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luppen

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 8 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
6
Verweise raus
4

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

luppen verb.

Bd. 12, Sp. 1312
luppen, lüppen, verb. 11) milch gerinnen machen, zur käsebereitung (vgl. dazu lippen sp. 1059): da lert sie in küw melken und milch luppen und die allerbesten kesz machen. Keisersberg trostsp. cc 2b. 22) auf grund der früheren allgemeinen bedeutung des subst. lüppe (s. oben) hiesz lüppen aber auch arzneikunst treiben: ahd. luppôn medicare Graff 2, 77; theils mit zaubersäften, die ein geschosz vergifteten; daher ahd. giluppôt, mhd. gelüppet, tinctus, toxicatus, venenatus (vgl. auch oben lipfen sp. 1054): jâ sint der Sarrazîne geschôʒ gelüppet sam diu nâtern biʒ. Wolfram Willeh. 324, 4; sîn swert daʒ ist gelüppet; er ist mort den eʒ erreichet. Neithard 92, 7; theils auf chirurgischem wege, lüppen bedeutete castrieren: spadonare lubben, luppen, lyppen, lippen (neben die geile uszschnyden, munchen) Dief. 544b, was sich bis heute im westfälischen lübben, brem. lubben (brem. wb. 3, 92), holländ. lubben verschneiden erhalten hat; aber auch vögeln die zunge lösen: sy (zwei gefangene nachtigallen) erzeltend aber über die täglichen und gmeinen wort, so sy stäts von gesten gehört .. und als ich den wirt gefraget, ob disen vöglen villicht geluppet wäre, oder ob er sy etwas reden geleert hette, do sagt er, gar nit. Heuszlin vogelb. 179b; und daher bildlich von geschwätzigen weibern: [] den ist gelüpt die zung so wol, das sie dick brennet wie ein kol, disz klagt, die klappert, dise lügt .. Brant narrensch. 64, 23; und bezüglich eines, den man reden machen will: er wirt siner zungen fast grob luppen. trag. Joh. H 3; scherzhaft sodann von dem leeren eines bechers oder einer flasche gebraucht, welche man gleichsam einer operation unterwirft: dem goben wir versalzen suppen, das er dem fläschlin wol möcht luppen. Brant narrensch. 81, 4; so wend wir dem schenkfasz luppen! N. Manuel 402, 355 Bächtold; dem becher wöl wir desz basz luppen. H. Sachs 2, 2, 40a; da aszen sie ein wassersuppen und theten der bierstützen luppen. 4, 3, 73c; du bist ein fechter hinderm ofen, da die würst und die hering trofen, und bei den feisten klostersuppen, darauf du möchtst dem fläschlein luppen. 5, 3, 340a; mit acc. statt des dativs: (sie sollen) darzu das fleschlein luppen. 1, 533b.
2211 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    luppenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    luppen swv. BMZ s. v. a. lupfen Narr. 81, 4 ; — luppen, spadonare, die geyle uszscheyden, mynchen Dfg. 544 b ( zum folgd…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Luppenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Luppen , v. trs . verstümmeln, verschneiden. D. Luppen. D. — ung .

  3. modern
    Dialekt
    Luppen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Luppe n [Lùpa Dü. ] m. Lippe, grosse, geschwollene Lippe. Dis Maid e l het awer e L., m e r t h ät meine n , s het eini …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit luppen

36 Bildungen · 13 Erstglied · 22 Zweitglied · 1 Ableitungen

luppen‑ als Erstglied (13 von 13)

Luppendeier

RhWB

Luppen-deier lypəde·i.ə(r) Ahrw m.: Spottn. für einen Mann, namens Theodor, der ungewöhnlich lange an der Brust oder Flasche gesogen hatte; …

luppenfeuer

DWB

luppen·feuer

luppenfeuer , n. ein eisensteinschmelzwerk, welches klumpen von drei bis vier centnern, luppen, herstellt; auch wolfsofen. Jacobsson 6, 490 …

luppen II

RhWB

luppen II = saugen s. bei Luppe II;

luppen III

RhWB

luppen III = bummeln s. bei Luppe III.

luppen IV

RhWB

luppen IV schw.: 1. et luppt, — hot geluppt hat Erfolg (gehabt), geht gut vorwärts, bringt grossen Vorteil Birkf-Idar . — 2. messløpə missgl…

luppenstück

DWB

luppen·stueck

luppenstück , n. ein aus einem eisenklumpen, luppe, länglicht zerschrotenes stück. 2, 647 b .

luppen VI

RhWB

luppen VI, lüppen II nur vereinzelt an der Nahe, u. zwar -ub- Birkf-Hettenr ; -ib- Saarbr , Wend-Freisen , Birkf-Eisen , Kreuzn-Stdt schw.: …

luppen als Zweitglied (22 von 22)

abfluppen

RhWB

ab-fluppen: etwas a., wegschnellen, z. B. Wassertropfen von der Hand Bo .

abluppen

RhWB

ab-luppen: einem etwas a., heimlich absehen, –lunken, –luchsen Wermelsk ; -lupərn Altk ; -lubχə Simm-Tiefenb .

abschluppen

RhWB

ab-schluppen: etwas a., abschlürfen Allg.

afsluppen

WWB

af-sluppen V. [verstr.] abrutschen, abgleiten. Dat Mess sluppet af ( Kr. Beckum Bek Vh).

ankluppen

WWB

ank·luppen

an-kluppen V. beim Zählen der Stämme ein Zeichen in die Bäume schneiden ( Kr. Olpe Olp Ro).

Aufkluppen

Herder

auf·kluppen

Aufkluppen , Jagdgeflügel mit einer durch die Nasenlöcher gezogenen Schwungfeder zum Transport an einander binden.

duᵉrsluppen

WWB

duer·sluppen

duᵉr-sluppen V. durchschlüpfen ( Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil) Wal Bh).

einkluppen

DWB2

ein·kluppen

einkluppen vb. einklemmen: 1911 Müller-F. obs. mdaa. 1,284 a . 1937 Pleyer Tommahans 253.

Feilkluppen

Meyers

feil·kluppen

Feilkluppen , durch eine Feder verbundene hölzerne, kupferne oder bleierne Backen, die zum Schutz des Arbeitsstückes zwischen die Backen des…

kǟsluppen

Idiotikon

kǟsluppen Band 3, Spalte 997 kǟsluppen 3,997

schluppen

DWB

schlup·pen

schluppen , verb. , hessisches wort, a) schluppen, schluppchen, schlürfend einhergehen Vilmar 358 . Schm. 2, 531 . b) saugen Pfister 257 , l…

Stei(n)chluppen

Idiotikon

Stei(n)chluppen Band 3, Spalte 668 Stei(n)chluppen 3,668

Teufelskluppen

ElsWB

teufels·kluppen

Teufelskluppen m. Teufelshaufen. ‘Ir secht (seht aus) wie hellisch teufelskluppen’ Fisch. Flöhh. 2579.

utsluppen

MeckWB

Wossidia utsluppen zu weit sein, nicht fest am Fuß sitzen: de Schoh sluppen ut Gü Güstrow@Schwaan Schwaan ; Wa.

verfluppen

RhWB

ver·fluppen

ver-fluppen: verfluppt nicht gelungen, erfolglos Erk-Doveren ; den Zug v. verspäten Rheinb-Schönau .

verkluppen

PfWB

verk·luppen

ver-kluppen schw. : ' kastrieren ', veʳkluppe [ LU-Altr ]; vgl. PfWB verschneiden 2. — Zu PfWB Kluppe 'Zange'. — SHW Südhess. II 531 ; BadWB…

verluppen

DWB

ver·luppen

verluppen , verb. zusammenschmieden. es ist vermutlich zu luppe ( zusammengeschmiedeter eisenklumpen ) zu stellen ( s. 6, 1312): erscheint g…

verschluppen

RhWB

versch·luppen

ver-schluppen: Schuhe, Kleidungsstücke, Hausgeräte v. draufschluppen, sie aus Nachlässigkeit schnell abnutzen Allg. u. Bernk-Andel , Prüm-Ih…

wipluppen

Lexer

wip·luppen

wip-luppen stn. BMZ das schwanken, zittern? Lanz. 574. 6061. vgl. wipf u. lupfen, luppen.

Ableitungen von luppen (1 von 1)

verluppen

DWB

verluppen , verb. zusammenschmieden. es ist vermutlich zu luppe ( zusammengeschmiedeter eisenklumpen ) zu stellen ( s. 6, 1312): erscheint g…