterlock seihn kann Pa Parchim@Ganzlin Ganzl ; Wo. V.…

Schitternoors

MeckWB

Wossidia Schitternoors m. wie -lock: Wo. V. 3, S. 312.

Schitterumschät

MeckWB

Wossidia Schitterumschät m. scherzhafte Weiterbildung zu Schitt und Schät: Schitterumschät is 'n duwwelten Forz Wa.

schitter als Zweitglied (2 von 2)

rūbenschitter

KöblerMnd

rūbenschitter , M. Vw.: s. rūpenschītære* L.: MndHwb 2, 2294 (rûbenschitter)