wonne,
f. westgerm. wort. ahd. wunnia, wunna, wunne (
ein schw. m. wunno
in Otfrid IV 3, 24: frides wunnon,
acc. sgl.);
mhd. wünne, wunne;
as. wunnia;
ags. wynn. jō-
ableitung zur schwundstufe der idg. wurzel *uen,
die in den germanischen sprachen besonders reiche entfaltung zeigt (
s. nhd. wahn,
m., wohnen,
vb., gewöhnen,
vb., gewinnen,
vb., gönnen,
vb., wunsch,
m. und ihre etymologischen verwandten im got., an., ahd., ags., as., ferner ahd. wine '
freund'
und winistar '
link'
samt ihren entsprechungen in den germ. sprachen).
zu dieser wurzel *uen '
gernhaben, lieben'
stellen sich lat. venus '
anmut', venerari '
verehren',
cymr. gwên '
risus',
ir. fine '
verwandtschaft',
ai. vanati, vanōti '
liebt, erlangt, siegt',
ai. vāñchati '
wünscht', vāñcha '
wunsch',
s. Walde-Pokorny 1, 259.
das germ. hatte auch eine ja-
ableitung von der hochstufe der wurzel *uen:
got. winja,
f. '
νομή' (
Joh. 10, 9);
an. vin,
f. '
grasplatz, weide'
; ahd. winne,
f. '
pastum' (
ahd. gloss. 1, 286, 56).
das ahd. fem. winne
kam aber schon im 9.
jh. auszer gebrauch, erhielt sich nur in der rechtsformel winna enti weida
und in dem komp. winnemanoth '
weidemonat',
s. Graff 1, 882
f., 2, 796
und Braune
in Paul-Braune
beitr. 14, 370,
in beiden fällen aber schon ahd. durch die schwundstufenform wunna
abgelöst: wunna enti weida
und wunnemanoth,
s. u.wonne C
und wonnemonat,
m. als eindeutig schw. fem.: in der wunnen
Daniel 8262
Hübner; mit auslautendem -i: wunni 1.
dt. bibel 2, 212
Kurrelm. —
im mhd. gilt teils die umgelautete form wünne,
z. b. bei Hartmann v. Aue (
s. Lachmann
zu Iwein 606),
teils die umlautlose form wunne
und apokopiert wunn,
z. b. bei Gottfried v. Straszburg (
Tristan 8279
R.: wunne :sunne);
manche autoren verwenden beide wie Wolfram v. Eschenbach, Konrad v. Würzburg.
die wandlung von u
zu o (wunne > wonne
wie sonne, nonne
u. ä. aus mhd. sunne, nunne)
tritt gelegentlich schon im mhd. auf: wonne
parad. anime 15, 36
Str.; vgl. 20, 13; 65, 35; wonne (:bronne) Heinrich v. Neustadt
gott. zuk. 4522
S.; wonne (:sonne)
ebda 1010,
aber wunne (:kunne)
ders., Apollon. 16155
S. Luther
folgt dem brauche der kursächs. kanzlei und schreibt schon ab 1522
nur wonne; wunn
in den buszpsalmen von 1517 (Franke
grundz. d. schriftspr. Luthers 1, 188), wunne (1522) 10, 3, 406
W. und (1535) 41, 486
W. bleiben demgegenüber vereinzelt. obd. quellen des 15.
u. 16.
jh. bevorzugen nach wie vor die alte -u-
form als wunne,
häufiger wunn,
auch in der schreibung wun: H. R. Manuel
weinsp. 1215
ndr.; schweiz. schausp. 2, 23
Bächt.; Schede-Melissus
ps. 19
ndr. u. ö. im 17.
jh. hat sich die -o-
form überall durchgesetzt. vereinzelt bleiben schreibungen wie wone Eyering
prov. copia (1601) 1, 593, Hulsius-Ravellus (1616) 420
a, won Israel
Susanna (1607) 49
und wohn (1639), wohn (
Leipzig 1620)
bei Opel-Cohn
dreiszigj. krieg 349
und u. wohne 50.
das im schwäb. des 16.
u. 17.
jh., bei N. Frischlin, Weckherlin
u. a. häufig begegnende won, wohn,
m. (
bes. in synonymer verbindung mit freud, lust, trost
u. ä.)
gehört zu wahn
und stellt sich auf grund einer verwechslung oder klangspielerei unter den bedeutungseinflusz [] von wonne,
vgl. Fischer
in: Weckherlin
ged. 2, 530
lit. ver.; schwäb. wb. 6, 400.
ebenfalls schwäb. vereinzeltes fräid und wunde
bei Fischer 6, 3440.
an entstellten, zu wonne C
pascuum, pratum gehörenden formen vgl.: zue wohn, wasser, holtz unnd waid (1480)
bei Fischer
schwäb. 6, 955; an güthern, wohn, waid (1716)
ebda; zwayer dorfer wund und waid (1479)
ebda; holz, feld, wundt und waidt (1525)
ebda; man hat ihm wuhn und weid verbotten Harsdörffer
frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) Kk 6
a.
in der ältesten bezeugungsschicht wesentlich auf Heliand und Otfrid
beschränkt, die sich des wortes häufig bedienen. seit dem 11.
jh. und namentlich im mhd. begegnet wonne
in den verschiedensten literarischen bezirken, während im älteren nhd. das wort allmählich hinter seinen synonymen zurücktritt, in den jahrzehnten um und nach 1700
so fühlbar, dasz Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1393
c und Steinbach (1734) 2, 1028
es als veraltet und ungebräuchlich bezeichnen, vgl. dazu auch W. Kuhberg
veraltet. sprachgut (1933) 64
mit beleg v. j. 1739: wonne ist ein altes ausgemustertes wort.
in gewissen anwendungen (
s.A 2 c
α,
β; d; 3 d; B 4)
klaffen zwischen dem spätmhd. oder älternhd. und dem 18.
jh. bezeugungslücken. noch Adelung
wb. 4 (1808) 1612
wehrt sich gegen die '
ohne noth'
erfolgte wiederbelebung des wortes, die seit der mitte des 18.
jh. besonders im poetischen sprachgebrauch der empfindsamen literatur, und nun häufig mit gesteigertem intensitätsgehalt, hervortritt. erst Campe
wb. 5 (1811) 771
erkennt, in ausdrücklicher abwehr Adelungs,
dem wort gebrauchswert zu, weil freude '
doch weniger sagt als wonne'.
der gebrauch des plurals ist (
ebenfalls gegen Adelung
a. a. o.)
keineswegs selten, er dient in alter wie junger sprache der vereinzelung oder verstärkung. in der lebenden mundart ist wonne
weithin ausgestorben, vgl. Schmeller-Fr.
bair. 2, 934; Fischer
schwäb. 6, 945;
nd. wbb. verzeichnen gelegentlich wunne: Woeste
westf. 329; Schambach
Göttingen 307; Martin
ma. v. Rhoden 285;
vgl. noch omd. wunne
s. v. sakrament
bei Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 386. AA. '
was freude, lust gewährt, genusz bereitet',
als bezeichnung eines objektiv gegebenen, oft auf gegenständliches oder geistiges bezogen. in älterer sprache vorherrschend, in jüngerer hinter der psychologischen bedeutung von wonne (
s.B)
zurücktretend, zugleich freilich von dorther in seinem intensitätsgehalt gesteigert. A@11)
allgemein '
freude, ergötzung, annehmlichkeit, vergnügen',
im sinne einer vereinzelung oft pluralisch. vgl. ältere glossierungen und lexikalische ansetzungen wie delicie wunne (
vor 1475) Diefenbach
gl. 548
c s. v. sportale; solatium wunne, lust, wollust
ebda 540
b;
laetitia wonne Alberus
dict. (1540) Qq 3
a; wonne
olim wunne
delectatio ... voluptas Stieler
stammb. (1691) 2497,
die freilich eine sichere scheidung von B
nicht zulassen: (
Crist) lêt ina (
den zum leben wiedererweckten) an thesaro uueroldi forð uunneono neotan
Heliand 2356
B.; vgl. 1352; 2012; 2739; uon hinne wil ich iuch leitenuon disen arbeiten ze michelen wunnen mit chonenioch mit chinden
exodus 127, 27
Diemer; do sahen si da (
die kundschafter im lande Kanaan) vil wunne und vil genühte und also nâmen si der malgran ephel und der fîgen und nâmen och ainen wîntruben mit den wînberen
altdt. pred. 2, 58
Grieshaber; tugent und reine minne, swer die suochen wil, der sol komen in unser lant: da ist wünne vil: lange müeze ich leben dar inne! Walther v.
d. Vogelweide 57, 13; enteigent habt ir mich aller wunnen, beraubet lieber lebetage, entspenet micheler eren
ackermann 9, 5
Hübner; der himmel hat von sonnen noch eine grosze schaar ... es ist von allen wonnen die erde noch nicht baar Strachwitz
ged. (1850) 25;
[] so genosz Vrenchen alle wonnen einer braut, die zur hochzeit reiset: die wohlwollende ansprache und aufmunterung einer sehr vernünftigen frau ... und ein leckeres mittagsmahl Gottfr. Keller
ges. w. (1889) 4, 140; das waren seine (
Knechts) guten und besten tage, seine belohnungen, seine wonnen Hesse
glasperlenspiel (1943) 2, 267.
älter oft in zwei- oder mehrgliedriger verbindung mit synonymen: vreude unde wünne, vil grœzlîchen scal sah man aller tägelîche vor Guntheres sal
Nibelungenlied 306, 1
B.; wiewol jtzt, sihe, ists eitel freude vnd wonne, ochsen würgen, schaf schlachten, fleisch essen, wein trincken
Jes. 22, 13; herrlich in wonn und frewden leben Spreng
Ilias (1610) 59
a; und wünschen dir ... eren und geluck, gesuntheit, fröd, wünne und wollust
privatbr. d. mittelalters 2, 77
Steinhausen; als dann man nichts vornam, dann aller kürtzweil, thurnieren, tantzen vnd andern reden ... als nun dieser adel vnnd hofgesindt in groszer freud, wonne vnnd lust ware
Amadis 299
lit. ver. A@22)
in bestimmterer oder spezifischer anwendung. A@2@aa)
sehr früh und verbreitet in religiöser sprache, von den freuden der seligkeit, des paradieses, bis in jungen gebrauch nachwirkend, vgl. auch Verwijs-Verdam 9, 2797
s. v. wonne 2,
unter D 3 a
ende und s. v. wonnegarten. A@2@a@aα)
in umschreibender kennzeichnung, oft mit adjektivischem oder substantivischem attribut: thar môste he simlun ford uuesen an uunniun (
der arme Lazarus im paradies)
Heliand 3354
B.; thar (
im himmel) ist lib ana tod, lioht ana finstri, engilichaz kunni joh ewinigo wunni Otfrid I 18, 10;
vgl. II 6, 39; V 23, 165; (
Christus) hât uore gegareuuet sînen holden êinan disk da ze himele, daz ist diu uuunna des êuuegen lîbes Williram 52, 11
Seem.; vgl. 14; er sitzzet da vil suozzesam in Abrahames schozze, wand im der himilischen wunnenimmir chan zerinnen
genesis 72, 13
Diemer; vgl. 45, 12; 109, 9; des himelrîches wünne verworhten sie (
Adam und Eva) ir künne Rudolf v. Ems
Barlaam u. Josaphat 52, 31
Pf.; Hugo v. Langenstein
Martina 200
Keller; das köstliche leben, wonne vnd freude im paradeis Hayneccius
Hans Pfriem 26
ndr.; an den rechten ort der wonne, wo die himmlisch hochzeit ist Grob
dichter. versuchgabe (1678) 136; das christenthum kennt einen doppelten ort der wonne, einen vergangnen und künftigen. dieser ist ein aufenthalt der seligen bei gott, jenen verscherzte der ersten menschen sünde Jac. Grimm
mythologie (
41876) 685. A@2@a@bβ)
auch prägnant für '
paradies, himmel, seligkeit'
in den verbindungen himmlische, göttliche, ewige wonne: wanta er giscuaf thesa erda joh himilisga wunna Otfrid III 9, 15;
vgl. I 28, 14; V 22, 3; 24, 4;
vielleicht auch in der formel uuerold endi uunnea
als '
erde und himmel'
Heliand 3265; 4637
B.; sulich is diu himilschi wunne. dar sule wir denkin, alt unti jungen
Annolied 753
Roediger; der tod ist ihnen kein tod, sondern eine hinfahrt in die ewige wonne
M. Möller
erkl. u. betr. d. evangelien (1729) 112
b; mögen ihnen (
Wilhelm Petersen, der eine kiste sprotten geschickt hatte) die seligen am jüngsten tage in neuen silberkleidchen entgegenziehen und ihnen voranschwimmen im meere der ewigen wonne (1878) Gottfr. Keller
br. u. tageb. 3 (1916) 263
Erm.; das paradeis ist die göttliche wonne J. Böhme
s. w. 3, 71
Schiebler. [] A@2@bb)
als bezeichnung und benennung einer person, die freude wirkt, gegenstand der freude ist. vornehmlich in religiösem gebrauch und in der liebessprache: du blüender helt, du süeziu gotes wünne, du liehtebernder morgenrôt
lobges. auf Maria in: zs. f. dt. alt. 4, 520; er (
Jesus) ist der rehte sunne, er ist diu êwige wunne Lamprecht v. Regensburg
tochter Syon 3970
Weinhold; Daniel 5608
Hübner; unsers hertzens wonne leyt in presepio Bäumker
kathol. kirchenl. 1, 308; Jesus, meine wonne, ... Jesus, meine sonne Neumark
fortgepfl. lustwald (1657) 110; P. Gerhardt
in: Fischer-Tümpel 3, 298; waz wære mannes wünne, des freute sich sîn lîp ez entæten schœne meide unt hêrlîchiu wîp
Nibelungenlied 273, 1
L.; auffrüstikliche wunne, sunne, prunne, meines herzen feuchte (
anrede an die geliebte) Oswald v. Wolkenstein 28, 43
Schatz; so auch 40, 15
und 72, 21; meins hertzen wun, eyniger trost Forster
fr. teutsche liedl. 46
ndr.; auf, Genovefa, meine wonne! maler Müller
w. (1811) 1, 199; (
das) weib, das dein entzücken und deine wonne war Stifter
s. w. 3 (1911) 175.
auch sonst: jâ soltu, liebe tohter mîn, unser beider fröude sîn, ... unser liehtiu ougenweide, unsers lîbes wünne (
sagt die mutter zur tochter)
armer Heinrich 655
Gierach; ein witfrau hatt ein einigen son, der was jr trost, jr freud vnd wonn Herman
sonntagsevang. 146
Wolkan; der Persen sonn und wonn, Chach Abas herrsch und lebe! Gryphius
trauersp. 190
Palm; gieb ihm (
dem könig) langes leben, ... giebs dem theuren, dem guten, ihm, der die wonne der menschlichkeit (=
menschheit) ist! Klopstock
oden 1, 114, 16
M.-P. A@2@cc)
in verschiedenartiger inhaltlicher bestimmung, wobei in jüngerer sprache freilich die grenze zu B
flieszend wird (
s. u.B 6),
sofern sich in wonne
hier die vorstellungen des auslösenden reizes und der ausgelösten gefühlswirkung mehr oder minder verbinden. A@2@c@aα)
durch genetivisches, seltener adjektivisches attribut: mit thiu (
den ölzweigen) meintun thie man, thaz er in tode sigu nam, joh er frides wunnon sid gab iamer mannon (
beim einzug Jesu in Jerusalem) Otfrid IV 3, 24; erleuchte die augen unsers hertzens ... mit der wollust und wonne deines göttlichen worts Luther 10, 2, 479
W.; einige wochen lang genosz sie die wonne des gesellschaftlichen vergnügens ungestört, reihentänze, sang und saitenspiel Musäus
volksmärchen 1, 12
Hempel; ihre hand mein vater — o süszer tag — die wonne dieses kuszes war ihrem kinde lange nicht gegönnt Schiller 5, 1, 68
G.; o es ist doch wohl wünschenswerth, so aus einem kelche mit der geliebten die wonne der welt zu trinken Hölderlin
s. w. 2, 174
v. Hell.; wer nie berauscht war, nie im wirbel der leidenschaft taumelte, wer nie die wonne dieser erde kostete, der kann auch nicht die wonne der himmlischen seligkeit empfinden Alexis
ruhe (1852) 2, 130; denn die wonne des feierabends steckt ihm (
dem schöpferischen geistesarbeiter) in der arbeit Riehl
d. dt. arbeit [] (1861) 289; die wonnen des müszigganges
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 1, 179.
spätahd., mhd. von den irdischen freuden, meist in ausgesprochenem oder unausgesprochenem gegensatz zu den himmlischen (
s. ob. 2 a
α): die sih mit gotis helfa inziehint dere uuerltlichen vuunne (11.
jh.) Steinmeyer
kl. ahd. sprachdenkm. 171, 24; dô der herre Heinrich alsus geniete sich êren unde guotes ... und werltlîcher wünne
armer Heinrich 79
Gierach; vgl. 387; ein nebel was ir diu sunne: si vlôch der werlde wunne (
Herzeloyde)
Parzival 117, 4; Rudolf v. Ems
Barlaam 36, 27
Pf.; 85, 29; dô si liebiu maget von des heiligen geistes lêre der himelischen wünne gesmahte, dô wart ir alliu irdenischiu wunne bitter David v. Augsburg in:
zs. f. dt. alt. 9, 33; swer dirre wünne volget, der hât jene dort verlorn Walther v.
d. Vogelweide 124, 33
Kr. A@2@c@bβ)
sonst in der beziehung auf ein substantiv oder eine satzmäszige aussage: ther tod was in wunna thuruh gotes minna Otfrid IV 5, 47; V 12, 100; 23, 291; daz (
wagenspielen zuzusehen) ist uppig uuanda iz die netuot salige dien iz uuunna ist zegesehenne Notker 2, 145, 29
P.; jo es were im ein wunne ..., wanne got truoge die búrde und der mensche wer ... lidig Tauler
pred. 28, 14
V.; morgens, mittags und vesperzeit (
war das buch) seine wonn und augenweide Bode
Tristram Schandi (1774) 3, 208; er weisz so geschickt ... zu antworten, dasz es eine wonne ist, ihn anzuhören G. Freytag
ges. w. 9 (1887) 268; das toupet ... war der stolz und die wonne des besitzers Storm
s. w. (1898) 3, 184. A@2@c@gγ)
elliptisch in der form des ausrufs, meist parenthetisch auf eine konkrete aussage bezogen: thar saz, mihil wunna,thiu ewiniga sunna, ni fon imo ouh ferroneinlif dagasterron (
Jesus u. d. jünger beim passahmahl) Otfrid IV 9, 23;
vgl. I 3, 4; IV 35, 43; V 4, 31; die mörder sind erwürgt ... o unverhoffte wonn! o seelerquickend grusz! Gryphius
trauersp. 128
lit. ver.; sie kommt, wonne! die erndte komt Klopstock
oden 2, 67
M.-P.; ha wonne! hinter jenem thale wallst, wolkenleer, du (
mond), goldbeglänzt vom letzten strale J.
M. Miller
gedichte (1783) 8. A@2@dd)
mehr oder minder prägnant in erotischem sinn, von den eigentlichen freuden der liebe oder bestimmten erotischen genüssen: Jacob und Liaheten ir minne sa die naht langemit chonelichir (
ehelicher) wunne
genesis 56, 20
Diemer; ach neyn, myn aller schönstes wyb! ... dyn lAeben bgeren wir gantz nit: der liebe wn ist unser bit
schweiz. schausp. d. 16. jh. 2, 23
Bächt.; da sie nun einander jhre lieb geöffnet vnd verkündet hatten ... pflegten sie solcher groszen freuden vnd wunne, davon viel zu sagen wer
buch d. liebe (1587) 86
a;
vgl. 116
c; und rühmte sich des minneglücks ... und jedes kusses, jedes blicks und jeder andern wonne Hölty
gedichte 33
Halm; groszer gott, es war selbstverständlich keine berauschende wonne für eine frau, mit Helmut Institoris zu schlafen Th. Mann
Faustus (1948) 523. A@33)
in anderen beziehungen wird wonne
eine art eigenschaftsbegriff, als welcher er gegenständen, konkreten vorgängen und erscheinungen oder auch personen anhaften kann. in einigen anwendungen ausgestorben, in anderen bis heute lebendig. [] A@3@aa)
mit abhängigem genitiv, um einen hohen wertgrad zu bezeichnen. nur in älterer sprache, da aber nicht selten. umschreibend für das epitheton '
schön, kostbar, wertvoll, edel'
in superlativischem sinne: ther selbo liut guotosank gimeinmuoto thesses liedes wunnaal einera stimna (
beim einzug Jesu in Jerusalem) Otfrid IV 4, 54; da (
im paradies) wuohs inne alles obezes wunne
genesis 8, 35
Diemer. als persönliches epitheton: aller wîbe wünnediu gêt noch megetîn Kürenberg
in: minnes. frühling 10, 9;
vgl. Wolfdietr. 1465; der heidenschefte wünne ouch von jâmers kraft verdarb Wolfram v. Eschenbach
Willehalm 8, 22.
tautologisch verstärkend: sist (
die geliebte) leides ende und liebes trôst und aller fröide ein wünne Dietmar v. Eist
in: minnes. frühling 36, 31; Ulrich v. Lichtenstein
frauend. 513, 24
L.; vereinzelt später noch: die essentien darinnen sind kraft der wunder und weisheit gottes, und heiszen paradeis, eine wonne der freuden J. Böhme
s. w. 3, 195
Schiebler. A@3@bb)
zur umschreibung persönlicher eigenschaften, die als erfreuende, beseligende wirkung, als schöner reiz spürbar werden; besonders in der liebessprache und in religiöser anwendung, aber kaum über das frühnhd. hinaus: ir (
der geliebten) wunne gat so suoze mir ze herzen Hadlaub
in: minnesinger 2, 291
a v. d. Hagen; vgl. 280
a; 291
b u. ö.; si (
die geliebte) lat sich drinne (
im herzen) ouch nidere mit wunnen, die sie hat
ebda 2, 278
b; daz der mensche ... die wunne, diu du selbe bist, imer mit dir ewiclichen niezen sol
Schwabensp. landr. vorwort nach Fischer
schwäb. 6, 954; des helpe uns god vader und sone und des hylgen geystes wunne (13.
jh.)
v. d. jungesten tage 117, 326
Willoughby. der bedeutung '
ehre, ruhm'
zuneigend, vgl. auch Verwijs-Verdam 9, 2797
s. v. wunne 2
und unten wonnigliche,
f., wonniglichen,
vb., wonnesam 1 c
γ: mîn gewalt ist sîhter, reht manlîchiu wünne ist worden an mir dünne. durch waz soltstu mich sterben? ich muoz doch laster erben ... du hâst den prîs und den frumn Wolfram v. Eschenbach
Parzival 213, 15; wann dem künig der werlt ... dem allein got dem sey ere und wunniglich (
varr. bei Zainer u. a.: wunni;
vulg.: honor et gloria) 1.
dt. bibel 2, 212
Kurrelmeyer; vgl. 222. A@3@cc) mit wonne '
prächtig, glänzend, strahlend',
ebenfalls nur bis ins älternhd.: diu mænîn joch der sunne, dî liuhtent uns mit wunnen
die wahrheit v. 168
Waag; er sol uff von der erden erstǎn und leben werden und ze himel varn mit wunne vil Mone
schausp. d. mittelalt. 1, 146, 98; ir angesicht gab mit wunn liecht flammen wie die sunn Hans Sachs 3, 313
lit. ver.; sein kürisz glantzen thet mit wunn nicht anderst als die klare sunn Spreng
Ilias (1610) 82
a. A@3@dd)
seit alters und bis heute im naturhaften bereich; dem formelschatz poetischer sprache zugehörig, um bestimmte jahres- und tageszeiten, die landschaft, das klima u. ä. im sinn des erfreuenden und angenehmen, des schönen, strahlenden und lockenden zu charakterisieren: [] si jehent, der sumer der sî hie, diu wunne diu sî komen Reinmar
in: minnes. frühling 167, 32; Hadlaub in:
minnesinger 2, 291
a v. d. Hagen; und auch des liechten mayen wunn
liederb. d. Hätzlerin 75
Haltaus; mein hertz ynn groszen frewden qual, wann ich des mayen wunn durch-schawet Hans Sachs 22, 158
lit. ver.; durch alle sinne drang die wonne des frühlings in die seelen G. Freytag
ges. w. 11 (1887) 62; was singet neusz die nachtigal? verkündet uns des tages wunn Hans Sachs 6, 370
lit. ver.; wir wandelten hand in hand beym sanften mondschein durch elysische gegenden, oder setzten uns unter die blumen, stillschweigend, indem unsre seelen ... lauter licht und wonne um sich her sahen Wieland
Agathon (1766) 1, 18; wie so köstlich wehet die luft von meinen heymath-gebürgen! wie strömt balsamische wonne aus euch dem armen flüchtling entgegen! Schiller 2, 128
G.; über das gestein der inseln geht ein hauch von lust und wonne C.
F. Meyer
an J. Rodenberg br. 35
Langm.; (
es) schlägt aus wenigen begriffen die ganze wonne des südlichen klimas vor die phantasie nieder Schopenhauer
w. 1, 322
Gr. in umfassenderer beziehung: und welten kreisten rings in wonnen J. H. Voss
s. gedichte (1802) 5, 36.
jünger gern im übergang zu B: die berauschten füblen nur zu gut diese überirdische wonne des flüssigen Novalis
s. w. 3, 36
Meiszner; o natur, heilige hehre natur! wie durchströmt all' deine wonne, all' dein entzücken meine bewegte brust E. T. A. Hoffmann
s. w. 10, 15
Gr.; der ... hauch der waldeinsamkeit umweht mich mit schaudernder wonne Scheffel
ges. w. (1907) 3, 208.
bildlich: und still erging ich mich und lächelnd in dem garten meiner wonnen (
in lebenserinnerungen) E. Stadler
d. aufbruch (1914) 80.
im spiel mit A 1 a: schön wie engel, voll Walhallas wonne, schön vor allen jünglingen war er, himmlisch mild sein blick, wie mayen-sonne Schiller 2, 109
G.; BB. '
gefühl der freude, lustgefühl'.
in dieser bedeutung von anfang an neben A,
dabei schon früh, namentlich aber in jüngerer sprache oft in gesteigerter bedeutung als '
innige freude, entzücken, hoher genusz',
vor allem im bereich geistig-seelischer genüsse, aber auch von körperlichem lustgefühl. die grenze dieses psychologischen gebrauchs gegen die objektiv-gegenständliche bedeutung A
ist nicht in jedem einzelfall scharf zu ziehen, im ganzen aber tritt wonne
als bezeichnung eines subjektiven zustandes in nhd. zeit immer stärker hervor, mit fühlbarem antrieb seit dem empfindsamen zeitalter in der mitte des 18.
jh. B@11)
allgemein und ohne inhaltliche bestimmung. B@1@aa)
in glossierungen wie jubilus wunn (15.
jh.) Diefenbach
n. gl. 223
a s. v. jubilare; exultatio wunn (15.
jh.)
ders. gl. 221
a: that uuîf uuard thuo an uuunnon,that siu muosta sulican willion cûðian (
verkünden) (
Maria M. nach Christi auferstehung)
Heliand 5939
B.; vgl. 2187; 2189; in swen chom der blmen smachuor suozze er deheines ezzens phlach, er was sat uon wunnemere danne ich gesagen chunne
genesis 9, 6
Diemer; wan mîn ahte ist niht mêre wan wiech dir müge gefüegen des dich süle genüegen fröudebærer wünne Hartmann v. Aue
klage 729
Bech; lebendigen trost ... und hertzliche wonne schaffet ... in uns die ... betrachtung dieses edlen ... artickels unsers christlichen glaubens vom ewigen leben Ph. Nicolai
[] freudensp. (1626) 7; aber die wonne, die nicht leidet, ist schlaf, und ohne tod ist kein leben Hölderlin
s. w. 2, 278
v. Hell.; mit thränen der wonne Spielhagen
s. w. (1877) 1, 100. B@1@bb)
in der beziehung auf herz, seele
u. ä. als gefühl, empfindung gekennzeichnet: hugi uuarð iro te frôBra (
trost), thes uuîbes an uunneon (
die mutter zu Nain)
Heliand 2207
B.; swen wîp lobent, der wirt erkant, er hât den prîs ze sîner hant, unt sînes herzen wunne Wolfram v. Eschenbach
Parzival 32, 23
L.; vgl. Titurel 17, 2; die seind inwendig im hertzen vol wunne und freude, wiewol es auszwendig kain schein hat Luther 10, 3, 406
W.; schön klar einstmal die sonne leuchtet mit ihrem schein, als ich nach herzens wonne spazieren ging allein (1612) A. v. Arnim
s. w. 17, 105
Grimm; o engelskind! dein himmlisch bild hat meine seel mit wonn erfüllt Göthe I 16, 87
W. B@1@cc)
in der bindung an verben, die den empfang, besitz oder genusz der wonne
umschreiben: du bist der hohesto, der dih minnot, der hohet rehto sin sela unde findet uuunna Notker 2, 354, 17
P. (
ps. 85, 4).
besonders wonne haben: wünne âne mâzemit vreuden überkraft, heten al die liute,swaz man ir dâ vant
Nibelungenlied 270, 2
B.; davon wird Jacob wonne han und Israel sych frewen Luther
in: Wackernagel
dt. kirchenl. 3, 7; fühlt sie (
die seele) schmerzen? — hat sie wonnen, die wunderbar bewegliche? Bettine
Günderode (1840) 1, 300.
ferner: wenn ich liebe Lili dich nicht liebte, welche wonne gäb mir dieser blick (
in die schöne landschaft) Göthe III 1, 3
W.; welche wonne gewährte der blick auf diesz herrliche bild mir
ders. I 2, 131
W.; je reiner ... dieses gefühl ist, ... desto höhere wonne läszt es genieszen W. v. Humboldt
ges. schr. 1, 60
akad.; wenn sie (
die herrscher) das übermas von wonne fühlen werden, in ihren unterthanen glücklich zu seyn Göthe I 39, 116
W.; frau Gertrud Glor empfand eine art von wonne, wie wenn sie ein eigenes verschollenes jugendglück neu erlebte, und nahm die mama Meyenthal an den arm, als auf dem wege zum kurhause die kinder neben einander vorangingen und abwechselnd plauderten oder schwiegen Gottfr. Keller
ges. w. (1889) 5, 264. B@22)
häufiger als unter A
in fester verbindung mit synonymen. B@2@aa)
zweigliedrig vor allem freude und wonne,
in dieser folge durch die Lutherbibel gefestigt, wo sie etwa 20
mal begegnet, vom mhd. bis ins 16.
jh. äuszerst häufig, dann seltener: da sie an gotes herzen lit (
Maria) da ruowet sie mit vröude und mit wünne (13.
jh.)
v. d. jungesten tage 80
Willoughby; ich bin ir pillich undertan, von der ich fräd und wunn han
liederb. d. Hätzlerin LXXIII, 41
Haltaus; es ist mir leid umb dich mein bruder Jonathan, ich habe grosze freude und wonne an dir gehabt 2.
Samuel 1, 26; etlich die hatten freud und wonn, dasz man vertrieben d'Calvinisten Opel-Cohn
dreiszigj. krieg 105; eytel frewd unnd wonn ohn allen schmertzen (1656)
Venusgärtlein 163
ndr.; ein tag der freude und wonne Liscow
slg. sat. u. ernsth. schr. (1739) 330; Sal. Gessner
schr. (1777) 1, 14; er (
der 18.
januar) ist würdig, für viele millionen ein tag der freude und wonne zu sein und ein ewiger festtag des vaterlandes zu bleiben Fr. L. Jahn
w. [] 1, 21
Euler. daneben nicht selten in umgekehrter folge: so gros waz ir wunne unde ire frOeide, daz sú irs ruoffes nút hortent Tauler
pred. 45, 23
V. in der Lutherbibel vereinzelt: das man wonne vnd freude drinnen findet, danck vnd lobesang
Jes. 51, 3; die gantze gemeine werden yhnn als eynen ... vorfechter der ... kirchen, ... mit wonne unnd freuden entpfangen Hutten
opera 2, 218
Böcking; (
über die wahl Ferdinands zum röm. könig) erhub sich in dieser gegent wonne und freude Rätel
Joach. Curäi chron. (1607) 444.
sonst vor allem lust und wonne, wonne und lust: und do inne vindent sú solichen lust und wunne daz sú der aller nehesten worheit verblibent Tauler
pred. 30, 5
V.; da (
vom evangelium) werden wyr lust und wonne von haben Luther 12, 280
W.; noch hastu blumen bracht nach herzens lust und wonne Fleming
dt. ged. 67
L.; wonn und lust und der sinnen ihr entzücken weisz der mund nicht auszudrücken Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 43. B@2@bb)
in drei- und mehrgliedriger reihung: daz ist si (
die engel) habin lust und freude und wonne in der geburt (
gottes in der menschlichen seele)
paradisus anime intell. 15, 36
Strauch; disz leben hat mehr trawrigkeit, dann freud, wone und fröligkeit Eyering
proverb. copia (1601) 1, 593; bei den worten: voll entzücken, freud' und wonne O. Jahn
Mozart (1856) 3, 125; sso wirt des ewigen gutes fride und freude und wunne und lust und was des ist, alles des menschen
theologia deutsch 27
Mandel; o seligkeit! o lust! o lieb! o freud und wonne! Rist
neuer teutsch. Parnasz (1652) 129; trost, labsal, freud und wonne wird uns blühen Tieck
schr. (1828) 1, 385. B@33)
in der gegenüberstellung mit kontrastierenden begriffen. B@3@aa)
in eigentlichem gegensatz: her Iwein saz verborgen in vreuden unde in sorgen. im schuof daz venster guot gemach, des er genôz daz er sî sach: dâ wider vorhter den tôt. sus heter wünne unde nôt Hartmann v. Aue
Iwein 1696; ihr hertz vergiszt die rauhe schmertzen und wundert sich ob neuer wonne Gryphius
trauersp. 249
lit. ver.; laszt dies herz alleine haben seine wonne, seine pein Mörike
ges. schr. 1, 109
Göschen. oft mit weh
alliterierend: do was im doch inn (
in der ehe) wunn und we Seb. Brant
narrenschiff 37
Z. var. aus N.; ynn leyd und lust, ynn wehe und wonne, ynn unfride und fride Luther 19, 137
W.; mancherlei, mein vater, ist des lebens wonn und weh Göthe I 39, 211
W.; und sprachst: fahr wohl, was mir an weh und wonnen das glück auf erden reichlich zugemessen Rud. Al. Schröder
ged. (1935) 24. B@3@bb)
als bestandteil eines oxymorisch gemischten gefühls, in jüngerem gebrauch, vgl. dazu komposita unter D 1 c: sie genosz ... die wonne der wehmuth Jung-Stilling
s. schr. (1835) 1, 52; ein eignes gefühl von wonne und weh Gaudy
s. w. (1844) 12, 125; den menschen auszer sich reiszend in eine wonne und lust, welche tieftrauriger natur, einen bodenlos betrübt machen kann (1842) L. Schücking
an L. v. Gall, s. br. 10
Muschler. vgl. auch: mit schaudernder wonne erkannt ich, dasz das, was mich erhob, alle andern zu boden warf Hebbel
w. 1, 25
W. B@44)
in bestimmten verbindungen mit gesteigertem intensitätsgehalt, vgl. 'wonne
bedeutet freude, vergnügen, herrlichkeit'
gaudium maximum Frisch
t.-lat. (1741) 475
b schon mhd. im zusammenhang mystischer erlebnisse: alle di wonne di
[] alle geiste ie gewannen ..., daz ist ein nicht wider der unmezigir lust, di si da fon hant
paradisus anime intell. 65, 36
Str.; und wurt gotz also vol das er in wunnen und in volle sin selbes vergisset Tauler
pred. 53, 14
V.; vgl. 7, 14;
sonst jünger, seit der mitte des 18.
jh.: in empfindnissen der wonne ... zerflieszen Th. Abbt
verm. w. (1768) 1, 116; Miller
Siegwart (1777) 2, 528; im taumel seiner wonne A. G. Meiszner
skizzen (1778) 1, 133; maler Müller
w. (1811) 1, 36; durchbebt in ihrer gegenwart euch nie gefühlte wonne Schiller 6, 9
G.; ha! vor wonne stockt mein leben, stockt der athem in der brust! (
beim anblick der geliebten) Göthe I 17, 31
W.; die wonne tödtet mich, — ich musz sie mäszgen Grabbe
s. w. 1, 346
Bl.; wir trieben thorheiten über thorheiten; ... und wollten vor wonne auszer uns gerathen Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 89; doch in namenlosen wonnen feiern ewig welten dich (
den genius der jugend) Hölderlin
s. w. 1, 144
v. Hell. B@55)
in besonderer kennzeichnung der wonne
als eines inneren zustandes, einer gefühlsverfassung. B@5@aa)
durch präpositionen. zur wonne,
wobei der gefühlszustand als ausgelöste wirkung erscheint: er gabi thir in alawar zi liebe joh zi wunnonspringentan brunnon Otfrid II 14, 26; er ist dein quell und deine sonne, scheint täglich hell zu deiner wonne P. Gerhardt
in: Fischer-Tümpel 3, 423
a; (
Christus) herrscht ewig zur wonne aller begnadigten sünder Lenz
ged. 11
Weinhold; sonst weit überlegen, konnte er, zu meiner wonne, in einer (
leibeskunst) doch bei mir in die schule gehen: er lief nicht schlittschuh, ich durfte es ihn lehren Th. Mann
Lotte in Weimar (1946) 306. in wonne: gantz Persen jauchtzt in wonn; hier raset grimmes leid Gryphius
trauersp. 192
Palm; in der wonne ihres herzens Caroline
br. 1, 20
Waitz; gefühle ..., von deren glanz das herz in wonne schauert Bauernfeld
ges. schr. (1871) 5, 85. von wonne: sein hertz und gantzer leib von lieb und wonne glimmet Dietrich v.
d. Werder
ras. Roland (1636) 80; ihr (
der eltern) herz musz ja immer von hoher überschwenglicher wonne bei deiner schöne sich heben J. H. Voss
Odyssee 106
Bernays. vor wonne,
s. auch einige der belege ob. 4: für wonne vergasz ich das ... athemholen Gleim
briefw. 1, 15
Körte; dreht euch wohlig, faucht vor wonne Fr. W. Weber
Dreizehnlinden (1907) 162.
namentlich mit wonne (
etwas tun): ir soede und ir (
der feinde) brunnen die sie mit grossen wunnen trunken Rudolf von Ems
weltchron. 35978; Tauler
pred. 108, 21
V.; so waschen wir unsern schnabel im wein ... und singen mit wonne Fischart
Gargantua 142
ndr.; ... mit was vor wonne sich aller augen nach dir drehn Stoppe
Parnasz (1735) 15; ein kind, das mit wonne das schmackhafte fleisch des pfirsichs verzehrt Göthe I 45, 255
W.; wenn du willst, übernehme ich gern deine hausarbeiten ... aber mit wonne! das ist riesig nett von dir Werfel
geschw. v. Neapel (1931) 125.
in steigernder formel: mit wahrer wonne lese ich in ihrem briefe Gentz
schr. 2, 149
Schlesier. mit betonung des zuständlichen auch in der verbindung voll(er) wonne (sein, etwas tun): voller wonne seyn
abundare laetitia Stieler (1691) 2497;
[] voll wonne nahm sein kind der vater auf Bürger
s. w. 147
Bohtz; frevelvoll und voll von wonne ... neigt sich die bethörte nonne seinem schönen liebesrausche Platen
w. 1, 35
Redlich. B@5@bb)
in festen bildhaften wendungen: und schwebt in lauter freud vnd wunn Fischart
w. 1, 355
Hauffen; wie ihr, euch rings umfassend, in heilger wonne schwebtet Göthe I 4, 190
W.; vgl. schon mhd.: in sô hôe swebender wunne sô gestuont mîn herze an fröiden nie Heinrich v. Morungen
in: minnes. frühling 125, 19; er schwimmt in einer see mehr denn gewünschter wonne, weil wir in eisen stehn und leiden staub und sonne Gryphius
trauersp. 30,
v. 263
lit. ver.; wie er schwimmt in tausendfachen wonnen Schubart
leb. u. gesinn. (1791) 1, 109; da strömte ... wonne auf wonne in mein herz maler Müller
w. (1811) 1, 18; ha! welche wonne flieszt in diesem blick (
d. zeichen des makrokosmos) auf einmal mir durch alle sinnen! Göthe I 14, 29
W. (
Faust I v. 430).
seltener: und (
er) trinket sich wonne und trinket sich lus Blumauer
gedichte (1782) 2. B@66)
in inhaltlicher kennzeichnung; von den ähnlichen fällen unter A 2 c
dadurch geschieden, dasz der sachlichen bestimmung gegenüber wonne
hier eindeutig das durch sie ausgelöste gefühl bezeichnet, nur in jüngerer sprache. B@6@aa)
durch genetivattribut: ich fühlte die wonne des daseyns bis zum ausgelassensten entzücken Schubart
s. ged. (1825) 2, viii; die wonne dieser einzigen augenblicke in ihrem ganzen umfange zu genieszen Göthe I 21, 12
W.; so lebte dieses paar in der wonne hoher gefühle Klinger
w. (1809) 4, 16; die wonne der versöhnung ist süsz Meisl
theatr. quodlib. (1820) 1, 142; (
er) darf in trunkenem selbstgenusz alle wonnen beinahe unerträglicher eingieszung kosten Th. Mann
Faustus (1948) 361. B@6@bb)
durch eine satzaussage: mein herz ... fühlte tief die selige wonne, so viele menschen ... zu erfreuen U. Bräker
s. schr. (1789) 1, 166; welch eine wonne das für meine seele ist, sie in dem kreise der lieben ... kinder zu sehen! Göthe I 19, 25
W.; vgl. 23, 71; es war eine wonne für den heimatlosen musikanten, sich unter dach auf dem stroh ausstrecken zu können W. Raabe
s. w. I 6, 191;
vgl. 1, 32; ich habe ihnen so unendlich viel zu erzählen — es wäre eine wahre wonne A. v. Droste-Hülshoff
br. 185
Schücking. CC.
ahd. wunna
tritt volksetymologisch für das schon im 9.
jh. absterbende winna '
weideplatz'
ein, vor allem in der rechtsformel wunna enti weida
und im kompositum wunnimanoth,
die beide schon mhd. umgedeutet werden, s. o. teil 14, 1,
sp. 550
und die dort angeführte stelle aus Gottfrieds
Tristan 16755
R. im rechtsgebrauch oder unmittelbar von da aus erhält sich die bedeutung '
weideplatz'
noch bis zur wende des 17.
und 18.
jh., modern begegnet sie nur bei gelehrten autoren und in historisch referierenden quellen. wieweit wunne
gegenüber weide
ursprünglich eine eigene oder engere bedeutung für sich in anspruch nehmen darf (
vgl. Schmeller-Fr.
bair. 2, 933
ff., Ch. Schmidt
hist. wb. d. elsäss. ma. 432
f., Fischer
schwäb. 6, 954
f.),
ist schwer auszumachen. die formelhafte verbindung von wunne
mit weide
in den quellen deutet auf einen durch die alliteration gestützten tautologischen gebrauch, zumal wunne
in der bedeutung '
weideplatz'
nie für sich allein auftritt. über die teil 14, 1, 550
s. v. weide
gegebenen belege hinaus vgl. noch die zahlreichen nachweise bei Haltaus
gl. 2126
ff., Schmeller-Fr., Ch. Schmidt, Fischer
a. a. o., ferner: daz der herrin hof von Tennibach zu Hardern, allez daz reht sol han, an wûnne vnd an wêide (
Freiburg i. B. 1258)
corp. d. altdt. orig.-urk. 1, 70, 11
Fr. Wilhelm; mit allerhandt
[] gejagden, wiltpannen ... akkern, gearen und ungearen wisen, wonnen, waiden (1479)
lehns- u. besitzurk. Schlesiens 1, 288; da kam sehr ein ungschlachtes jar, ungstümb, vol ungewitters war, dass wun und weyd gar ser verdurb Hans Sachs 17, 218
lit. ver.; von menge wegen der ecker, auch wunn und weide Xylander
Plutarchus (1580) 193
a; jede andere früchten und nutzungen, so von bemelten stücken, feldern, gründen, wonnen, waiden, wisen, baw- und brennhöltzern Speidel
notabilia (1634) 39; so precket ane with und wonne, up klage und antwort, wiel schient de sunne (
feldgericht zu Corvey)
bei Jacob Döpler
theatr. poenarum (1693) 67; die güter auf dem land werden mit wun und waid verkaufft Besold
thes. pract. (1697) 1, 392
b; die mädchen (
almerinnen) kamen ... aus dem hinterland drinnen am Wendelstein, und hatten eben nachgesehen, ob wunn und weid schon saftig und genieszbar Steub
wander. i. bayr. gebirge (1862) 136; Schwappach
hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 94; 169.
die volksetymologische umdeutung der formel ist mhd. nicht selten, vgl. über Tristan 16755
R. hinaus noch: mer alle lust und gnugide und wonne und weide di man hi gehabin mac
parad. anime intell. 50, 17
Str.; in der ein ieglich cristen mensche so grosze weide und wunne solte nemen daz er rehte von wunnen solte usser ime selber springen Tauler
pred. 7, 13
V. in der gleichen richtung liegt das an mhd. ougen weide
angelehnte mhd. ougen wunne: da nemen ir ougen wunne (
beim anblick Isoldens) Gottfried v. Straszburg
Tristan 8279
R.; diu weineten genote ir ougen wunne, Isote
ebda 11502; süez ougen wunne, herzen spil, vil wunne an allen dingen Ulrich v. Lichtenstein 425, 9
Lachm.; ebenso Neidhart 65, 12; 67, 1
W.; Ottokar
österr. reimchron. 37 783;
vgl. ferner: in daz paradise satzte got der weise Adam und Even die paide in die wünne waide Gundacker v. Judenburg
Christi hort 74
Jaschke Harsdörffer
schwankt in der ausdeutung des nicht mehr verstandenen rechtsausdruckes zwischen der anlehnung an wonne
laetitia und der herleitung von wohnen: die bauren bey uns sagen noch, man hat ihm wuhn und weid verbotten. ist so viel gesagt, er ist geächtet, hat die wonne nicht zu weiden oder mit seinem vieh die weide zu bewohnen
frauenz.- gesprächsp. 6 (1646) Kk 6
a. DD.
zusammensetzungen mit wonne
als erstem bestandteil treten schon im ahd. und mhd. nicht selten auf, während das älternhd. sie fallen läszt und auch kaum zu eigenen bildungen kommt. erst die poetische sprache in der zweiten hälfte des 18.
jh., besonders bei den dichtern des Göttinger hains, treibt eine erstaunliche fülle von bildungen hervor, deren mehrzahl freilich über gelegentlichen oder vereinzelten gebrauch nicht hinausgelangt und in das allgemeine sprachbewusztsein nicht eingeht. Adelung
wehrt sich noch gegen diese entwicklung, vgl. wb. 4 (1808) 1612,
während Campe
wb. 5 (1811) 771
ff. eine grosze zahl von wonne-
zusammensetzungen aufnimmt. der trieb zu solchen bildungen bleibt das ganze 19.
jh. hindurch und bis in die gegenwart spürbar. der dichterische gefühls- und ausdruckswert läszt dabei die eigentlichen bedeutungsgrenzen zugunsten komplexer vorstellungen in vielen einzelfällen verschwimmen. die form der komposition zeigt ganz überwiegend -e-
in der fuge, nur vor vokalischem anlaut des zweiten wortbestandteils wird es manchmal apokopiert, so wonnausruf (
s. u. 1 a), wonnempfang (
s. u. 3 d), wonnentzücken (
s. u. 3 c)
u. a. komposition mit -en-
in der fuge (
s. Henzen
wortbild. [1947] 59
f.)
ist nicht selten, hat aber meist die [] -e-
bildung neben sich, doch s. unter eigenem lemma wonnenberg, -hans.
der kompositionsdrang geht in folgenden richtungen (
komposita mit gröszerem gewicht s. unter eigenem lemma): D@11)
vornehmlich in der kennzeichnung solcher äuszerungen, handlungen oder inneren zustände, die durch wonne
im sinne von '
lustgefühl'
hervorgerufen und bewirkt werden; durchweg zu wonne B
und häufiger in adjektivischen und partizipialen als in substantivischen bildungen, wobei wonne
die präpositionalformen von, vor, in wonne (
s.wonne B 5 a)
vertritt. D@1@aa) wonneausruf: wonnausruf Klopstock
Messias (1780) 339, -glänzend Bürger in:
ztschr. f. dt. wortforsch. 14, 277, -grunzend Eb. König
Thedel v. Wallmoden 9, -jubelnd Seume
ged. (1804) 241, -kitzel
Liller krz., sommerlese (1917) 66, -klopfend (
von der brust) Tieck
schr. (1828) 4, 358, -lächeln Hölty
ged. 81
H., -lächelnd Schubart
s. ged. (1825) 3, 3, -leuchtend Fouqué
altsächs. bildersaal 4 (1820) 296, -müde Lenau
s. w. 28
B., -rot (
vom gesicht) Tiedge
w. (1823) 6, 136, -ruf P. Cornelius
liter. w. 2, 544, -sang R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (1897) 2, 7, -singen:
ahd. wunnisangôn Graff 1, 884; Khull
z. mhd. wb. 39, -stark W. Hertz
ges. dicht. (1900) 166, -strahlend Hölty
ged. 64
H., -stumm Pfeffel
poet. vers. (1802) 3, 6, -tanz Jean Paul
w. 27, 58
H., -tau (
tränen) Gotthelf
ges. schr. (1855) 16, 284. D@1@bb)
von der gesteigerten bedeutung wonne B 4
aus: wonnebeklommen Jean Paul
w. 7, 501
H., -berauscht Tieck
schr. (1828) 11, 277, -brand Göthe I 15, 327
W., -glühend Hebbel
w. 7, 37
Werner, -glut
Götting. musenalman. (1777) 150, -krampf Gutzkow
ges. w. (1872) 3, 102, -schaurig Göthe I 2, 18
W., -schluchzend Schubart
s. ged. (1825) 1, 4, -seufzer Jean Paul
w. 1, 343
H., -taumelnd Kretschmann
s. w. (1784) 1, 272, -wirbel Schiller 2, 196
G. D@1@cc)
speziell in oxymorischen bindungen, s. wonne B 3 b: wonnebang Heinse
s. w. 6, 109
Sch., -grauen,
n.: wonnegraun J. H. Voss
s. ged. (1802) 5, 166, -graus Göthe I 14, 133
W., -qual Fr. Schlegel
ges. w. (1820) 4, 89, -schaudernd Kürnberger
novell. (1861) 2, 140. D@1@dd)
unbestimmter in poetischer verbindung mit adjektiven, kennzeichnendes adverb wonnig
vertretend: wonneklar (
von den augen) Schenkendorf
poet. nachl. 210, -mild (
von der geliebten) Th. Storm
s. w. 1, 229
Köster, -sanft (
vom mondlicht) Rosegger
wildlinge (1905) 20, -schwül R. H. Bartsch
frau Utta 74, -süsz (
von den händen der geliebten) Fr. W. Riemer
blum. u. blätter (1816) 66, -traut Schwetschke
ausgew. schr. (1866) 1, 163, -wild R.
M. Rilke
ges. w. (1927) 1, 151. D@22)
in vielfältiger beziehung auf alles, was wonne
gewährt oder sofern es wonne
gewährt, im sinne von '
freude bereitend, lust verschaffend'
sowohl von wonne A
wie von B
aus. als bestimmungswort für konkrete dinge, personen, gefühle, innere zustände und äuszere gegebenheiten aller art. das kompositionsglied wonne
steht hier meist vertretend für das adjektiv wonnig;
viele bildungen sind den gleichen, durchweg sprachläufigeren zusammensetzungen mit freude-, freuden-
nachgebildet, können aber diesen gegenüber oft als steigerung empfunden werden: wonnebad Göthe I 3, 125
W., -blut Gerstenberg
Ugolino 252
nat.-lit., -bund Gries
Aristos ras. Roland (1804) 1, 178, -dienst (
der Venus) Schiller 6, 21
G., -flut (
vom wein) maler Müller
w. (1811) 2, 353, -gedanke Klopstock
Messias (1780) 423, -gespräch Hölty
ged. 73
H., -getränk (
vom wein) G. Hiller
ged. u. selbstbiogr. (1805) 207, -gott Harries
Thomsons jahreszeiten (1796) 73, -junge
Shakespeare (1797) 7, 110, -kindlein (
das Christkind) Rompler v. Löwenhalt
erst. gebüsch s. reimged. (1647) 27, -kusz Grabbe
s. w. 4, 33
Bl., -los,
n. Stolberg
ges. w. (1820) 5, 234, -mahl J. H. Voss
antisymbol. (1824) 1, 213, -minute maler Müller
w. (1812) 2, 164, -nacht: wonnennacht Schubart
s. ged. (1825) 1, 86, -ruh (
des geistes) Göthe I 37, 147
W., -sitz (
Tivoli) Gleim
briefw. 2, 426
Körte; Heinse
s. w. 7, 199
Sch., -spiegel:
mhd. wünnenspiegel
in: ztschr. [] f. dt. alt. 9, 25, -stunde Göthe I 4, 98
W., -szene Schubart in:
ztschr. f. dt. wortforsch. 11, 146, -trost Schubart
s. ged. (1825) 1, 126, -wort E.
M. Arndt
s. w. 5, 264
R.-M., -zeit Göthe I 16, 342
W., -ziel Matthisson
ged. 1, 104
B. D@33)
daneben ist wonne
noch in anderen bezirken sproszfähig. D@3@aa)
im sinne einer ästhetischen bestimmung als '
schön, lieblich, herrlich, strahlend',
meist in anlehnung an den bereich wonne A 3 d: wonneduft Stolberg
ges. w. (1820) 2, 30; Lenau
s. w. 170
B., -farben:
mhd. wünnevar Lexer 3, 996, -glanz (
der sonne) R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (1897) 2, 19, -himmel Peschel
völkerkde. (1874) 328, -kranz:
mhd. wünnekranz
minnes. 3, 216
b v. d. Hagen, -plan:
mhd. wunnenplan Heinrich v. Neustadt
Apollon. 13161
S., -welt Herder 29, 511
S., -wind:
ahd. wunniwint Graff 1, 884.
in bezeichnungen des paradieses mit wonne A 2a
gekreuzt: wonneiland J. H. Voss
krit. bl. (1828) 2, 375, -hain Rückert
ges. poet. w. (1867) 12, 12, -haus Pfeffel
poet. vers. (1802) 5, 150, -land Lavater
verm. schr. (1774) 1, 329. D@3@bb)
in bildhafter umschreibung oder steigerung für einfaches wonne,
z. t. in anlehnung an die bildlichen wendungen unter B 5 c: wonnebecher Hölty
ged. 251
H., -kelch Stolberg
ges. w. (1820) 4, 115, -quell
ebda 4, 89, -strudel Heinse
s. w. 4, 236
Sch., -sturm W. Raabe
d. hungerpastor (1864) 1, 39, -welle Dehmel
ges. w. (1906) 5, 173. D@3@cc)
in tautologisch steigernden bindungen: wonneentzücken: wonnentzücken Harries
Thomsons jahresz. 33, -freude Göthe I 12, 367
W., -seligkeit graf Pocci
lust. komödienbüchl. (1875) 20. D@3@dd)
eine reihe von zusammensetzungen umschreibt mitteilung, besitz oder fehlen der wonne
sowie den drang dahin: wonnebringend
ackerm. a. Böhmen 3, 11
H.; Uhland
schr. z. gesch. d. sage u. dicht. 2, 147, -dürstend Bürger in:
ztschr. f. dt. wortforsch. 14, 277, -empfang: wonnempfang A. W. Schlegel
in: Bürger
s. w. 330
Bohtz, -erfüllt E. T. A. Hoffmann
s. w. 14, 158
Gr., -fülle Schiller 1, 216
G., -geber K. Fr. Becker
weltgesch. (1801) 1, 124, -los Nachersberg
giftkocher (1798) 60, -satt Pfeffel
poet. vers. (1802) 7, 60, -schaffer Schubart
s. ged. (1825) 2, 198, -spender Hoffmann v. Fallersleben
ges. w. (1890) 3, 60, -sucht Dehmel
ges. w. (1906) 4, 32.