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stoppeln

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stoppeln verb.

Bd. 19, Sp. 349
stoppeln, verb. zu stoppel, f. 11) in den stoppeln verlorene ähren suchen: stoppeln stipulare Diefenbach gloss. 553c (voc. v. j. 1420); stoppelen spicas legere Schottel, spicas a messoribus relictas colligere Frisch 2, 340a; ähren stoppeln Adelung; dazu soll sie mir am heiszen mittage stoppeln gehn, bis sie so trocken, so schwarz geworden, als ein löschbrand Lessing 10, 90; und es stoppeln dort die gänse, wo das korn die sichel las Rückert werke 2, 571. als eine freiheit genutzt von armen leuten, deshalb in gröszerer verdeutlichung nachstoppeln, verb. (th. 7 sp. 141): messores sequi et spicas relictas colligere Frisch 2, 340a; Adelung. 1@aa) übertragen auf ähnliche einsammelnde thätigkeit, so an stelle von nachlesen (th. 7 sp. 92 unter 1) im weinberge: lesen vel stuplen vindemiare Diefenbach gloss. 620a; ich stoppele racemor Steinbach; die weintrauben in den weinbergen stoppeln Campe; und sonst: das obst von den bäumen stoppeln ebenda (s. auch den beleg bei W. H. Riehl deutsche arbeit 186 oben unter stoppelfreiheit). — vgl.nun sitze ich hier wie ein altes weib, das ihr holz von zäunen stoppelt Göthe 19, 152 Weim.; ich habe gestoppelt, da ist noch ein büschelgen IV 3, 72 Weim. 1@bb) der begriff des sammelns wird weiter verdeutlicht durch zusammen: zusammenstoppeln paucos nummos ad aliquid conferre et colligere Frisch 2, 340a; so geht denn gleich hin (zur trödelbude) und stoppelt euch in der geschwindigkeit etwas zusammen, das einigermaszen zu meinen farben paszt Thümmel reise 5, 401; das ist noch ein kleiner schmaus, läszt sich leicht zusammen stoppeln Rückert werke 2, 133. (s. auch die belege in der bildlichen verwendung unten). — daneben auch erstoppeln (th. 3 sp. 1018): 1 scheffel gersten erstoppeln modium granorum hordei conferre e spicis collectis Frisch 2, 340a. 1@cc) bildlich (in geistiger sphäre) für mühsame, aber wahllos zusammensuchende arbeit; zugleich die harmlosere deutsche wiedergabe des im 18. jahrh. aufgenommenen fremdworts compilieren (aus lat. compilare 'plündern, berauben'): ich stoppel carptim lego Alberus (1540) Ae 3a; drumb gibet er gelegenheit, noch einmal uns zu versamlen, damit wir im text stoppeln, und was hinterstellig ist, hernach holen können Herberger traurbinden 2, 154; da unsere literatoren ... nicht anders als stoppeln konnten Herder 6, 449; der leichte Franzose, der noch weit ärger stoppelt, hat wenigstens eine art von witz, seine beute zu einem ganzen zu fügen Göthe 37, 150 Weim.; er stoppelte aus ... chroniken allgem. deutsche biblioth. 83, 312; was hör von Sterkel ich, dasz er nur stoppeln kann! Brentano 2, 555. neben sammeln: sie wollen immer nur stoppeln, sammeln G. Forster schr. 8, 173. 1@c@aα) mit deutlicher hervorstellung des objects: etwas aus büchern stoppeln Campe; unterdesz stoppelte H. die erklärungen seiner Ilias, die im jahre 1802 mit groszem geräusch hervortrat J. H. Vosz antisymbolik 2, 87; (sie) leiden ... alle schmach, weil höhers sie nicht kennen, als ihr machwerk, das sie sich gestoppelt Hölderlin 2, 201 Litzmann.noch deutlicher etwas zusammenstoppeln: so viel ist es, als ich aus des hn. Eberhard Julii manuscript zusammen stoppeln können insel Felsenburg 4, 544; die unwissenden comödianten haben fast alle ihre stücke selbst zusammen gestoppelt Gottsched beytr. z. crit. historie 3, 275; 'aus dieser beschreibung, die ich, wie man sieht, aus dem Homer selbst zusammen getragen habe' — wohl zusammen gescharrt, gestoppelt! Göthe 37, 201 Weim. (gespräche 3, 214 Biedermann); ein buch aus hundert andern büchern zusammen stoppeln Adelung [] (Schelling 1, 487, Laube 8, 79). — das bild weiter herausgearbeitet: eine handvoll blumen, ... spielend und im vorbeigehen gesammelt; nicht mit bebrillter nase gesucht, nicht mit gebücktem blutrothen gesicht zusammen gestoppelt Herder 2, 29. 1@c@bβ) ungewöhnlich neben einander stoppeln mit stärkerem hinweis auf die einzelheiten, welche zusammen gestoppelt werden: wie er fremde, halbverstandne gedanken neben einander stoppelt Herder 3, 440. 1@c@gγ) durch stoppeln: und was dergleichen mehr war, durch alle feste, sontage und feirtage hindurch gestoppelt Herberger hertzgrund quillt in mund (1610) 18. — reflexiv sich durchstoppeln, sich mit solcher arbeit des stoppelns mühsam durchhelfen: sie werden sich schon mit dem Zinkgräf durchstoppeln müssen, welches auch um so viel besser seyn wird, da von Zinkgräfs poesieen nie etwas zusammengedrukt worden Lessing 18, 267. 1@c@dδ) adject.: (erklärungen,) mit überflüssiger, zusammen gestoppelter belesenheit überladen Winckelmann 2, 145; danach auch einfach gestoppelte wissenschaft, welche nur auf äuszerlichem citatenkram beruht; da das theater immer nur ein gestoppeltes und gestückeltes wesen bleibt Göthe 22, 157 Weim.; sogar: sind grosze geister gestoppelte meister, verschnitten dazu 7, 102 (concerto dramatico). 1@c@eε) substant.: (sich) an das stoppeln und zusammensetzen halten müssen IV 19, 19 Weim. 22) in die (frisch umgebrochene) stoppel säen: (im juli soll man) rubensaat verrichten im abnehmenden monden, entweder in die wintergersten stoppeln, oder in einen acker, darinnen man frühen flachs gerauft Hohberg georgica 1, 126. 33) das stoppelfeld zum ersten male pflügen Thär grundzüge der ration. landwirthschaft 3, 95. sonst auch stürzen (s. unten) und im gegensatz zum brachen, verb. (th. 2 sp. 282), die durch das stoppeln (subst. Adelung) erzielte brachfurche zum zweiten male umbrechen. 44) die stoppel abweiden (?), im folgenden wohl 'die halme bis auf die stoppeln abnagen, abfressen': und schicket sein hauffen grosz der hungrigen heuschrecken, die das gottlose feld allenthalben bedecken, sie stopplen nach dem schlosz, und von dem morgen früh bisz zu nacht fressen sie des ganzen jahres müh Treuer deutscher Dädalus 1, 776. 55) entsprechend stoppel, f., I 2 b (mit umlaut) stöppeln 'die stoppeln ausziehen': ne gâs stöppeln Schambach 212b; bayr. intrans. stoppeln federn ansetzen Schmeller2 2, 775.
6022 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stoppeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Stoppeln , verb. regul. act. 1. Die in den Stoppeln liegen gebliebenen Ähren zusammen lesen. Ähren stoppeln. Jemanden na…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stoppeln

    Goethe-Wörterbuch

    stoppeln [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stoppelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    stoppeln schw. : 1. a. 'zusammensuchen, was von der eigentlichen Ernte noch verblieben ist, nachlesen', von Ähren, Heu, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stoppeln

19 Bildungen · 0 Erstglied · 17 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von stoppeln 2 Komponenten

stopp+eln

stoppeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stoppeln als Zweitglied (17 von 17)

Abstoppeln

Campe

abs·toppeln

Abstoppeln , v. trs. den Überrest mühsam aufsuchen und herabbringen. Pflaumen, Nüsse abstoppeln. Das Abstoppeln. Die Abstoppelung.

Ausstoppeln

Campe

aus·stoppeln

Х Ausstoppeln , v. trs. aus andern zusammenstoppeln, in uneigentlicher Bedeutung. Ein aus zwanzig andern ausgestoppeltes Werk; gewöhnlicher,…

Haferstoppeln

PfWB

hafer·stoppeln

Hafer-stoppeln Pl. : wie schd., -stopple [verbr.], -stupfle [ GH-Vollmw ]. De Wind geht schun iwwer d' H. 'Es wird Herbst' [LA-Nd'hochstdt, …

Hāwerstoppeln

WWB

hawer·stoppeln

Hāwer-stoppeln Pl. [verstr.] Stoppeln des Haferlandes ( WmWb ). De Wuind waigget iawer de Hawerstoppeln es wird Herbst bzw. Winter ( Kr. Hal…

mundstoppeln

RhWB

mund·stoppeln

mund-stoppeln Ahrw , Neuw-Unkel schw.: Trauben u. anderes Obst, bei der Ernte übersehen, nachernten, von Kindern u. Erwachsenen; m. gohn.

nachstoppeln

DWB

nach·stoppeln

nachstoppeln , verb. ähren in den stoppeln und überhaupt früchte nachlesen, sicilire Stieler 1225 , reliquias spicarum colligere Aler 1438 a…

schönheitsstoppeln

DWB

schoenheit·s·stoppeln

schönheitsstoppeln , plur., bildlich von den resten körperlicher schönheit: ich meyne hier das wilde feuer, das in den schönheits-stoppeln b…

Traubenstoppeln

PfWB

trauben·stoppeln

Trauben-stoppeln n. : 'Traubennachlese in fremden Weingärten', Trauwestoppele (-šdǫbələ) [ NW-Hardbg ]; vgl. PfWB stoppeln . SHW Südhess. I …

upstoppeln

MeckWB

Wossidia upstoppeln auf den Stoppelacker säen: dei Lupinen warden nah dei Aust sei't up den Stoppel, sei warden upstoppelt Ha Hagenow@Lank L…

verstoppeln

RhWB

verst·oppeln

ver-stoppeln Ottw , Bernk (Hunsr), Geld-Veert schw.: etwas, sich v., verstecken.

wochenstoppeln

DWB

woche·n·stoppeln

wochenstoppeln , pl., bartstoppeln einer woche: der pflug ( das messer ) geht den bauern über die wochenstoppeln; es ist sonnabend Raabe d. …

zusammenstoppeln

DWB

zusammen·stoppeln

-stoppeln , v. , -stuppeln, -stüppeln: deine knechte haben das geld zusammengestoppelt, das im hause gefunden ist, und habens den erbeitern …

Ableitungen von stoppeln (2 von 2)

erstoppeln

DWB

erstoppeln , spicatim colligere, zusammenstoppeln.

verstoppeln

RhWB

ver-stoppeln Ottw , Bernk (Hunsr), Geld-Veert schw.: etwas, sich v., verstecken.