urlaub,
m. ,
erlaubnis, abschied, zu got. uslaubjan,
ahd. irlouben,
mhd. erlouben,
nhd. erlauben.
im präfix glaubte Jac. Grimm (
gramm. 2, 791)
die bed. einer '
bewegung aus dem innern'
zu erfühlen; s. ur- A 1
und vgl. erlaub,
verlaub (
mit urlaub
wechselnd bei Schweinichen
unter verlaub 2), laub,
laube; urlaubnis, -laubung.
ahd. urloup, -loub, -laup, -lob, -lub,
n., neben urlaupî, -laubî,
f., Graff 2, 75
f. mhd. urloup, -lop, -lob, -lof, -lauf, -lâb, -læb, ürlob,
m. n., neben urloubede,
f. Lexer 2, 2009.
as. orlof;
afries. orlof, -lef.
mnd. orlof, -loft, -leve;
nd. urlôf;
mnl. orlof, -loft;
nl. oorlof.
aus dem mnd. stammen an. orlof,
isl. órlof (
mit der bed. '
besuch bei einem freunde oder verwandten'),
dän. orlov,
schwed. orlof.
vgl. engl. furlough Murray 4, 1, 613
a.
ein dem ahd. urlaubî,
mnd. orleve
entsprechendes urleube, -laube
überliefert ein spätmittelalterliches glossar bei Diefenbach
gl. 327
c.
die starke betonung des präfixes hat den wortkörper, dem der ton entzogen, verfallen lassen; der vokalwechsel des mhd. dauert im frühnhd. fort, das auch urlib (Staub-Tobler 3, 959)
kennt. mundarten bilden mit versetzung von b
und l urbl, urblig, orblig Fischer 6, 300; Staub-Tobler
a. a. o., mit t urblet, urlet, urblat (
vgl. mhd. urloubede)
und urblas
ebda. das n. dauert schriftsprachlich bis ins 17.
jh. (letztes u. Hohberg
Ottobert [1664] s 3
a; S s 5
b; heunt müssen wir ... von einander das u. nemmen Abele
unordnung [1674] 3, 324),
mundartlich in der Schweiz bis heute fort. ein f. Staub-Tobler 3, 959
und J. B. Schupp 698.
im übrigen herscht, wie schon im mhd., das m. der von Adelung
geleugnete plural ist zwar nicht häufig, aber vorhanden: mit gepoten
und urlauben (
dispensationen) B. v. Chiemsee 64
R.; die urlaube (
beurlaubungen)
bed. A 2 c; die hundstagsurlauben (
ferien) Staub-Tobler 3, 960.
entlehnt ins tschechische A. Meyer
die d. lehnwörter im tschech. 110. AA.
die ursprüngliche bed. '
erlaubnis'
ist, von gelegentlichen verbindungen abgesehen, heute schriftsprachlich nur in der specialisierung der bed. 2 c
festgehalten, während die übrige reiche ältere entwicklung verkümmerte. A@11)
licentia Diefenbach
gl. 327
b;
venia 610
b;
tautologisch mit erlaubnis
verbunden bei S. Franck
Türkey d 2
b;
quaelibet venia Stieler 1080; '
so viel als verlaub' Frisch (1741) 2, 409
a; '
eine jede erlaubnis, eine jetzt völlig veraltete bed.' Adelung. A@1@aa)
allgemein: sie lassen auch chainen christen noch chain juden dorein (
zum h. grabe), er hab dann urlab von könig soldan Schiltberger
reiseb. 78, 14
lit. ver.; gib urlob, gib urlob, geliepter herre, myner ellenden sell, ein wort zuo dir ze sprechen
der ew. weisheit betb. (1518) 4
a; der künig sprach 'desz hab frey urlob'
Fortunatus 68
ndr.; in alterthümelnder dichterspr. noch bei Wieland: bis herzog Nayms ... zum begehrten kampf des kaisers urlaub schwöret
Oberon 416; als jetzt die schmetternde trompete den ungeduldigen zum rennen urlaub gab 7240. A@1@bb)
im frühnhd. sind noch einige besonderheiten der ä. spr. übriggeblieben. A@1@b@aα) '
die möglichkeit, nach belieben zu verfahren'
; licentia, facultas, copia Kilian: nun ist es aber schwer in groszem gewalt und urlaub, on straff sich selbs im zaun halten S. Franck
zeytb. 139
b; er leret in auch, wie schwer es sei, in groszem gewalt und u. zu sünden nit sünden
Germ. chron. (
aug. 1538) 28
b; freiheit gibt u. zur boszhayt
sprichw. (1541) 1, 124
b; dasz, die ihrs urlaubs misprauchen, urlaubs beraubt werden Luther
an d. adel 22
ndr. A@1@b@bβ) '
zustimmung': grosz glück, wenig u. (
man gönnt es ihm nicht) S. Franck
sprichw. (1541) 1, 117
a; Lehmann
florileg. (1662) 3, 131; Körte 165; vir mulier, servus ancilla non possunt esse inter se sine peccato, do hebt sich den eyn u. und vorsprechen (
vgl. als gs. ontseggen
mnl. wb. 5, 1986) Luther 34, 1, 447
W. '
durch gebet zu erzielendes einvernehmen mit gott': thô nam er godes urlub
Ludwigslied 27,
von Herder 16, 198
S. wörtlich ins nhd. übersetzt (gods orlof
mnl. wb. 5, 1990); eya herre, ... thuo mir hie, wie du wilt, des hab von mir ein freyes urluob (
ich bin völlig einverstanden)
der ew. weisheit betb. (1518) 27
a; gottis u. ist gröszer denn aller menschen gepott Luther 12, 102
W.; ganz farblos Weckherlin 1, 371
F. (
psalm 103, 21).
sprichwörtlich: ich wil thun und lassen, was ich weis, das gottes wort ist, und nicht allererst seine feinde und lesterer, die maulesel zu Rom drumb fragen, ob sie es erleuben wolten, sondern dem sprichwort nachfaren und sagen: urlaub (
vgl.a) kome hernach Luther 30, 2, 486
W.; Petri V v 6
a macht entstellend daraus: u. kam hernach. A@1@b@gγ) '
entlassung, entlastung, erlaubnis zu gehen',
bisweilen hart an B
grenzend: entlassung der juden aus dem exil Kraus
d. ged. 1, 34,
vertreibung der j. Fischer 6, 299;
legatorum missio u. Frisius 827
b; sintemahl dieser Tannhäuser ... zum römischen pabst Urbanum gekommen und vor ihm auf die knie gefallen, um u. (
absolution) anhaltende Prätorius
Blockesberges verrichtung (1668) 18. ghy hebt orlof, als ghy wilt
nil te jam moratur aula mnl. wb. 5, 1989;
valeat, gange hin, u. saumpt in nüt Frisius 1344
b; zühend nun hinweg, wenn ir wend, u. sumt üch nüt
quelle (1572)
bei Staub-Tobler 3, 959; u. hindert hie niemandt (
es hat niemand etwas dagegen, wenn ihr fort wollt). also reden die wirt im schertze zu iren gesten: es mag ein jeder geen, wenn er wil, urlaup hindert hie niemandt
sprichwörtersammlung 1532, 572
Latendorf; schöne weise klugreden (1548) 90
b; Fr. Wilhelm
sprichw. register (1577) g g
α 42; Petri V v 6
a; Wander 4, 1496. A@1@b@dδ) ein u. nemen '
sich etwas schlechtes erlauben, herausnehmen' Staub-Tobler 3, 959: und nimst ein u.! pfuch der schand!
quelle (1576)
ebda. vgl. mit u.
und mnl. wb. 5, 1991, 4.
so mochte sich für u.
die bed. '
mutwille, unfug'
oder dgl. (
vgl.b
α)
ergeben, die in frühnhd. quellen des ostmd. sprachgebiets erscheint: ap dy meyster (
des schneiderhandwerks) bey enander wern zu eynem gemeynen byr an eyner zeche unde ab sye welden eynen urlop haben, es wer spil adder ander unfuge, das sullen sy von keynem nicht dulden
quelle des 15.
jhs. bei Bech
Germania 27, 184; hadir ader u.
werden verbunden (
ebda).
dasz hier überall u.
für urhap
verlesen sei, wie Bech
meinte, ist nicht glaublich. A@1@b@eε)
rechtssprachlich; fas Graff 2, 75; Diefenbach
gl. 226
b: vollen gewalt, fryes urlob und guot recht
quelle (1467)
bei Fischer 6, 299 (
vgl. Lexer 2, 2010); zu wissen, daz man uf den vorgenannten tag daz gerichte nit heget oder ime kein orlob gibt dann umb mittag
weisth. 6, 68; der pabst gab dem concilio urloub Tschudi
chron. 2, 96. '
berechtigender anlasz': wen ich eim wil unrecht thuon, so brich ich urlob ab dem zuon Murner
narrenbeschwörung 15, 2
Sp.; welich man oder frau ain erbrecht hat und dovon in u. vert (
darauf verzichtet; vgl. B)
weisth. 6, 112; daz u. und dispensacio (1344) Haltaus 2007; in urlaubs weise (
kraft besonderer vergünstigung) in haben, nutzen, nieszen und gebrauchen (1497) Haltaus 2006; also sol niemand sich selbs aus dem gehorsam und eyde wenden, er werde denn durch andere entweder mit gewalt odder mit gunst und u. (
dispens) eraus bracht Luther 30, 2, 138
W.; mit gepoten und urlauben B. v. Chiemsee 64
R.; vgl. Tauler
pred. 151, 4
ff. V.; erlaubnis zum begräbnis Fischer 6, 299;
mnd. orlof
brauerlaubnis; ein weyb mag on ires manns u. ires guots nichts hingeben S. Münster
cosmographei 380; fahrende habe mag auch ohne einschränkung ... veräuszert werden ..., eigen hingegen nur mit der nächsten erben u. Eichhorn
staats- u. rechtsgesch. 2
3 (1821) 549.
concret '
schein über erlaubnis oder vergünstigung': ez sol auch nieman kainer slaht brief noch urloup gewinnen uber dehainerlaie sache, den wider der stat reht und freihait ist
Nürnberger polizeiordn. 20
Baader; das u. oder fecundum decretum, dardurch dem klager das eigenthum der angesetzten güter zuerkennt und zugesprochen wird Hohberg
georg. 1, 30.
vgl. urlaubbrief, -geld, -holz, -schilling. A@1@cc)
in präpositionsverbindungen: auf u.: auch bittet mich zur zeit zu ihrem schönen bade auf urlaub desz Hyrkans manch asische siren Paul Fleming
ged. 174
L. aus u.: es hat ein streng verbot, das im niemant nachfolg, entgegenlauf, dann aus besonderen urlaub und erlaubnis S. Franck
Türkey (1530) d 2
b.
mit u.;
in syn. verbb.: mit geheisz, bitte und u.
rechtsalterth. 1
4, 22; mit deinem u. und gunst S. Franck
chron. Germ. (1538) 20
a. '
in gottes namen': daz bchli mit gotes urlob wurdi geofnet sinen obren H. Seuse
d. schr. 4, 34
B.; hab mit u., was du bedarfest Tauler
serm. (1508) 13
b; herzeliebe frauwe, ich biddin uch, mit uherm orlaube (
seid so gut), daz ir mir frauwe Gerdruot gruozin wollent Steinhausen
privatbr. 1, 12; so will ich ... mit üwer aller urloub sagen ... Steinhöwel
Äsop 64
Ö.; Schwarzenberg
v. zutrinken 4
ndr.; alterthümelnd: als er so allein sasz, kam eine edle jungfrau ..., die seine hunde sah und ihn fragte, mit wessen urlaub er in ihrem walde jage br. Grimm
d. sagen (1891) 2, 156; und so entkleid ich denn, mit deinem urlaub, mich all der würden, ämter und gewalt Grillparzer 6, 253.
einen satz vertretend: mit urlaub, frau, kain schaiden tat mir nie so we! O. v. Wolkenstein 19, 15
Schatz; ich will meynen dunkel sagen, mit u. (
cum venia) Luther 10, 1, 1, 375
W.; engl. comöd. 73
Creizenach; Frisius 1039
a; doch mit u., dasz wir diese vermuthung niederschreiben
allg. d. bibl. anh. 1/12, 623; mit urlaub, gnädger herr — ich bin nur wenig; doch, was ich bin, das bin ich ganz
Z. Werner
d. söhne des thales (1804) 2, 140; mit gunst und urlaub, gnädiger herr landsmann! Grillparzer 6, 84
S. insbesondere bei starken oder verfänglichen ausdrücken; mit u. zu reden, sagen, melden
u. dgl.; oder mit u.
allein; Staub-Tobler 3, 959; Schmeller-Fr. 1, 1406: das ist eben so wol, mit urlaub zuo reden, erlogen Steinhöwel
ber. frauen 321
Dr.; Urbanus Regius
widderlegung der münsterischen bekentnus (1535) m 2
a; Frey
gartengesellschaft 138
B.; Kotzebue 2, 140; mit u. zu melden Hippel
über d. ehe (1774) 216; wenn du so unfletig reden wolst, so soltest vor sagen: mit u., fraw Frey
gartenges. 64
B.; bei grobheiten: ich bin auch, mit u. zu melden, desz holtz, desz ir ietzt seyt Kirchhof
wendunmut 1, 192
Ö.; von gesellschaftlich anstöszigem: ey, liebe A., worumb sagt ihr 'mit u., die füsze'? dasz sagen nur die bürgersleute El. Charl. v. Orleans
br. 2, 480; 3, 92; 3, 95; man sagt hier (
in Frankreich) nicht 'mit u. zu sprechen', um eine ventousse (
e. schröpfkopf) zu ziehen, das ist ja nichts unsauberes 3, 189;
beim schwitzen, zahnziehen 336; 514; und weil sie gewohnt war, des abends, mit u. zu sagen, zuweilen zu mir in den garten auf ein wenig schäckerey zu kommen Gottschedin
sammlung v. schauspielen (1764
ff.) 5, 92.
bei unanständigen kraftausdrücken (
vgl. oben ein u. nehmen): der sitzet, mit u., im dreck Luther 32, 325
W.; es möcht eynn, mit u., die stranguria bestehen uber den groben narrenköpfen 10, 2, 242
W.; er musz, mit u. zu reden, noch wol einem jeden den hindern wisschen 28, 518
W.; mit genitiv construiert: wie aber der wirdige herr
M. aufsteht, mit u. der lieben stuben, das wasser abzuschlahen Lindener
katzipori 87
L.; sie (
die nase) hengt dir mitten im angsicht ..., mit urlab vor den wirt und gesten ..., gleich wie ein scheiszhaus an der festen H. Sachs 14, 68, 8
G.; Götz v. Berlichingen
lebensbeschr. 108
B.; an dem ort ..., so man mit u. nennet
Ch. Sorel v. d. leben des Francion (1662) 218; als wenn er, mit urlaub geredt, in seinm podex quecksilber hätt Brandenburg
bei Weichmann
poesie d. Niedersachsen 5, 331;
spottend: gott hat mir einen andern, und aus eim alten ein neuen feind erweckt, nemlich den theuren und, mit u. zu reden, ehrwirdigen vater mag. Jacob Hostraten Luther 1, 61
Jena; hiebey merck ..., was das müssen für leut sein, so sich, mit u., evangelisch nennen Nas
eins u. hundert 2, 160
a.
ohne u.: an u. des chönigs Schiltberger
reiseb. 17
lit. ver.; one alles urloub und erloubung von der statt Richental
Konstanzer concil 89
lit. ver.; '
ohne vollmacht und berechtigung': das wir Jhesum, dissen man, an urlaub hyetten ertöttet
passionssp. a. Tirol 70
Wackernell; darumb solten sie auch keyn gesetz noch gepott uber andere legen on derselben willen und u. (
zustimmung) Luther 11, 271
W.; ohne des reichs wissen, gunst, u. und willen B. Ph. v. Chemnitz
Hipp. a Lapide dissertatio de ratione status in imperio Rom.-Germanico 134; kommt uns ohn urláub nicht wieder zu gesichte v. Haugwitz (1684)
nationallit. 36, 411, 426. A@1@dd)
verbale verbindungen. u.
begehren, bitten, fordern: weyter ... sind sy zum kunig gangen ..., u. in ir vatterland zeziehen begärt
Züricher bibel (1531) 3
Makkab. V.; ich meine, dasz sie (
d. störche) u. bitten, von uns wegzuziehen Prätorius
winterquartier 34; hir fordert man kein u., umb von füsz zu sprechen El. Charl. v. Orleans
br. 3, 91
H.; kriegen: wo aber Sathan under dieselbigen kompt und von gott u. und das verhengen kriegt, die frommen kinder gottes zu versuchen
theatr. diabol. (1569) 4 j
a;
nehmen: ich musz doch u. nemen, grob und deutlich zu reden Luther 10, 1, 1, 155
W.; '
sich entschuldigen' Lindener
katzipori 121
L.; geben: die künigin yederman ein klein schleflein ze tun u. gabe Arigo
decam. 164
K.; Luther 10, 1, 1, 646
W.; 15, 34
W.; 6, 213
W.; warum beschuldigest du nicht Paulum ebenso, weil er nicht wie die andern sich vom evangelio nehren wolte, dazu ihm doch Christus u. gegeben hatte? A. H. Francke
fest- u. aposteltagspredigten (1746) 1, 636;
finden: und ward ir (
der spinne) da kein statt vergunt, da sie urlaub zu bawen fundt B. Waldis
Esopus 1, 209
K.; haben: mein u. habt ze reiten Arigo
decam. 593, 36
K.; alszo ... mag yderman sicher lygen und betriegen, alleyn das er des bapsts gewalt und u. datzu hat Luther 8, 543
W.; 12, 238
W.; erst müssen wir zu gott flehen und seinen u. haben, dann können wir sanft streiten br. Grimm
d. sagen (1891) 2, 79;
nach alter quelle Ranke
s. w. 25, 92. A@22)
erlaubnis, ein dienstverhältnis oder eine bestimmte ordnung zu verlassen, beurlaubung; in n. spr. von abschied unterschieden: um aus dem u. einen abschied zu machen Fontane I 1, 84. A@2@aa)
allgemein: magst du bewerlich hoffen, dein byschoff gebe dir urlob zu solichem auszgang, so bit in darumb Eberlin v. Günzburg 1, 31
ndr.; vermeint, der meister sölt mier urloub geben Th. Platter 53
B.; da er ein jar lang seines ampts fein abwartet, hat er sein u. begeret Mathesius
Sarepta (1571) 135
b; den weisen ... gibt man u., und den ungeschickten grosze besoldung Grimmelshausen
Simplic. 458
Kögel; wenn die generalrevüe vorbei ist ..., so erhalten sehr viele der landskinder den sogenannten u. oder erlaubnisz, nach hause zu gehn (
vgl.c) Fr. Ulrich
bemerkungen eines reisenden (1779) 1, 334; ich erhielt u. nach hause zurückzukehren Göthe 33, 324
W.; L. hat u. für heut abend 25, 255
W.; Dalberg war abwesend, einige spieler in u. Schiller
br. 1, 145
J.; Grillparzer 7, 117
S.; dennoch sehe ich, dasz mein herr mir ehrlichen u. gibt und mich als freien entsendet G. Freytag 9, 74. '
wenn sich der schüler auf kurze zeit aus der lehrstunde entfernen will, so bittet er den lehrer um u.' Adelung; '
aber auch in dieser bed. ist es nicht überall in D. gebräuchlich' Krünitz 202, 286;
heute veraltet. uneigentlich: er hat gentzlich nichts mehr zu beiszen, weder zu essen noch zu schleiszen, hat koch und kelner urlaub geben Eyering 2, 258; Harsdörfer
gesprächsp. 1, l 1
b;
im scherz: ich habe u. (
vgl.B) von meiner schönen genommen Krünitz 202, 288; o Hofer, mein Hofer, sei unser patron, leg für uns a bitt ein im himmlischen thron! komm zu uns auf urlaub und hilf uns im streit! (
vgl. c) Brentano 2, 30. A@2@bb)
ferien, schulfreiheit; feriae u.
nomenclator hamburg. (1634) 286;
gerichtsferien Staub-Tobler 3, 960;
vacantie nl. wb. 11, 126, 2
b: wen man dan in der schuol als am donstag und samsztag urlob hatt, gieng ich zum frowenminster Th. Platter 38
B. frühlings-, herbst-, hundstags-, ernteurlaub; urlaubtag, urlaubszeit Staub-Tobler 3, 959
f.; Fischer 6, 299.
auch für ferienaufgaben Staub-Tobler 960.
nicht mehr schriftsprachlich, doch ähnlich: ich geniesze nun in meinem haus den völligsten u. Göthe IV 11, 85
W.; vgl. IV 8, 357
W. A@2@cc)
zeitweilige entbindung vom dienst in militärischen dienstverhältnissen und denen der beamten und angestellten; fast die einzige heute recht gebräuchliche bed. von u.,
zu unterscheiden von B 2. orlof geven
commeatum dare mnl. wb. 5, 1991.
älter urlauben 5: haben sie (
offiziere) aber zu einer nothwendigen reise erlaubnisz bekommen, so dürfen sie doch nicht über die gesetzte zeit des urlaubs auszenbleiben v. Fleming
soldat (1726) 117; stellet sich einer nach geendigtem u. bey der compagnie wieder ein, so ... 154; den burschen soll bei spieszruthenstrafe verboten sein, aus den zügen zu gehen, ohne u. (
erlaubnis auszutreten) von den officiers zu nehmen. wenn ein bursche aus seinem zuge u. nimmt, musz ...
befehl Friedrichs II. v. Preuszen über die ordnung auf märschen (1740),
kriege Friedrichs d. gr. 1,
anlage 12 (
heute nicht mehr gebräuchlich); er war so wenig bei sich selbst, dasz er sich eiligst aus der garnison ohne u. entfernte Göthe 24, 325
W.; deinem vater schrieb ich kürzlich durch einen soldaten, der in u. gieng Schubart
br. 2, 179
Str.; aus dem u. zurückkehren Hebel 2, 249
B., u. erhalten Bauernfeld 4, 28, nehmen Fontane I 6, 85, ertheilen, kürzen, verweigern, verlängern, der u. geht zu ende, läuft ab
u. dgl.; als er wiederkam zum ersten u. Polenz
Büttnerbauer 1, 4. auf u.: der garnison, von der die meisten soldaten sich auf u. zerstreut hatten Niebuhr
röm. gesch. 2, 243; einen officier, der sich unter uns auf u. befand Göthe 27, 146
W.; er war auf u. Auerbach
dorfgesch. 1, 219; 1821 reiste er ... auf u. nach B. Moltke 1, 16; jährlich wurden ... eine grosze anzahl soldaten auf u. entlassen Mommsen
röm. gesch. 3
2, 314; auf u. befindliche soldaten;
aus d. soldatenspr. dauernd u.
statt dauernd untauglich, das u. ist das schönste laub
mittheil. d. schles. ges. f. volksk. 26, 140; fleisch ist auf u.
es giebt heute kein fl.; wie denn überhaupt meine fünf sinne auf u. gingen, ich war fertig Gaudy 2, 109. urlaub
der seeleute, an land zu gehen, leave of absence, congé Hoyer-Kreuter 1, 796.
bei dienstverhältnissen der beamten und angestellten ('
nicht so üblich als beim militair' Krünitz 202, 287.
nicht bei Ad.,
heute wieder allgemein): mein urlaub geht zu ende. fehlt ich jetzt, so fehlt ich sehr und könnte leicht des königs und meiner obern gunst verscherzen Göthe 11, 205 (
Claudine 128;
vgl. 160); (
ich) hoffe diesen urlaub nun durch dich
Tasso 2605; doch ich konnte so lange nicht abwesend sein, weil ich ohne u. oder auf puff hinübergeritten war J. G. Forster
an Sömmerring 9; als ich ihm nach Berlin den kurzen u. gegeben Göthe IV 20, 164
W.; verlängerten u. erbitten IV 28, 58
W.; Th. ..., der mit gnädigstem u. seines landesherrn sich ... bei uns aufhält 40, 3
W.; Schiller 14, 222
G.; sein u. war längst abgelaufen O. Jahn
Mozart 1, 63; ein u. auf unbestimmte zeit Stifter 3, 365; im u., auf u. Kuszmaul
jugenderinn. 304
2; H. v. Bülow
br. u. schr. 5, 152; 5, 222;
hwb. d. staatswiss. 1, 3.
uneigentlich: der hund ... muszte da (
im himmel) auch u. nehmen, denn man brauchte ihn nur in hundstagen Brentano 5, 459; seine frau ... ein abgelassener satan, dem die hölle einen u. gegeben hat, um auf der oberwelt gastrollen zu spielen Bäuerle
kom. theater 4, 10.
vgl.urloup der helle
Margarethen marter (
Germania 4, 451) 396. BB.
im ausbau der grundbed. (A)
zeigte sich schon mehrfach (
vgl. bes. A 1 b
γ)
die neigung, aus der erlaubnis schlechthin die '
erlaubnis zu gehen'
zu specialisieren; wie unmerklich beide bedd. in einander übergehen können, mögen noch zwei beispiele lehren: darumb het er die zart erkorn und ein urlaub begeren thet, dasz er die königreich und stet beschawen möcht in weyter welt H. Sachs 2, 25, 23
K.; die gelehrten brüder haben u., das gelernte zu üben Treitschke
hist. u. polit. aufs. 2
5, 43.
syn. verbindungen: in wehrendem abschied- und urlaubnemmen
theatr. amoris (1626) 1, 173; o fürstin Dulcinea ..., grosz unrecht thatet ihr mir, als ihr mir abschied und u. gabt Bastel von der Sohle
don Kichote (1648) 27;
vgl. ich beurlaube sein urlaub und schicke seine abschied wider zurucke Harsdörfer
secret. 1, 305
a.
in n. spr. ist u.
von abschied
unterschieden: ich geb ihm urlaub (
er mag gehen!) und schenke ihm den abschied obendrein Hebbel 4, 95 (
Nibelungen 2, 3, 4)
W. 'Luther
scheint abscheid '
weggang'
und abschied '
urlaub' ...
willkürlich zu sondern' Jac. Grimm
th. 1, 99 (
schon von Diez
mit recht bezweifelt).
missio Kilian; Lexer 2, 2010;
mnl. wb. 5, 1989
ff. B@11)
bei weggang, trennung, entfernung, schlafengehen u. dgl. B@1@aa)
in verbalen verbindungen. u.
haben (
vgl. Lorscher bienensegen 16, 4
M.-Sch.): ir herren, ich will eur urlaub han (
ich will fort, laszt mich ziehen)
fastnachtspiele 1, 469, 14
Keller; passionssp. a. Tirol 417
Wackernell; far hin, du böszwicht ..., far hin, hab urlob (
fort mit dir!)
reform. flugschr. 1, 125
Clemen; winter! du must urlaub han
volkslieder 96
Uhland; schlegt er abr mein begeren ab. so sag im, dasz er urlaub hab, forthin mein soll gar müssig gehn H. Sachs 20, 49, 31
G.; wer die warheit sagt, der hat u. Lehmann
florileg. (1662) 2, 880; um meines buhlen willen, von der ich urlaub hab (
die mich hat gehen lassen) A. v. Arnim 21, 12
Gr. B@1@uu.
geben: ir herren, ir sollet uns urlaub geben und solt die fasnacht frolich leben
fastnachtspiele 1, 392, 21
Keller; 364, 21; 552, 9; 565, 23
K.; (
der könig ihm) in seinem abscheiden ein gnädig u. gabe Arigo
decam. 125, 8
K.; pisz die künigin zeit dauchte ze ruwen ... und allen u. gab 15, 35
K.; die küngin im ein urlaub gab, mit solchem da schied der bot ab
Teuerdank 15, 41
G.; Alsfelder passionssp. 21, 726
Gr.; des gib mir urlaub balde ausz disem finstern than
lied v. hürnen Seyfried 19
ndr.; herr Murner ... gab der messe allgemach urlaub: ite, missa est
eselkönig 377 (
vgl.urlauben 3); busze sol man nicht sparen, gebt mir urlaub und lasset mich fahren
Reinicke fuchs (1650) 206; nun gebt mir urlaub, fräulein zart! Erlach
volksl. der Deutschen 1, 129; was führ ich denn fürn trauriges leben dasz mir mein schatz hat urlaub gegeben? Mittler
volksl. 571; frau Venus, meine schöne frau, leb wohl, mein holdes leben! ich will nicht länger bleiben bei dir, du sollst mir urlaub geben H. Heine 1, 245
E. (Uhland
volksl. 297, 10). B@1@uu.
nehmen: an dem letzten die geladen u. namen Arigo
decam. 109, 33
K.; alsz wir ... von einander wider u. namen (
uns trennten) Rauwolff 18; die Israeliten, da sie u. nemen (
ausziehen) wollten von den Egyptiern Fischart
bienenkorb 52
a;
spöttisch Opitz
poemata 245
ndr.; die bergknappen ..., bevor sie sich in die tiefe hinunterlassen, pflegen sie von weib und kindern u. zu nehmen Abr. a
s. Clara
etwas für alle (1699) 1, 278; Herder 25, 236
S.; sie umarmte mich, doch erst als ich den urlaub schon genommen Schiller 12, 98
G. (
Piccolomini 2, 2); 5, 83
G.; 12, 447
G.; 13, 25
G.; Gries
ras. Roland 2, 78; R. mit stab und tasche nimmt u. Jac. Grimm
Reinhart fuchs cxxvii; Rückert 9, 44; ich schrei mit heller stimm: von euch ich urlaub nimm, ja urlaub nimm! Mittler
volksl. 888.
auffallend ist die verb.: gesell,
wisz urlaub, saumb dich nit Forster
fr. t. liedlein 17
ndr. B@1@uu.
begehren: B. Krüger
anfang u. ende der welt (1580) f 4
b; Gries
ras. Roland 1, 225; urlaub sofort begehrte der ritter wohlgemuth Uhland
ged. 1, 395
Schm. B@1@uu.
vergönnen, empfangen u. dgl. (
Amadis 1, 36
K.; Gries
verliebter Roland 4, 220). B@1@bb)
seltener sind hier präpositionsverbindungen. mit u.: rüst er sich, das er schied zuhandt mit urlaub von seim ehgesellen Scheit
heimfart 519
Str. ohne u.: sondern zog ohne u. davon
volksb. v. gehörnten Siegfried 62
ndr. B@1@cc)
absolut, das scheiden, fortgehen: sein urlaub thut mir bringen pein
Forsters frische t. liedlein 133
ndr.; so singet man inen ein liedlein vom urlaub und heiszet sie den stab forder setzen
M. Christophorus Irenäus
warnung u. ursachen (1569) b 1
b.
concret scheidegrusz (
vgl. nl. oorlof
adieu, vaarwel): dann sang er den scheidenden urlaub nach Denis
lieder Sineds (1772) 281; zum schlusz ... wird ein urlaub oder gesegenreim gesprochen Gervinus
gesch. d. d. dicht. 2, 338. B@22)
das scheiden aus einem bestimmten dienst- oder rechtsverhältnis, einem verhältnis der treue, pflicht u. dgl.; zu trennen von vorübergehender dienstbefreiung oder beurlaubung (A 2 c),
heute von verabschiedung nicht mehr gebraucht. exautorare urlob geben in dem krieg oder der kriegschaft berauben Diefenbach
gl. 214
b;
exauctoro ich geb urlaub,
de militibus dicitur ... caussarii milites, den man erlaubt um redlicher ursach willen Alberus (1540) 24
a; u. geben, abdanken Schöpper (1550) h 5
a;
missio urlaub des kriegsvolks Orsäus (1623) 124: u. nehmen
das bürgerrecht aufgeben (
stadtrecht von Hof 1436)
zs. f. rechtsgesch. 32, 155; item so ein hauszgenosz u. nehmen will
weisth. 6, 96;
einer frau u. geben,
sich von ihr scheiden Ehr. Grosz
Grisardis (
zs. f. d. alt. 29) 384;
entlassung von hauptleuten (1544) Staub-Tobler 3, 959; Christus ... gibt im (
dem haushälter) u. (
entläszt ihn) Luther 17, 1, 373
W.; weisz nicht, wie ich mich hab vergient, das mir mein junkherr urlaub gab H. Sachs 9, 18, 35
K.; 21, 76, 15
G.; der herr der ist uns gestorben, darumb ist uns urloub worden
schweizer. schauspiele d. 16. jh. 1, 44
B.; wer auf u. dient (
in der absicht, den dienst bald wieder zu verlassen), der thut seinem herrn kein gut mehr Petri E ee 2
a;
nach Montanus 208: der könig, als er sahe alle seine diener um eines mannes willen u. nehmen, ein traurigerer mann er nie ward
kinder- u. hausm. (1812) 1, 78. B@33)
übertragungen, soweit sie nicht schon gelegentlich berücksichtigt werden konnten. B@3@aa)
da die förmlichkeit des abschiednehmens im volks- und gesellschaftsleben alter zeit eine grosze rolle spielte, sind ausdrücke entstanden, in denen die unerläszlichkeit regelrechter verabschiedung betont und die verletzung dieser anstandspflicht gerügt wird. so bes. hinter der thür u. nehmen (haben) '
sich ohne rechte verabschiedung entfernen, sich heimlich auf und davon, aus dem staube machen'
u. ä.; th. 11, 1, 460;
vgl. und rait also hynweg ungesegnet on alles urlob
Fortunatus (1509) 100
ndr.; postico discedere hinder der thür u. nemmen Tappius
adag. centuriae septem (1545) G g
β; er nimpt hinter der thür u. Eyering 2, 416; Körte 430;
vgl. mit der thür u. geben Fischer 6, 300; im daubenhausz u. nehmen
insalutato aliquo (
hospite)
discedere Dentzler (1716) 339
a; Aler 2, 2131
b; u. von der klinke nehmen Wurm
d. wb. 63
b; a hot pultscha u. genumma Rother
schles. sprichw. 155
b; polnischen, französischen u. nehmen; vor der stubthür u. nehmen H. Sachs 17, 239, 6
G.; sich französisch empfehlen
u. dgl.: landgraf nam u. hinder der thür, ritt selb dritt ausz der statt G. Widman
chron. 246
Kolb; wenn du siech bist und förchtest ze sterben, so gib der welt urlob (
s.b), ee das sie dir urlob geb; nim urlob hinder der thür, als die hoffertigen megt und knecht thuon, wenn sie merken, das man inen wil urlob geben, so nemen sie vor urlob, sy wöllent die schuld nit haben, das man sprech: man hat dir urlob geben, sie sprechent: ich wolt nit mer an dem dienst sein darumb und darumb Keisersberg
brösamlin 2, 71
c; da namen die bemelten zween hinder der thür u. Stumpf
Schweizerchron. 757
a; sunst hat er nit lang platz im haus, muosz urlaub han zuor thüre aus Montanus 454, 23
B.; sie seind all beid auf und davon, hinder der thür das urlaub hon J. Ayrer
opus theatr. (1618) 216
a; diesen verlust ihrer schönheit erdultete sie mit groszer gedult, ob sie wol sahe, dasz ihre liebhaber u. hinter der thür nahmen und sich anderweit versahen Harsdörfer
schaupl. lust. u. lehrr. gesch. 1, 230; der fünfte gradus war das u. unter thür Abele
unordnung 3, 62; (
Jacob ist) von dem Laban nit gar mit guten augen angesehen worden, darum er hinter der thür u. genommen Abr. a
s. Clara
s. w. (1831
ff.) 19, 242; sobald aber der rauhe winter anklopfet, alsdann nehmen sie (
d. schwalben) u. hinter der thür und verlassen nichts als ein beschmitztes nest 19, 170; Adelung, Campe, Krünitz
kennen den ausdruck noch als redensart des gemeinen lebens. B@3@bb)
wie bei abschied
in verbindung mit nichtpersönlichen bestimmungen; u. geben
in der bed. etwas aufgeben, auf etwas verzichten, etwas fahren oder beiseite lassen u. dgl. B@3@b@aα)
mit der person ist zugleich sachliches mitbezeichnet: zum letzten gibt er ein ... letztrunk, das er nicht hat mher wollen trinken auf erden et sic u. geben dem alten pascha Luther 29, 221
W.; dem faulen esel u. geben Scheit
Grobianus 2375
ndr.; den musen ewiges u. geben Weckherlin 1, 295
F.; wir werden dem authori allhie mit seiner fabel u. geben Jac. Böhme (1620) 6, 77; der, der andern denkt zu leben, dem bleibt von ihm selbst nicht viel, musz ihm selbsten (
dem eignen willen) urlaub geben, darf nicht wollen was er wil Logau 625
E.; P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel 3, 393
a. B@3@b@bβ)
von nichtpersönlichem allein. bes. wieder in der verb. u.
geben: der naturen, den bilden urlob geben Tauler
predigten 83, 8; 182, 7; 167, 17
V.; theologia deutsch 4
Mandel; S. Franck
paradoxa (1558) 14
a; J. Arnd
theologia 17; der scham, welt, allen weltlichen freuden u. geben Keisersberg
brösamlin 1, 42
b; 2, 17
c;
geistl. spinnerin e 5
b; Rist
himml. lieder 4, 220; dem hofleben, den werken u. g. Luther 16, 25
W.; 34, 1, 506
W.; diese worte scheiden uns fein wie sommer und winter, und gibt einer dem andern kurtzumb u. (
das eine schlieszt das andere aus, sie scheiden sich grundsätzlich) 33, 590
W.; allen sünden u. g. H. Sachs 15, 377, 41
G.; der vernunft, holdschaft, tugend Frisius 392
b; 827
a; 887
b; dem tisch (
das mahl beschlieszen)
b. d. liebe (1587) 203
d, der furcht Birken
lorbeerhayn 94, eurem unmute Butschky
kanzlei 895, der sterblichkeit Stranitzky
ollapatrida 174
W. ndr. einer in der kirchen gemachten neuerung wieder u. g. A. H. Francke
sonnfest- und aposteltagspredigten (1746) 1, 634.
von thieren: wann die dohlen in groszer menge den wäldern u. geben (
sie verlassen) Hohberg
georg. 3 (1715) 95
a. B@3@uu.
nehmen mit inf.-satz: und darumb nympt er urlob (
verzichtet er darauf), glympflich der lügen und unwarheit bystand ze tuonde
Terenz (1499) 69
a. das schimpfen wird bald u. nen (
aufhören)
quelle (1620)
bei Staub-Tobler 3, 959.
im bilde: jetzt do Phoebus uhrlaub nimmt und mit ihren lichten reigen Luna an ihr zimmer kömt Treuer
Dädalus 5, 9; die lieb sonn, ohne u. zu nemme, setzt sich auf den reisefusz Bettine
dies b. gehört dem könig 1, 23. B@3@uu.
haben; Lexer 2, 2010: mein trauren das soll urlaub haun Hätzlerin 72; Danhauser, ir sölt urlaub han Uhland
volkslied. 763; unglaub, du solt dein u. han Dedekind
christl. ritter (1590) k 4
a; wann golt und silber urlaub hat, so kömpt das kupfer an die stat
jedermanns jammerklage (1621) e 2
b;
sprichwörtlich: hab urlob (
fort mit dir!), sack, ich hab ein bet! Murner
narrenbeschw. 77
ndr.; ficus post pisces hab u., strohsack, ich hab ein bet uberkommen! S. Franck
sprichw. (1541) 2, 34
a; (1546) 1, 42
b; Körte 447. B@3@cc)
wie abscheid, -schied (
s. d.)
vom sterben, schriftsprachlich durch abschied
verdrängt. vgl. beurlauben 2
ende (in dem nämlichen jahre beurlaubte zu S. die verwittibte frau landgräfin ... die welt Lucae
aus d. sprach- u. lit. gesch. 257).
mhd. urloubes gern (
sterben) Spervogel
minnesangs frühl. 30, 4; Lexer 2, 2010; owê des urloubs, sô er mir nû gibet!
Marienklage, fundgruben 2, 264; der letzte u. Hohberg (
s. u.), der grosze u. (er hat groszen u. genommen) Wander 4, 1496;
nl. wb. 11, 127, 3
b. B@3@uu.
nehmen: unszer son nimpt orlop von dir, das her wegk zihe (
stirbt)
Hedwiglegende (1504) a a 1
a; also fert eins hüt, das ander morn enweg, es blybt nyman hie, all, all enweg und nemen urloub hinder der thür Keisersberg
bilgerschaft (1512) c 1
c;
von einem sterbenden: hat schön von iderman u. genumen Paumgartner
briefw. 140
lit. ver.; Rauscher ... hat armselig und engstig u. genommen ... und gen höll gefaren Nas
eins u. hundert 1, 97
b; dardurch er (
Alexander) einen trunk bekam, das er von der welt urlaub nahm Eyering 1, 696; kömpt nun das unglück her und heiszt uns urlaub nehmen, wir wollen gerne gehn und uns mit nichten grämen Opitz
opera (1690) 3, 294; die (
augen) mit gebrochnem schein schon letztes urlaub nammen Hohberg
Ottobert (1664) S 3
a; mein letztes urlaub von seiner lieb ich nehm S s 5
b; an schultheiszen es (
die seuche) endtlich kam, dasz er auch seinen urlaub nam Sandrub
kurzweil 108
ndr.; von dieser welt u.
n. Abele
unordnung 1, 213; das letzte nimmersehens u.
n. 3, 101. B@3@uu.
geben dem leben, der welt (Sattler
phraseologey [1631] 334): als er nun 9 jar 18 tag gesessen was, gab er dem leben u. und verwechszlet es mit dem tod S. Franck
chron. (1531) 282
b; so ein Egipter dem leben u. gibt
weltb. 11
b; bischoff S. gab dem leben u. umb das 910. jar Christi Stumpf
Schweizerchron. 401
b; J. A. v. Brandis
landeshauptleute von Tirol 16; weil er jetzund sey noch bey leben, er werd der welt bald urlaub geben E. Alberus
fabeln 159
ndr. B@3@uu.
haben: hab urlaub, liebe welte! got gesegen dich, laub und gras! (
sagt der Pienzenauer vor seiner enthauptung)
hist. volksl. nr. 246, 18
Liliencron; hab u., du mein eigen leben
b. d. liebe (1587) 185
c.
auszerhalb solcher verbindungen: man dankt bisweilen dort (
bei d. armee) zu ganzen schaaren ab, hier musz es Clotho thun, ihr urlaub ist das grab Grob
versuchgabe (1678) 38; die aufschrift seines (
Petrarcas) urlaubes aus dem leben ... rührete mich von jeher Herder 17, 273
S. mundartlich: ainem die urlaublieder singen, '
so heiszen in Oberösterreich die lieder, welche, nachdem die leiche ins grab gesenkt ist, gesungen werden, in welchen der verstorbene redend eingeführt ist und urlaub oder abschied nimmt' Wander 4, 1496;
vgl. nl. wb. 11, 127, 3
b.
ähnlich: stirbt der reich, laufen zusammen die bürger gleich, damit sie die untergehende seel mit glücklicher (
zum f. s. laube,
f.) urlaub (
glückwünschendem abschied) begleiten J. B. Schupp (1663) 698. CC.
zusammensetzungen. C@11)
in der form eigentlicher composita. zu urlaub A 1 b
ε urlaubbrief, m.; Staub-Tobler 5, 461; Schwartzenbach (1564) 69
b;
isl. orlofs bréf: ain u. irer lehen Herberstein 230; denen einantwortungscommissaren musz das urlaub ... fürgezeigt werden, damit sie ... nie mehr schätzen und einantworten, als specialiter im u. begriffen ist Hohberg
georg. 1, 32; urlaubbrieflein Francisci
traursaal 3, 1218.
vgl. urlaubbrief
zu B 1, 2. —