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wocken

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wocken m.

Bd. 30, Sp. 964
wocken, wocke, m. , seltener f., colus, pensum, rocken, spinnrocken; mnd. wocke, wokken, mnl. wocke Verwijs-Verdam 9, 2756. seit der mitte des 14. jh. bezeugtes wort niederdeutscher herkunft, das seit dem 16., zunehmend seit dem 19. jh. bei schriftstellern der nd. und der angrenzenden md. landschaft aus der mundart in den schriftsprachlichen gebrauch eindringt; nur selten, und dann in jüngerem literarischem gebrauch, über dieses gebiet hinaus: bei Göthe neben rocken und kunkel auch wocken I 42, 2, 159 W.; Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 50; Stehr heiligenhof (1918) 1, 245. in gleicher bedeutung wie das vorwiegend obd., md. rocken (s. d.), das aber auch im nd. neben wocken begegnet, z. b. eyn garnewinde, eyn haspell, eyn rocke spindeln weruel gordel budell (15. jh., Rüden in Westfalen) bei Wigand archiv f. gesch. u. alterthumskde Westphalens 5, 72; de eyget nycht meer dan ere schapene kleder und eyn spyll und eyn rocken (Dortmunder willküren des 15. jh.) in: zs. d. ver. f. gesch. u. alterthumskde Westfalens 3, 302; wocken daneben rocken Mi mecklenburg. 71b, 108a; rokə ... das häufigere synon. ist wokn Teuchert neumärk. 211. (über das ebenfalls gleichbedeutende, im westl. teil des obd. und md. verbreitete kunkel s. d.) — in der älteren bezeugung überwiegt die form wocke, wie älteres rocke neben rocken: colus wocke (nd. 1417) Diefenbach n. gl. 102b; Bucholtz Herkuliskus (1665) 316; Stieler (1691) 2531; im 16. und 17. jh. (wie auch im mundartlichen, s. unten) wocke gelegentlich als fem.: colus ein wocke oder rocke generis feminini Trochus promptuar. (1517) r 2b; Widerhold (1669) 424b; Kramer teutschital. (1678) 1247a. die form wocke noch bis ins 18. jh.: wocke vide rocken Kramer 2 (1702) 1378c; rocken colus Wachter gloss. (1737) 1303, wocke pensum in colo ebda 1921. seither schriftsprachlich nur wocken, das aber schon alt bezeugt ist: colus wocken (nd. 15. jh.) Diefenbach n. gl. 102b; nomencl. in usum scholar. (Hamburg 1634) 417; Rachel satyr. ged. 130 ndr. bei Adelung und Campe ausdrücklich als nd. wort. im gen. sing. durchweg mit flexivischem -s: wockens Artomedes 56 pred. (1604) 33; Fouqué held d. nordens (1810) 2, 72. —mundartlich ist wocken auf dem gesamten nd. sprachgebiet undmit ausnahme des mittelfränk.auch in den angrenzenden teilen des md. verbreitet, so im kurhessischen Vilmar 457, [] im nordthüring. Kleemann 25c, Hertel 259, im mansfeldischen Jecht 125a, im ostteil der provinz Sachsen Bruns volkswb. 75b, laut literarischer bezeugung auch in der Niederlausitz: Bas. Faber Saxonia (1563) 56a; Tharaeus klage d. lieben frau Gerste (1609) in: schr. d. ver. f. d. gesch. Berlins 33 (1897) 55a Bolte. wocke (meist neben wocken) verzeichnen Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 568a; brem.-niedersächs. wb. 5, 284; Woeste westf. 327b; Strodtmann Osnabrück 289; Vilmar Kurhessen 457; Teuchert neumärk. 251. formen mit u im holstein.: wukken Richey id. hamburg. (1755) 348; Schütze holstein. 4, 371; wucken, wuppen C. Schumann Lübeck 19; wucken, wrucken (die form mit r unter einflusz von rocken) Mensing 5, 678; s. auch Sarauw nd. forschungen 1, 81. einsilbige formen: wock, wuck Mensing 5, 678; nordfries. wôk Jensen 708; wogg Schmidt-Petersen 164b; ferner wock Hupel Lief- u. Ehstland 267. als fem. auch mundartlich nur selten bezeugt: wocke, f., Woeste westfäl. 327b (aber auch für das westfäl. nicht allgemein gültig); wôk, f., Jensen nordfries. 708. sprachlich gehören wocken und rocken nicht zusammen (s. o. rocken 1). am ersten stellt sich mnd. wocke zu as. wocco 'cicindela, docht eines lichtes' als schwachstufige bildung (wie vielleicht in norw. oke 'verworrene, verfitzte masse'; anders Torp 473) mit übertragung des w von der hochstufe her (o nicht durch w-wirkung aus e, trotz Wadstein 244) zur idg. wurzel *eg- 'weben'; 'gewebe', deren hochstufige entsprechungen vorliegen würden in mnd. wecke 'docht, lunte', mhd. wicke 'docht', 'scharpie', ahd. wickilī, mhd. wickel 'das vom rocken abzuspinnende flachspensum', mhd. wiht docht, wozu sich als reduplizierte formen stellen würden ags. wēoce, engl. wick, and. viuca (überliefert vinca) scirpus (11. jh.) ahd. gl. 3, 686, 58 St.-S., mnd. wēke, weike 'charpie, lunte, docht' (woraus entlehntn. væge, schwed. veke, norw. veik docht), mnl. wieke 'flügel, flederwisch', nl. wiek 'flügel, charpie, lampendocht', ahd. wiocha, mhd. wieche, nhd. mundartlich wieche (mit zahlreichen nebenformen) 'gedrehtes garn für docht oder scharpie' (s. d., vgl. Lidén studien z. aind. u. vergl. sprachgesch. 25 ff., idg. forsch. 359 ff., Fick 34, 381; Walde-Pokorny 1, 247). 11) wocken bezeichnet wie rocken und kunkel sowohl ein spinngerät wie die davon abzuspinnende menge flachs, hanf, wolle u. s. w.; häufig beides zugleich oder doch ohne fühlbare unterscheidung. 1@aa) colus, ein stabartiges holzgerät, der spinnrocken (s. o. spinnwocken, s. u. wockenscheid; wockenstock), um das beim spinnen mit oder ohne rad das zum abspinnen bestimmte material gewunden wird; in zweiter linie auch das ganze, namentlich das zum spinnen ohne rad gebräuchliche gerät. trotz der mehr nach b 'flachsbündel' weisenden etymologischen beziehungen (s. o. as. wocco cicindela) so zufrühest (s. u. den beleg von ca. 1360) und von jeher vorwiegend bezeugt, vgl. colus wocke (nd. 1417), wocken (nd. 15. jh.) Diefenbach n. gl. 102b; pensum disne (d. i. flachs) up den wocken (nd. 15. jh.) gl. 423b; colus ein wocke oder rocke Trochus promptuar. (1517) r 2b; Decimator sylvae (1591) M m m 4b; colus ein wocke, kunkel Orsaeus nomencl. (1623) 254; colo aliquid aptare etwas an den wocken machen nomencl. in usum scholar. (Hamburg 1634) 417. sprichwörtlich: was eine an den wocken bindet, das spinnet sie auch ab Petri weiszheit (1604) 2, Y y 3b; wocke, wocke, du bist vom quaden (d. i. bösen) stocke, wenn ich dich ansehe, so thun mir alle knochen wehe ebda 3, S s s 4a; wann aber diese faule tockn einschlummern unter ihren wockn, darauf sie mich (den flachs) gewundn habn Tharaeus klage d. lieben frau Gerste (1609) in: schr. d. ver. f. d. gesch. Berlins 33 (1897) 55a Bolte. in gelegentlicher, wohl nur künstlicher unterscheidung von rocken: 'wocken ist das oberste theil am spinnerad oder rocken, worum der flachs, werck oder die wolle geschlagen wird' Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2131; spinnen heiszet das auf den wocken gelegte garn ... vermöge [] des spinnrads oder rockens in tüchtige und gleiche fäden zusammendrehen ebda 1885. anderseits steht wocken, besonders im ostnd., als bezeichnender teil auch für das ganze spinngerät wie spinnrad, vgl. ein wocken ein spinnrad Gottsched sprachkunst (1762) 148 (neben ein rocken ein spinnzeug ebda 136): für das spinnrad ist in der prov. Preuszen der fast ausschlieszlich gebrauchte name: der wocken, scherzweise wird es auch die hungerkarre genannt Frischbier bei Schade wiss. monatsbl. (Königsberg 1874) 7, 205; die monde gehen, die jahre gehen vorbei. singend dreht ihren wocken die gräfin Madei Agnes Miegel ges. ged. (1927) 15; der wock statt spinnrad oder rocken Hupel Lief- u. Ehstland 267; Schemionek elbingsche ma. 45; Liesenberg Stieger ma. 221. der wocken gilt seit alters als typisches arbeits- und ausstattungsgerät der frau: van deme gherade (frauengerät) ... dat beste gordel, dat beste vingeren, scho, patinen, wocken, spillen und werven (ca. 1360, aus statutarrechten der stadt Geseke) urk.-buch z. landes- u. rechtsgesch. d. herzogth. Westfalen 2, 474 Seibertz; in gleicher oder ähnlicher aufzählung, formelhaft: he (der mann) moste my (seiner frau) halen beyde wocken unde spillen, den wervel sochte he my under der bank fastnachtsp. 972 Keller; ebda 974; wocken, warvel unde spylle, de hören to der vrouwen warke de koker in: Reinke de vos (1711) 333; ebda 375; sêt (ihr frauen) na der vodinge unde swyget stille unde radet over wocken, warve unde spille (ged.: van veleme rade aus einem Wernigeroder druck) bei Hoffmann v. Fallersleben findlinge 1, 69; wann sie (die mutter) dich zum wocken und zur nähnadel geschikt gemacht hatte Bucholtz Herkuliskus (1665) 300; hette in abwesen ihres frommen ehelichen mannes sich sollen still ... halten, irer hauszarbeit und wockens warten Artomedes 56 pred. (1604) 33; lasz uns drum den geist hinlenken auf das heitre werk des webstuhls und des wockens Fouqué held des nordens (1810) 2, 72. als attribut der hexen: da (auf dem Brocken) fand sich keine hexe mehr, kein besen und kein wocken Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 50; wocken und schwert in alter symbolischer gegenüberstellung (vgl. auch unter kunkel, spille, spindel): ore wif weren menliker mit oren wocken wenn de borger van Magdeborch mit oren swerden (Magdeburg 1406) dtsche städtechron. 7, 321; euch stehet nicht zu helffen, dann der wocke henget in eurem hause über dem schwerdt (von einem pantoffelhelden) herzog Heinr. Jul. v. Braunschweig schauspiele 246 Holland. 1@bb) das um den spinnrocken zu windende oder gewundene flachsbündel selbst: für pensum in einem Oldenburg. voc. des 15. jh. bei Schiller-Lübben 5, 757b; wocke pensum in colu Wachter gloss. (1737) 1921 (neben rocken colus ebda 1303). gelegentlich auf diese bedeutung beschränkt: 'die wocke heiszt der flachs, die wolle, die seide etc., die man an die kunkel auf einmal bindet. einige nennen irrig den kunkelstiel die wocke' Popowitsch versuch 628; wocke, f. 'bündchen flachs, welches auf den wockenstock gebracht werden soll' Woeste westfäl. 327b (dagegen rocken, m. 'spinnrocken' ebda 216b). in anderen wbb. des westnd. ausdrücklich neben der bedeutung a, vgl. brem.-niedersächs. wb. 5, 284; Mensing 5, 678. literarisch: ein ... nest ... musz so weich sein wie der flachs von Reginens wocken Fontane I 2, 326; dasz sie mit den steifen fingern den dicken wocken, den sie ihnen zur nacht noch aufzustecken pflegte, nicht völlig hätten zwingen können Storm w. (1899) 4, 258. in bildlicher anspielung auf weibliche haartracht; so vielleicht schon im folgenden beleg: viel putzen sie sich aus und stutzen wie die docken, auch manche geht daher wie ein geputzter wocken und ein geputztes holz Rachel satyr. ged. 130 ndr.; [] sie ... war der reizendste backfisch, den sie sich denken können. ich seh noch ihren haardutt, den wir immer den wocken nannten Fontane I 5, 171. uneigentlich: einen mit der gabel sorgfältig zusammengestochenen wocken heu über die wagenleitern hinaufzulangen Stehr d. heiligenhof (1918) 1, 245. 1@cc) häufig sind a und b zusammengenommen oder nicht zu unterscheiden, vgl. wocken 'stab, um den der flachs gewickelt ist' Bauer-Collitz waldeck. 288; wockn 'der spinnrocken mit dem um denselben gewickelten flachs' Danneil altmärk. 249b. so namentlich in den festen verbalverbindungen beim, am wocken sitzen: als er ... kompt, findet er sein weib beim wocken sitzen und spinnen Hennenberger ercler. d. preusz. landtaffel (1595) 425; ein alt weib spinnet am wocken und betet (1579) Entzelt altmärk. chron. 96 Bohm; am wocken hinter dem ofen allein sasz Gretchen beim matten lampenschein Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 3, 258; sie (Frigga) sasz am wocken und spann dem dasein das wärmende kleid W. Schäfer 13 bücher d. deutschen seele (1923) 7. den wocken (ab)spinnen u. ähnl., ursprünglich wohl mehr von b aus: wer ihn auch nutzer gewest, sie hetten die zeit ihres gelobens ... den wocken gespunnen Carlstadt von gelubden unterricht. (1521) d 1a; er solte sich aus Italia drollen und als ein eunuchus neben andern weibern den wocken spinnen Bas. Faber Saxonia (1563) 56a; ein wocken abzuspinnen Bastel v. d. Sohle junker Harnisch aus Fleckenland (1648) 73; die Jeschke, die ..., wenn sie den faden von ihrem wocken spann, immer nur geschichten ... hören wollte Fontane I 6, 365; dafür erzeigt er sich wie ein getreuer diener, er spuelt den wokken ab, holt gersten, speist die hüner Rachel satyr. ged. 24 ndr.; gelegentlich auch von a aus: weil du heut ganz leer den wocken sponnst, Fickchen, komm und sing mir ein te deum Athenäum (1798) 3, 162; das frauenzimmer dagegen, welches ... mit der spindel vom wocken spann Gaudy (1844) 2, 76. complex: dər frühling sitzt am wocken, von dem er mit gesängen um meine wildnis grüne schleier spinnt R. Dehmel ges. w. (1906) 3, 99. 1@dd) bildlich und übertragen in der für den wortbereich von spinnen geltenden anwendung auf geistige vorgänge, namentlich auf den gang oder fortgang einer erzählung oder eines gedankens (s. spinnen III 1, spindel 1 l, spinnrad 2 b); meist im anschlusz an die verbalen wendungen von c: ich habe noch viele kamellen am wocken, die ich abspinnen musz Fr. Reuter br. (1863) 496; so lief endlich aus dem verwirrten wocken in seinem bauerngehirn ein faden ab, mit dem er dieses loch zuflicken konnte W. Schäfer d. verlorene sarg (1911) 172; so könnte ich von dem angefangenen wocken den faden noch lange weiterspinnen. habe ich doch noch nicht mit einem wort an das ... götterwesen der Ilias gerührt R. A. Schröder aufsätze u. reden (1939) 1, 26. anders nur vereinzelt: laune spann am wocken des traums, an dem wocken der freude spann die eine, die, sie, alles in allem mir war grafen zu Stolberg ges. w. (1820) 2, 70. in negativer wendung, vom aufzehren der lebenskraft: wenn die männer sich mit den weibern schleppen, so werden sie so gleichsam abgesponnen wie ein wocken Göthe I 42, 2, 159 W. 22) als schimpfwort für einen tölpelhaften, bäurischen menschen, für einen groben kerl begegnet wocken in teilen des westlichen nd. vom 16. bis 18. jh.; wohl von 1 b aus, mit anspielung auf das spinnmaterial in seinem rohzustande: vnd schreibt Orosinus vom namen Vocaudae, das er sonderlich den bawersleuten sey aufferlegt worden. daher ich schlieszen wolte, das daher bey den Sachsen vnd Westualen geblieben ... das wort wocke, welches zum hohn und spot von dölpischen, groben, ungeschickten [] leuten gebraucht wird R. Reineck (aus Steinheim in Westf.) v. d. Meissner anfengl. herkommen (1576) 107; nur köntestu ungeschliffener wocke mir wol mit höflicher antwort begegnen Bucholtz Herkuliskus (1665) 316; et is een rechte wocke, een grove wocke vom keerl ... man sagt auch heuwocke, tünswocke, die Lüneburger aber wockfoot: homo plumbeus Strodtmann Osnabrück 289; brem.-nieders. wb. (für Hannover) 5, 284; vgl.wokke importunus, morum agrestium homo Schottel haubtspr. (1663) 1445; Stieler (1691) 2531. 33) vereinzelt: dauwe wocken (taube wocken) schilf und rohr, so in fischteichen wachsen Strodtmann Osnabrück 289. 44) auch in den zusammensetzungen geht wocken, wenn auch in minder zahlreichen bildungen, mit rocken und kunkel parallel:
14673 Zeichen · 372 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wocken

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    * Der Wocken , des -s, plur. ut nom. sing. ein nur im Niederdeutschen übliches Wort, einen Rocken oder Spinnrocken zu be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wocken

    Goethe-Wörterbuch

    Wocken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wocken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wocken , s. Rocken .

  4. modern
    Dialekt
    Wocken

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia Wocken -u-, vereinzelt Wock, -u- m. 1. wie Wöckel 1: colus 'ein Wocke' Chytr. 274; Wocken Spinnrocken Mi 108 a …

  5. Sprichwörter
    Wocken

    Wander (Sprichwörter)

    Wocken 1. An silbernen Wocken spinnt man das feinste Garn. – Altmann V, 121. 2. Den Wocken, so ich angefangen, will ich …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wocken

43 Bildungen · 28 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

wocken‑ als Erstglied (28 von 28)

Wockenarm

MeckWB

wocken·arm

Wossidia Wockenarm Wucken- m. wie Wökkel 1: Wockenarm Lu Ludwigslust@Grebs Grebs ; Klüß; Leuss; Ro Rostock@Retschow Retsch ; Wuckenarm Dänsc…

wockenband

DWB

wocken·band

wockenband , n. , ein zierband, das den mit dem wockenblatt umhüllten flachs umschlieszt, s. Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2131 ; Vilmar K…

wockenbengel

DWB

wocken·bengel

wockenbengel , m. , schimpfwort: du unflat und du wockenbengl, du schelm, böszwicht und galgenschwengl (1590) G. Rollenhagen spiel v. reiche…

Wockenbild

MeckWB

wocken·bild

Wossidia Wockenbild n. wie das Folg. , auf der Außenseite mit zwei tanzenden Paaren, auf der Innenseite mit einem langen Gedicht bedruckt Ha…

wockenblat

KöblerMnd

wocken·blat

wockenblat , N. nhd. Papier bzw. Tuch um den Flachs auf dem Spinnrocken zusammenzuhalten ÜG.: lat. colifolium Hw.: s. rockenvel I.: Lüs. lat…

wockenblatt

DWB

wocken·blatt

wockenblatt , n. , eine oft farbige oder verzierte hülle, meist aus dünner pappe, die den am wocken aufgesteckten flachs zusammenhalten soll…

wockenbrennen

DWB

wocken·brennen

wockenbrennen , n. , ' ein volks- und kinderfest in einigen gegenden Ditmarschens, auch auf der insel Fehmarn: ein freudenfeuer. man verbren…

wockenbrief

DWB

wocken·brief

wockenbrief , m. , ein buntes oder bebildertes wockenblatt, s. Jacobsson (1793) 8, 216 b ; Woeste westf. 328 a ; Frischbier preusz. 2, 478 ;…

wockenhistörchen

DWB

wocken·histoerchen

wockenhistörchen , n. , geschichten, welche die weiber beim spinnen erzählen; verächtlich für unglaubwürdige erzählungen ( s. o. rockenmärle…

Wockenhoor

MeckWB

Wossidia Wockenhoor n. Flachsfaser, im Volksreim; fand Fru God' in den Zwölften Flachs auf dem Spinnrad, so sagte sie: Wo männig Wockenhoor,…

wockenlied

DWB

wocken·lied

wockenlied , n. , lied, das beim spinnen gesungen wird: das wockenlied ..., welches gestern die mägde in der nachbarschaft sangen (1700) J. …

Wockenmaker

MeckWB

wocken·maker

Wossidia Wockenmaker m. Drechsler, der Spinnräder verfertigt: Wockenmakers stellten de Wocken ut up 'n mirowschen Markt Wa Waren@Buchholz Bu…

wockenpapier

DWB

wocken·papier

wockenpapier , n. , dasselbe wie wockenblatt: Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2132 . —

Wockenrad

MeckWB

wocken·rad

Wossidia Wockenrad n. Spinnrad mit Flachshalter, auch zum Spinnen der Swingelheid' benutzt Lu Ludwigslust@Leussow Leuss .

wockenscheid

DWB

wocken·scheid

wockenscheid , n. , was wocken 1: es wird ... der flachs ... auf eine banck, so breit als das wockenscheid hoch ist, auf einander gebreitet …

Wockenschugel

MeckWB

Wossidia Wockenschugel , Wockenschuwel m. wie das Folg. : Wockenschuwel Ma.

Wockenschugels

MeckWB

wocken·schugels

Wossidia Wockenschugels n. häßliche, unordentliche Frau: as sonn' Wockenschugels Ro Rostock@Ribnitz Ribn .

wockenspiel

DWB

wocken·spiel

wockenspiel , n. , wie wockenhistörchen ( s. d. ): daraus zu sehen, dasz die fabeln nicht fabeln, das ist narrentheidinge und alter weiber o…

Wockenstäl

MeckWB

wocken·stael

Wossidia Wockenstäl m. dass. : De Fru, dei kreg' den Wockenstäl Wi Wismar@Neukloster NKlost .

Wockenstaken

MeckWB

wocken·staken

Wossidia Wockenstaken m. wie Wockenstock, im Volksreim: Grot Fru kreg' den Wockenstaken, Slög' em up den Schullerknaken Wi Wismar@Neukloster…

wockenstock

DWB

wocken·stock

wockenstock , m. , wie wocken 1, ' der stock, um welchen der wocken gebunden wird ' Woeste westfäl. 328 a . —

wockenstube

DWB

wocken·stube

wockenstube , f. , dasselbe wie rockenstube ( s. d. ): vielleicht die eltermutter beim spinrade oder in der wockenstuben den mägden die zeit…

wockenvōt

KöblerMnd

wockenvōt , N. nhd. „Spinnrockenfuß“ ÜG.: lat. teretrum E.: s. wocke, vōt L.: Lü 591a (wocken-/wockenvôt)

wocken als Zweitglied (15 von 15)

Œwerwocken

MeckWBN

Wossidia Œwerwocken m. vereinzelt Flachshalter am Spinnrad Wo. Sa.

Angelwocken

MeckWB

angel·wocken

Wossidia Angelwocken m. Gerät zum Halten der Angelklaw; s. Abb. 2 (Sp. 315) und Monh. 9, 471.

Aufwocken

Adelung

auf·wocken

* Aufwocken , verb. reg. act. um den Wocken winden; am häufigsten in Niedersachsen für aufrocken. Flachs aufwocken.

Bestäkwocken

MeckWB

Wossidia Bestäkwocken m. Gerät des Anglers, s. MeckWB Angelwocken (Sp. 316.)

Bräd'wocken

MeckWBN

brad·wocken

Wossidia Bräd'wocken m. das im Lande übliche, dreibeinige Spinnrad Wa Waren@Boek Boek .

Brettwocken

MeckWB

brett·wocken

Wossidia Brettwocken m. Spinnrocken, an dessen unterem Ende sich ein mit einer Gabelung versehenes Brett befand Schö Schönberg@Bäk Bäk .

Brutwocken

MeckWB

brut·wocken

Wossidia Brutwocken m. ein kunstvoll geschnitzter Spinnrocken, mit dem die Braut in Begleitung ihrer Brautjungfern von Haus zu Haus ging, um…

Flaßwocken

MeckWBN

flass·wocken

Wossidia Flaßwocken m. 1. wie Flaßhöller Ha. 2. wie Flaßbund 2: Flaßwocken Ha Hagenow@Gresse Gresse ; Lu Ludwigslust@Grebs Grebs ; Ma Malchi…

Knüttelwocken

MeckWB

knuettel·wocken

Wossidia Knüttelwocken m. 'Strickwocken', ein am oberen Ende gegabelter Holzständer mit vier Füßen, an dem die Fischernetze aufgehängt werde…

ristelwocken

KöblerMnd

ristelwocken , sw. V. nhd. Flachs bündelweise auf den Spinnwocken aufbringen E.: s. riste (1), wocken L.: MndHwb 2, 2167 (ristewocken) Son.:…

Spaulwocken

MeckWB

spaul·wocken

Wossidia Spaulwocken m. wie -rad Lu Ludwigslust@Polz Polz ; Wa Waren@Wredenhagen Wred .

spinnwocken

DWB

spinn·wocken

spinnwocken , m. , dasselbe wie oben spinnrocken; spinnwocke, colus Frisch 2, 303 b ; ein angelegter spinnwocke, colus lino amictus. ebenda.

überwocken

DWB

ueber·wocken

überwocken , m. epicolium Diefenbach gloss. 204 a ; nov. gloss. 151 b ; der obere theil des wockens Frischbier 2, 419 b . landschaftlich wie…