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walrat

mhd. bis Lex. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

walrat m.

Bd. 27, Sp. 1325
walrat, m. eine ölige, helle masse, die sich im kopf des pottfisches, aber auch in einer vom kopf bis zum schwanz verlaufenden röhre und in vielen kleinen, im fleisch und fett zerstreuten säckchen findet. Nemnich 4, 958. Brehm thierl.2 3, 719. früher für den samen des pottwals gehalten, daher die bezeichnung sperma ceti (s. unter walram die stelle bei Megenberg); man dachte ihn sich auf der oberfläche des meeres schwimmend, daher auch maris flos. die umdeutschung des nordischen wortes tritt später auf als die zu walram, hat sich dann aber dauernd durchgesetzt. zuerst erscheint im späteren mnd. walrat, walrod, wolrad Schiller-Lübben 5, 580, dann auch in hd. glossaren des 15. jahrh. Diefenbach gl. 29a ambra, wolrat, walrat, wolart, auch Reifferscheid mittheilungen aus handschriften zu Greifswald (15. jahrh.) s. 9 wolrat. die form auf -rat setzte sich wol deshalb fest, weil der walrat als ein sehr hilfsreiches heilmittel galt; man deutet es noch weiter zu baldrat um 'dieweil es bald hilft und rath thut in etlichen gebrechen'. Lonicerus (1679) 742. weitere entstellungen sind walrot, walröte (s. d.), walrach, baldrach bei Henisch 63, 50 und, ferner liegend, walsaat (s. d.), ndl. walschot (Kilian 650); vgl. auch walgeile. litterarisch steht walrat anfangs neben den andern formen, hat aber im 18. jahrh. entschieden das übergewicht erlangt: nimme sperma ceti, walrhat genannt, ein loth. Fel. Würtz practica der wundartzney (Basel 1612) 314; wallrath, wallroth Jablonski (1721) 845; wallrath Hübner (1727) 1800; wallrath, wallroth, walsaat, walrode, walram, walrath, wolram, wolsat, wollrath, baldrath. Zedler 52, 1709; wallrath, wallrad, baldrath. Ludovici kaufmannslex. (1750) 5, 645; wallrath Jacobsson 4, 582a. die wörterbücher haben nur diese form: wallfischleich, wallfischsaamen, wallrath. Ludwig 2375; wallrath Steinbach 2, 221; wallrad, wallfischleich Rondeau; wallrath Adelung und Campe. die schreibung walrat dringt (wie walfisch) erst neuerdings durch.
2004 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    walrâtstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    wal-rât stm. ambra Dfg. 29 a .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    walratm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    walrat , m. eine ölige, helle masse, die sich im kopf des pottfisches, aber auch in einer vom kopf bis zum schwanz verla…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Walrat

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Walrat ( Cetaceum, Sperma ceti ), fettartige Substanz, die sich im flüssigen Zustand in Hohlräumen unter der Haut des Po…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit walrat

16 Bildungen · 16 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von walrat 2 Komponenten

wal+rat

walrat setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

walrat‑ als Erstglied (16 von 16)

walratkerze

DWB

walrat·kerze

walratkerze , f. aus walrat hergestellte kerze, ihrer weisze und durchsichtigkeit wegen geschätzt. Karmarsch-Heeren 3 10, 417.

walratlicht

DWB

walrat·licht

walratlicht , n. dasselbe wie walratkerze. Jacobsson 8, 137 a . Campe ; sieben verschiedene unterirrdische zimmer, allesamt prächtig aufgepu…

walratöl

DWB

walrat·oel

walratöl , n. der flüssig bleibende theil des walrats, zu thran und seife verwendet. Karmarsch-Heeren 3 10, 217. Weidinger waarenlex. (1868)…

walratpflaster

DWB

walrat·pflaster

walratpflaster , n. aus walrat, wachs und öl hergestelltes pflaster ' vor die harten brüste der säugenden '. Zinke ökon. lex. (1753) 3083 . …

walratsaft

DWB

walrat·saft

walratsaft , m. mit walrat hergestellter saft, als hustenmittel verwendet. Zedler 52, 1709 . Marperger kaufmannslex. 2, 663 .

walratwal

DWB

walrat·wal

walratwal , m. dasselbe wie walratfisch. Oken (1838) 7, 1047 .

walratzucker

DWB

walrat·zucker

walratzucker , m. mit zucker verriebener walrat, als arzneimittel dienend. Karmarsch-Heeren 3 10, 217.