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schlink

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
2 in 2 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlink adj.

Bd. 15, Sp. 743
schlink, adj. sinister, laevus, nebenform zu link, die wahrscheinlich älter ist als dieses und etymologische verwandtschaft mit schlinken, schlingen vermuten läszt. vgl. link 11, oben theil 11, 1048 und 1049. auszerhalb des germanischen scheint der form und bedeutung nach lett. slinks, faul, träge, am nächsten zu stehen, vgl. Schade2 2, 823. der erste beleg für das wort ist die glosse slinc, laevus Graff 6, 796. es begegnet dann weiter im mittelrhein. des 14. jahrh.: her en bouch zer zeeswen noch zer slinken siden. bruder Hansens Marld. 730; miin houbt liit uf slinke hant und mit den sezwen sol her mich umvahen. 2098. auch das gleichzeitige mndl. bietet slinc, sinister Dief. 537a, ebenso gewährt Kilian slinck, linck, sinister, laevus und die genitivische adverbialbildung slincks, die sich noch bis ins nndl. erhalten hat. Schottel 1402 bezeichnet schlinks, sinister als nd., Stieler 1855 gibt es ohne diesen zusatz als oblique, transverse, et alia significatione: sinistre, et sinistra, ac sinistrorsum. historisch interessant ist die herleitung, die der letztere bietet: a schlinge, funda: fundas enim manu sinistra olim librabant. er führt auch das adj. an, aber in comparativischer form, die bei link ebenfalls gelegentlich vorkommt (s. dieses oben a. a. o.): schlinkere hand, manus sinistra. die heutige schriftsprache kennt das wort weder in adjectivischer noch in adverbialer verwendung, mundartlich lebt es jedoch noch fort, so im cimbr.: slinke hant, mano sinistra. cimbr. wb. 232. im heutigen nd. Ostfrieslands gebraucht man, wol unter dem einflusse des benachbarten holl., slinks und die weiterbildung slinkîsk, slinksk (holl. slinksch, vgl. linkisch) im besonderen sinne von 'krumm, falsch, hinterlistig, gemein'. ten Doornkaat Koolman 3, 203a, wie ihn auch hd. link (s. dieses 7 oben theil 6, 1048) und linkisch (s. dieses oben theil 6, 1049) in älterer sprache haben können. altfranz. esclenque, esclenche, wallon. hleing werden auf dieses wort zurückgeführt. Diez4 574.
2015 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schlinkadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schlink , adj. sinister, laevus, nebenform zu link, die wahrscheinlich älter ist als dieses und etymologische verwandtsc…

  2. modern
    Dialekt
    schlink

    Rheinisches Wb.

    schlink, schlinks diese Nebenform (ndl. slinks, –ksch, mndl. slinc(s), ahd. slinc) zu link(s) ist n. Wk. V 10 am WRande …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlink

50 Bildungen · 49 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schlink 2 Komponenten

sch+link

schlink setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlink‑ als Erstglied (30 von 49)

schlinkern

SHW

schlink-ern Band 5, Spalte 445-446

Schlinkel

PfWB

schli·n·kel

Schlinkel m., n. : 1. a. 'angenähte Schlinge am Schuh, Stiefel zum Anziehen', Schlinkel (šliŋgəl) [ FR-Eppst SP-Ottstdt ], Schlenkel (šlęŋgə…

schlinkeln

PfWB

schlink·eln

 schlinkeln schw. : ' müßiggehen '. Er geht schlinkeln [ Klein Prov. 121]; vgl. die RA. unter PfWB Schlinke 2 a.

schlinken

DWB

sch·linken

schlinken , verb. , nebenform zu schlingen, vibrare, serpere, flectere, nectere. über den wechsel von k und g vgl. das oben sp. 476 unter sc…

Schlinkenbutzer

Wander

schlinken·butzer

Schlinkenbutzer Das ist Schlinkebutzer. – Nadler, 287. Ordinärer Branntwein, mit dem man die messingenen Thürklinken (Schlinke) reinigt.

Schlinkenbutzert

RhWB

Schlinken-butzert PfWB -ots- Saarl m.: verächtl. Bettler, Landstreicher.

Schlinkendrücker

PfWB

schlinken·druecker

Schlinken-drücker m. : 1. 'von Haus zu Haus ziehender Bettler, Landstreicher', Schlinkedrickeʳ [ KU-Schmittw/O ]; Syn. s. PfWB Landstreicher…

schlinken I

RhWB

schlinken I = knüpfen s. o. bei Schlinke.

schlinken II

RhWB

schlinken II -eŋk-, eine Intensivbildung zu schlingen, Düss-Hucking schw.: etwas schl., herunterschlingen, hastig, gierig essen, trinken. — …

schlinken III

RhWB

schlinken III das Zeitw., mnd., ndl. slinken »zusammenschrumpfen«, ags. slincan »kriechen« entsprechend, ist Klevld in Mörs-Marienbaum , Kle…

Schlinkenputzer

PfWB

schlinken·putzer

Schlinken-putzer m. : 1. a. 'Zwetschgen-, Kartoffelschnaps, mit dem man Messingtürklinken putzt', Schlinkebutzeʳ [mittl. VPf ( Wilde 117, 27…

Schlinkenputzerin

PfWB

schlinken·putzerin

Schlinken-putzerin f. : 'Mädchen, das nicht zum Tanz aufgefordert wird', Schlinkebutzeʳn [ NW-Bobh ]; vgl. PfWB Schlinkenräpperin ; Syn. s. …

Schlinkenräpperin

PfWB

Schlinken-räpperin f. : = PfWB Schlinkenputzerin , -rebbeʳn [PfMHk. 42/1925 165-180]; Syn. s. PfWB Mauerblume 2. — Zu PfWB rappen 'reiben', …

Schlinkenschlager

PfWB

schlinken·schlager

Schlinken-schlager m. : 'Taugenichts, windiger Kerl', -schlaacheʳ [ LU-Maud ]; vgl. PfWB Schlänken , PfWB Schlinke 2 a, PfWB Schlinker 2. —

Schlinkenschlank

RhWB

schlinken·schlank

Schlinken-schlank m.: verächtl. 1. -iŋgəšlaŋk Müssiggänger Saarbr . — 2. a. -eŋgšlęŋk, mach kä Schl.! keine Winkelzüge Birkf-Stdt ; -šlaŋgə …

Ableitungen von schlink (1 von 1)

schlinke

DWB

schlinke , f. , nebenform zu schlinge, sich zu diesem verhaltend wie schlinken zu schlingen. vgl. auch schlenke oben sp. 634. 1 1) im sinne …