[]springbrunnen,
m. allgemein brunnen, aus dem das wasser mit einiger gewalt hervorspringt. dasselbe wie oben spring,
m. 1, springborn,
m. und unten springquell,
m. springbrunn
schreibt Kramer (
s. unten). als überschrift Brockes 2, 132. Merck
briefw. 1,
vorr. 40
und Schlegel
Shakespeare Julius Cäsar 2, 2 (
s. die belege unten), springbrunn Danneil 207
b.
in der schreibung sprüngbrunnen: (
Adelmund) führete mich in den garten, da wihr zu einem überaus schönen lust- und sprüngbrunnen gelangten. Zesen
adriat. Rosemund 42
neudr. überhaupt '
quelle': ausz den verborgenen wässern (wässerigten sumpffen) quillen die springbrunnen, daher die bäche flieszen. Comenius 65.
vgl. Danneil 207
b.
dann im besonderen bezeichnet es als verdeutschung von franz. fontaine
kunstvollere anlagen, welche das wasser in strahlen emporwerfen: springbrunn, springbrunne,
fontana. Kramer
dict. 2 (1702), 890
b; springbrunne,
aqua e tubulis arte hydraulica saliens. Frisch 2, 309
c;
vgl.: wenn wir einer fontaine den namen eines springbrunnens beylegen; so sagt man uns: dieses sey eine pure caprice. Gottsched
bei Reichel 55. es versteht sich aber, dasz Reichard die fenster um den springbrunnen, welcher an der mitternächtlichen seite des kreutzganges (
im kloster Hirschau) war, nicht mitgezählet hat. dieser lag in einem besondern erker, welcher eigentlich zu dem kreutzgange nicht gehörte. Lessing 9, 249; marktplatz, worauf ein springbrunnen steht, oben drauf Knellius, und unten um den brunnen seine trabanten. Fr. Müller 2, 103; an den tagen, da sie (
frau Hinkel) hieran (
an der herstellung der kleinen vögel) auf den verfallenen stufen des trocknen springbrunnens sitzend arbeitete. Brentano 5, 48; ein garten voll hoher flatternder springbrunnen, welche vor der sonne glanztrunken ihre bogen durcheinander warfen. J. Paul
Titan 5, 60; in der mitte stand ein springbrunn, der alles befruchtete, rund um den garten wuchs ein weinstock. Brentano 8, 404; (
blühende granaten), die neben dem springbrunnen leuchteten, in dessen bassin sich die goldfischchen funkelnd bewegten. Tieck 19, 201; unzählige springbrunnen plätscherten mit vergoldeten kugeln spielend, einförmig in der groszen einsamkeit. Eichendorff 3, 124; man glaubte sich entrückt in eine italienische mondnacht mit stillen cypressenalleen, schimmernd weiszen statuen und träumerisch plätschernden springbrunnen. Heine 6, 451; mitten in dem saale drängte ein groszer springbrunnen seine wassersäule fast bis zur decke der kuppel empor; seine wogen, in tausend blinkende sterne zerbrochen, weckten in das silberbecken zurückfallend die süszesten cymbeltöne. Ludwig 2, 465; eine spacke heringstonne, die ein mal den springbrunnen, auf fünf minuten, gespeist hat.
nat.-zeitung 14, 136
s. 2
a; der springbrunnen und der bach. der springbrunn sah den bach in tiefen ufern schleichen. 'so schnell?' rief er ihm spöttisch nach. Merck
briefw. 1,
vorr. 40; der springbrunn rief mit stolzen mienen: '... betrachte mich in meinem stande, mich, reist der fremde, zu besehn.'
ebenda; (
das vöglein) läszt betrogen dann es (
das blättlein) fallen auf des springbrunns marmorrand, und er spielt mit süszem lallen mit dem süszen frühlingstand. Brentano 3, 354.
im vergleiche: sein mund glich einem vollen springbrunnen, so gosz er hervor. Heinse
Ardinghello 1, 381; sie (
Calpurnia) träumte diese nacht, sie säh' mein bildnisz, das wie ein springbrunn klares blut vergosz aus hundert röhren.
Shakespeare Julius Cäsar 2, 2; wie springbrunnen blasen sie (
die wale) strahlen empor, und schnauben wie orgelpfeifen. Scheffel
gaudeamus 144.
übertragen (
als sinnbild der freude): alle prangenden springbrunnen der freude waren plötzlich niedergefallen, die lüfte verödet und das wasser murmelte in den tiefen. J. Paul
Titan 5, 62. wie sehn ich mich, natur, nach dir, dich treu und lieb zu fühlen! ein lustger springbrunn, wirst du mir aus tausend röhren spielen. Göthe 2, 191.
demin. springbrünnlein, n.: an dem orte, da gott Mosi im feurigen busche erschienen, hätte kayser Justinianus auch eine capelle, und bey derselben einen lustgarten gebauet, beneben einem springbrünnlein. Sperling
Nicodemus quaerens 2 (1719), 135.
springbrünnchen, n.: dort an dem alten springbrünnchen wasche dich, bade dir deine füsze, ruhe ein bischen aus. Brentano 5, 34.
weitere composition: springbrunnenbecken, n., dasselbe wie oben springbecken,
n. Campe.