Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
er
er
er- durch Abschwächung infolge von Tonlosigkeit in verbalen Zusammensetzungen, d. h. Präfixverben, vgl. ahd. ur-, ar-, ir-, er-, mhd. er-, hervorgegangen aus ahd. (mhd. nhd.) ur- (s. d.), so noch bewahrt in nominalen Zusammensetzungen (vgl. Urlaub neben erlauben). Zugrunde liegt eine germ. Präposition, erhalten in ahd. ur ‘aus’, verwandt mit aus Präp. und Adv. (s. d. Weiteres zu Herkunft und Verwandtschaft). An den alten Sinn der Präposition ‘aus, heraus’, auch ‘empor’, lassen sich noch anschließen erheben, erschöpfen, ersprießen, erwachsen. Allgemein ist dieser Sinn abgeblaßt, und er- bezeichnet vornehmlich das Geraten in einen Zustand (erröten, erwärmen, erzittern), ein Beginnen (erblühen, erglühen, erklingen), das Erzielen eines Resultats (erdrücken, ermorden, ersäufen).