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Berufen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
21 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
42
Verweise raus
58

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Berufen

Bd. 2, Sp. 738
Berufen (Beschreien), nach einem sehr verbreiteten Aberglauben eine Schädigung, die man sich selbst oder andern durch unvorsichtiges und übertriebenes Loben oder Bewundern, durch allzu bestimmte Hoffnung auf einen glücklichen Erfolg etc. zufügen kann. Im Glauben an den »Neid der Götter« brauchte man schon in Griechenland eine Anrufung an die Nemesis als Vorbeugungsmittel, oder rief in Rom bei unbedachtem Lob »praefiscine!« (»unberufen«) oder spie sich nach einem unbesonnenen oder übermütigen Ausdruck in den eianen Busen, und noch jetzt ist dreimaliges Ausspeien oder Klopfen an die Unterseite der Tischplatte zur Abwendung des Berufens im Volke sehr üblich. Die Schädigung durch B. wurde mit derjenigen durch den »bösen Blick« (s. d.) von den Römern als fascinatio (griech. baskania) zusammengefaßt. Nahm man bei unheilbarem Siechtum der Kinder ein B. von seiten böser Leute als Ursache an, so wurden Räucherungen und Waschungen mit Beruf- oder Beschreikräutern (Erigeron Conyza, Stachys recta, Ptarmica und Pulicaria) vorgenommen.
1045 Zeichen · 10 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    berufensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen , sw. V. nhd. mit Aussatz überziehen Q.: Mügeln (2. Hälfte 14. Jh.) E.: s. be, ruf W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 618 (…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Berufen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Berufen , verb. irreg. act. S. Adelung Rufen . 1) Zu etwas rufen. Jemanden zu sich berufen, so fern solches schriftlich …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    berufen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berufen in RAnw überwiegend -ff-, ältere e-Form ‘beruffet’ DjG 3 5,398,30 1 jdn lobend od tadelnd ansprechen; meist ‘b. …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Berufen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Berufen ( Beschreien ), nach einem sehr verbreiteten Aberglauben eine Schädigung, die man sich selbst oder andern durch …

  5. modern
    Dialekt
    berufenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-rufen st. : 1. sich auf einen (etwas) b., wie schd., berufe (bərūfə) [allg.]. — 2. 'durch Wortzauber Schaden zufügen…

  6. Sprichwörter
    Berufen

    Wander (Sprichwörter)

    Berufen 1. Einer beruft des andern Namen. – Simrock, 7309. 2. Viele sind berufen, aber wenige auserwählt. – Matth. 20, 1…

  7. Spezial
    berufen, sich auf etw. v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    berufen , v , sich auf etw. ~ ссылаться/сослаться , гл на что-л.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit berufen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von berufen

be- + rufen

berufen leitet sich vom Lemma rufen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von berufen 2 Komponenten

ber+ufen

berufen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

berufen als Zweitglied (3 von 3)

abberufen

DWB

abbe·rufen

abberufen , revocare, von einer stelle zurückrufen, gleichviel mit dem einfacheren abrufen: der gesandte wurde von seinem hofe abberufen. in…

unberufen

DWB

unbe·rufen

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

Ableitungen von berufen (2 von 2)

unberufen

DWB

unberufen , part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19 a ; mnl. onberoepen wb. 5, 250; St…

Unberufene

GWB

Unberufene [bisher nicht publizierter Wortartikel]