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Sich

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
24 in 19 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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105

Eintrag · Campe (1807–1813)

Sich intrs, trs

Bd. 4, Sp. 422b
Sich, das rückdeutende Fürwort für die dritte Person, welches für alle Geschlechter gilt, in der Einzahl und Mehrzahl gleich bleibt und nur im dritten und vierten Falle vorhanden ist. Man bedient sich desselben, wenn von der dritten Person (oder Sache) eine Handlung gesagt wird, welche diese dritte Person (oder Sache) nicht nur selbst thut (oder die ihr zugeschrieben wird), sondern welche zugleich auch auf die Person (oder Sache) selbst zurückgehet. Er hat es sich selbst zuzuschreiben. Sie müssen sich selbst gestehen, daß Sie Unrecht haben. Ein jeder ist sich selbst der Nächste. Klagen Sie nicht mich, sondern sich selst an. »Große Seelen halten sich an den Himmel fest, und lassen die Erde unter sich fortrollen.« Dusch. Sich selbst täuschen. Sich gehen lassen, seinen Neigungen  freien Lauf lassen, ihnen nachgeben, seinen Einfällen folgen. »Rousseau hat mehr durch sein Beispiel, durch die reizende Darstellung seiner träumerischen, isolirten Idividualität, als durch seine pädagogischen Grundsätze im Emil zu diesem gemächlichen Sich=gehnlassen verführt.« Ewald. Mein Herz freuet sich. Er ist außer sich, er ist nicht bei sich, d. h. er ist sich seiner nicht gehörig bewußt, ist von Sinnen  Auch hier wird des Nachdrucks wegen selbst noch hinzugefügt. Nicht recht bei sich selbst sein. Wenn sich die Mehrzahl ist und die angedeutete Handlung  nicht bloß auf eine Person oder Sache, sondern auch auf die andern zurückgehet oder sich beziehet, so kann auch einander dafür gesetzt oder damit abgewechselt werden. Sie lieben sich wie Geschwister, wofür man auch sagen kann, sie lieben einander wie Geschwister. Gleiche und einander (oder sich) entgegengesetzte Kräfte heben sich (oder einander) auf. Sie sind sich oder einander alle gleich. Herzen, die sich für einander geschaffen fühlen. I O. D. wird für sich häufig ihm, ihr gesetzt, welches wegen leicht möglichen Mißverständnisses verwerflich ist. »Weil ein jeder ihm (sich) mehr oder weniger zutraut, als er eigentlich im (in) Vermögen hat.« Opiz. Sie trauet ihr (sich) selber nicht. Ein andrer läßt ihm (sich) nicht an einer Welt begnügen, Günther. Am häufigsten wird sich mit Aussagewörtern verbunden, wo die Handlung auf das handelnde Wesen selbst übergeleitet oder rückgedeutet wird. Die bloße Fügung mit sich macht diese Aussagewörter noch nicht zu einer eignen Klasse, welche von den überleitenden unterschieden werden müßten, weil die meisten überleitenden Wörter mit sich gefügt werden können. Sich stechen, sich nennen, sich wärmen  Wenn aber die mit sich gefügten Aussagewörter dem Sinn und Wesen nach unüberleitend, auch im Fall die Erklärung von den überleitenden hergenommen zu gesucht und weit hergeholt sein sollte, oder wenn sie zuständlich sind, so werden sie, wie es scheint, mit Recht zu einer eignen Klasse von Aussagewörtern gemacht und in der Erklärung von den übrigen unterschieden. Dergleichen sind: sich schleichen, wo man schleichen als intrs. betrachtet, weil die Erklärung von einem trs. schleichen zu weit hergeholt sein würde: sich entfärben, sich schämen, sich scheuen  Als in der Mitte stehend kann man Wörter betrachten wie: sich betrüben, sich freuen, sich hüten, sich grämen, sich irren , welche als uneigentlich und rückdeutend gebrauchte überleitende Aussagewörter betrachtet und erklärt werden können, sich selbst gleichsam betrüben, betrübt machen, sich selbst Freude machen, sich selbst Gram verursachen  Weil aber hier keine wirkliche und absichtliche Thätlichkeit Statt findet, und niemand bei sich betrüben, sich freuen  an eine eigene Handlung, durch welche die Zustände, die jene Wörter bezeichnen, verursacht wären, denkt, so kann man füglich auch Wörter dieser Art von den eigentlich überleitenden trennen und ihnen in der Erklärung in einem Wörterbuche auch eine eigne Abtheilung einräumen. Zuweilen gebraucht man auch im gemeinen Leben und in der vertraulichen Schreibart Au sagewörter rückdeutend und drittpersönlich zugleich, welche außer diesen Fällen keins von beiden sind; z. B. hier sitzt sichs gut und bequem, hier kann man gut, bequem sitzen; bei vollem Magen arbeitet sichs nicht gut, kann man nicht gut arbeiten. Wohl versteht sichs. Doch darf dies nicht übertrieben und zu Unsinn werden, z. B. dagegen ist mit dürren Worten sich erklärt worden, für, dagegen hat man sich mit dürren Worten erkläret.
4341 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SICHpräfix.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    SICH präfix. vor ein. s. sichein, sihein, wofür auch sohein Iw. in hs. A 1608 u. öfter. ahd. auch vor wer und welich. Gr…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sichRefl.-Pron.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sich , Refl.-Pron. Vw.: s. sik (1) L.: MndHwb 3, 223 (sich)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Sich , das zurück kehrende Fürwort der dritten Person, welches nur in der dritten und vierten Endung vorhanden ist, und …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sich

    Goethe-Wörterbuch

    sich ReflPron der 3.Pers Sg/Pl (Dat od Akk); vereinzelt (bes in der Anredeform) Großschr, mehrf ‘sichs’ (Zusammenziehung…

  5. modern
    Dialekt
    sich

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    sich , si ch [sì S.; sìχ, siχ, seχ, verkürzt in unbetonter Stellung zu si allg. ] Pron. refl. 1. im Gebrauch i. a. wie …

  6. Spezial
    sich

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    sich [ṣich] m. 1 Stücklein n., Spur f., Schuss m., Schimmer m. , Funke m., Hauch m., Aura f., ein ganz kleines bisschen,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sich

699 Bildungen · 507 Erstglied · 186 Zweitglied · 6 Ableitungen

sich‑ als Erstglied (30 von 507)

SICHAEVS

Hederich

SICHAEVS , i, Gr . Συχαῖος, s . Συγχαῖος, ου, welcher mit seinem eigentlichen Namen Sicharbas geheissen, der Poet aber, des bessern Wohlklan…

sichanschauung

DWB

sich·anschauung

sichanschauung , f. bildet Fichte, ebenso sichbestimmung, sichconcentration, sichdarstellung, sichoffenbarung.

Sichdarstellung

Campe

sich·darstellung

♁ Die Sichdarstellung , Mz . u. die Darstellung seiner selbst, die Art wie sich etwas darstellet. »Da das unendliche Fortschreiten des zweit…

Sichdichfür

Wander

Sichdichfür Sichdichfür und Traunicht sind Nachbarn. Wortspiel mit den Namen zweier im saganer Kreise liegenden Ortschaften. (Vgl. Niedersch…

sich eine pfeife stopfen

DWB

sich eine pfeife stopfen als behagliches geschäft des rauchers: ich stopfte ihm und mir eine pfeife, und wir tranken coffee Miller briefwech…

sichel

DWB

sic·hel

sichel , f. , mhd. sichel mhd. wörterb. 2, 2, 234 a . Lexer mhd. handwörterb. 2, 901 , ahd. sihhila Graff 6, 89 ; ags. sicol, m., engl. sick…

Sichelbein

SHW

Sichel-bein Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelfeder

SHW

Sichel-feder Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelgriff

SHW

Sichel-griff Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelheft

SHW

Sichel-heft Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelhenke

SHW

Sichel-henke Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelkraut

SHW

Sichel-kraut Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelstiel

SHW

Sichel-stiel Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelwerg

SHW

Sichel-werg Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelwetz

SHW

Sichel-wetz Band 5, Spalte 1011-1012

Sichelwiese

SHW

Sichel-wiese Band 5, Spalte 1013-1014

sichelbein

DWB

sichel·bein

sichelbein , n. krummes bein Campe ; ebenda sichelfusz. auch ein krummbeiniger; hierzu sichelbeinig, adj.

Sichelbier

DRW

sichel·bier

Sichelbier, n. Bierreichnis nach Abschluss der Ernte bdv.: Erntebier, Sichelmiete der pfarher soll nicht mehr als eine thonne bier, wiewol e…

sich als Zweitglied (30 von 186)

bevinsich

KöblerMnd

*bevinsich , Adj. nhd. heuchlerisch, scheinheilig Hw.: s. bevinsichhēt E.: s. bevinsen

cūriōsich

KöblerMnd

*cūriōsich , Adj. nhd. wissbegierig, neugierig Hw.: s. cūriōs, cūriōsichhēt E.: s. cūriōs, ich (2)

dwēsich

KöblerAfries

*dwēsich , Adj. nhd. töricht ne. foolish Hw.: s. dwēsichêd E.: s. *dwēs, *-ich L.: AA 172

forsich

KöblerMnd

*forsich , Adj. nhd. forsch, kühn, verwegen Hw.: s. forsichhēt, fors (1) E.: s. fors (1), ich (2)

gewissich

KöblerMnd

*gewissich , Adj. nhd. sicher, gewiss, fest Hw.: s. gewissichhēt E.: s. gewis, ich (2)

hertelōsich

KöblerMnd

*hertelōsich , Adj. nhd. herzlos? Hw.: s. hertelōsichheit E.: s. hertelōs, ich

hūsich

KöblerMnd

*hūsich , Adj. nhd. häusig Vw.: s. ūt- E.: s. hūs, ich (2)

kraftlōsich

KöblerMnd

*kraftlōsich , Adj. nhd. kraftlos, ohne Rechtskraft seiend, nichtig, ungültig Hw.: s. kraftlōsichhēt, kraftlōs E.: s. kraftlōs, ich (2)

krūsich

KöblerMnd

*krūsich , Adj. nhd. kraus Hw.: s. krūsichhēt E.: s. krūs, ich (2)

nasich

KöblerMnd

*nasich , Adj. nhd. nasig Vw.: s. lanc- Hw.: s. nēsich E.: s. nēse, ich

nēsich

KöblerMnd

*nēsich , Adj. nhd. „nasig“ Vw.: s. lanc-, slach-, slacht-, under-* Hw.: s. nasich E.: s. nēse (1), ich (2)

pessich

KöblerMnd

*pessich , Adj. nhd. ? Vw.: s. ēgen-, ēn- E.: ?, ich (2)

vinsich

KöblerMnd

*vinsich , Adj. nhd. heuchelnd, heuchlerisch Vw.: s. ge- Hw.: s. vinsichhēt E.: s. vinsen, ich

vlēsich

KöblerMnd

*vlēsich , Adj. nhd. schmeichlerisch, heuchlerisch Hw.: s. vlēsichhēt E.: s. vlēsen, ich (2)

vörwārlōsich

KöblerMnd

*vörwārlōsich , Adj. nhd. nachlässig, verwahrlost Hw.: s. vörwārlōsichhēt E.: s. vörwārlōsen, ich (2) W.: s. nhd. (ält.) verwahrlosig, Adj.,…

vürsich

KöblerMhd

*vürsich , Adv. Vw.: s. al- E.: Herkunft ungeklärt?

vēsich

KöblerMnd

*vēsich , Adj. nhd. wertvoll? Vw.: s. under- E.: Herkunft ungeklärt?

wissich

KöblerAfries

*wissich , Adj. nhd. gewiss ne. certain Hw.: s. wissichêd E.: s. wiss, *-ich

wārlōsich

KöblerMnd

*wārlōsich , Adj. nhd. verwahrlost Vw.: s. vör- Hw.: s. wārlōsichhēt E.: s. wārlōsen, ich (2)

wēsich

KöblerMnd

*wēsich , Adj.? nhd. seiend Vw.: s. gelīk- E.: s. wēsen (1), ich (2)

wīsich

KöblerMnd

*wīs·ich

*wīsich , Adj. nhd. weise Vw.: s. af- E.: s. wīs (1), ich (2)

ūthūsich

KöblerMnd

*ūthūsich , Adj. nhd. aushäusig Hw.: s. ūthūsichhēt E.: s. ūt..., hūsich W.: s. nhd. (ält.) aushäusig, Adj., aushäusig, DW 1, 883?

afstutsich

KöblerMnd

afstutsich , Adj. nhd. widerspenstig E.: s. af, stutsich? L.: MndHwb 1, 43 (afstützich) Son.: jünger

afwîsich

MNWB

afwîsich , adj. , töricht.

afwīsich

KöblerMnd

afwīsich , Adj. nhd. töricht Hw.: s. awise; vgl. mhd. abewīsic (1) E.: s. af, wīsich W.: s. nhd. (ält.) abweisig, Adj., abweisig, verirrt, D…

alvürsich

KöblerMhd

alvürsich , Adv. nhd. „ganz für sich“ Q.: RWchr (um 1254) (FB alvürsich) E.: s. al, vürsich W.: nhd. DW2- L.: FB 12a (*alvürsich)

âwîsich

MNWB

awis·ich

âwîsich , adj. , 1. unsinnig, töricht, närrisch . 2. mißtönend, absonus.

bedderēsich

KöblerMnd

bedderēsich , Adj. nhd. bettlägerig Hw.: s. bedderēsk; vgl. mhd. betterisic E.: s. bedderēse, ich (2) W.: s. nhd. (ält.) bettriesig, Adj., b…

bersich

DWB

bers·ich

bersich , m. perca: grundeln, bersich, groppen nach der reien. Wickrams irr. bilg. 16 ; darzu solt du nemen einen bersich. von guter speise …

Ableitungen von sich (6 von 6)

bēsich

MNWB

+ bēsich , adj. , beschäftigt (ndl.).

entsich

KöblerMnd

entsich , F. Vw.: s. entsicht

siche

DWB

siche , siedge , f. ein leitungsgraben ( Oldenburg ). Jacobsson 7, 344 b .

versich

DWB

versich , mit schwankender form ( versig, versilg, versing, versitz, versiltz ), zusammengesetzt versichdorn ( dann auch versichbeere für di…

versichlich

KöblerMhd

versichlich , Adj. nhd. „sichtbar“ Hw.: s. versichlichkeit