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vier

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vier

Bd. 26, Sp. 251
vier , zahlwort, got. fidwor, krimgot. fyder; als erstes glied in zusammensetzungen fidur-: fidurdogs, -falþs, -ragini; altisl. fjórer, als erstes glied von zusammensetzungen fer- (aus feðr-); altschwed. fiūrir, fȳrir. fiūri, fȳri; als praefix fiæþr-, fiæþer-, fioþer-; n. fire, schwed. fyra; altengl. fēower (in zusammensetzungen auch fyder-, fiðer-, feðer-); neuengl. four; nl. vier; altfries. fiuwer, fiower, fior (fjâwer Schmidt-Petersen wb. d. nordfries. sprache 43a ; zu beachten ist, dasz neben zusammensetzungen mit fjâwer sich auch solche mit fir, die jedenfalls auf nd. einflusz beruhen, finden: firkānt neben fjâwerkānted); altsächs. fiuuuar, fiuuar, fior, fiar, viar, vier, veir; ahd. fior, feor, fiar, fier (Graff 3, 670); eine praefixale form fitter- ist im salischen gesetz erhalten (J. Grimm kl. schr. 8, 239); mhd. vier mhd. wb. 3, 306b; Lexer mhd. handwb. 3, 338; quatuor vier, fier vel fyeer, viery, nd. ver Diefenbach gloss. 478b; quatuor vere nov. gloss. 311a; vier quatuor Dasypodius 447c; vier, viere Maaler 447d; vier et viere Stieler 2381; Steinbach 2, 894; Frisch 2, 401a; mnd. vêr Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 236a. zum gebrauch der mundarten vgl. Schmeller bayer. wb. 1, 843; Schoepf tirol. idiot. 789; Zingerle lusern. wb. 30; Lexer kärnt. wb. 95; Fischer schwäb. wb. 2, 1471 ; schweiz. idiot. 1, 922; Hunziker aarg. wb. 86; Martin-Lienhart wb. d. els. mundarten 1, 129b; Ruckert unterfränk. mundart 191; Crecelius oberhess. wb. 2, 883; Müller-Fraureuth wb. d. obers. u. erzgeb. mundarten 2, 621b; Hönig wb. d. kölner mundart 190a; Follmann wb. d. deutsch-lothring. mundarten 158b; brem. wb. 1, 376; Schütze holst. idiot. 4, 299; ten Doornkaat-Koolmann wb. d. ostfries. sprache 1, 439b; 445a; Dähnert plattd. wb. 516b; Collitz waldeck. wb. 29a; Schambach wb. d. mundart v. Göttingen-Grubenhagen 259a; Siebs Helgoland 216b. 11) flectierte formen des zahlworts (vgl. Loewe in den beitr. z. gesch. d. spr. u. lit. 27, 75 ff.). das altnordische hat eine vollständige adjectivische flexion des zahlwortes ausgebildet (alte belege für flectierte formen auf dem stein von Rök): nom. in drei geschlechtern, altisl. fjórer, fjórar, fjogor; gen. fjogorra; dat. fjórom; acc. fjóra, fjórar, fjogor. die zahl vier steht also hier den ersten drei zahlen gleich. im got. und westgermanischen dagegen gehört vier zu der folgenden zahlengruppe (bis neunzehn). vier kann ohne flexion gebraucht werden, daneben aber auch einzelne flectierte formen entwickeln. es ist natürlich, dasz der gebrauch flectierter oder unflectierter form mehr oder minder geregelt wird. im got. ist nur der dat. fidworim belegt, der gen. fidwore aus niune, twalibe zu erschlieszen; an der einen stelle, wo fidworim vorkommt, steht es allein: hafanana fram fidworim αἰρόμενον ὑπὸ τεσσάρων Marc. 2, 3; dasz die flexion auch im got. eintreten kann, wenn das zahlwort dem zugehörigen nomen folgt, wird durch andere zahlen bewiesen (aber vgl.: jere ahtautehund jah fidwor ἐτῶν ὀγδοήκοντα τεσσάρων Luc. 2, 37), während Luc. 15, 7 eine vorausgestellte zusammengesetzte zahl in beiden theilen flectiert: in niuntehundis jah niune garaihtaize ἐπὶ ἐνενήκοντα ἐννέα δικαίοις. eine flexion des nom. (oder acc.) scheint im got. noch zu fehlen, dafür spricht þai twalif neben þize twalibe und þaim twalibim. im altengl. ist bei den zahlen von vier bis neunzehn auch eine flectierte nom. acc.-form entwickelt; die flectierten formen werden besonders angewendet, wenn die zahlen allein stehen (Sievers ags. gramm. § 325), doch auch sonst: wæron fēowere dā ford gewitene dagas on rīme Guthlac 1107 (hier ist freilich dagas mehr als erläuterung des zunächst für sich hingestellten zahlworts anzusehen). from fēowerum foldan scēatum Crist 879. nachgestellt im altsächs.: that scoldun sea fiori thuofingron scrîBan Hel. 32 C; alleinstehend: thuo giuuêt im thie unaldandes suno mid thiem fiuuarun forth 1190 C (fluuariun M) in zusammengesetzter zahl mit folgendem gen.: fieri ende thritich honero Freckenh. heber. 37, 17 Wadstein. im althochd. tritt zu den formen der i-decl. (nom. acc. für m. u. f. fiori, gen. fioreo, dat. fiorim) ein nom. acc. mit adjectivischer endung (fioriu, fioru vgl. driu), so dasz auf diese weise eine annäherung an vollständige flexion entsteht, nur dasz nom. acc. f. fehlt. die flectierten formen werden gebraucht, wenn das zahlwort mit dem nomen wie ein adject. verbunden dem nomen folgt, oder wenn das zahlwort 'substantivisch' steht, allein oder mit zugehörendem gen.: thaz duent lutmarithie scriptora fiari Otfrid 3, 14, 3; thaz manodo sin noh fiari 2, 14, 103; wanta iro warun fiari 4, 28, 3; neutrum: in fieru sie iz gideiltun 4, 28, 2. in zusammengesetzer zahl mit folgendem gen.: unzan fioru inti ahtuzug iaro Tat. 7, 9. gegen die regel steht flectierte form Ben. Reg. 42: keleranem feorim ... fimfim pletirun lectis quattuor aut quinque foliis; vgl.: so driror feorim kazokan ist stunton sic ter quaternis trahitur horis (Hymnen 18), wo quaternis die flectierte form veranlaszt hat. über die mhd. flectierten formen und ihren gebrauch vgl. Weinhold mhd. gr. § 336, 4 (nom. acc. für m. und f. viere, n. vieriu; gen. vierer, vierre, dat. vieren). das zahlwort stimmt nun völlig mit den starken pluralformen eines adj. überein, daher ist es begreifich, dasz nun auch öfter in der stellung vor dem subst., der gewöhnlichen stellung des attrib. adj., flectierte formen eintreten: viere winde biceichenint vier engele Annolied 187; vieri mîlin lank unti sescich 170; vieriu dûsent lâfterin hôch 172; undersatzt mit vieren marmelînen tieren Iwein 583. gebrauch nach den alten regeln; nachgestellt: in den tagen vieren Nib. 1003, 1; dô gesâzen ritter viere Iwein 86; er hât ir noch viere 4483; fröuwent sich zwêne, sô spottent ir viere minnes. frühl. 108, 24. das neutrum dort elliu vieriu sâzen, Lyppaut, sîn wîp und sîniu kint Parz. 394, 30; bî im gie mîner jâre hin vieriu mit seneclîcher nôt Ulrich v. Lichtenstein frauend. 10, 1; in vieriu, envieriu, in vier theile, gruppen u. ä.: der nu mîn herze envieriu (: driu) mit sîner hende slüege Parz. 177, 18; ehte wurden ir alsô. die hiez er in vieriu stên und ie zwên zesamne gên Lamprecht v. Regensburg leben d. h. Franziskus 1310. unde teilent si in vieriu deutsche texte d. mitt. 28, 69, 27 (Lucidarius). statt der neutralen form tritt viere ein: sô spaltet man in (den hirsch) überal von dem houbete zetal und dâ nâch danne in viere (: quartiere) Tristan 2801; daz got die stat ûf tiefen rât in viere glîch geteilet hât Heinrich v. Hesler Apokalypse 21217. im nhd. geht die besondere form des neutrums verloren, ferner schwindet der gen. völlig aus der schriftsprache (beachte unten die stelle aus Brauns orthogr. lex.), er ist nur in der zusammensetzung viererlei erhalten. die mundarten haben den gen. z. th. bewahrt (vgl. z. b. Stucki mundart von Jaun 279). Adelung in seinem wb. und im umständl. lehrgeb. 1, 574 (1782) verwirft den gebrauch von viere ('auszer etwa am ende eines periodi, um der rede durch einen trochäum am ende mehr ründe und vollständigkeit zu geben' wb.). dagegen schreibt er den gebrauch des flectierten dativs (vieren) vor, wenn er allein und ohne subst. steht: ich höre es von vieren; einer von vieren; auf allen vieren kriechen. vier, das zahlwort, bleibt mit dem artikel bey einem hauptworte unverändert, z. b. die vier männer, der vier männer, den vier männern: steht es aber allein, so wird es im genitiv und dativ abgeändert: z. b. die stärke vierer, oder von vieren, mit vieren fahren Braun deutsch. orthogr. gramm. wb. (1793) 289a. im gebrauch der heutigen schriftsprache ist der flectierte dativ vieren durchaus fest, wenn er allein steht, viere ist fast ganz verschwunden, es hat einen vulgären klang bekommen. am festesten haftet es noch in der wendung alle viere von sich strecken, die ja auch derb im ton ist (alle vier von sich strecken Adelung); als schriftgemäsz gilt daher jetzt die vier, ihrer vier. die mundarten haben dagegen die flectierende form des nom. acc. in weitestem umfange bewahrt und so dringt sie, wie sie in der umgangssprache überall verbreitet ist, auch wieder in die local gefärbte schriftsprache ein. die kinder Isaschar waren, Thola, Pua, Jasub und Simron, die viere 1 chron. 8, 1; gegen mittag des tages viere 27, 17; viere begreifend quaternarius Stieler 2381; ich habe nicht mehr als viere ibid.; ihrer viere trugen einen gichtbrüchigen Marc. 2, 3; der hat unter allen regeln besonders viere wohl in acht zu nehmen Rabener sämtl. werke 1, 172; furchtsam ist Cosme für viere Lessing 10, 36 Muncker; aus dem einen tage, auf welchen ich sie besuchen wollte, wurden viere 18, 146; nun vergegenwärtige man sich die viere, wie sie ... gegen einander über sitzen Göthe 24, 360 Weim.; näher und immer näher erscheinen die thürme der hauptstadt, viere zählst du Körner 2, 74 Hempel. zu die viere wird der gen. der viere gebildet (ebenso aller, dieser, jener viere): erst zu begegnen dem thiere, brauch' ich den spruch der viere Göthe 14, 64 Weim.; weisz der sänger dieser viere urgewalt'gen stoff zu mischen 6, 15; der postmeister hiesz sechs pferde statt der bisherigen viere vorlegen Gaudy sämtl. werke 2, 73 (1844). dat. vieren vor dem subst.: mit maul und allen vieren klawen Luther 26, 549 Weim.; von vieren söhnen Micrälius altes Pommerl. 4, 2. nachstellung des flectierten dativs in besonderer formel: verspricht dasz sie (die minenarbeit) in ein tager vieren zu stande kommen soll Lessing 18, 446 Muncker. zu beachten ist das aufkommen einer schwachen form des nom. acc.: nd. wî fêren wir vier ten Doornkaat-Koolmann ostfries. wb. 1, 445a; dann er kan gar bald da ligen, und alle vieren von sich strecken Eisengrein besch. erklärung (1568) 29a; packte er mein schwein beim kragen, band zusammen alle vieren Heine 2, 56 Elster. berlin. um vieren, um halb vieren; oder etwa nach, vor vieren. ganz ungewöhnlich mit singularer adjectivischer endung, angeschlossen an vorhergehendes das: tabak und schweinefleisch, caffee und brantewein, das vieres musz bei ihm vier elemente sein Thümmel d. heil. Kilian (1818) 69. vier als n. gefaszt, aber ohne flexion: in jeden säugling pflegt von ihr vertheilt zu werden ein unterschiednes vier: lufft, wasser, feuer, erden König ged. (1745) 77. 22) die flectierte form viere hält sich, wie schon bemerkt, besonders in der verbindung alle viere, womit die vier beine eines vierfüszigen thieres oder beim menschen arme und beine zusammen bezeichnet werden. auch hier wird aber nom. acc. viere als derb empfunden, was beim dat. (auf allen vieren kriechen) nicht der fall ist. im folgenden sind auch die belege mit unflectiertem vier angeführt, zur ellipse vgl. Grimm gramm. 4, 264; 953. im mhd. steht elliu vieriu mit neutraler endung, weil auf hand, f. und vuoz, m., bezogen: der bant im, sam er wær ein schâf elliu vieriu an ein bant Wolfram Willeh. 286, 13; vier unflectiert: und strecket von im alliu vier Hugo v. Trimberg Renner 9602 Ehrismann. in mannigfaltiger anwendung, in eigentlichem und übertragenem sinne; feste verbindungen entstehen, formelhafte wendungen verschiedener art: z'allen vieren in gestrecktem galopp, sehr eilig schweiz. idiot. 1, 923; uff alle viere auf händen und füszen Brendicke 189b; (er sie) nyder an die erden auf alle viere stellet in masze als die rosz mütteren steen Arigo decamerone 584, 23 Keller; also das du lam würst an allen vieren Geiler v. Keisersberg bilgersch. (1512) 17a; zuckten das opffer bald von der erden bey allen vieren Schaidenreiszer Odyssee (1537) 13a; welcher hinweg liffe, so wellte er im nach zchen, und wo er im wurde, alle fieri abschlagen Th. Platter 29 Boos; wenn ich so manche lebendige leidenschaft mit allen vieren zerstampfen (müszte sehen), d. h. sehen müszte, wie sie auf dem theater in thierisch roher weise miszhandelt würde Schiller 2, 7 krit. ausg.; het lieber möcht den todt begeren. er wardt an allen vieren lam (bär) B. Waldis Esop. 1, 260 Kurz. das ist ein besuch auf allen vieren. gott behüt! 's ist der tritt von thieren Göthe 16, 107 Weim. alle viere zusammenbinden u. ä.: alle viere, das ist hend und fsz binden quadrupedem constringere Maaler 447d; jedoch hab du acht zuo bewaren den gefangenen, und hörstus auch: bind im alle vier zusammen (quadrupedem constringito Andria V 2, 865) Boltz Terenz deutsch (1539) 25b; in anderer fügung mit allen vieren binden, zusammenbinden: zuo sammen gebunden werden mit allen vieren Terenz (1499) 10b; so bunden sie sein reitpferd an die besten jagthunde mit allen vieren zusammen Schütz hist. rer. pruss. (1592) I, A 3b. alle viere von sich strecken u. ä., als derber ausdruck für sterben, oder eine ohnmacht z. b. infolge eines schlages, einer verwundung, hülflosigkeit im krankheitsfall, trunkenheit, dann auch: sich zum schlafen ausstrecken oder sich hinräkeln, oder überhaupt nur die ausgestreckte lage bezeichnend: ward von dem siessen wein also frOelich und überweltiget, das er alle viere von im strecket Schaidenreiszer Odyssee (1537) 38a; meine fr. mutter hatte alle viere von sich gestreckt, und lag da als wenn sie vor den kopff geschlagen wäre Reuter Schelmuffsky 7 neudr.; hasch! den spiesz ihm zwischen die rippen, da lag er, streckt' alle vier über seine gesellen Göthe 8, 141 Weim.; scherzhaft von einem würfel: in sluoc einer mit blôʒer hant, daʒ er alle viere von im rakte Konrad von Haslau der jüngling 397; nemlich klempt jhn zwischen die thür das er von jhm streckt alle vier (ein floh!) Fischart flöhhaz 1338 neudr.; er strekket alle vier hin auf die luderbank (faulheit und gleichgültigkeit) Rachel 31 neudr. alle viere in die höhe, die luft strecken: (murmeltier) dass sich je eins umb das andere, unter ihnen an rücken lege, unnd alle vier uber sich gehn himel strecke Heyden Plinius (1565) 188. die viere ohne alle: das ist ein unruhiges menschenvolk, es kann sich nicht hinlegen und die viere ausstrecken und schnarchen Görres briefe (1858—74) 1, 270. alle viere ausstrecken nach etwas heftig nach etwas verlangen: nun bin ich endlich in dem lieben London, wornach ich gewünscht und geangelt und alle viere ausgestreckt habe Lichtenberg briefe (1901) 1, 218; vgl. mit allen vieren danach greifen Wander sprichw. lex. 4, 1641, 30. alle viere hängen lassen, zeichen groszer ermattung: er laszt alli vieri hängen Hügel wiener dialekt 182. auff allen vieren liegen, für sich gebücket sein procumbere Faber thesaurus (1587) 209b. auf allen vieren gehen, auf händen und füszen wie die vierfüszigen tiere: woltten sy, mochttens auch ayn beeren haut onnlegen unnd auff allen fyeren gon Eberlin von Günzburg 3, 55 neudr.; man behauptete zum beispiel, es hange nur vom menschen ab, bequem auf allen vieren zu gehen Göthe II 6, 19 Weim.; ein chint daz gie an allen vieren sam ein rint gen. 26, 10 Diemer; sein leib wardt aller harig gantz, kundt nicht mehr auff zwey füssen stehn, sunder auff allen vieren gehn H. Sachs 2, 178 lit. ver.; in einer stadt, es ist ein närrisch ding, wo man, um sich zu distinguiren, zuweilen lieber auf allen vieren, oder wohl gar auf den köpfen gieng Blumauer ged. (1782) 124. ohne allen: wie Voltaire über Rousseau (lachte), dasz ihm das gehen auf vieren so wohl gefiele Herder 5, 168 Suphan; tische gehen beim tischrücken wie thiere auf vieren: er (der wille) kann sie (die welt) auch regieren. die tische gehn auf vieren Schopenhauer briefe 252 Grisebach; z'allen vieren gon vor müdigkeit gebückt gehen (d. h. fast auch auf die hände niedersinkend) schweiz. idiot. 1, 923. andere verba der bewegung, wie schleichen, kriechen, tappen, klettern u. s. w.: ehemals tappte er, nun man sollte es nicht sagen, aber wahr ist's, auf allen vieren, nur so durch die welt hin Göthe 13, 1, 177 Weim.; wandelt wie fürst Jupiter auf vieren Schiller 1, 188 krit. ausg- mit allen vieren d'wand uf chletteren 'eine vexieraufgabe bei pfänderspielen, die so gelöst wird, dasz man einen sessel mit allen vier beinen die wand hinaufschiebt' schweiz. idiot. 1, 293; vgl. Martin-Lienhart wb. d. elsäss. mundarten 1, 129b; fliegen: dieses alles hatte ich mir so fest eingebildet, dasz mich gedeucht ich sehe das pferd schon fliegen mit allen vieren (er meint, dasz das pferd flügel habe) Moscherosch ges. (1650) 2, 26. sich festhalten mit allen vieren: vom herrn pfarrer der sich mit alle viere (so unter mundartlichem einflusz) an das dogma anhält B. v. Arnim dies buch gehört d. könig (1843) 1, 74. sehr häufig auf allen vieren kriechen: ein kind, das auf allen vieren kreucht infans quadrupes Stieler 2381; vgl. nd.: he krüppt up alle veer Dähnert plattd. wb. 516b; up den vêren mot ein rinder (hinein) krûpen Schambach wb. d. mundart von Göttingen-Grubenhagen 259b; zum sibenden kroch Maximilian ... einem groszen hawenden wilden schwein allain mit einem bloszen degen auff allen fieren durch ein gar dicke hecken in ein busch nach S. Franck chron. germ. (1538) 265b; die schlang felt nider, kreucht auff allen vieren ausz H. Sachs 1, 46 lit. ver. (ebenso vorher: die schlang steht auff ihr füsz 34); ehe wolt ich auf allen vieren ins kloster kriechen, wann ich auf zweyen beinen nicht fort könte Weise erznarren 12 neudr.; kam auf allen vieren sporenstreichs in die welt gekrochen Reuter Schelmuffsky 7 neudr. ohne allen: kaum war die taufe abgethan, ich kroch noch auf den vieren Herwegh ged. eines leb. (1841) 51 auf allen vieren kriechen kann auch demütiges oder mühevolles hinstreben bezeichnen: o du narr, ist das die weise fur gott zu. handlen, das man fur yhm fliehe, so man solt mit allen vieren zu yhm kriechen Luther 24, 96 Weim.; vgl. in anderer wendung: solte uns das nicht auf allen vieren treiben, jhme dank zu sagen Butschky Pathmos (1677) 123. auf allen vieren beschlagen sein, sehr gewitzigt durchtrieben sein: er ist auf allen vieren beschlagen und hat noch ein hufeisen in der tasche Frischbier bei Wander sprichw. lex. 4, 1640, 28; das gegenteil dazu: der ist auf allen vieren nix Fischer schwäb. wb. 2, 1471. das ich ein narr sey an allen vieren Wickram werke 5, 135 lit. ver 33) viere als bezeichnung der tagesstunde, ganz besonders der nachmittagsstunde, in der eine zwischenmahlzeit zwischen mittag- und abendessen gehalten wird; vgl. vierbrot u. ä. ursprünglich pluralisch wird viere dann leicht als f. aufgefaszt (s. unten vier, f.). in der schriftsprache ohne e (s. unten 12). ich lig' im bett bisz umb die viere Frisius dict. (1556) 639a; es hat viere geschlagen hora quarta audita est Stieler 2381, es ist um viere ibid.; ein viertel auf viere, halber viere; viere machen vespern Fischer schwäb. wb. 2, 1471; mer halt'n viera (vespermahlzeit) Ruckert unterfränk. mundart 191; am vieri um 4 uhr, z'vieri zum vesperbrod um 4 uhr, auch subst. vom essen selbst schweiz. idiot. 1, 923; e viertel uf vieri aber auch e viertel für den vieren; zwüsent vieren und fünfen; wer geht nie heim vor de viere? Martin-Lienhart wb. d. elsäss. mundarten 1, 129b; es wird bald viere schlagen Forster teutsche liedlein 30 neudr.; berlinisch: um vieren, nach, vor vieren, um halb vieren, drei viertel uff vieren; bei hellem tage, schon vor vieren Göthe 14, 10 Weim.; um vieren wieder zurück briefe 3, 202; nachts um viere I 43, 369. 44) wie oben bemerkt wird dat. ohne zugehöriges subst. in der schriftsprache immer flectiert: einer von vieren, zu vieren in einer reihe. ein gesang zu vieren; daneben: gesang zu vier, zu vier singen Campe; in der neueren schriftsprache wird hier die flectierte form entschieden vorgezogen. von vieren zu vieren quaternatim Stieler 2381 (jetzt in der schriftsprache wohl eher von vier zu vier); ein skat zu vieren; z'fierne uströsche Hunziker aarg. wb. 86; sy kamen und brachten zuo im ein litsuchtigen: der do wart getragen von viern erste deutsche bibel 1, 125 (Marc. 2, 3); eine partie von vieren zum soupe Möser sämtl. werke (1842 ff.) 3, 44; man stieg zur mooshütte hinunter, und sasz zum erstenmal darin zu vieren Göthe 20, 85 Weim.; ungewöhnlich: von einem hier zu vier gedeckten tisch Fontane I 5, 158. 55) mit vieren für mit vier pferden: er färet mit vieren Stieler 2381; du wirst mit vieren kutschieren, man wird dich bei hof präsentieren Heine 1, 293 Elster; in Norddeutschland sagt man auch viere lang fahren d. h. je zwei pferde hintereinander angespannt, oder viere breit mit vier pferden nebeneinander. andere ellipse: er rfft den vieren (sargträgern), heb auff d. h. er wird bald sterben Franck sprichw. 2, 57a. 66) steht vier vorm plural eines subst., diesen der zahl nach bestimmend, wird es im entwickelten nhd. nicht flectiert: quadriduanus begraben vor vier dagen Diefenbach gloss. 476a; quadrassis vier haller wert 475c; vier eyngeschirrte oder eyngesetzte rossz Maaler 447d; ye vier pfennig ibid.; ausz hundert schillingen vier machen oblimare rem Frisius dict. (1556) 892b; in vier orten erscheinen Steinbach 2, 895; do gieng Esopus vier stapfen hin uff zu dem bild Steinhöwel Äsop 61 lit. ver.; und legten also die vier meilen glücklich zurücke Weise erzn. 23 neudr.; unter vier wochen geh ich hier nicht weg Göthe briefe 27, 141 Weim.; meine wiesen zu hause, die vier jahre von fünf immer unter wasser stehen Fontane I 5, 136. 77) die stellung des zahlworts nach dem plural, den es bestimmt, ist im entwickelten nhd. in der prosa ungebräuchlich; ein besonderer fall ist die wendung ein tage vier, s. unten 8 p. in nachstellung, aber getrennt von subst., in flectierter form: leere hände haben wir schon viere Göthe 21, 65 Weim.; wie in prädicativer function: vier sind die pausen nächtiger weile, nun ohne säumen füllt sie freundlich aus Göthe 15, 3 Weim.; das subject steht am anfang des satzes: und sieh! wir waren drei, und vier' und fünf' und sechse 3, 41 Weim. in der gewöhnlichen prosa werden wendungen wie die mündungen des flusses, die eingänge zur stadt sind vier vermieden; in gehobener sprache tritt der gen. ein der mündungen sind vier. 88) häufigere verbindungen von vier mit einem nominalen plural. 8@aa) es giebt vier himmelsrichtungen; aus der bibel stammen vier winde; andere richtung bezeichnende verbindungen schlieszen sich an; vor der entdeckung von Australien sprach man von vier weltteilen. über nl. ausdrücke vgl. Verwijs-Verdam mnl. woordenb. 9, 436. vier enden der welt: nun hört zu all vier eck der erden, ja jhr vier welt hört zu on bschwerden Fischart 1, 229 Hauffen; welche streitbar, gerecht und milt mit frids und kriegs löblichen thaten des umbkraises vier eck erfüllt Weckherlin ged. 1, 106 lit. ver.; des höchsten wort, sich durch der welt vierecken auszströckend 2, 145; heischen an vier orten der welt Grimm rechtsalt. 4 1, 290; von den vier ortern des erdreichs Jes. 11, 12; undir fjórum himinskautum Fritzner ordbog 1, 431a; leg iz (das kreuz) nidar holdaz —iz zeigot imo iz allaz fiar halbun umbiring.allan thesan woroltring Otfrid 5, 1, 32; sprengte weihwasser nach allen vier weltgegenden Schiller 4, 215 krit. ausg. die vierzahl wird dann gern auch in anderer weise zur bezeichnung von begrenzung und richtung angewendet. auszerhalb der vier wälde Grimm rechtsalt. 4 a. a. o. Fritzner a. a. o. vier strassen, vier wege fassen alle richtungen zusammen. ich weise dich hinaus in die vier strassen der welt Fischer schwäb. wb. 2, 1471; manumissio in quadriviis Grimm rechtsalt. 4 1, 290; dasz ich den schelmen an vier straszen solte auffhencken lassen Moscherosch gesichte (1666) 52; daher die vierteilung. altnord. fjǫgurra vegna nach allen richtungen. vier winde: und darnach sah ich vier engel stehen auf den vier ecken der erde, die hielten die vier winde offenb. 7, 1; von allen vier ecken der welt wähen die vier gewaltigste wind Sebiz feldbau (1579) 6; die vier hauptwinde Frisch 2, 401a; inti gisamanont sine gicoranon fon fior uuinton Tatian 145, 19; und sie werden samlen seine auszerweleten von den vier winden Matth. 24, 31; wind, kom herzu aus den vier winden Ezech. 37, 9; nun stand Gockel auf und hieb mit seinem grafenschwerdt nach allen vier winden Brentano ges. schr. (1852) 5, 79; viere winde disir werilte in dem michilin meri vehtinde Annol. 183. in meinen staaten liegen die vier winde Schiller 5, 1, 53 krit. ausg.; entweihten staub in die vier winde streun 43. vier weltteile: abbildungen aller vier welttheile Göthe 24, 69 Weim. 8@bb) haus und hof wird bezeichnet durch vier wände, ecken oder pfähle (Grimm rechtsalt. 4 1, 290. 291); innerhalb der vier wände, vier pfähle im hause, bes. mit betonung des eigenen: in seinen vier wänden, pfählen u. ä.; sa skil hi kuma et thera fiuwer hernana hwelik Richthofen fries. rechtsquellen 77, 31; vier pfähle bezeichnet eigentlich nicht das haus allein, son dern haus und hof s. oben bd. 7, sp. 1597; Schiller Lübben 3, 293a; in neuerer sprache oft ganz verblaszt, vgl. unten die stelle aus Raabe; vier ecken eines hauses in einem zimmermannsspruch Fischer schwäb. wb. 2, 1471; (der wind) stiesz auff die vier ecken des hauses Hiob 1, 19; ein ietlicher sol frid haben in seinen vier pfelen Eulenspiegel (1515) 37 neudr.; wenn der abend kömmt, und er sich in seine vier pfähle verfügt hat J. E. Schlegel werke 3, 365; (haus) an den vier ecken anzünden Schiller 4, 154 krit. ausg.; das sind männer die ihren mann zwischen 4 mauern aufsuchen 3, 31; auszerhalb ihrer vier wände Ludwig ges. schr. 2, 324; sieht aus seinen wohlgezimmerten vier pfählen in die noch leeren fensteröffnungen (eines neuen, noch unbewohnten hauses) Raabe Horacker (1876) 6; Reichenau aus unsern vier wänden (buchtitel). vier wände eines zimmers: er truoc se in sînen hendeu alumb zen vier wenden, unz aber wider zuo der tür Wolfram Parz. 231, 28. vier steine zur begrenzung: binna tha fiuwer stenon Richthofen fries. rechtsquellen 124, 12; Grimm rechtsalt. 4 1, 291. 8@cc) vier bänke des gerichts werden formelhaft genannt, daher kann vier bänke das gericht selbst bezeichnen, die bänke bilden ein viereck mit zwei öffnungen: klagen binnen ver benken Grimm rechtsalt. 4 2, 436; vgl. unten vierschar. die vierzahl spielte auch sonst im rechtlichen und staatlichen leben eine wichtige rolle, wofür hier nur ausgewählte beispiele gegeben werden: zerbrechen von vier stäben in vier stücke (de eo qui se de parentilla tollere vult lex. Sal. lit. 63); vier gerichte im jahr abgehalten Grimm rechtsalt. 4 2, 453; die vier fälle beym kayserl. cammergericht casus ubi omissa citatione ab executione incipitur Frisch 1, 242b. vier gesetzlich zulässige gründe für das ausbleiben bei gerichtlicher ladung: vier sake sint, die echte not hetet: vengnisse unde süke, godes dienst buten lande unde des rikes dienst sachsensp. 2, 7; vier männer bezeugen die geburt eines kindes: wirt dat kint levendich geborn, unde hevet de vrowe des getüch an vier mannen de't gehort hebbet 1, 33; vier heller, vier pfennige, typischer geringer betrag (Grimm rechtsalt. 4 1, 291. 530): der bettler kOemet hie zum gewaltigen könige und bettelt also, das er nicht wil das almosen umb sonst von im nemen, sondern im jrgend vier heller oder busse dafr geben Luther 28, 568 Weim.; zur hushaltig g'hören vier pfennig: e zer-, en er-, e wer- und e notpfennig schweiz. idiot. 1, 922; he en geve em to dem mynnesten 4 witte penninge to verdelaghe Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 237a. sehr oft sind beamtete zu vieren bestellt (die vier, dorfvorsteher, schweiz. idiot. 1, 923, vgl. unten vierer) oder vier personen gleichen standes zusammengefaszt, vgl. unten viermänner, -leute, -herren, -grafen. diese gruppierung zu vieren war durchgeführt in der phantastischen quaternionentheorie (vier könige, herzoge, grafen u. s. w. bis bauern des Deutschen reichs); ebenso vier hauptstädte, handelstädte, weiler, dörfer Vitriarius instit. juris publici 2, 1125 ff.; Hahn einl. in d. teutsche staatshistorie (1721) 2, 153 anm. i; vier-grafen, vier-herren, vier-rittermässige Frisch 2, 401a. 8@dd) vier jahreszeiten folgen sich im jahre (frühling, sommer, herbst und winter): verschönerungs-commission der vier jahrszeiten Brentano ges. schr. (1852 ff.) 5, 22; vier zeiten 'gewöhnlich vier um ein viertel jahr von einander entfernte zeitpunkte' ... die vierteljahrzeiten auch die vierzeiten (quatember, quartal) Campe; daran anknüpfend: dat schüt man alle veer tiden es geschieht nur selten Dähnert plattd. wb. 516b (s. auch unten o); die kirche bezeichnete mit den quatuor tempora (quatempora) die vierteljährlich gebotenen drei fasttage (quatemberfasten), die verschieden bestimmt wurden; vier zeiten kann auch die vier hohen feste des jahres (weihnachten, epiphanie, ostern, pfingsten, statt der epiphanie auch andere feste) bedeuten, gewöhnlich vier hochzeiten: veer tyde, veer hoichtyde Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 236b; tha fiuwer hachtida Richthofen fries. rechtsquellen 544, 11; s. vierfeiertag, vierfest; quatuor tempora vier fronfasten, vier zijt Diefenbach gloss. 478b; vier tage die ersten vier tage der fastenzeit Schmeller bayr. wb. 1, 843; Scherz gloss. 1806; des nechsten donerstags in den vier tagen der fasten d. städtechr. 3, 301, 19. 8@ee) die untersten vier weihen werden zusammengefaszt: tha fior wielsan allerec bi twam hundert scillingum Richthofen fries. rechtsquellen 306, 4. 8@ff) vier evangelisten, vier evangelien: also das keiner vor im (Matthäus) ist in der aufrechnung der vier evangelisten die erste deutsche bibel 1, 1 lit. ver.; jdoch sein ir allein vier: die haben ein gezeucknisz der meisterschaft. wann worumb sy verkundigen durch die virteil der werlt den glauben der hailigen dreivaltikeit 1, 5; vier lehrer der kirche: Gregorius, Augustinus, Hieronymus, Ambrosius Scherz gloss. 1805; die vier gekrönten (märtyrer): Severus, Severianus, Carpophorus, Victorinus 1803; ihr tag ist der 8. dez.: darnoch die vier gekrönten vin K. Dangkrotzheim das heil. namenbuch 335. im Rheinland verehrte man die vier marschälle gottes (SS. Cornelius, Antonius, Quirinus, Hubertus) als nothelfer. die vier ströme des paradieses sind für die dichtkunst und die bildende kunst des mittelalters bedeutsam. für die verwendung der zahl vier im speculativen sinne ist das gesicht des Ezechiel wichtig (kap. 1, hier die vier symbole der evangelisten, vgl. offenb. 4, 6); die vier räder (cant. 6, 11): auch seint sȳ (die evangelisten) als vier reder erste deutsche bibel 1, 5 lit. ver.; die vier thiere Daniels, gedeutet auf vier reiche (kap. 7); die vier sacramenta Christi. 8@gg) liber quatuor regum, das buch der vier könige scherzhaft für das kartenspiel, s. A. Götze in der zeitschr. f. d. wortforsch. 11, 266 ff. 8@hh) unter vier augen von einem gespräch, zusammensein zu zweien unter ausschlusz anderer: die männer hätten sie (Philine) lieber unter vier augen als auf dem theater gesehen Göthe 22, 231 Weim.; wir sind unter vier augen, erwiedert ich Heinse werke 4, 12 Schüddekopf; ich habe mir die freiheit genommen, sie um ein gespräch unter vier augen zu bitten Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893 ff.) 4, 73. vgl. unten vieraugig. freier: einiges darinn (in den briefen) wäre am besten unter vier augen geblieben (nur dem absender und dem empfänger des briefes bekannt geblieben) Gerstenberg rezens. 147 (dld); lesen sie, lesen sie! — es ist mein wille, dasz der inhalt nicht unter vier augen bleibe Schiller 3, 471 krit. ausg. ganz anders, unter vier beobachtenden augen: so sicher wie in seinem spritzenhaus ist er unter unsern vier augen gleichfalls aufgehoben (sagt die pastorin zum staatsanwalt) Raabe Horacker (1876) 190. vier augen sehen mehr dan zwey Schottel 1145b; weissest du denn nicht, dasz vier augen mehr sehen, als nur zwey die discourse d. mahlern 4, 56; vier augen sehn immer weiter, als zwei, das ist mein wahlspruch Tieck schr. (1828) 7, 259. mit beziehung auf die sage von der weiszen frau, der gräfin Orlamünde: vier augen sind im wege, so flüsterts aller stege Liliencron sämtl. werke 7, 151. mit vier augen zum bett heraussehen niederkommen Fischer schwäb. wb. 2, 1471. 8@ii) vier sinne (statt der gewöhnlichen fünf, vgl. oben sinn II 18 h β bd. 10, 1, sp. 1143): wie machts eine weibliche seele, um unter diesem schweren gedanken noch den gebrauch ihrer vier sinne zu behalten Hermes Sophiens reise 1, 2 (1778). 8@kk) vier elemente (aus der griechischen philosophie stammend, feuer, luft, wasser und erde): millionen gewächse trinken von den vier elementen der natur Schiller 4, 55; vier elemente innig gesellt bilden das leben, bauen die welt 11, 376; geistig: vier elemente sind es, woraus alle geister schöpfen, ihr ich, die natur, gott und die zukunft 4, 55. die vier complexiones: an im was natûrlich dus der menscheit vîrleiartic vluz, sam ist sanguis, colera phlegma, melancholia (der complexjen vir gezalt), trucken, vûcht, warm und kalt Joh. von Frankenstein kreuziger 3735 lit. ver. 8@ll) die vier fakultäten an den universitäten alter einrichtung: die vier oder fünf fakultäten sind ein längst verwachsener rock Riehl d. deutsche arbeit 40. 8@mm) vier farben im kartenspiel, gilt eigentlich nur von den sog. deutschen karten, wird aber auch bei den französischen angewendet: ich habe alle vier farben. 8@nn) vier buchstaben verhüllend für popo: sich auf seine vier buchstaben setzen. einige sprichwörtliche oder formelhafte anwendungen mögen sich hier anschlieszen: agere omnia pro suo iure in allen dingen des rechten vier zipfel haben wollen Bas. Faber thesaur. (1587) 649a; wils alls zu sich scharren und schaben, des sacks allzeit vier zipffel haben Waldis Esop 1, 191 Kurz; das bett an allen vier zipfeln packen alle vortheile wahrnehmen. vier hosen eins tuochs sprichwörter, schöne weise klugreden (1548) 62b; Schade sat. u. pasq. 2, 54, 10, von zwei leuten ursprünglich, die im grunde einander gleich, oder einer so viel wie der andere wert sind: unsere landsleute, wann si zwey ding einander gleich zu sein andeuten wollen, sprechen, es sey gurr ass gaul (gurr als wie gaul: eines wie das ander: vier hosen eines tuchs) Moscherosch ges. (1650) 43. vier hosen ein tuch Schoepf tirol. idiot. 789. scherzhaft: las einn hund sorgen, der darff vier schuoch, d. h. denke, dasz ein anderer mehr sorgen hat als du sprichwörter, schöne weise klugreden (1548) 38a (zu: lasz vOeglin sorgen die haben schmale beynlin, cor ne edito). 8@oo) zusammenfassung zu vieren: vier sind klein auff erden, und klüger denn die weisen (ameise, kaninchen, heuschrecke, spinne) sprüche 30, 24; vier dingk da nymer kain nutz von kumpt fastn. sp. 3, 1458 lit. ver.; vier bücher seind im lutherthumb zuo lesen, ein teutsche bibel, practica, fabel Esopi, und kartenspiel Nas vierte centurie (1570) im reg., das entsprechend der disposition des buches durchweg nach diesem schema angelegt ist. vgl. Franck sprüchw. (1545) 1, 79b, wo eine reihe von dingen in gruppen von vieren zusammengefaszt werden. vier dinghen sijn op ertrike, die leven herde wonderlike, dat salmander, dat spise negheene en nut sonder dat vier allene, ende dat water de harinc, de stoor de locht, ... ende bi der erden leeft de mol Verwijs-Verdam mnl. woordenb. 9, 436; der hussege hed 4 stuck: e gnädige gott, e g'sunde lib, es fromms wib und e selige tod schweiz. idiot. 1, 922; andere beispiele bei Wander sprichw. lex. 4, 1639. 1640. 8@pp) vier erscheint in älterer sprache als typische zahl für eine kleinere gruppe; durch zusammenstellung mit vier (drei vier tage) oder auch fünf entsteht unbestimmtheit; vgl. Verwijs - Verdam mnl. wb. 9, 437; drey oder vier tage Steinbach 2, 895; dat schüt man alle veer tiden nur selten (vgl. oben 8 d) Dähnert plattd. wb. 516b; uber dreye missetat Damasck und uber vier beker ich in nit erste deutsche bibel 10, 39 (Amos 1, 3; vgl. 6. 9. 11. 13) lit. ver.; oder als wenn vier oder fünff früchte an den zweigen hangen Jes. 17, 6; als aber Judi drey oder vier blat gelesen hatte Jer. 36, 23; ein jeder, der nur drey oder vier auszländische wörter, die er zum offteren nicht verstehet, erwuscht hat Opitz poeterei 27 neudr.; da er ihn dann noch unter vier oder fünff, dem ansehen nach, trefflichen leuten gefunden A. Gryphius Horribilicribr. 4 neudr.; dâ bî vind ich schierewol drî oder viere die zallen zîten sint höfsch unde guot minnes. frühling 109, 6; dûhtez ir einen guot, dâ bî sint vier den mîn leit sanfte tuot 118, 12; etelich ez dâmit heten, der kunic kæme schiere; dâwider jâhen viere, sîn vart wær widergenge Ottokar reimchr. 84442; und macht ein solch collation vier trOescher mOechtendt mit beston Murner narrenbeschw. 5, 151 neudr.; durch ein gleiten von eins bis vier, entweder unter nennung einer der beiden dazwischen liegenden zahlen oder auch ohne das wird die unbestimmtheit ausgedrückt. das subst. folgt gewöhnlich auf ein: ich habe eyn becher odder vier, die mussen herhalten Luther 29, 601 Weim.; da hab ich sie gepetten mir ain fuder drewe oder viere zu lassen quellen z. gesch. d. bauernkrieges (1878) 489 lit. ver.; er sei nur ein stündlein oder vier zu biere gewesen Eichendorff sämtl. werke (1864) 3, 238; wie lange musz er drinnen seyn? ists genug ein tag zwey oder vier? Gryphius Peter Squenz 28 neudr. zusammengedrängt, das subst. steht im plural zwischen ein und vier: wir wollen zusehn noch ein tage vier, vielleicht wird's besser bis dahin Grillparzer sämtl. werke 6, 86 Cotta. so sagt man bei stück mit erhaltung des alten plurals auf -er: 'n stücker viere (ein stücker viere), etwa vier stück. so auch: dasz sie in ein tager vieren zu stande kommen soll Lessing 18, 446 Muncker; einmal viere ein bis viermal: das würstlein ... wann es bald essenszeit war, schlingte es sich einmal viere durch den brei Grimm kinder- u. hausm. (1812 ff.) 1, 104. 99) wenn aus einer gröszeren anzahl vier ausgeschieden und besonders bezeichnet werden sollen, steht der gen. bei der zahl. vier meiner bekannten, gewöhnlicher in der umgangsprache vier von meinen bekannten. gewählter noch klingt uns die voranstellung des gen. die ältere sprache bewegt sich im allgemeinen freier, die vorstellung der ausscheidung aus gröszerer anzahl kann ganz zurücktreten. der leigen vursten der sint veir d. städtechron. 12, 39, 618; hie hat in der selben erden gelegen wol vier ganczer tage Alsf. passionssp. 2542; dasz Araber an ihrem theil die weite froh durchziehen, hat Allah zu gemeinem heil der gnaden vier verliehen Göthe 6, 12 Weim.; wann der wag fällt, seind der räder vier sprichwörter schöne weise klugreden (1548) 37d; der elephanten wurden bald vier under jnen erschlagen und erschossen Carbach Titi Liviim. hist. 189a. der vorausgestellte gen. hält sich im allgemeinen gebrauch bei unser, euer, ihrer: wir sind unser, ihr seid euer, sie sind ihrer vier. die vorstellung einer hervorhebung aus gröszerer anzahl ist hier meist ganz geschwunden, es soll nur die zahl angegeben werden, als wenn man sagte wir sind vier, ihr seid, sie sind vier; und seyt des mals daz ir mer seint gewest: die das ewangelium haben geschriben, jdoch sein ir allein vier: die haben ein gezeucknisz der meisterschaft erste d. bibel 1, 5 lit. ver.; dann stell die hend in beide seitten, als wölstu jrer vier bestreitten Grobian. 475 neudr.; die heil'gen drei könig' sind kommen allhier, es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier Göthe 1, 149 Weim.; ich und du und des becken kuh und des müllers stier sind unsrer vier Fischer schwäb. wb. 2, 1471. in seltnerer wendung, gen. sing.: wern meiner schon gewesen vier wir hetten alle genug gehabt B. Waldis Esop 2, 30 Kurz. 1010) in der nachstellung tritt gewöhnlich im nhd. statt des gen. die umschreibung mit von ein: vier von den genannten schriftstellern; ebenso sagt man: von seinen töchtern sind vier unverheiratet. vier vom hundert anstatt von vier procent: ist eine schuld nach gesetz oder rechtsgeschäft zu verzinsen, so sind vier vom hundert für das jahr zu entrichten, sofern nicht ein anderes bestimmt ist bürgerl. gesetzb. 246. 1111) verwendung von vier im rechnen und zählen: in vier gedeilt quadratus Diefenbach gloss. 475c; vier und vier oder je vier, auch je vier und vier: je vier quaterni Dasypodius 448d; die Illyrier haben jhre schiff je viere unnd viere angeordnet Xylander Polybius (1574) 74; vier und vier quaterni Stieler 2381. man sagt: das ist so gewisz als zweimal zwei vier ist; so überrascht uns das so wenig, wie irgend eine neue bestätigung des alten satzes, dasz zweimal zwei vier sind Hebbel werke 12, 166 Werner. da vier zu den geraden zahlen gehört, so heiszt vier nicht grad sein lassen alles bestreiten, gegen alles widerspruch erheben, schweiz. idiot. 1, 923; eine verbindung der beiden redensarten alle viere von sich strecken (s. oben unter 2) und fünfe grade sein lassen ist alle viere grade sein lassen im sinne von sterben; nicht bis vier zählen können bedeutet: dumm, einfältig sein. 1212) in der schriftsprache und der umgangssprache der gebildeten ist jetzt bei der zeitangabe die unflectierte form gebräuchlich, während in der lässigen umgangssprache und den mundarten sich die flectierte form hält (s. oben unter 3): es ist bald vier, um vier sich wecken lassen, es hat vier geschlagen, einhalb-, dreiviertel vier, einviertel vor, auf, nach vier; viertelvier bedeutet in vielen gegenden ein viertel nach drei. zu vier tritt uhr hinzu: es ist bald vier uhr oder vier Adelung; durch die eisenbahnfahrpläne ist aufgekommen vier uhr dreissig u. ä. um veer mit dem klöpper an de dör um vier pünktlich zur vesper Schütze holst. idiot. 2, 282; vier uhr morgens, nachmittags; punkt vier uhr flog mit ihm der rapp Schiller 1, 252 krit. ausg.; wie klingen die trompeten hell des morgens um die vier Herwegh ged. eines leb. (1844) 2, 9. 1313) wie die andern zahlen und viel wird auch vier in verbindung mit -ig, in älterer sprache mit -icht zu zusammenbildungen benutzt, die meistens sich an subst. anschlieszen und zunächst die eigenschaft bezeichnen, dasz etwas vierfach gehabt, enthalten wird (vierbeinig, vierzöllig). dieselben erscheinungen wie bei viel wären auch hier zu erwähnen (s. oben viel 4, sp. 174). älter sind die bahuvrihibildungen, die durch die adj. auf -ig verdrängt werden (z. b. ahd. fierfuozi Graff 3, 736, ags. fēowerfēte, fiderfēte, altn. ferfœttr). das suffix ist jetzt durchaus -ig, doch hält sich -icht, -igt bis ins 19. jh. (die bildungen auf -et aus -echt sind unten einzeln eingereiht). ableitungen von n-stämmen sind z. b. vierfädig, -knotig, -lappig. beachtenswerth ist vierstämmig bei Heine, das nach vierschrötig, aber mit rücksicht auf stämmig gebildet ist, eigentlich keine zusammenbildung; ferner das vereinzelte vierdrittig. von verben abgeleitet z. b. vierbeiszig, -hebig, -klöbig, -klüftig, mit passivem sinn; vierhangig, -trappig, intransitiv; mit verbalem sinn von einem verbalsubst. z. b. viergriffig, -trittig, -ständig, die aber auch in der gewöhnlichen bedeutung der von subst. abgeleiteten verstanden werden können. schwanken zwischen umgelauteter und umlautloser form findet sich bei einigen z. b. bei vierzahnig, -zähnig, -hornig, -hörnig; bei anderer differenzierung, vgl. vierspaltig, -spältig, -spannig, -spännig (umlautlose auf das subst., umgelautete form auf das verb. bezogen), anders bei vierfaltig, -fältig. bildungen mit dem plur., stets vierräderig; -blätterig neben -blattig, -männerig neben -männig; nach diesen formen gebildet vereinzelte adj. auf -erig, z. b. vierschröterig (s. unten einzeln). -isch statt -ig: vierelementisch: in die vierelementische grobheit Böhme schr. (1620) 4, 63. zwei bestandtheile zwischen vier und -ig, s. vierpaarhändig und vierscharfkantig (unter vierkantig). vierartig: vierartige erden (vier arten enthaltend) allg. d. bibl. 49, 142,
43579 Zeichen · 785 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    VIERzahlw.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    VIER zahlw. vier. goth. fidvor , ahd. fior , lat. quatuor , gr. πίσυρες Gr. 1,762. Ulfil. wb. 204. Graff 3,670. 1. unfle…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    vierNum. Kard.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    vier , Num. Kard. Vw.: s. vēr (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vier

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Vier , eine Grundzahl, welche sich zwischen drey und fünf in der Mitte befindet, und entweder ihr Hauptwort bey sich hat…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vier

    Goethe-Wörterbuch

    vier [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Vier

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Vier , das Quadrat von 2 (2☓2 = 4), nach der Einheit die einfachste Quadratzahl. Eine wichtige Rolle spielte die V. in d…

  6. modern
    Dialekt
    vier

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    vier [fìar Obhergh. Dü. ; fier M. ; fêr Illk. Rupr. ; fìr Str. Betschd. Lohr ; fìar K. ; fìər, fièr Z. ; fér Wh. ] das Z…

  7. Sprichwörter
    Vier

    Wander (Sprichwörter)

    Vier 1. Um vêr mit dem Klöpper an de Dör. ( Holst. ) – Schütze, II, 282. Nämlich mit dem Klöpper in der Hand. Die Redens…

  8. Spezial
    Vier

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Vier f. (-,-en) (Ziffer) cater m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vier

1.449 Bildungen · 1.424 Erstglied · 20 Zweitglied · 5 Ableitungen

vier‑ als Erstglied (30 von 1.424)

vierbaumig

SHW

vier-baumig Band 2, Spalte 721-722

vierbeinig

SHW

vier-beinig Band 2, Spalte 721-722

Viereck

SHW

Vier-eck Band 2, Spalte 721-722

viereckig

SHW

vier-eckig Band 2, Spalte 721-722

vierfach

SHW

vier-fach Band 2, Spalte 721-722

Vierguck

SHW

Vier-guck Band 2, Spalte 721-722

Vierkant

SHW

Vier-kant Band 2, Spalte 721-722

vierkantig

SHW

vier-kantig Band 2, Spalte 721-722

vierlattig

SHW

vier-lattig Band 2, Spalte 721-722

Vierling

SHW

Vier-ling Band 2, Spalte 721-722

viermal

SHW

vier-mal Band 2, Spalte 721-722

Vierohm

SHW

Vier-ohm Band 2, Spalte 723-724

Vierschlag

SHW

Vier-schlag Band 2, Spalte 723-724

vierteilig

SHW

vier-teilig Band 2, Spalte 723-724

Vieruhr

SHW

Vier-uhr Band 2, Spalte 727-728

vieruhren

SHW

vier-uhren Band 2, Spalte 727-728

vier als Zweitglied (20 von 20)

Klavier

RDWB1

Klavier n фортепиано, пианино разг.

Revier

RDWB1

Revier n biol. ареал обитания übertr. суверенитет du sollst nicht in mein ~ eindringen - не советую тебе нарушать мой суверенитет, не совету…

brevier

DWB

brevier , n. breviarium: viaticus breuier. vocab. 1429, 4 d .

Clavier

Adelung

Das Clavier , des -es, plur. die -e, aus dem Franz. Clavier, und dieß von dem Latein. clavus, ein Nagel. 1) Bey den Tuchmachern und Tuchsche…

einvier

MWB

ein·vier

einvier M. Bed. unklar (vgl. AWB 3,187; auch Etymol.Wb.d.Ahd. 2,999; SchwäbWB 2,605), ‘Einzelgänger, Sonderling’ (?): ob man vind ain ainfie…

Farben-Clavier

Adelung

farben·clavier

Das Farben-Clavier , des -es, plur. die -e, eine Erfindung des P. Castel, welcher behauptete daß die Harmonie der Farben mit der Harmonie de…

klavier

DWB

kla·vier

klavier , clavier , n. 1 1) das bekannte musikinstrument, franz. clavecin, aber auch nl. klavier, dän. klaveer, schwed. klaver n., böhm. kla…

lantrivier

Lexer

lant·rivier

lant-rivier , lant-riviere stmf. land, bezirk Part. B. 9112. 19857; 2453. 2503. 11103. Troj. 11913. Swanr. 417. 531. 791.

Lavier

Idiotikon

Lavier Band 3, Spalte 1110 Lavier 3,1110

Meilenrevier

DRW

meilen·revier

Meilenrevier, n. das durch das Meilenrecht bestimmte Umland einer Stadt 1661 CAug. I 264 Faksimile

OLIVIER

BMZ

oli·vier

OLIVIER , OLYVIER nom. propr. , name eines der helden Karl's des grossen. W. Wh. 250. 455.

Olyvier

KöblerMhd

Olyvier , M.=PN Vw.: s. Olivier

Pulvier

Adelung

pul·vier

Der Pulvier , des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, ein Nahme des grünen Kybitzes, Gavia viridis Kl. welcher aus dem Franz. Pulvi…

Ravier

Idiotikon

Ravier Band 6, Spalte 649 Ravier 6,649

revier

DWB

revier , n. , früher f., bezirk, gebiet, kreis; lehnwort aus dem romanischen. das ital. riviera, span. ribera, portug. provenz. ribeira, fra…

rivier

DWB

rivier , n. , riviere , f. , vgl. revier sp. 851.

schivier

Lexer

schi·vier

schivier stn. stück der rüstung. sîn schiviere (schiniere?) wâren guot mit golde übergoʒʒen Ga. 1. 472,644.

Ableitungen von vier (5 von 5)

bevieren

KöblerMhd

bevieren , sw. V. nhd. verzieren, schön ausstatten Q.: Teichn1 (1350-1365) (FB bevieren) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: FB 43a (*b…

geviere

DWB

geviere , gevier , n. substantivableitung zu vier ( s. d. ). während in der heutigen sprache für den begriff des vierecks, insbesondere des …

gevieren

KöblerMhd

gevieren , sw. V. nhd. feiern E.: s. ge, vieren W.: nhd. DW- L.: Hennig (gevieren)

viere

DWB

viere , f. , alias quatern, quae est charta in quatuor folia plicata Stieler 2382 .

zervieren

Lexer

zer-vieren swv. in vier stücke zerteilen Trist. 2976, dazu Germ. 17,398.