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berufen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

berufen

Bd. 1, Sp. 1531
berufen , vocare, convocare, schwankt, wie abrufen, anrufen, aufrufen, ausrufen, zwischen starker und schwacher flexion, worüber bei dem einfachen rufen mehr gesagt werden soll. Keisersberg, Steinhöwel, Plater, Fischart, von neueren Lessing ziehen das praet. berufte vor, Luther aber, dem die mehrzahl folgt, berief. 11) berufen, zusammen berufen: Jacob berief seine söne. 1 Mos. 49, 1; mache dir zwo drometen, das du ir brauchest die gemeine zu berufen. 4 Mos. 10, 2; berief er das ganz Israel. Jos. 23, 2; beriefen sie alle, die zur rüstung alt gnug und drüber waren. 2n. 3, 21; da berief Herodes die weisen heimlich. Matth. 2, 7; und er berief die zwölfe (goth. athaihait). Marc. 6, 7; mit trummeten, hörbauken und hörnern berufen sie die iren zur kirchen. Frank weltb. 226a; do beruft ich alle mine lantzlüt zamen. Tho. Plater 41; beruften sie wider die fliegend herd der scharpschröter. Garg. 147b; schon durchwallt die frohen haine die berufne menschenschar. Bürger 114a; die stände sollen jährlich berufen werden. 22) einzelne berufen, advocare, citare, arcessere, herzurufen, holen lassen, einladen, besenden: sihe, ich hab mit namen berufen Bezaleel. 2 Mos. 31, 2. 35, 30; denn viel sind berufen, aber wenig sind auserwehlet. Matth. 20, 16; ein ieglicher bleibe in dem beruf, darinnen er berufen ist. 1 Cor. 7, 20; bist du ein knecht berufen, sorge dir nicht. 7, 21; ir aber, lieben brüder, seid zur freiheit berufen. Gal. 5, 13; sonderlich aber, so sie mich mit namen in dem andern zeddel nennen und berufen. Luther 3, 113b; Ireneus spricht, das brot sei nicht schlecht gemein brot, nach dem es von gott genennet oder berufen ist, sondern eucharistia. 3, 371; sie beruoften Moysen darzuo. Keisersb. sünden des munds 30b; und ward bald ein rat besamlet und beruoften Xanthum. Steinhöwel Esop 18; zwar brüft sie mich wider zu haus, dasz ich sol wider zu ihr gan. H. Sachs V, 213c; dich beides zu berufen und zu erforderen. Garg. 210a; und wie ihn ganz barmherzig du berufest in dein reich und ruh. Weckherlin 316; ist er ohngeladen hingegangen und zu dem panquet berufen worden. Schuppius 770; den hanen, der mich so oft aus dem schlaf erweckt und zu den bücheren berufen hat. 773; sein abt, dem, sonder ihn, auch nicht sein mundwein schmeckte, berief den besten arzt, dem er die noth entdeckte. Hagedorn 2, 97; liebevoll von ihr berufen huldigt alles seiner pflicht. Bürger 2a; was für ein glücklicher gedanke, mein vater, mich nach Aulis zu berufen! Schiller 221b; (das sanftere geschlecht) das nicht berufen ist zum blutgen werk der waffen. 470b; geister berufen und am stein der weisen arbeiten. 31, 232; vorauszusehn war es, dasz man mich, wenn madame de [] Stael nach Weimar käme, dahin berufen würde. an Schiller 900. 33) im gerichtsgebrauch hiesz berufen nicht nur vorladen, citare, z. b. den geladenen mit neuer ladung berufen. kammerger. ordn. von 1523 6, 2, sondern auch appellare: so sage ich Martinus Luther genant, für euch, herr notarie, als für einer öffentlichen glaubwürdigen personen, neben disen gegenwertigen zeugen, willens und fürnemens zu appellieren und berufen. Luther 1, 351b; und dasz von dieser auslegung kein appellation noch weiters hin berufen gelten sollen. bienenk. 13b; auf ein höheres gericht berufen. s. sich berufen. 44) berufen, beschreien, incantare, unzeitig, voreilig nennen, besprechen (vgl.unberufen), oft aber nur im milden sinne des zur rede stellens, tadelns: einem sein glück berufen oder beschreien. Agricola spr. no 535; und dasz kein böses maul uns nicht berufen müsse, im fall es überschlägt die grosze zahl der küsse. Opitz 2, 460; hingegen waren theils bauren so gar gottlos, dasz sie sich auch darum bekümmerten andere leute, oder auch wol ihre herren selbst unterm schein der einfalt zu berufen. Simpl. 1, 89; solche säuglinge (die man erst entwöhnt und hernach wieder an die brust anlegt) sollen bei ihrer erwachsung .. an ihnen haben, dasz sie andere menschen, ihnen unwissend, berufen oder beschreien. med. maulaffe 446. 447; dasz ich mir ein vor meinem nächsten geburtstag zu erreichendes ziel vorgesteckt habe, das ich nicht voreilig berufen will. Göthe an Zelter 801; wir wollen den grafen nicht berufen, sonst müst ich sagen, er führt sich recht gut auf. an fr. von Stein 2, 38. öfter bei ihm für zur rede setzen, darauf anreden, tadeln: als er zu den frauen ins versammlungszimmer kam, beriefen sie ihn einstimmig, dasz nichts recht sitze, der schöne federbusch sei verschoben. 19, 202; so fiel dem zartempfindenden mienenkenner eine so geringe zustimmung bei der sache, die ihm höchst wichtig schien, dergestalt auf, dasz er nicht unterlassen konnte, seine freunde deshalb zu berufen. 23, 35; ich ward oft freundlich, oft auch spöttisch über eine gewisse würde berufen, die ich mir herausnahm. 24, 101; Kleist hatte gegen diejenigen, welche ihn wegen seiner öfteren einsamen spaziergänge beriefen, scherzhaft, geistreich und wahrhaft geantwortet, er sei dabei nicht müszig, er gehe auf die bilderjagd. 25, 101; nach einiger zeit bracht ich eine flasche hervor, wegen der mich meine nachbarn beriefen. 30, 66; bald wegen geist und witz beruft dich weit Europens mund, bald wegen albernheit. 13, 136; du verachtest den armen, er lehne sich überall nieder, schöne königin, wol lieg ich bald hier und bald dort. aber fändest du ihn erwachend einst in dem arme, du beriefst ihn mit recht: lehnt er doch überall an. Göthe bei Schöll 233. 55) sich berufen, provocare, nach der dritten bedeutung: wir müssen appellieren und uns berufen von dem richtstul zu dem gnadenstul. Luthers theol.; auf deren zeugnis auch wil ich mich berufen. Kirchhof mil. disc. vorr.; also dasz man frei von allen königen der welt an seine herlichkeit sich mag berufen und ziehen. bienenk. 126a; sich auf ihr alt herkommen beruften. Zinkgr. apophth. 27, 24; Gesner brachte bei und berufte sich desfalls auf den Henr. Conr. Agrippa. Lessing 9, 448; der angeklagte berief sich auf seinen guten leumund.
6005 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    berufensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen , sw. V. nhd. mit Aussatz überziehen Q.: Mügeln (2. Hälfte 14. Jh.) E.: s. be, ruf W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 618 (…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Berufen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Berufen , verb. irreg. act. S. Adelung Rufen . 1) Zu etwas rufen. Jemanden zu sich berufen, so fern solches schriftlich …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    berufen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen in RAnw überwiegend -ff-, ältere e-Form ‘beruffet’ DjG 3 5,398,30 1 jdn lobend od tadelnd ansprechen; meist ‘b. …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Berufen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Berufen ( Beschreien ), nach einem sehr verbreiteten Aberglauben eine Schädigung, die man sich selbst oder andern durch …

  5. modern
    Dialekt
    berufenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-rufen st. : 1. sich auf einen (etwas) b., wie schd., berufe (bərūfə) [allg.]. — 2. 'durch Wortzauber Schaden zufügen…

  6. Sprichwörter
    Berufen

    Wander (Sprichwörter)

    Berufen 1. Einer beruft des andern Namen. – Simrock, 7309. 2. Viele sind berufen, aber wenige auserwählt. – Matth. 20, 1…

  7. Spezial
    berufen, sich auf etw. v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    berufen , v , sich auf etw. ~ ссылаться/сослаться , гл на что-л.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit berufen

27 Bildungen · 0 Erstglied · 25 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von berufen

be- + rufen

berufen leitet sich vom Lemma rufen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von berufen 2 Komponenten

ber+ufen

berufen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

berufen als Zweitglied (25 von 25)

abberufen

DWB

abbe·rufen

abberufen , revocare, von einer stelle zurückrufen, gleichviel mit dem einfacheren abrufen: der gesandte wurde von seinem hofe abberufen. in…

fernberufen

DWB

fern·berufen

fernberufen , τηλεκλητός : mutige Troer und fernberufne bundesgenossen. Stolberg 11, 202 .

fürberufen

DWB

fuer·berufen

fürberufen , s. vorberufen. der hertzog hatt sich dermassen wider die jungfraw erzürnet, dasz er willens, sie von stund an in das fewer werf…

herbeiberufen

GWB

herbei·berufen

herbeiberufen jdn zu sich beordern, bestellen, zu kommen veranlassen (von einer Autoritätsperson ausgehend); einmal mBez auf den Teufel wohl…

herüberberufen

GWB

herueber·berufen

herüberberufen a (jdn) herbeizitieren, (dienstl) an den eigenen Aufenthaltsort bestellen Das Nöthigste war .. für die Casse [ der Jenaer Ans…

hierherberufen

GWB

hierher·berufen

hierherberufen einmal hie-; Getrenntschr jdn an diesem Ort hier in ein Amt einsetzen, auch ‘von .. h. ’ Färber von Jena hierher berufen GWB …

hinberufen

GWB

hin·berufen

hinberufen jdn veranlassen, eine best Örtlichkeit aufzusuchen So stand ich nun. Der Stern des nächsten [ Herbergs- ]Schildes | Berief mich h…

hinüberberufen

GWB

hinueber·berufen

hinüberberufen iSv üb einen trennenden Bereich (das Meer) zu sich bitten, nachkommen lassen [ Lenardos ] Gedanken, sie [ Susanne ] dereinst,…

landberufen

DWB

land·berufen

landberufen , part. weithin berufen: hätte er sich nicht so oft gewünscht, den landberufenen jäger auch zu sehen. Simpl. 1, 241 Kurz.

übelberufen

DWB

uebel·berufen

übelberufen , adj. , qui male audit Steinbach (1734) 2, 308 ; das hinlänglich übelberufene wesen des in andern stadttheilen üppig wuchernden…

unberufen

DWB

unbe·rufen

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

vielberufen

DWB

viel·berufen

vielberufen , vielbesprochen, gewöhnlich im ungünstigen sinne, worüber man bis zum überdrusz geredet oder gestritten hat, doch auch im schli…

vorberufen

DWB

vor·berufen

vorberufen , verb. , vgl. DWB fürberufen th. 4, 1, 1, sp. 664, auffordern vor jemandem zu erscheinen: Arius ward offt fürberfft, und mit em…

wegberufen

DWB

weg·berufen

wegberufen : es sind 27 jahr, dasz ich von diesem orte wegberufen ward, und mein jetziges amt ist ... wenigstens dreymal so einträglich Meis…

weitberufen

DWB

weit·berufen

weitberufen , partiz.-adj. : aines so scheinparenns und seer weitberüeffnen vatters Schaidenreiszer Odyssea 40 Weidling; weitberufen war er …

Weltberufen

Campe

welt·berufen

○ Weltberufen , adj . u. adv . durch die ganze Welt, d. h. auf der Erde weit und breit berufen oder berühmt. »Palmirens (Palmyras) weltberuf…

wi(e)derberufen

DWB

wieder·berufen

wi(e)derberufen , vb. , zurückrufen; widerberuoffen reuocare Maaler teutsch spr. (1561) 495 a ; wider beruffen reuoquer, rappeler Hulsius-Ra…

wohlberufen

DWB

wohl·berufen

-berufen , adj. , in gutem ruf stehend, berühmt: das schöngebaute, wolberuffne, ... reiche Breszlau Treuer dtscher Dädalus (1675) 1, 223 ; h…

zuberufen

DWB

zuber·ufen

zuberufen , v. , in ein amt rufen: wie froh bin ich, dass E. J. G. solchen mann widder zuberufen haben Luther briefe 3, 324 ; zwar sah don A…

zurückberufen

DWB

zurueck·berufen

-berufen , v. , wieder an eine frühere stelle berufen: H. hat es durchgesetzt, Stein wird z. W. Alexis Isegrim 3, 181 . wie abberufen: dasz …

Ableitungen von berufen (2 von 2)

unberufen

DWB

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

Unberufene

GWB

Unberufene [bisher nicht publizierter Wortartikel]