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Berufen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
21 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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58

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Berufen

Bd. 1, Sp. 887
Berufen, verb. irreg. act. S. Rufen. 1) Zu etwas rufen. Jemanden zu sich berufen, so fern solches schriftlich oder mittelbarer Weise geschiehet. Am häufigsten in engerer Bedeutung, zu einem Amte förmlich rufen oder einladen, besonders zu einem kirchlichen Amte. Jemanden zu einem Pfarrdienste, zu einem Schuldienste berufen. Daher das Berufungsrecht, das Jus patronatus. Ingleichen im theologischen Verstande, da von Gott gesagt wird, er berufe die Menschen, wenn er ihnen die Mittel zur Besserung bekannt machen lässet. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen u. s. f.m. 8, 30. 2) Zusammen rufen, im gemeinen Leben. Die Gemeine berufen. 3) Mit Worten bezaubern, in der Naturlehre des Pöbels. Jemanden berufen, in Obersachsen beschreyen. Das Kind ist berufen. 4) Sich auf etwas berufen, dasselbe als einen Beweis, als ein Zeugniß u. s. f. anführen. Er berief sich auf mich, führete mich zum Zeugen an. Sich auf seine Unschuld berufen. Gegen Sterbliche können wir uns auf die Unsterblichen berufen, gegen die Welt auf ihren Schöpfer, Dusch. In engerer Bedeutung hieß, sich auf jemanden berufen, in den Gerichten ehedem auch so viel als an denselben appelliren, Apostelg. 25, 11; Kap. 26, 32; Kap. 28, 19, welcher Gebrauch aber im Hochdeutschen sehr ungewöhnlich geworden ist. So auch die Berufung, in allen obigen Bedeutungen. Das Substantiv der Berufer, welches Röm. 9, 12 vorkommt, ist ungebräuchlich.
1429 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    berufensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen , sw. V. nhd. mit Aussatz überziehen Q.: Mügeln (2. Hälfte 14. Jh.) E.: s. be, ruf W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 618 (…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Berufen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Berufen , verb. irreg. act. S. Adelung Rufen . 1) Zu etwas rufen. Jemanden zu sich berufen, so fern solches schriftlich …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    berufen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen in RAnw überwiegend -ff-, ältere e-Form ‘beruffet’ DjG 3 5,398,30 1 jdn lobend od tadelnd ansprechen; meist ‘b. …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Berufen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Berufen ( Beschreien ), nach einem sehr verbreiteten Aberglauben eine Schädigung, die man sich selbst oder andern durch …

  5. modern
    Dialekt
    berufenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-rufen st. : 1. sich auf einen (etwas) b., wie schd., berufe (bərūfə) [allg.]. — 2. 'durch Wortzauber Schaden zufügen…

  6. Sprichwörter
    Berufen

    Wander (Sprichwörter)

    Berufen 1. Einer beruft des andern Namen. – Simrock, 7309. 2. Viele sind berufen, aber wenige auserwählt. – Matth. 20, 1…

  7. Spezial
    berufen, sich auf etw. v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    berufen , v , sich auf etw. ~ ссылаться/сослаться , гл на что-л.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit berufen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von berufen

be- + rufen

berufen leitet sich vom Lemma rufen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von berufen 2 Komponenten

ber+ufen

berufen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

berufen als Zweitglied (3 von 3)

abberufen

DWB

abbe·rufen

abberufen , revocare, von einer stelle zurückrufen, gleichviel mit dem einfacheren abrufen: der gesandte wurde von seinem hofe abberufen. in…

unberufen

DWB

unbe·rufen

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

Ableitungen von berufen (2 von 2)

unberufen

DWB

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

Unberufene

GWB

Unberufene [bisher nicht publizierter Wortartikel]