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unberufen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unberufen part.-adj. adv.

Bd. 24, Sp. 331
unberufen, part.-adj. adv. , nicht oder wenig berufen; mnd. unberopen unbescholten Schiller-Lübben 5, 19a; mnl. onberoepen wb. 5, 250; Staub-Tobler 6, 710; Martin-Lienhart 2, 240; Albrecht Leipz. 227a; lux. 313b; Elberf. 114b; Woeste 280b; Danneil 175a; Bauer-Collitz 178; unbrüffen H. Sachs 15, 110, 7 Keller-Götze; unberuft von Frisius bis Dentzler (1716) verzeichnet; unberüft Niclas v. Wyle transl. 157, 19 Keller; unbhrüfft H. Sachs 1, 121, 24 Keller; unberüeft Aventin 4, 778, 15; unberiefft Terenz (1499) xxxviia; unberieffet Murner adel 37 neudr.; unberuofft Franck sprüchwörter 1, 113b. Dentzler gibt unberuft neben unberuffen 322b; onberuff lux. 313b. dann veralten die schwachen formen und bleiben mundartlich. s. th. 8, 1398. 11) ungerufen, nicht berufen, ungeladen: die im dann unberüeft selbs komend, lieber wǎren dann berüffet Niclas v. Wyle transl. 157, 19 Keller; du kombst unberuffen H. Sachs 7, 212, 1 Keller; dann sie unberüfft (non delegati), ungeordeniert und ungeweyhet sein Nas antip. 4, 328b; ain general conzilium, doch unberufen zu Trident, podagricum Fischart trostb. 12, 18 Hauffen; er .. unberuffen nicht kommen dorfte Anton Ulrich Octavia 2, 1082; Ayrenhoff 1, 254, 19; unberufen und ungefragt Göthe IV 26, 84 Weim. 22) ungetadelt, unbescholten, unbehelligt, unangeklagt: unbesuchet und unberuffet lehnsurk. Schlesiens 1, 371; das er .. mich unberuffen .. vordampt Luther 7, 88 Weim.; sonsten er den gesellen wol wirde unberuffen haben vorüber streichen lassen Moscherosch ges. 81; damit sie mochten unberuffen bleiben Prätorius glückstopf 420; zeiten, wo der h. geist nicht einmal unberufen ein viertelstündchen bei einem brüten kann Bettine dies buch 1, 43; (das heer) .. siegreich zog gen norden, unberufen Rückert 1, 19; er bleibt keine stunde unberufen ostpreuszisch. 33) als gegensatz von berufen berühmt: zwar ein unberuffener, aber ein verstendiger ... mensch Schütz hist. rer. Pr. 6, c iv d; in einem geringen und unberuffenen flecken Rätel chr. 277; glückliches, unberufenes loos Pückler br. 6, 48. niederd. keinen üblen ruf habend Adelung. Campe für unberüchtigt. 44) innere oder äuszere eignung und berechtigung verneinend oder einschränkend. ursprünglich ohne vocation Zedler 49, 1105. mit zusätzen: unberufen zum scherz Klopstock od. 1, 79, 1; wie unberufen nun Wickram war mit diesem alten gedicht etwas vorzunehmen J. Grimm kl. schr. 7, 305. meist ohne solche: den unberuffenen prediger Carlstad Luther 18, 102 Weim.; alle die ... seind falsch prediger, unberüft Eberlin v. Günzburg 2, 128; diese zeit hat viel .. unberuffener .. lerer Mathesius w. 3, 379, 11; die unberuffene und unerforderte richter und urtheiler Sandrub kurzw. 3 neudr.; vgl. 1; diese unberufenen neuen propheten Triller betr. 3, 97; das unberufene verdienst allg. d. bibl. anh. 53—86, 741; berufene und unberufene barden Göthe 40, 272, 17 Weim.; die unberufne hand Schiller 12, 497; die unberufenen 11, 180; diesen unberufnen sieg H. v. Kleist 3, 88; je unberufener ein pseudo-künstler, so eitler Grabbe 4, 188; dasz die einmischung .. eine formell unberufene war Mommsen r. gesch. 1, 702; vor der unberufenen neugierde Jhering geist 3, 1, 265; ganz unberufene Scherer kl. schr. 1, 174; von berufner und unberufner seite Bismarck ged. 2, 264; unberufne hintertreppen-einflüsse 1, 108. 55) nicht alt scheint unberúfen (s. o. sp. 34) als absolutes part.: alles musz unberufen geschehen unbeschrien, unberedet, mit bezug auf abergläubische handlungen Staub-Tobler 6, 711; unberüeft, unberueffen als beschwörungsformel ebd.; unberufen! abergläubische formel bei der erwähnung glücklicher umstände Brendicke 187a; noch jetzt hütet sich das volk, irgend ein übel zu berufen, oder fügt bei unvermeidlicher nennung die formel unberufen hinzu J. Grimm Reinh. Fuchs liii. man klopft dabei dreimal unter den tisch, volksthümliche verstärkungen wie unberufen, unbeschlabbert, dreimal über den besen gespuckt in Hessen allgemein; schlesisch ungerupft, ungezupft zeitschr. f. d. a. 53, 137: ich habe letzten herbst die kalte wasserkur gebraucht, die mir einen so erträglichen, ja guten winter eingebracht hat, wie ich ihn lange nicht erlebte. unberufen! Gervinus an W. Grimm br. 2, 60; gesch. d. d. dicht. 5, 538; welch unglückliche frage kommt dir da in den mund! gleich setze hinzu: unberufen, unberufen! König selts. gesch. 237; es sieht somit unberufen ganz hübsch hier aus H. v. Bülow 5, 24; Moltke 4, 44; 5, 10; Bismarck br. a. s. br. 429; übrigens ist sie, unberufen und unbeschrien, recht gut Fontane fam. br. 1, 113. das adv. hat besonders die bedeutungen 1 und 4 und steht auf der grenze participialer geltung: würdest du unberiefft zuo ir kumen ultro ad eam venies Terenz (1499) xxxviia; unberüfft sich auffraffen Nas antip. 3, 5a; und in der hohen häupter spahn und streit sich unberufen, vielgeschäftig drängen, bringt wenig dank Schiller br. v. Messina 1778; so unberufen eingetreten zu sein Hauff 3, 99, 2; die regierung mischt sich unberufen hinein Droste-Hülshoff an L. Schücking br. 84; in alles unberufen hineinstänkern Bismarck ged. 1, 278. —
5142 Zeichen · 126 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unberufen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Unberufen , adj. et adv. der Gegensatz von berufen. 1) Ohne den gehörigen Beruf zu etwas habend. Sich unberufen in etwas…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unberufen

    Goethe-Wörterbuch

    unberufen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unberufenAdj.

    Pfälzisches Wb.

    un-berufen Adj. : 'nicht eigens erwähnt, nicht genannt, nicht besprochen', -berufe [mancherorts ges. Pf], -beruf [verein…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unberufen

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von unberufen

un- + berufen

unberufen leitet sich vom Lemma berufen ab mit Präfix un-.

Zerlegung von unberufen 2 Komponenten

unbe+rufen

unberufen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unberufen‑ als Erstglied (1 von 1)

unberufenheit

DWB

unberufen·heit

unberufenheit , f. , gegentheil von berufenheit. die eigenschaft, unberufen ( bed. 4) zu sein: dort aber liegt das offenbare zeichen der unb…

Ableitungen von unberufen (1 von 1)

Unberufene

GWB

Unberufene [bisher nicht publizierter Wortartikel]