lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

schlinke

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
45
Verweise raus
38

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlinke f.

Bd. 15, Sp. 743
schlinke, f. , nebenform zu schlinge, sich zu diesem verhaltend wie schlinken zu schlingen. vgl. auch schlenke oben sp. 634. 11) im sinne von schlinge I, aarg. schlinggi, f. schleuder Hunziker 223 (gg geschärfter, harter verschluszlaut, fortis, s. seite xiii). 22) im sinne von schlinge II, 1, cimbr. slinka, laccio, calappio. cimbr. wb. 232b. 33) besonders von festen vorrichtungen zum schlieszen, vergl. schlinge II, 3. a) kleideröse, in der gegend von Hanau und sonst im hessischen Pfister 254, vgl. schlinge II, 3, a. b) thürklinke, thürgriff, auch abnehmbarer griff, drücker. Schm.2 2, 529 (Aschaffenburg). Schmidt 190. Pfister 254 (südhessisch). vgl. schlinge II, 3, b: Curio. (ergreift die schlinke). Klinger theater 4, 197; wie ich die schlinke gefaszt hatte. 214. 44) von da aus dann auch wie 'griff' in freierem sinne: ob dir gebür zu trinken, so greif es bei der schlinken, das du abbrechst getrade. Weller dicht. des 16. jahrh. (1874) 89. 55) zweifelhaft bezüglich des geschlechts ist die der bedeutung nach zu 3 gehörige glosse schlink, clausula Dief 126b (voc. von 1482 und Alberus). n. ist mnd. slink, slenk, riegel, verschlusz, schlagbaum (vgl. 3) und rand, einfassung (vgl. schlinge II, 3, e). Schiller-Lübben 4, 241. in letzterer bedeutung (brunneneinfassung) begegnet slink, n. auch in der mundart von Fallersleben. Frommanns zeitschr. 5, 293, der ersteren entsprechend als thor, wie es an bauernhöfen, äckern und vor den dörfern angebracht wird, aus einem querbalken mit darunter angebrachten querscheiten bestehend, im lippischen. 6, 478. Schambach führt an slink, m. einfassung 195a, bornslink, n. brunnengeländer 30b, râksling, m. rauchfang, rauchmantel 167a. als masc. erscheint schlink, pornschlink, brunneneinfassung in der md. mundart von Stiege am Harz. Liesenberg 195, daneben dort auch mit anderer, jedoch ebenfalls mit schlingen, vibrare, repere (s. dieses I, 1) zusammenhängender bedeutung in plingeschlink, m. blindschleiche. 196. vgl. ahd. blintslingge, caecula Graff 6, 786. ohne angabe des geschlechts bietet Danneil 195b slink, einfassung, eisenstäbe über einem erdloch und im sinne von geschlinge, als bezeichnung der edleren eingeweide, herz, leber, lunge. 66) schlinke als pflanzenname. 6@aa) bei Oken 3, 199 bezeichnung einer zunft der algen, confervaceae, vielleicht wegen ihres herumschwimmens im wasser oder ihrer schlüpfrigen beschaffenheit. vgl. schlingen I. 6@bb) nicht hierher zu gehören scheint schlinke als name des schlehdorns, prunus spinosa, den Nemnich 2, 1076 anführt. nach Pritzel-Jessen 318a ist er ostfriesisch. ten Doornkaat Koolman 3, 195a verzeichnet slînke, das er aber wol mit recht als deminut. zu slîn, einer neben slên, slee, slêje dort begegnenden entsprechung des hd. schlehe, f. auffaszt.
2802 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchlinkeDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Die Schlinke , Mz. — n , die Schlehe.

  2. modern
    Dialekt
    Schlinkef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schlinke f. : 1. 'Schlinge, Schlaufe'. a. 'angenähte Schlinge an Schuhen, Stiefeln zum Anziehen', Schlink (šliŋg) [ KB-H…

Verweisungsnetz

45 Knoten, 54 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Hub 1 Kompositum 39 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlinke

35 Bildungen · 35 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schlinke 2 Komponenten

sch+linke

schlinke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlinke‑ als Erstglied (30 von 35)

schlinkeln

PfWB

schlink·eln

 schlinkeln schw. : ' müßiggehen '. Er geht schlinkeln [ Klein Prov. 121]; vgl. die RA. unter Schlinke 2 a.

Schlinkenbutzer

Wander

schlinken·butzer

Schlinkenbutzer Das ist Schlinkebutzer. – Nadler, 287. Ordinärer Branntwein, mit dem man die messingenen Thürklinken (Schlinke) reinigt.

Schlinkenbutzert

RhWB

Schlinken-butzert -ots- Saarl m.: verächtl. Bettler, Landstreicher.

Schlinkendrücker

PfWB

schlinken·druecker

Schlinken-drücker m. : 1. 'von Haus zu Haus ziehender Bettler, Landstreicher', Schlinkedrickeʳ [ KU-Schmittw/O ]; Syn. s. Landstreicher 1. —…

schlinken I

RhWB

schlinken I = knüpfen s. o. bei Schlinke.

schlinken II

RhWB

schlinken II -eŋk-, eine Intensivbildung zu schlingen, Düss-Hucking schw.: etwas schl., herunterschlingen, hastig, gierig essen, trinken. — …

schlinken III

RhWB

schlinken III das Zeitw., mnd., ndl. slinken »zusammenschrumpfen«, ags. slincan »kriechen« entsprechend, ist Klevld in Mörs-Marienbaum , Kle…

Schlinkenputzer

PfWB

schlinken·putzer

Schlinken-putzer m. : 1. a. 'Zwetschgen-, Kartoffelschnaps, mit dem man Messingtürklinken putzt', Schlinkebutzeʳ [mittl. VPf ( Wilde 117, 27…

Schlinkenputzerin

PfWB

schlinken·putzerin

Schlinken-putzerin f. : 'Mädchen, das nicht zum Tanz aufgefordert wird', Schlinkebutzeʳn [ NW-Bobh ]; vgl. Schlinkenräpperin ; Syn. s. Mauer…

Schlinkenräpperin

PfWB

Schlinken-räpperin f. : = Schlinkenputzerin , -rebbeʳn [PfMHk. 42/1925 165-180]; Syn. s. Mauerblume 2. — Zu rappen 'reiben', weil es an der …

Schlinkenschlager

PfWB

schlinken·schlager

Schlinken-schlager m. : 'Taugenichts, windiger Kerl', -schlaacheʳ [ LU-Maud ]; vgl. Schlänken , Schlinke 2 a, Schlinker 2. —

Schlinkenschlank

RhWB

schlinken·schlank

Schlinken-schlank m.: verächtl. 1. -iŋgəšlaŋk Müssiggänger Saarbr . — 2. a. -eŋgšlęŋk, mach kä Schl.! keine Winkelzüge Birkf-Stdt ; -šlaŋgə …

Schlinkere

ElsWB

schlink·ere

Schlinkere [ʿSlìkərə Liebsd. ] f. Schleuder. — Bayer. 2, 529 Schlenker.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlinke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlinke/dwb?formid=S11848
MLA
Cotta, Marcel. „schlinke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlinke/dwb?formid=S11848. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlinke". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlinke/dwb?formid=S11848.
BibTeX
@misc{lautwandel_schlinke_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schlinke"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/schlinke/dwb?formid=S11848},
  urldate      = {2026-05-10},
}