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spelt

ahd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spelt m.

Bd. 16, Sp. 2139
spelt, spelz, m. eine dem weizen ähnliche getreideart, triticum spelta. Nemnich. spelz schon vor der hochdeutschen verschiebung des t zu z aus lat. spelta entlehnt; die danebenstehende form spelt wird auf ein romanisches spelda zurückgehen. Schrader reallex. 949 schlieszt aus dem umstande, dasz das lat. wort erst spät (im edikt des Diocletian) vorkommt, auf eine ältere entlehnung aus dem germanischen, vgl. dazu: quas nos vel far vel gentili Italiae Pannoniaeque sermone spicam speltamque dicimus. Hieronymus zu Ezech. 1, 4, 9. in der älteren sprache hat das wort entsprechend lat. spelta fem. geschlecht: far genus frumenti spelza Steinmeyer ahd. gl. 1, 334, 7; spelze, spelza, spelta 3, 111, 8. mhd. spelte, spelze mhd. wb. 2, 2, 492a. auch im älteren nhd. wird dieses geschlecht wol meist beibehalten: spelte, spelze, spelta Dief. 546a; spelde, ador 13c; der reisz, die spelte (dinckeln, das beste korn), zea, far ador. Comenius 127 (doch im reg. verzeichnet er der spelt); spälze, spelze (die) alias dinkelkorn, zea, arinca. Stieler 2068; speltze, f. spelta, farro. Kramer dict. 2 (1702), 857b; die spelze Nemnich 2, 1493. abgesehen von einem einzig belegten ahd. spelzo Steinmeyer ahd. gloss. 3, 111, 8 begann erst mit der nhd. form spelt, spelz das masc. geschlecht einzudringen, wenn auch zunächst noch schwanken zu bemerken ist: speltz, f. espeautre Hulsius (1616) 202a; spelt, speltz, f. zea, espeautre, leichter dinkel, arinca. Schottel 1418; die speltz Tabernaemont. 608 ff.; spält, f. spelta, farro Kramer dict. 2 (1702), 857b; spelt (die) aliis dinckelkorn, eine art getreide, oder landfrucht, zea, spelta. Steinbach 2, 622; zweifelhaft bleiben speltz, spelt, ador Dief. 13c; spelt, far 225b; spelcz, spelt, spelta 492a; speltz, zea, frumenti genus Dasypodius; speltz, s. Peters kornblicken ein korn, zea. Maaler 379a. als masc. wird das wort verzeichnet: der spelt Comenius reg.; der spelt Frisch 2, 297a; Pictorius heiszt den spelz st. Peters kornblücken, zea. 297b; der spelt, spält, spelz Nemnich 2, 1493. seit Adelung und Campe wird dann nur noch das masc. geschlecht verzeichnet; als erklärung dieses geschlechtswandels ist wol eine beeinflussung von hafer, roggen, vor allem aber von weizen her anzunehmen. vgl. die häufige zusammenstellung beider wörter wie: weytz oder speltz, far Dief. 225b. vgl. noch ags. spelt (m.?) Bosworth-Toller 901a, holl. spelte, far, zea, ador und franz. espeautre, épeautre. eine umdeutung des lat. wortes ist spelta spaltechorn Steinmeyer ahd. gloss. 3, 616, 50. weitere angleichung an roggen, weizen zeigt wol die selten vorkommende form spelten, spelzen: fesen, fesem spelten, far. Henisch 1074, 26; spelten crafftmeel, alica, zea deglubita. Corvinus 34b; [] leichter dinckel oder spelten, arinca. 66a; spelten, secale, zea Dentzler 2, 268b; von einem ieden malter korn, waitzen und erbsen vier pfenning, von einem ieden malter speltzen und gersten zwen pfenning. Maximilian an den kurfürst Ludwig von der Pfalz vom 3. sept. 1518 im Karlsruher archiv. vgl. noch Heyne d. hausaltert. 2, 13. in der form spelt: so nim nu zu dir weitzen, gersten, bonen, linsen, hirs und spelt und thu es alles in ein fasz, und mache dir so viel brot draus, so viel tage du auff deiner seiten ligest. Ezech. 4, 9; wenn ers (der ackermann das ackerfeld) gleich gemachet hat, so strewet er wicken, und wirfft kümel, und seet weitzen und gersten, jglichs wo ers hin haben wil, und spellt an seinen ort. Jes. 28, 25; mola war schrot von heurigem dinkel oder spelt, dem ältesten getreide der Italer. Voss Virgilsndl. ged. 1, 429; Silvanus war der uralte gott des ersten rohen anbaues in Italien, als die waldhirten die nächsten abhänge unter den berghöhen mit spelt zu besäen ... anfingen. 511; dasz den Römern nach der gartencultur Italiens und Galliens der deutsche feldbau dürftig erschien, ist begreiflich, fanden sie doch ihr getreide: spelt, weizen und gerste nicht als gewöhnlichste ackerfrucht. Freytag bilder 1, 61; diese (die rosse) banden sie an rossekrippen des stalles, schütteten spelt auch hinein und mengeten gelbliche gerste. Voss Odyssee 4, 41; fern in Lykaons palast sind mir elf zierliche wagen ... und bei jedem auch stehn zweispännige rosse müszig, mit nährendem spelt und gelblicher gerste gesättigt. Ilias 5, 196. mit ausdrücklicher unterscheidung von spelze, palea (s. unten) gebraucht: erntend datteln und dörner, — sammelnd spreu und körner, — zum besten gebend spelzen und spelt, — falsche münzen und gutes gelt! Rückert 11, 442; da sprach jener: höre du! bei uns zu lande verkauft der habicht sich nicht für einen falken, — noch der rohrstab für einen balken; — wir unterscheiden spelt von spelzen, — hohe beine von stelzen. 256. in der form speltz: die speltz ist am Rheinstrom viel gemeiner als der wäitzen, und ist ein wahres geschlecht derselben. Tabernaemont. 608 C; speltz oder dünckel hat ein mittel art und natur zwischen dem wäitzen und der gerst, trucknet sänfftiglich, gibt besser nahrung dann die gerst, und fütert geringer dann der wäitzen. H; früher, sagt er, sei unser dorf berühmt gewesen, dasz wir den besten spelz bauen, jetzt werde sich's umkehren, und man wird sagen: die Weiszenbacher bauen den schlechtesten fuchsigen hopfen. Auerbach dorfgesch. 4, 177.
5304 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    speltst. N. (a)?, st. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    spelt , st. N. (a)?, st. M. (a?, i?) nhd. Kienspan, Fackel, Holzstück, Webbrettchen? ne. pine-torch ÜG.: lat. fax Gl Q.:…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    speltN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    spelt , N. nhd. ein Teil des Ofens? Q.: Reval. ält. KR. 65 (1363-1374) E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 3, 367 (spelt)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SpeltDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Spelt oder

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spelt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Spelt , s. Spelz .

  5. modern
    Dialekt
    Spelt

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Spelt [ʿSpèlt Dü. K. Z. ; Pl. –ər] n. grosses Holzscheit. Das is t schön Klofterholz, do sin d fomosi Spelter drin Dü.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spelt

55 Bildungen · 43 Erstglied · 10 Zweitglied · 2 Ableitungen

spelt‑ als Erstglied (30 von 43)

Spelta, Antonio Maria

DWBQVZ

Spelta, Antonio Maria s. Messerschmid, Georg Friedr. die lustige narrheit u. stultitia.

speltacker

DWB

spelt·acker

speltacker , spelzacker , m. mit spelt bestellter acker: speltzacker, campo seminato di spelta. Kramer dict. 2 (1702) , 857 b ; speltacker, …

speltbrei

DWB

spelt·brei

speltbrei , spelzbrei , m. brei von speltmehl: speltz- oder speltzenbrei, bollito di farina di spelta ò di farro. Kramer dict. 2 (1702) , 85…

speltbrot

DWB

spelt·brot

speltbrot , spelzbrot , n. brot, aus speltmehl gebacken: speltzenbrodt, pain de tel bled. pan di spelta. Hulsius (1616) 302 a ; speltz- ò sp…

speltel

Lexer

spel·tel

speltel stn. BMZ kleine spalte Mgb. 291, 14. 23.

spelten

DWB

spel·ten

spelten , adj. aus spelt, speltmehl bestehend, zubereitet: mahlzeit ordnen sie an und speltene fladen im grase legen sie unter die kost. Vos…

Speltenfeilsel

RhWB

spelten·feilsel

Spelten-feilsel -filzəl Klevld n.: Abfall bei der Sp.fabrikation; mit Sp. vermengte man Pfeifenton u. gewann so Kupfergrün, das man auf die …

Speltenholz

DRW

spelten·holz

Speltenholz, n. auch Spelt- wie Spelte es soll sich auch keiner understehen aignes gewalts im walt ... abzuschlagen pauholz, schindl oder sp…

Speltenkissen

RhWB

spelten·kissen

Spelten-kissen --, –ø- Allg. n.: 1. K., in das man die Spelten steckt. RA.: Du kömms en de Höll op et Sp. te sette! Drohung zu Kindern Kref…

Speltenkopf

RhWB

spelten·kopf

Spelten-kopf PfWB -kǫp Allg. m.: 1. K. der Stecknadel. RA.: So gruət (kliən) wie ene Sp. winzig klein Kref . — 2. keine Sp. rein gar nichts …

Speltenmächer

RhWB

Spelten-mächer -Ek- Klev m.: 1. Nadelschmied. — 2. Neckn. derer von Klev-Goch .

Speltenschmied

RhWB

spelten·schmied

Spelten-schmied -et Geld-Straelen m.: 1. –mächer 1. — 2. übertr. verächtl. sehr magerer Mensch.

Speltenschöndingchen

RhWB

Spelten-schöndingchen -š:nde·ŋ.əskə Kref n.: Gemisch bunter Seidenfäden, mit einer Glasscherbe bedeckt, im Kindersp.; das Sp. unter der Han…

Speltenstuhl

RhWB

spelten·stuhl

Spelten-stuhl Duisb m.: in der Drohung zu Kindern: We lügt, kömmten de Höll opde Sp.!

speltenzaun

DWB

spelten·zaun

speltenzaun , m. zaun aus spelten ( s. oben ): schbelt'nzaun Castelli 230 ; wie mer mei~ herzle springg' wenn der pue zu mier kimp' wenn er …

spëlter

Lexer

spel·ter

spëlter , spilter m. f. BMZ abgespaltenes holzstück, scheit. die huebe giltet 32 spelteren, und selbe sol ieglich sîn in der lenge nûn schôw…

Spelter(e)

ElsWB

spel·tere

Spelter(e) [ʿSpèltərə Liebsd. Hi. ; ʿSpèltrə Pfetterhsn. ; ʿSpèltər Wh. ; Demin. ʿSpèltərlə Liebsd. ] f. grosses Scheit Holz. Dis is t e gro…

spelterig

WWB

spelte·rig

spelterig Adj. spellerig (von Brot, Brei) voll Spelzen ( Kr. Ahaus Ahs St).

Spelterīni

Meyers

Spelterīni , s. Luftschiffahrt , S. 823.

speltgraupe

DWB

spelt·graupe

speltgraupe , f. : speltgraupen, alica Kreuszler lat.-deutsches handwb. (1872) 23 c . dazu die compos. speltgraupenmüller, m. alicarius und …

speltig

WWB

spel·tig

speltig Adj. [ Kr. Iserlohn Isl Alt] voll Spelzen. Speltige Knollen Kartoffeln mit hellen Fasern ( Kr. Iserlohn Isl Is).

Spelt II

RhWB

Spelt II -ę- = Stecknadel s. Spelte.

Spelt III

RhWB

Spelt III -ę-, Pl. -tə vereinzelt NBerg in Düss-Eggerschd m.: Specht.

spēltît

MNWB

spel·tit

° spēltît Zeit im Jahre wo in Bergen die Spiele stattfanden (Brattegard Bergen 1, 150).

spelt als Zweitglied (10 von 10)

G(e)spelt

Idiotikon

G(e)spelt Band 10, Spalte 222 G(e)spelt 10,222

gewispelt

DWB

gewispelt , particip. adj. zu wispeln in derselben bedeutung, die eben an gewispelig hervorgehoben wurde: es kombt ein baur mit einem verwir…

Hāwerspelt

WWB

hawer·spelt

Hāwer-spelt Rispe, Ähre des Hafers (Frbg.) ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck Rek Da).

Tannenspelt

RhWB

tannen·spelt

Tannen-spelt -špęlt Kemp-Dülken , Mörs-Orsoy Wallach , Geld-Sevelen , Rees-Elten f.: dass.

unverhaspelt

DWB

unverhaspelt , part. adj. adv. zu verhaspeln: luterer von den dingen reden und unverhasplet Keisersberg post. 2, 39 a . —

ōverspelt

KöblerMnd

ōverspelt , N. Vw.: s. ȫverspēl*

ȫverspelt

KöblerMnd

ȫverspelt , N. Vw.: s. ȫverspēl*

Ableitungen von spelt (2 von 2)

spelte

DWB

spelte , f. abgespaltenes stück, heute nur in dialecten noch lebendes wort. got. spilda, tabula; mhd. spelte, vgl. ags. speld; anord. speld,…

zerspelten

Lexer

zer-spelten swv. tr. zerspalten machen. mîn schef daʒ mer zuspalde Albr. 27,135. er was zuschît und zuspalt Herb. 13656.