Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Spelt
Spelt
Spelz, Spelt m. weizenähnliche Getreidesorte, ‘Dinkel’, deren Ährenspindel beim Dreschen in einzelne kleine Ähren zersplittert, während die Körner in den Hülsen eingeschlossen bleiben, ahd. spelta, auch ‘Ähre’ (8. Jh.), spelza f. (9. Jh.), spelt (9. Jh.), spelzo m. (Hs. 12. Jh.), mhd. spelte, spelze f., asächs. spelta f., mnd. spelte, aengl. spelt m. (engl. spelt aus dem Asächs.), mnl. spelte, nl. spelt ist als t-Erweiterung germ. *speltō wie die unter spalten (s. d.) genannten Formen zu der dort angeführten Wurzel ie. *(s)p(h)el- ‘spalten, abspalten, absplittern, abreißen’ zu stellen. Aus dem Germ. entlehnt (in Pannonien?) ist spätlat. spelta, das daraufhin (als Rückentlehnung) auf das Ahd. einwirkt, so daß unverschobenes ahd. spelta, nhd. Spelt neben verschobenen Formen (s. oben) erhalten bleibt. Spelt bedeutet etwa ‘Splitterfrucht’ und bezeichnet zunächst die kleinen Ähren mit den Körnern, erst dann die ganze Pflanze. Seit dem 17. Jh. setzt sich in Analogie zu anderen Getreidesorten maskulines Genus durch. Der Plural lautet Spelze. – Spelze f. (Plur. Spelzen) ‘beim Dreschen abfallende Hülse des Getreidekorns, Spreu’ (17. Jh.), von der reichlich Spreu liefernden Getreideart Spelt, Spelz übertragen.