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sterke

mhd. bis nhd. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 8 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sterke f.

Bd. 18, Sp. 2456
sterke, f., junge kuh. von der germ.-idg. wurzel ster- 'unfruchtbar' mit k-suffix gebildet (Persson wortforschung 431; Lohmann genus u. sexus 21), vgl. bulg. sterica 'gelte'. dem wgerm. wortschatz eigen. die grundvorstellung 'unfruchtbar, bzw. noch nicht fruchtbar (vom tier)' geht über in 'junges tier', zumeist in beschränkung auf das weibliche rind, oder entwickelt sich, wohl über 'junges männliches tier', zu 'männliches tier' überhaupt; s. auch 1ster. im md., nd., nl. und ags. nur für das junge rind: ags. stirc, stiorc, styrc, n., juvencus und juvenca Bosworth-Toller 922; ne. stirk, sturk a young bullock or heifer, usually between one and two years old Murray a new engl. dict. 9, 1, 980a. festländisch für das weibliche jungrind: mnl. sterke Verwijs-Verdam 7, 2087; mnd. sterke, starke Schiller-Lübben 4, 399b (ältester beleg von 1392); Diefenbach 313b (für 1420); md. sterke Ziesemer ämterbuch 676 (von 1387); stirke Diefenbach 313b (15. jh.). in den lebenden mundarten nahezu über das ganze md. und nd. gebiet verbreitet, als kalbe oder junge kuh von 1—2 oder 3 jahren, die noch nicht oder erst einmal gekalbt hat oder zum ersten male trägt, s. auch starke, stärke für das nd. bei Adelung 4 (1780) 876; stärke Hertel Thür. 233; Vilmar Kurhess. 395. stirk besonders im wmd. (vgl. oben Diefenbach 15. jh.): Kehrein Nass. 1, 388; Schmidt Westerw. 237; s. unten auch Hönig Köln. 175b; vgl. auch stierken Martin Waldeck. 271a; sterke Leihener Cronenberg. 116; Woeste Westf. 254b; Strodtmann Osnab. 229; Danneil altm. 209b. starke (s. Lasch mnd. gr. 59): brem.-nds. 4, 1004; Richey Hamb. 288; Mensing holst. 4, 811; Dähnert 458; starke neben stärke Frischbier ostpr. 2, 363a. — im obd. dagegen für das erwachsene männliche zuchttier: bair.-österr. sterch, sterchen, m., eber Schmeller-Fr. 2, 781; Schöpf tir. 708; Höfer 2, 189 (für Salzburg); Frommann dt. maa. 3, 340; schafbock Schmeller-Fr. 2, 781. hochal. sterchi, m., zuchtstier Stalder 2, 392; Friedli Bärndütsch 1, 258; 6, 418 (über germ. rk > rh s. Schatz ahd. gr. 152; Weinhold bair. gr. § 181; Jutz al. ma. 210). vgl. dazu im Hildesheim. stêrk junger zuchtstier Frommann maa. 2, 122; 4, 309. — in Köln stirk verächtlich für ein altes abgemagertes pferd Hönig 175. die flexion ist ursprünglich, heute überwiegend, schwach; daher einige mundartliche formen mit n im nom. sing.: sterken, starken, z. b. Gerbet Vogtl. 65; Schambach Gött. 210a; Bauer-Collitz Waldeck 99a; Damköhler Nordharz 177a; auch sterchen Schmeller-Fr. 2, 781. das genus ist der bedeutung gemäsz im md. und nd. zumeist fem., z. b. Mensing 4, 811; Frischbier 2, 363a; Woeste 254b; Vilmar 395; Hertel 233. seltener neutr.: Mensing 4, 811; Schambach 210a; Bauer-Collitz 99a u. a.; vgl. das ags.masc. bei Damköhler Nordharz 177a; ebenso, der bedeutung entsprechend, im obd. aus dem md. und nd. sprachgebrauch dringt sterke bereits in das spätmhd. und in die sich bildende frühnhd. schriftsprache ein, gewöhnlich als schw. fem., in den formen sterke, stärke und starke: item im vihofe: 33 k, item 4 sterken, item 5 ochsen, item 15 jerige kelbir (1387) Ziesemer ämterbuch 676; (von 1476) ebda 48; juvenca stirke (md. 15. jh.) Diefenbach 313b; junix ... ein sterckichen oder sterckuoichen Bas. Faber thes. (1587) 992a; vitula ... ein sterckklein ebda 950a; stercke junge kuh (17. jh.) bei Bauer-Collitz 175; denen 2 küh-hirten in der neuen heyde 14 rthllr 47 st, denen 2 schweinhirten und nachtwächtern 20 rthllr 52 st, dem sterckenhirten und nachtwächtern auf der alten heyde 3 rthllr 28 st (1718) westf. stadtrechte I 3, 307 Lüdicke.in die dichterische sprache der neuzeit findet das wort eingang durch md. und nd. autoren des 18. jh.: wie wenn der leu in rinderheerden springt und einer stärken oder einem stier, im dickicht weidend, das genick zerknirscht (αὐχένα ... πόρτιος Ilias 5, 162) Bürger s. w. 160b Bohtz; siehe den breitgestirnten stier, die hüpfende starke und die ehrbarwandelnde kuh mit strotzendem euter Kosegarten poesien (1798) 2, 362; ahndend der gattin besuch verwandelte Jupiter plötzlich zur hellschimmernden starke die inachidische jungfrau (in ... nitendem ... iuvencam) Voss verwandl. (1798) 1, 50; ... wie ein rasender stier, nach geraubeter starke, unstät tobt, und wälder und kündige thale durchirret (vacca ... adempta) verw. 2, 326. zusammensetzungen betonen zumeist die bedeutung 'kalb':
4468 Zeichen · 152 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sterke

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    sterke stärke. ahd. starchî, sterchî Graff 6,717. — Genes. D. 107,13. Iw. 188. a. Heinr. 718. Albr. 19,35. Trist. 6507. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sterkeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    sterke , F. nhd. Sterke, junge Kuh die noch nicht oder zum ersten Mal gekalbt hat, überjähriges Kalb Hw.: s. starke (1);…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    sterkef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    sterke , f. , junge kuh. von der germ.-idg. wurzel ster- ' unfruchtbar ' mit k- suffix gebildet ( Persson wortforschung …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sterke

22 Bildungen · 17 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

sterke‑ als Erstglied (17 von 17)

sterkede

Lexer

sterkede stf. BMZ stärke, firmitas Dfg. 236 b . sterkde Karlm. Fromm. 2,454 a . der mit sîner sterkte mich dar zû hât betwongen PuS. 40 b . …

sterkejacht

KöblerMnd

sterke·jacht

sterkejacht , F.? nhd. eine Jagdart die bis zur Getreideernte verboten ist um Flurschaden zu vermeiden Hw.: s. strakjacht E.: s. strakjacht …

sterkelīke

KöblerMnd

sterkelīke , Adv. Vw.: s. sterklīke

sterkelīken

KöblerMnd

sterkelīken , Adv. Vw.: s. sterklīken

sterkending

DWB

sterken·ding

sterkending , n. , ' am Harz ein kalb weiblichen geschlechts ' Jacobsson 7, 447 a ; kalb, junge kuh Hertel Thür. 233 ; weibliches rind K. Ch…

sterkenhandel

DWB

sterken·handel

-handel , m. , in übertragener bed. ' brautwerbung ' unter dem schein eines viehhandels: he is op n achteinjöhrigen starkenhannel ut er such…

sterkenkalb

DWB

sterken·kalb

-kalb , n. , kuhkalb, gewöhnlich unter einem jahr: ( für d. 18. jh. ) Bauer-Collitz Waldeck. 175 ; stierkenkalf Martin Waldeck. 271 a ; Stro…

sterkeren

KöblerMhd

sterk·eren

sterkeren , sw. V. nhd. stärken E.: s. sterken (1) W.: nhd. DW- L.: Lexer 448c (sterkern)

sterkereⁿ

Idiotikon

sterkereⁿ Band 11, Spalte 1454 sterkereⁿ 11,1454

sterkerunge

Lexer

sterke·runge

sterkerunge stf. stärkung, bekräftigung. ein sterkerunge cristenlîchens glauben Rcsp. 1, 117 ( 1403 ). wir henken unser ingesigel an disen b…

sterke als Zweitglied (3 von 3)

halssterke

KöblerMnd

hals·sterke

halssterke , Adj. Vw.: s. halssterk L.: Lü 133 (halsstark/halssterke)

houbetsterke

Lexer

houbet·sterke

houbet-sterke stf. hauptstärke. vort wil ich rîme nennen zwênzic, der houbetsterke grunt wil ich iu wol sagen Kolm. 33,32.

veltsterke

KöblerMnd

velt·sterke

veltsterke , M. Vw.: s. veltstrīke L.: MndHwb 1, 691 (veltsterke)

Ableitungen von sterke (2 von 2)

besterke

BMZ

besterke swv. stärke. confortare Diefenb. gl. 73. des paums dürreu pleter besterkent daʒ herz Megb. 333,9.

gesterke

BMZ

gesterke swv. stärke. er gestarchite si ouch spec. eccles. 88. sîn helfe kunde Troiære wol gesterken troj. s. 228. d. dâ mite er in mohte ge…