Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Walrat
Walrat
Wal m. Name des größten, im Wasser lebenden Säugetiers, ahd. (h)wal (um 800), mhd. wal, mnl. wal, aengl. hwæl, engl. whale, anord. hvalr, schwed. val führt auf germ. *hwala- bzw. *hwali- (vgl. den Plural anord. hvalir neben hvalar). Daneben steht ahd. (h)wal(i)ra (10. Jh.), mhd. walre, waler ‘Wal’, frühnhd. waller, weller ‘Wal’, auch ‘Wels’, nhd. Weller m. ‘Wels’, aus germ. *hwalizōn, einem weitergebildeten s-Stamm. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit apreuß. kalis ‘Wels’. Weitere Beziehungen, etwa zu lat. squalus ‘größere Fischart, Meersaufisch’, sind ganz unsicher. Für das Germ. ist von einer Bedeutung ‘großer Fisch’ auszugehen, die dann auf den größten Süßwasserfisch überging (s. Wels). Als verdeutlichende Zusammensetzung entsteht schon früh Walfisch m., ahd. (h)walfisc (Hs. 13. Jh.), mhd. mnd. walvisch, mnl. walvisc, nl. walvis, anord. hvalfiskr. Walroß n. große Robbenart mit rotbraunem Fell, entsprechend auch nl. walrus, walros, engl. walrus, schwed. valross, dän. hvalros. Das Alter der Zusammensetzung ist schwer zu bestimmen. Der älteste nachweisbare Beleg scheint in nl. wal-rusch (1594), dann in nhd. (Plur.) Walreussen (1599) und Walruschen (um 1600) vorzuliegen. Für ein wesentlich höheres Alter spricht freilich die Entlehnung afrz. galerous (1205), die nur eine anord. Bezeugung voraussetzen kann wie (mit Wechsel der Kompositionsglieder) anord. hrosshvalr ‘Walroß’ (oder Walart?) neben rosmhvalr, aengl. horschwæl, eine volksetymologisch an Roß ‘Pferd’ angelehnte Zusammensetzung aus germ. *rusta- ‘rotbraun’ (s. 2Rost) mit germ. *hwala- ‘großes Meerestier’ (s. oben). Vgl. auch (ebenfalls aus dem Anord.) afrz. roal ‘Walroß, das Zahnbein seiner Hauzähne’, frz. rohart. Walrat m. n. fettartige Substanz in Hohlräumen unter der Haut des Pottwals, mnd. walrat, walrod, wolrad, frühnhd. wolrat, walrat, wolart (15. Jh.), wohl umgedeutet aus älterem spätmhd. walrām (zu mhd. rām, rān m. ‘Schmutz’) in Anlehnung an Rat (s. d.) im Sinne von ‘(Hilfs-, Heil)mittel’. Narwal m. ‘Zahnwal, Einhornwal’ (männliche Exemplare mit einem etwa zwei Meter langen Stoßzahn), entlehnt (18. Jh.) aus dem Skandinav., vgl. norw. dän. narhval, schwed. narval, anord. nārvalr. Herkunft des Bestimmungsworts ungewiß. Meist wird darin anord. nār m. ‘Leiche’ vermutet im Hinblick auf die im Alter sich mehrenden hellen, mit gelbweißer Leichenfärbung verglichenen Altersflecken. Oder (nach Brehm) auf Grund der in Winterstürmen verendeten und in großer Zahl an Land geschwemmten Tiere?