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berufen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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42
Verweise raus
58

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

berufen

berufen

berufen Vb. ‘ernennen, in ein Amt einführen’, auch (heute selten) ‘einberufen’, reflexiv ‘sich stützen, beziehen auf’, mhd. beruofen ‘zusammenrufen, ausrufen, tadeln, unzeitig und zum Unheil nennen, beschreiben, bezaubern, anklagen’, reflexiv ‘sich zusammenrufen, sich versammeln, sich beziehen auf, appellieren’ ist eine präfigierte Bildung zu dem unter rufen (s. d.) behandelten Verb; vgl. auch schwach flektierendes ahd. bi(h)ruofen ‘zusammenrufen’ (10. Jh.). Die heute vorherrschende Bedeutung ‘in ein Amt einsetzen, ernennen’ ist (wie bei Beruf, s. unten) von Luthers Gebrauch beeinflußt, vgl. eyn yglicher bleybe ynn dem ruff (‘dem von Gott bestimmten Stand’), darynn er beruffen (‘von Gott eingesetzt und tätig’) ist; bistu eyn knecht beruffen, sorge dyr nicht. Der reflexive Gebrauch ‘sich auf etw. als Beweis, auf jmdn. stützen’ (15. Jh.) entstammt der Rechtssprache; daher auch ‘eine Versammlung, einen beratenden oder beschließenden Ausschuß einsetzen’, eigentlich ‘auf-, herbeirufen, vorladen’. berufen Part.adj. ‘besonders geeignet’, daher auch ‘berühmt’, eigentlich ‘in ein Amt eingesetzt’ (ebenfalls Luther 1522). unberufen Part.adj. ‘unaufgefordert, ohne Auftrag’ (2. Hälfte 15. Jh.), heute vornehmlich im Sinne von ‘unbeschrieen’ als vorbeugende Abwehrformel, eigentlich ‘ohne darüber reden zu wollen’, in der abergläubischen Furcht, wohlwollendes Reden über eine Sache gereiche dieser zum Unglück (19. Jh.). – Beruf m. ‘erlernte bzw. ausgeübte Tätigkeit, mit der jmd. seinen Lebensunterhalt verdient’ (im 17. Jh. aufkommend, im 19. Jh. voll ausgeprägt), ausgehend von älteren Verwendungen wie ‘Berufung (in ein Amt), Bestimmung (für eine Tätigkeit), Amtsausübung’ (16. Jh.; vgl. noch aus innerem Beruf), zuvor ‘Aufforderung, Bekanntmachung, Berufung (in ein Gericht), Leumund’ (15. Jh.). Auch hier wird die heutige Bedeutung durch Luther verbreitet, der Beruf, für griech. (Neues Testament) klḗsis (κλῆσις), kirchenlat. vocātio, im Sinne von ‘göttliche Berufung, christliche Bestimmung’ gebraucht, vgl. beruff zum Pfarrampt odder seel sorge. beruflich Adj. ‘den Beruf betreffend’ (Mitte 19. Jh.).
2114 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    berufensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen , sw. V. nhd. mit Aussatz überziehen Q.: Mügeln (2. Hälfte 14. Jh.) E.: s. be, ruf W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 618 (…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Berufen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Berufen , verb. irreg. act. S. Adelung Rufen . 1) Zu etwas rufen. Jemanden zu sich berufen, so fern solches schriftlich …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    berufen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen in RAnw überwiegend -ff-, ältere e-Form ‘beruffet’ DjG 3 5,398,30 1 jdn lobend od tadelnd ansprechen; meist ‘b. …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Berufen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Berufen ( Beschreien ), nach einem sehr verbreiteten Aberglauben eine Schädigung, die man sich selbst oder andern durch …

  5. modern
    Dialekt
    berufenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-rufen st. : 1. sich auf einen (etwas) b., wie schd., berufe (bərūfə) [allg.]. — 2. 'durch Wortzauber Schaden zufügen…

  6. Sprichwörter
    Berufen

    Wander (Sprichwörter)

    Berufen 1. Einer beruft des andern Namen. – Simrock, 7309. 2. Viele sind berufen, aber wenige auserwählt. – Matth. 20, 1…

  7. Spezial
    berufen, sich auf etw. v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    berufen , v , sich auf etw. ~ ссылаться/сослаться , гл на что-л.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit berufen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von berufen

be- + rufen

berufen leitet sich vom Lemma rufen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von berufen 2 Komponenten

ber+ufen

berufen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

berufen als Zweitglied (3 von 3)

abberufen

DWB

abbe·rufen

abberufen , revocare, von einer stelle zurückrufen, gleichviel mit dem einfacheren abrufen: der gesandte wurde von seinem hofe abberufen. in…

unberufen

DWB

unbe·rufen

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

Ableitungen von berufen (2 von 2)

unberufen

DWB

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

Unberufene

GWB

Unberufene [bisher nicht publizierter Wortartikel]