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ganster

mhd. bis nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ganster

Bd. 4, Sp. 1280
ganster , funke, ein altes wort, noch landsch. 11) gegenwärtig im bair. gebiete, tirol. ganstern pl. feuerfunken Scnöpf 174 (auch glanster f. 192), in Kärnten gânster m., gânsterle n., mit gânstern funken sprühen, einen feuerbrand schwingen u. ä., s. Lexer 107. 22) in älterer zeit 2@aa) mhd. ganster, gänster, pl. ganstern, genstern (wb. 1, 462a, Lexer 1, 735), und zwar da auch in md. sprache, sowol in der östlichen hälfte (Leyser pred. 77, 6) wie in der westlichen z. b. bei Herbort 8759 u. a.: daʒ blôʒe ganster des geistes daʒ ist daʒ mens (lat.). Eckhart 670, 38, vgl.an dem obersten gensterlîn, dâ man gotlich lieht enphâhet 79, 6 (wie der funke der sêle 480, 24); also auch ganster n. Auch mnl. ghenster, ghinster f. Oudemans 2, 511. 685, noch bei Kil. ghenster, gheynster scintilla, und noch im 17. jh. dazu gensteren funkeln, genstrich funkelnd Oudem. 2, 512, während es bei uns längst vergessen war. 2@bb) als die volle urspr. form aber erscheint 2@b@aα) ahd. ganeistra scintilla (neben scintilla falewisca) gl. blas. 91b, Schm. 2, 50, mit nebenform ganastra Hattemer 1, 11b, gânistra Graff 4, 297; das â im letztern wird tonzeichen sein, und auf gánistra, gánastra führt das mhd. ganster, gänster, in der mitte liegt gaenester wb. 1, 462a (das ae meint wie häufig nichts als ă in der umlautsform, die durch daneben gesetztes e angedeutet ist, wie in ui,  gleich ü.) 2@b@bβ) daneben aber musz auch ganéistra gesprochen worden sein, das zeigt mhd. genéister (pl.) Lanz. 2593 mit var. geneistern (also stark und schwach, wie klafter) und ganeister, s. auch Germ. 3, 442 und 420, 5 (md.); auch im 16. jh. noch in einem bair. voc. v. 1530 ganayster Schm.2 1, 916, ganaister Dief. 518c aus Pinicianus Augsb. 1520, nl. geneister 228a aus Calepinus, hd. im 15. jh. endlich auch gneister Dief. n. gl. 330b. nach genáster bei Altswert 156, 12 wol auch schon ahd. ganástra. merkwürdig genug tirol. auch jetzt noch ganástern funkeln neben ganstern (s. d.). 2@b@gγ) aber die älteste betonung und aussprache wird gán-èistra gewesen sein, die sich nachher im rascheren sprechen theils zu gáneistra, gánistra, gánastra, theils zu ganéistra erleichterte. das ist wie öfter in zusammensetzungen, z. b. in den ahd. formen der elster, ágalàstra, ágalstrà und agálstra, vermutlich auch ágàlstra, die sich unter galster elster sp. 1204 ergaben. 2@cc) doch auch stärker abweichend 2@c@aα) einmal im auslaute gánehèista Graff 4, 297, im 15. jh. gánhèist favilla Dief. n. gl. 169a, ganeist scintilla Dief. 518c, mhd. ganeiste, geneiste, gneiste (auch ganaist f.), s. wb. 1, 462a, die letztere wieder nach einer zweiten betonung ahd. ganéista, während gánest Lexer 1, 735 auf eine dritte gáneistà oder gáneist zurückweist. noch im 16. 17. jh. geneist Dief. 518c, demin. geneistlin scintilla Dasyp. 217c, gneistlin Schönsleder X 4a. 2@c@bβ) besonders aber im anlaute, mit wiederholung des n, für die ich keinen anlasz sehe: ahd. gnanisto igniculus, mhd. gnanaist Mones anz. 7, 601, gnaneist, genaneist wb. 1, 462a, 32. 18. 2@c@gγ) endlich mit glan- für gnan-, um das doppelte n zu erleichtern, im 15. jh. glanester, glenester scintilla 15. jh. Schm. 2, 94, noch kärnt. glânster m. funke. (auch glân) Fromm. 2, 346, cimbr. glanster f. Schm. 125a, und auch statt mhd. gneister, gneiste schweiz. gleisten m. funke. Stalder 1, 453, schon spät mhd. geleister Lexer 1, 735; noch cimbr. glastera f. Schm. 125a, in Luserna glâster, glanster f. Zing. 32a. das wort war eben längst in die irre geraten und suchte nach neuer festigung, anlehnung. 33) die entstehung ist doch an gán-èistra noch zu erkennen, in dessen doppeltem tone die zusammensetzung sichtbar ist. 3@aa) gan f. ist funke, mhd. und noch bair. (sp. 1215), woran schon Graff dachte, in eistra steckt mhd. eiten brennen, ahd. eitan (s. III, 391), wie Wackernagel sah, mit der bildung -stra, eig. -stara, fem. nebenform zu dem m. und n. -star (s. kleister, galster), ohne das s und gleichfalls f. in klafter, halfter (ahd. halftara), diesz aber mit nebenform halster f. (IV2, 226), die ahd. als halfstara, halfstra vorauszusetzen ist, wenn sie nicht auf haltan halten zurückgeht, mit ausfall des -t wie in -eistra von eitan. Die ganstern waren also urspr. funken zum anzünden geeignet oder bestimmt oder erzeugt, wie etwa die funken beim feuerschlagen mit dem feuerstein. 3@bb) die mhd. formen ganeiste, zumal ganeist f. können nicht kürzungen sein, sondern zeigen eine verwandte, aber selbständige bildung mit gleicher bedeutung. so steht neben goth. hulistr n. decke ahd. mhd. hulst f., neben hulfter auch hulft f., holfte köcher (Lexer 1, 1382, Dief. 151c), neben nrh. gelâfter f. klafter, lachter (V, 904) mnl. ghelachte, ghelacht Oudemans 2, 439, alles werkzeuge, zum hüllen, bewahren, umspannen. 3@cc) lehrreich endlich ist ganheist, ganheista (2, c, α), ganheister Dief. n. gl. 330b (15. jh.): wer so schrieb, fühlte die zusammensetzung noch, sprach aber statt des spiritus lenis vor dem ei einen asper, der wol deutlicher trennte, also statt gán-'èister gánhèister. es ist wie ahd. gán-hèrbo statt gán-'èrbo (s. unter ganerbe 1), vgl. auch ganzen a. e.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gansterf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    ganster f. funke. ganastra scintilla voc. s. Galli leseb. 27,17. ganeistra gl. blas. 91. b. gænester gl. Herrad 198. b. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ganster

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    ganster , funke, ein altes wort, noch landsch. 1 1) gegenwärtig im bair. gebiete, tirol. ganstern pl. feuerfunken Scnöpf…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ganster

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Ableitung von ganster

ganst + -er

ganster leitet sich vom Lemma ganst ab mit Suffix -er.

Zerlegung von ganster 2 Komponenten

gans+ter

ganster setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — ganster kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „ganster". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ganster/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „ganster". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ganster/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ganster". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ganster/dwb.
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