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wischen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wischen vb.;

Bd. 30, Sp. 712
wischen, vb.; s. auch teil 4, 3, 6139 das adjekt. part. gewischt. ahd. wisken, mhd. wischen, mnd. wischen 'wischen, eilig gehen' Schiller-Lübben 5, 739 f., mnl. wisschen 'abwischen, sich wegmachen, entrinnen' Verwijs-Verdam 9, 2, 2700. neben diesem j-verbum steht ein gleichbedeutendes ō-verbum in ags. weoxian 'reinigen' Bosworth-Toller 1204b, engl. whisk 'kehren, sich schnell bewegen, huschen' Murray 10, 2, 3, 63c, norw. viska 'heu winden, geschäftig umherrennen' Torp 869b, schw. viska 'abwischen', dial. auch 'werfen, schleudern' Hellquist 1136, n. viske 'abwischen' Falk-Torp 1388. denominativum von wisch, m.; auch für wischen in der bedeutung 'sich eilig bewegen, entwischen' ist kaum ein anderer ursprung anzunehmen; sie erklärt sich ungezwungener aus 'mit einem wisch hantieren, flüchtig über etwas hinwischen', 'sich wie ein wisch bewegen' als, wie vielfach vorgezogen wird, als wurzelbildung, wie lit. viskti, visgti 'zittern, schlottern', vyzgóti 'schwanken, beben'. vgl. auszer den genannten noch Persson beitr. z. idg. wortforschung 327 anm. 2, Walde-Pokorny 1, 243. früh und weitverbreitet mit rundung: wüste H. Seuse dtsche schr. 539 Bihlmeyer; wüschen Riederer spiegel d. rhetorik (1493) k 4b; Scheit Grobianus 882 ndr.; Sebiz feldbau (1580) 35; Frisius dict. (1556) 253a; Grimmelshausen 2, 397 Keller; Aler dict. (1727) 2, 2221a; später hauptsächlich schwäb.-aleman.: wühschen Stalder schweiz. id. 2, 458; Kirchhofer schweiz. sprichw. (1824) 170. — daneben wuschen, vgl. auch wusch bei wisch, m.: voc. inc. teut. (1471) o o 7a; (15. jh. md.) Diefenbach gloss. 430b; [] wuscht Lindener katzipori 145 lit. ver.; H. R. Manuel weinspiel 89 ndr.vgl. dazu mundartlich trans. wuschen 'schlagen' (Niederösterr.) A. Richter dtsche redensarten nr. 205; intrans. wuschen forthuschen Lexer kärntn. 261; K. Weinhold schles. 105; Knothe Nordböhmen 547; Hertel Thür. 259. — die u-form erscheint auch häufig im prät. und part. prät.: wuschte, gewuscht: wuste Ulrich v. Zatzikhoven Lanzelet 2208; wuschte Ködiz v. Salfeld Ludwig 24, 6 Rückert; gewuscht tersus (15. jh. md.) Diefenbach gloss. 580c; Lindener rastbüchl. 128 lit. ver.; Wickram 3, 127 Bolte; gewuscht Steinbach (1734) 2, 946; wuschten J. Bodmer v. d. wunderbaren (1740) 430; mundartlich g(e)wuscht Lexer kärntn. 261; Müller-Fraureuth 2, 673; wusk, wusken Woeste westf. 327a. — im prät. vor dem t, z. t. auch im part. prät. bisweilen mit schwund des k, s. W. Braune ahd. gram. § 363 anm. 5, Schatz ahd. gram. § 485, im alem. bis ins 16. jh.: wista Notker 1, 17, 1 Piper; wuste Boner edelstein 57, 57 Benecke; (1515) Eulenspiegel 99 ndr.; ist: gewist Murner narrenbeschw. 227 ndr.das part. prät. ist schwach, vereinzelt stark, vgl. mundartlich erwuschen Schmeller-Fr. 2, 1042, wusken Woeste 327a: das die armenlut ... in den kirchof gewischen (Augsb. 1490) städtechr. 25, 352. bedeutung und gebrauch. AA. transitiv, mit objekt des gegenstandes, der gewischt wird, oder woran die bewegung des wischens geschieht. A@11) in der visuellen ausgangsbedeutung einer raschen reibegebärde. A@1@aa) über etwas (reinigend) reiben. beim menschlichen körper: tergamus paulisper lumina eius ... so wisken siniu ougen Notker 1, 16 P.; kranke ougen her wider vrischet, der sie dicke mite (jaspis) wischet Heinrich v. Hesler 20952 H.; als er (der priester) daz wazzer enphahet und er die hende getwahet, so wiscet er si sâ und truckent sich danâ(ch) (12. jh.) spec. ecclesiae 150 Kelle; wo du die zen dran gewischet hast Murner gäuchmatt 41 Uhl; ynn der eyle wil sie den hindern mit dem finger wischen Agricola t. sprichw. (1534) g 4b; man ... inbildet ... einen alten man ungestalt, zittrende, krum, die nasen wüschende Riederer rhetoric (1493) k 4b; wischet das nässlein und den mund Rollenhagen froschmeuseler (1595) c 7b; und seufzen eins von liebesqual, und wischen sich wohl hundertmal an meiner hand die nasen Blumauer ged. (1782) 44; füllt bis oben gierig den pokal, trinkt, und wischt das maul wohl nicht einmal Göthe 2, 190, 24 W.; er wischte das nasse gesicht, buckelte, kam ... grinsend näher Kolbenheyer Paracelsus 3, 185. — ohne bartwischen trinken est amystide bibere Stieler (1691) 2563: sonder thuck, sonder smuck, sonder bard te wischen drincken Tappius adagia (1545) 142b; er soffs ... ohne absetzen und barthwischen Chr. Reuter Schelmuffsky 15 ndr.die augen wischen (s. auch den anfang) hat gern dazu mittelbare bedeutung, so als 'sich ermuntern' (vgl. den schlaf wischen sp. 717): früh um sechs uhr steht die junge frau auf, nachdem sie dreymal gegähnt und zweymal die augen gewischt hat Rabener s. w. 3, 292; im bild: der alte strom erwacht, und wischt die augenlieder Fr. W. Zachariä poet. schr. 2 (1763) 15. vor allem als zeichen des weinens: etliche (teufel) fiengen an die augen zu wischen, als weineten sie J. Ayrer hist. processus juris (1600) 369; das lachen ist des wechsels pfand, das man bald soll die augen wischen Abr. a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 226; der herzog (Alba), der der hinrichtung (Egmonts) aus einem fenster zusah, wischte sich die augen Schiller [] 9, 267 G.; ich (ein heimgekehrter, kriegsgefangener friseur) musz mal etwas hinein, nur einmal dringestanden sein (in einem friseurgeschäft)! sagt er dann, wischt sich die augen, läuft erregt hinein Dwinger wir rufen Deutschland 27. alt ist reflexiver gebrauch mit ellipse des objekts (nase, mund, gesicht u. ä.), vgl. wischen emungere (15. jh.) Diefenbach gloss. 201c: ob die man sech wischet oder snûth oder spîet oder jeschet Sachsenspiegel 224, 4 Eckhardt, vgl. sich ... wischet oder im snuzet Schwabenspiegel bei Fischer schwäb. wb. 6, 885, ebenso Neumarkter rechtsbuch 189 Meinardus; alle die wile er lebete, wan ime ein dropfe von sinre nasel viel und er sich muoste wüschen, also dicke det er sinre vigende einen döten (Straszburg) dtsche städtechron. 8, 396, 15; wischet euch zuvor selbst (ihr wisset wohl wo), eh ihr uns die nase wischen heiszt Luther 8, 10b Jen. ausg.; vil haben sich des nicht geschembt, dasz sie ein ermel von eim hembdt ziehen herfür, und wischen sich K. Scheit Grobianus 3105 ndr.; st. Künigundt (nach erhalt einer maulschelle) wischt sich und sagt: ach herr, thut euch denn das so andt? Ayrer dramen 1, 682, 2 Keller. bei tieren: ('reibend streifen' im anschlusz an die vorlage:) sumiu (tiere) farent stracchendo unde wiskendo dia erda namque alia sunt extento corpore, verruntque pulverem Notker 1, 346, 30 Piper. als akt der pflege: der este er (Kaii) von dem boume brach und begie sînen mûl wol, als man müeden orsen tuon sol, mit wüschen und mit strîchen Heinrich v. d. Türlin crône 157b Scholl; sie sollen auch die küh mit eim ... strohwüsch ... abreiben und wischen Sebiz feldbau (1579) 96; striegle und wisch das pferdt auff das seuberst Seutter hippiatria (1588) 8; von wischen und schrapen der pferde Walther pferde- und viehzucht (1658) 25; dasz er seine hunde ... fleiszig wische und abputze v. Göchhausen notabilia venatoris (1741) 326. sonstiges: do sach er ... einen engel mit pluotigem swerte, der wiskete das selbe swert durch sinen geren dtsche pred. d. 12. u. 13. jh. 76 Roth; das (schmutzige) messer wisch auffs brot mit lust, so hastu schon das schmaltz umbsust Scheit Grobianus 899 ndr.; saconia ein tuch, damit man die schuohe wischt Erasmus Alberus nov. dict. (1540) 34a; Wagner traf Lydi im wirtshaus an. sie wischte gläser H. Zillich zwischen grenzen u. zeiten (1936) 233. bildlich (vom spiel her) 'schlagen, übertreffen': so hoff ich doch, es sollen mirs nit allein vil nach thuon, sunder mich ausz dem bret wischen, und weit hinter inen lassen Seb. Franck chron. zeitbuch (1536) a 3a. besonders stark kommt die sinnliche vorstellung der reibenden bewegung bei absolutem gebrauch zum durchbruch: ez (das kind) nam sîn aller beste kleit, dâ mite ez vaste wischte und daz bilde erfrischte von stoube und von spinnenweben Marienlegenden 244 Pfeiffer; vgl.: sie (die blattlaus) wischt mit den hinterbeinen, als wollte sie einen fremden körper von ihrem leibe entfernen Ratzeburg ichneumonen 1, 51. häufig mit ortspräpositionen: indessen wischet der wirth über die schwartze farbe und bestreichet sich die bloszen beine über und über Chr. Weise erznarren 12 ndr.; in sehr kurzem jacket, an dessen aufschlag er ... verzweifelt schabte und wischte H. v. Kahlenberg Eva Sehring (1901) 93; nahm seine brille ab und wischte eifrig an den gläsern Carossa der arzt Gion (1931) 119. A@1@bb) auf das zu entfernende objekt bezogen, 'wegnehmend reiben'; vgl. deverro mit wischen seubern Calepinus XI ling. (1598) 412a: wische denn den stoup ûz eines anderen ougen dtsche mystiker 2, 241, 31 Pfeiffer; (herzog [] von Guise) wischete jm das bluot mit seinem schnuptuoch vom angesicht Stumpf Schweizerchron. (1606) 276a; den verwundeten soll man den euter aus der wunden wischen H. v. Fleming d. vollk. soldat (1726) 356a; wie ich mir den sand und die erde aus den augen wischte Eichendorff s. w. 3, 80; der mann wischte sich den schweisz von der stirne Hans Grimm volk ohne raum 1, 67; im bild: ein held, der seiner deutschen welt ihr blasses leid aus herz und augen wischet P. Fleming t. ged. 1, 385, 16 L.; er (der tod) heuchelt nicht und schmeichelt nicht, er wischt grimassen vom gesicht Herder 27, 388 S. Liese soll ... den staub von den spiegeln wischen Kotzebue s. dram. w. 21, 2; sie ... wischten mit gras das eigelb von den zerbrochenen eiern Brentano ges. schr. 5, 49. gerade volkstümliche redeweise bringt dabei das sinnliche moment des hinfahrenden streifens stark zur geltung: somit wischte sie (die mutter) das geld in Reslis daliegenden hut J. Gotthelf geld und geist (1852) 353. A@1@cc) uneigentlich gebraucht nähert sich wischen der abstrakten bedeutung 'tilgen, auslöschen': schau, wie meiner thränen flut ... mir von der taffel wischt alles, was ich schreibe S. Dach 740 lit. ver.; sie ist verloren mir und meiner liebe ... das hat von meiner larve mir das roth gewischt und strömet heisz aus meinen augen G. Freytag ges. w. 2, 131. ganz unsinnlich: sprich diess verhaszte wort nicht aus — wisch es auf ewig aus der sprache der lebendigen Klinger w. 1, 55; könnt ihr das salische gesetz ... aus dem gedächtnisse des parlaments und der Franzosen wischen? H. Laube ges. schr. 2, 29; auch: verschmirzen erst, dann aus der seele wischen Lavater handbibl. f. freunde (1790) 1, 84. A@1@dd) fachsprachlich beim zeichnen und im graphischen gewerbe wischen verschmelzen oder wegnehmen der trockenfarbe durch leichtes reiben mittels wischers (s. d.), vgl. Campe 5, 744; Krünitz 239, 422; Mothes ill. baulex. (1882) 4, 485; Karmarsch-Heeren 5, 213; s. auch gewischt teil 4, 1, 3, 6139: wischen mit trockenen farben malen Schrader dtsch-franz. 2, 1642; so hatte ich ... theils mit wischen, theils mit schraffieren das kleine bild hervorzuheben gesucht Göthe 27, 158, 12 W.; er entwarf ... eine rasche komposizion, die schlacht der Kentauren und Lapithen in gewischter röthelmanier darstellend C. L. Fernow Asmus J. Carsten (1806) 117; auch sind nur wenige (schüler) dazwischen, die so wie er mit gummi wischen, und im schraffieren, was das schwerste, da wird er unbedingt der erste W. Busch maler Klecksel (1908) 28. auch als eine abart des gravierens, anrauhen der glasoberfläche mit einem kupferrädchen: ordinäre weingläser ... werden manchmal durch sogenanntes wischen verziert Lueger 4, 690. A@22) bildlich-übertragen in festen wendungen für das tun und verhalten eines menschen. A@2@aa) in der wendung etwas an jemand wischen im sinne von 'abputzen' als ausdruck der verachtung; meist mit den objekten arsch, schuhe, füsze: wenn wir aber unser werck erfür ziehen, so sol der teufel den ars dran wischen, als er thut Luther 1, 276 W.; er (der legat) henckt uns grosse titel an und vil frommheit und darneben wischt er den ars an unser begerbrieff bei O. Clemen reformationsflugschr. 1, 181; hastu, so braucht man dich, hast nimmer, man wischt an dich den hindern S. Franck sprichw. (1541) 2, 98b; das ist keine übersetzung zum ein wenig durchsehen, sondern zum ein wenig den a ... daran zu wischen Lichtenberg br. 2, 346; solls einen nicht verdrieszen, dasz so ein schmetterling die empfindungen und gedancken, woran unser eines den arsch wischt, ... dem publikum vormarcktschreiet? [] Göthe 38, 483, 26 W. also geschicht es offt, das eines zu grossen ehren kömpt, ... das es darnach hernidder geschlagen wirt und so veracht wird, das man kaum die schuch an yhn wischet (1526) M. Luther 19, 301 W.; behalt in (den ablasz) selb, wüsch die schuo dran! N. Manuel ablaszkrämer 264 Bächtold; jetzt stellt es (das glück) ihn dar als einen gewaltigen herrn, bald wie ein verachteten menschen, an den jederman die schuch wischen will Joh. Saubert der wagen Simeonis (1627) 540; wann dem also were, müoset man an alle obgemelte regeln ... der hl. römischen kirchen die füsze wischen ... ja, ... dasz der h. papst verflucht were Fischart binenkorb (1588) 32a; an arme leute will jedermann die füsze wischen Spannutius (1720) 577; an ihm wischt sich jeder die händ eine verlassene waise wird von jedem gemiszhandelt Frischbier preusz. 2, 475. anders in negativer wendung, 'nichts zu tun haben wollen': in dieser groszen stadt (Berlin) hätt ich an gemeinen weibsleuthen keinen schuh gewischt Ulr. Bräker s. schr. (1789) 241. dazu mit dativ der person einem (über) das maul wischen jem. kurz oder grob abfertigen, zurechtweisen: sein hofprediger ... wischte ihm das maul und fertigte ihn gar schimpflich ab in seiner respons Dr. M. Luther der beste prediger (1722) 7; die sache musz vor gerichte kommen, es musz ihm sein maul gewischt werden Chr. Weise cur. körbelmacher (1705) 50; dasz ich ein cavalier bin, der das hertze hat, auch das maul zu wischen Schnabel insel Felsenburg 113, 34 Ullrich; sie wischt dem doctor das maul Göthe 16, 14 W.; sieh dich vor ..., dasz ich dir nicht einmal derb übers maul wische Ricarda Huch d. grosze krieg (1920) 2, 318. — auch 'die nase wischen' ... exponitur objurgare aliquem vehementius Stieler (1691) 2562. ähnlich einem das gelbe vom schnabel wischen, zunächst von jungen menschen, sie erziehen: den jungen welffen sol man das gelb vonn schnebeln wüschen, wa sy sitzen ob den tischen, das nichtsz daran behang liederbuch der Hätzlerin 156; (Heinrich von Braunschweig auf die nachricht des todes seines sohnes hin) soll ... ohne anzeigung einiger trawrigkeit gesagt haben: also musz man den jungen das gelbe vom schnabel wischen Lehman floril. polit. (1662) 3, 329; meinen all modo herrn ..., dem das gelb noch nicht von dem schnabel gewischet war bei Creizenach schausp. engl. com. 233, 12. — anders, 'jem. klein kriegen': ja hett ich dich bei deim kragen ... ich wolt dirs gel vom schnabel wüschen Herm. v. Sachsenheim bei Wackernagel altdt. leseb.2 999; ich will ihnen die hosen gerecht machen und das gelbe vom schnabel wischen, wie die störch den fröschen Harsdörffer gesprächsp. (1641) 2, 307; er ... wollte fechten ..., wie fein und sauber er ihm das gelbe vom schnabel wischen würde A. H. Bucholtz Herkuliskus (1665) 181. A@2@bb) auf die (charakterliche) haltung des handelnden bezogen (sich) das maul, den mund wischen, u. zw. nach erlangtem genusz. die redensart beruht z. t. auf der sinnlichen geste als zeichen des abschlusses, vgl.: sie wischten sich das maul, die hochzeit, die war aus, sie muszten miteinander zum schweinischen thor hinaus (1758) bei v. Ditfurth volksl. d. preusz. heeres 38; als ich, anstatt die heugabel wieder zu ergreifen, plötzlich den mund wischte, mein bündelchen wieder aufgriff und ohne ein wort weiter zu verlieren, meines weges weiter zog G. Keller ges. w. 4, 29. daraus als ausdruck des behagens: wiederfehrt ihm (dem don Juan) guts zur stund, schweigt er fein und wischt den mund Gabr. Voigtländer oden u. lieder (1642) 89, 6. zum andern teil spielt das bild aus sprüch. Salom. 30, 20 herein (talis est via mulieris adulterae, quae comedit et tergens os suum dicit: 'non sum operata malum'), vgl.: [] des glychs der weg eynr frowen ist, die sich zuom eebruch hat gerüst, die schleckt, und wüscht den mund gar schon und spricht, ich hab nüt bOesz geton Seb. Brant narrenschiff 64 Z. als ausdruck wegwerfender gleichgültigkeit, des undanks, geheuchelter unschuld u. a. sittlichen mangels bes. im frühnhd. allgemein: (der teufel spricht) ich will ... alle unglück und uneinicheit anrichten und darnach das maul wischen Luther sprichw. 317 Thiele; die papisten sampt irem bapst wollen itzt rein sein, wollen iren mund wischen und haben nie kein wasser betrübet Justus Jonas ursprung des türkischen reichs (1538) y 3c; (sie) wischen das maul, drollen darvon, keiner wil nichts geredet han H. Sachs 9, 171, 1 K.; die etwan einem weibsbild ein kind anhängen, darnach davon ziehen, den krantz zahlen und das maul wischen Dannhawer catechismusmilch (1657) 3, 351; mancher liebt aus geilem hertzen, schweret bey des höchsten thron, thut doch nichts als falsches schertzen, wischt das maul und geht davon Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 309; vgl.das maul wischen und darvon gehen dopo haver peccato non farsene scrupolo Kramer t.-it. 2 (1702) 32b. vor allem gern im eigentlichen bereich des schmarotzertums sich haltend: er (der wolf) wüscht das maul und gieng davon, undankbarkeit das war sein lohn Erasmus Alberus fabeln 132 ndr.; und asz also weisz musz ausz und wüscht den mundt und gieng von hausz, schmarotzet wie ein fledermausz Fischart Eulenspiegel 358 Hauffen; auch in neuerer sprache nachklingend: wenn die schmarotzer sichs maul gewischt haben, so gehens fort K. Meisl theatr. quodlibet 5, 117; wann das fass leer ist, so wischen die freunde das maul und gehen Düringsfeld sprichw. 1, 265b. anders, statt eines genusses nur das maul, den mund wischen 'verzichten müssen, leer ausgehen': die schwächere ... müssen ... das maul wischen und davon gehen Lehman floril. polit. (1662) 1, 129; allein ihr schmauset nichts, drum wischet nur den mund samml. v. schausp. (1764) 1, 73; sich das maul wischen nichts davon bekommen Schrader dtsch-franz. 2 (1781) 1642; man muszte auch den wagen voll haben, wenn die pferde wiederkamen, sonst wischte man sich das maul denkw. u. erinn. eines arbeiters (1903) 193 Göhre. auch etwas ans bein wischen, vgl. Richter dtsche redensarten 22: dasz der trostlose vater sich endlich zufrieden gab, gern alles das verlohrne ans bein wischte, und nur gott dankte, dasz er seine tochter mit dem schatze wieder hatte Bertuch Don Quixote (1775) 2, 434. — mundartlich sich vorher (d. h. wie vor der mahlzeit, wie sichs gehört) wischen: dor mutt he de mund vör wischen davor hat er respekt Mensing schlesw.-holst. 5, 667; ebenso de nâse föar wischen Woeste westf. 327. dagegen anders zu verstehen, 'etwas schlechtes, unreines wegreiben': da sprach der schmidt (von Ruhla): pfui des landgrafen, des barmhertzigen, wer ihn nennet, sol alle mal das maul wischen Binhardus thür. chron. (1613) 133; vgl. brüder Grimm dtsche sagen (1891) 2, 177. A@2@cc) hierher auch (sich) den schlaf u. ä. aus den augen wischen 'die (innerliche) trägheit oder ruhe abschütteln, vertreiben': erriute dich der bôsheit ... wische den mies vonn augen Hartmann v. Aue büchlein 1, 811 Haupt; das (der sturz Daniels) benahm ihm (dem könig) alle lust zu essen, das wischte ihm den schlaff ausz den augen, das machte ihn bekümmert und trawrig Michael Walther Daniel (1645) 1, 887; wache auff der du schläfest, wische den spengler von den augen! Dannhawer [] catechismusmilch (1657) 1, 226, vgl.spengler teil 10, 1, 2155; dazu: (ihr Preuszen) wischt den schlaf von euren stirnen! hört die Oder brausend zürnen! v. Stägemann kriegsges. (1813) 77. A@33) aus dem zweck des wischens ergeben sich bestimmte bedeutungsfärbungen und -einengungen, z. t. unter stärkerer aufgabe der sinnlichen vorstellung des reibens. A@3@aa) zufrühst 'trocknen'. 'wischen wird wenigstens in der edeln schreibart gewöhnlich mit trocknen verwechselt, ungeachtet wischen und trocknen eigentlich ganz verschiedene dinge sind' Heynatz antibarbarus 2, 643; im einzelnen oft schwer von 1 zu unterscheiden: mit ir vahse hâre (haupthaar) sie die vuoze wiskte dtsche ged. d. 11. u. 12. jh. 243, 16 Diemer; do begossen sie in mit unreinem wasser von oben herab, do wischet der gedultig man sein hawbt Albrecht v. Eyb dtsche schr. 1, 50 H. besonders gern träne, auge wischen: wiske aba die trane sicca iam lacrimas Notker 1, 80, 24 Piper; hie nach die aposteln gut verhalen irn truben mut ... si wischten ir ougen unde giengen vor die vrouwen hin passional 126, 71 Hahn; gelinder flattre dann, o west, die wang ihr zu erfrischen, und thränen, die der gram erpreszt, ihr vom gesicht zu wischen! J. M. Miller ged. (1783) 82; gewisse wörter hat der dichter (Klopstock) zu gemein befunden ... wo es vorher hiesz: 'wische dem knaben die zähre vom antlitz' oder: 'wischet mit mir, wenn er stirbt, das blut von seinem gesichte' ist beidemal für wischen trocknen gesetzt Lessing 8, 51 M.; mundartlich: d auge wischen eine thräne trocknen Hunziker Aargau 304. beim bildlichen gebrauch der wendung die tränen wischen für 'trösten', 'leid stillen' nach apokal. 21, 4 ist die grenze zwischen 'wegreiben' (1 b) und 'trocknen' gänzlich flieszend: da wischet her (Jesus) alle trene von den ougen der guten Heinrich v. Hesler apokalypse 12698 Helm; weil dir (der seele) der herr vil guotes thuot ... von meinen augen wischt die thren B. Waldis psalter (1553) 211; der ... auch unser weinen, zu seiner rechten zeit, zu wasser, das ist zu nichts machen wird, wenn er die thränen von den betrübten wangen wird wischen J. Prätorius saturnalia (1663) 4; einen theil habt ihr (kinder) noch, eine gute mutter — wischt ihr die thränen, pflegt sie, damit sie nicht auch krank werde Hippel lebensläufe (1778) 2, 579. A@3@bb) 'kehren', 'fegen': wüschen, zusammenwüschen, seüberen converro Frisius dict. (1556) 329a; scopis purgo, scovare, spazzare wischen Calepinus XI ling. (1598) 1528a; wischen oder zusammenkehren converro ebda 331b; ist trincken ein eer, so ist kotzen kein schand, der wirt wüschts allssand hinder dwand (16. jh.) ein gespräch Bachi; das ärtz aber also gepaucht, wüschendt sie (die arbeiter) mit bäsem zuosammen Ph. Bech Agricolas bergwerckbuch (1557) 218; wir sollen vor unseren eigenen thüren wüschen, so wird die gantze gasz sauber seyn Dentzler clavis ling. lat. (1716) 358b; wenn man die stiege wüscht, musz man oben und nicht unten anfangen Kirchhofer schweiz. sprichw. (1824) 225; die neuen besen wüschen wohl, nur gehen sie nicht in die winkel ebda 205. dazu im partizip vom himmel 'gefegt' (näml. von wolken): apertum caelum heyteren himmel, hüpsch und schön, guot wätter, oder gewüschten himmel Frisius dict. (1556) 103b; vgl.: der himmel isch wie gwischt ohne eine wolke Seiler Basler ma. 320, s. gewischt teil 4, 1, 3, 6139. auch reflexiv: der himmel wischt sich, der hering spielet in der see H. Braun dies cinerum (1608) 27. []mundartlich süddeutsch bedeutet wischen sowohl trocken wie auch nasz fegen, während in norddeutscher umgangsspr. wischen nur nasses aufwischen besagt, s. Kretschmer wortgeogr. 195; Schmeller-Fr. 2, 1041; 'spez. mit nassem lumpen' Fischer schwäb. 6, 885; 'mit dem besen' Stalder schweiz. id. 2, 461. A@3@cc) am unsinnlichsten 'reinigen, putzen' schlechthin; hauptsächlich frühnhd., vgl. wischen vulgariter wuschen mundare, delere idem videlicet fetorem voc. incip. teut. (1471) o o 7a; tergere ... purgare et nitidum facere, wischen, trocknen, schmücken Bas. Faber thes. (1587) 852a; wüschen purgare Aler (1727) 2, 2221a: wie wasser wischt, das unrein ist, das sauber macht bei Wackernagel dtsch. kirchenlied 5, 34. vor allem bei waffen und schuhen, wo die vorstellung des reibens (mit dem lappen) noch am meisten mitläuft. waffen: 3 sz. Marten swertfegere vor dat richteswert to wyschende (1483) bei Schiller-Lübben 5, 740; vgl.: wie man den meister lohnt, so wischt er das schwert Binder sprichw. 125; ich solt ym vielleicht sein schwert gewischet haben ... nam damit das schwert und wolt das wischen buch d. liebe (1587) 83b; die zelt gab man den schitzen ein, darin da soltans wischen und laden Lienhart Flexel herrenschieszen (1558) in: Alemannia 6, 211; der alte Bernsteiner wischte sein schlechtes gewehr A. Stifter s. w. 2, 336; modern militärisch dafür gewehr reinigen, doch heute noch wischstrick, wischer. — schuhe: ich bin ewer genaden wirts sune, der ewer genad die stifel gewischt (15. jh. Nürnberg) dtsche städtechron. 3, 151; der herzog aber musste die pferde warten, mich ausziehen, die stiefeln wischen und alles richtig wie einem knecht zustehet, versorgen H. v. Schweinichen denkw. 133 Öst.; ich hab mich ... nie beschwärt, ... schuoch zuo wischen Wickram w. 2, 205, 26; welchem zu wischen seine schu, ich mich unwirdig achten thu Ringwaldt evangelia (1581) c 2a. mit sonstigen objekten: dem (bauern) koufften sie etlich wellen (stroh) ab und wüsten den (beschmutzten) wagen Eulenspiegel 99 ndr.; achtung geben, dasz ... die fasz gewischet, der wein zu guter, rechter zeitt uf gute, reine fasze gezogen sächs. hofordnungen 2, 63 Kern; daz diser streyt on bluotvergieszen nit vergieng, ich muest wund wüschen Boltz Terenz deutsch (1539) 50b; von dem kot wischen seine hend Hans Sachs 19, 90 K.-G.; jetzt werden auch noch die betten auseinander genommen und vor das haus geschleppt, werden gewischt und geklopft K. H. Waggerl mütter (1935) 222. kind(er) wischen tritt zusammen mit entspr. synonymen unter den oberbegriff 'pfleglich behandeln': und das kind am arm tragen ... und dik und vil ufheben, denn wüschen und anders legen d. teufels netz 5277 Barack; (säuglinge) die von ... weibern mit wischen und speisen beobachtet wurden Grimmelshausen Simplicissimus 440 ndr.; wischet und seuget die kinder Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 79. daher wischen dann auch von (gebrechlichen) erwachsenen: der armen mit baden, betten, klaiden, wischen und waschen pflegende G. Alt das buch der chron. (Nürnberg 1493) 211a; du solst in (deinen kranken mann) zu und auff decken, du solst ihn trucknen und wischen Barth weiberspiegel (1565) e 1b; allgemeiner: damit er nicht allein sich wischen und saubern, besondern auch seinem herren pflegen ... könne Bastel v. d. Sohle Harnisch aus Fleckenland (1648) 208. absolut gebraucht, zumal in stehender verbindung mit waschen, gelegentlicher mit anderen synonymen, steht wischen schlieszlich überhaupt für 'reinemachen, hausarbeit verrichten': [] ein sollich wischen und auch kehren was auch daselbst, dasz ich mich nehren müszt gar in einem kleinen spalt Fischart flöhhatz 121 ndr.; da hilft auch kein waschen noch wisschen, fegen noch keren M. Luther w. 19, 607 W.; die schusterin ... liesz an ihrem trost, wischen und wäschen nichts ermangeln Grimmelshausen 2, 460, 9 Keller; se wischt und wascht den gansen dag Mensing schlesw.-holst. 5, 667. A@3@dd) hierher auch, von der wischbewegung genommen, mundartlich einen wischen 'jem. schlagen, ohrfeigen', uneigentlich 'schelten', vgl. Schöpf tirol. 818; Lexer kärntn. 258; Fischer schwäb. 6, 885; Knothe Nordböhmen 544. deutlicher ist die ableitung in der form einem eine, ein paar (näml. ohrfeigen), eins wischen, z. b. Fischer a. a. o.; Seiler Basl. ma. 320; Crecelius oberhess. 2, 919; Hertel Thür. 259; Frischbier preusz. 2, 475. vgl. auch wischer, einen wisch geben s. v. wisch. A@44) vereinzelt wischen etwas mit einem wisch (s. wisch 1 b β) bestecken, zum zeichen der öffentlichen beschlagnahme oder des arrests: wan einer oder mehr an seinem heebzinsz (der vom hofgut zu zahlende zins) saumig wirdt und denselben nicht zahlt, soll durch den vogt ... daszelb hoffgut, darvon er den zinsz gibt, gewüscht werden, und soll der wüsch darauf jahr und tag stecken bleiben und daszelbe hofgut distel und dörn tragen, und nach verlauffung des jahrs und tags ... dem hoffherren gelieffert werden (Trier 1598) weist. d. Rheinprovinz 234, 34 Loersch. A@55) anders, auf einer vorstellung des zufahrenden greifens, damit der intransitiven bedeutung B 2 nahekommend, beruht die bedeutung 'fassen, greifen', vielleicht urspr. 'den wisch, am wisch (s. d. 5 b) greifen' und mit 1 zu verbinden. entwickelt ist dieser strang im komp. erwischen (s. d.): wischen deprehendere Schottel (1663) 1444; wischen ... deprehendere, quod tamen in comp. erwischen usitatus est Stieler (1691) 2564; vgl. Campe 5, 744; sich wischen 'sich haschen' ebda; sonst nur mundartlich: wüschen, derwüschen 'ergreifen, ertappen' Lexer kärtn. 261, 'haschen', bes. im spiel Bernd Posen 354; vgl. jem. wischen pincer quelqu'un en flagrant delit René Delcourt (1917) 174b. BB. intransitiv mit raumangabe 'sich schnell bewegen' (vgl. die germ. parallelen unter herkunft), aus A abzuleiten als ursprünglich 'sich schnell wie ein wisch (beim reinigen) bewegen', vgl. H. Paul dtsch. wb. (1921) 652. (anders, doch weniger überzeugend, ders. in: abh. d. bayr. ak. d. wiss. 22, 195.) sekundär tritt, mehr mundartlich, ein akustisches moment des mit der bewegung verbundenen geräusches hinzu, gestützt durch die lautverwandten wisch, interj., witsch, witschen, wusch, wutsch u. ä., vgl.: und hörst eppas rauschen oder wischn bei Hartmann volksschausp. (1880) 288; dazu wischeln 'wispern' Friedli Bärndütsch 3, 55, 'zischeln' Jungandreas schles. 41. B@11) in der eigentlichen vorstellung einer rasch huschenden bewegung, bei tieren und sachen: gelîch dem snellen phîle, der ûz der nüzze wischet Konrad v. Würzburg Trojanerkrieg 34523; so wüscht das knie wider an sein rechte stadth (1466) Pfolspeundt bündthertznei 86 Haes.-Midd.; wannen ich wüsche als ain hass ausz ainer hegken Nithart Terenz 98; wie man aber nit guet sorg het, scheucht der weihe (ein vogel) und wischt eins mals uszerm korb Zimmerische chron.2 2, 531, 26 Barack; so hette der faden kein ursach, daz er usz der nadlen wüschet Eulenspiegel 79 ndr.; da mans (beim aderlassen) auff senecisch so lang laszt lauffen, bisz die seel mit dem blut ausz dem löchlein wischet Fischart Garg. 102 ndr.; bald wider doch von wangen ein dopples bächlein wischt Spee trutznachtigall (1649) 61; das rauschen der eidechse, die durch das gras wischt Sal. Geszner schr. (1777) 1, 134, vgl. dazu wischen ... [] repere Stieler (1691) 2564; wischen, wuschen namentlich von dem hinschlüpfen kleiner tiere gebraucht, mäuse, wiesel wuschen an der erde hin K. Weinhold schles. 105. bei menschen von einer ähnlich raschen bewegung, am nächstkommenden von der fallbewegung: und ûz dem satel wischete gælichen ûf den anger Konrad v. Würzburg Engelhard 2625 H.-J.; hinder sich mit dem fusz stiesz er (der priester) den meszner krefftig an sein brust, dasz er rückling an boden wuscht und nider auff die erden sanck A. J. Widman hist. Peter Löwen (1573) c 6a. 'eilig springen': also wischet er oder sprang usz der buolerin huse Terenz deutsch (1499) 53a; der meister wuscht von stund usz dem bet Eulenspiegel 80 ndr.; da wüschet der knecht flux zu dem feur und nam das huon aus dem hafen V. Schumann nachtbüchlein 15 Bolte; alszbald du diesz gehört, von dar zu ihnen (gästen) wische Wencel Scherffer grobianer (1640) 121; weil wir aber ... in einer kammer gehen hören, wischten wir geschwinde von einander Joh. Beer weltkucker (1679) 3, 57; als man sie (die lade) öffnete, hüpfte es (ein schwarzes männlein) heraus und wischte hintern ofen dtsche mythologie 1, 424; auch: hierüber sind die Sachsen wider in harnisch gewischt und haben denen in den festungen herter, denn zuvor je geschehen, zugesetzt Cyr. Spangenberg mansfeldische chron. (1572) 195b. allgemeiner 'sich rasch wohin begeben', 'eilen', auch 'fliehen': die haben erfunden, das die armen lut ... mit irer hab in den kirchof gewischen (z. j. 1490 Augsburg) dtsche städtechron. 25, 352; der landgrafe aber wäre ... durch Goslar ohne gleite hindurch gewischt M. Luther tischreden 3, 637 W.; so kehrt er (der fisch nautilium) geschwinde das schiff unter uber ... und wüscht damit in die tieffe zuo grundt Heyden Plinius (1565) 367; sie begehrten aber gleichwol den strauchrauber nicht anzupacken, umb ihne der obrigkeit zu übergeben, sondern lieszen ihn in den wald wischen Grimmelshausen 2, 393, 13 Keller; so musz er (der simplicist) je zu zeiten auch mit einem zedelin in die apotheek wischen Moscherosch gesichte (1650) 1, 174. 'gleiten': jetzt wischt wohl sein (des toten) schatten in der nacht längs dem wilden wege Gust. Freytag ges. w. 8, 303. 'sich eilig bewegen' mundartl. allgemein verbreitet, z. b.: Fischer schwäb. 6, 885; Crecelius oberhess. 919; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 673; Bauer-Collitz waldeck. 114; Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 564. die alte sprache erweitert diesen gebrauch noch mehr zu 'rasch fahren, reisen, wandern': da musz sy (die eiche als schiff) über (die fische) wischen Heinrich v. Neustadt Apollonius 16628 Singer; über das pirg, pisher unwegsam, darüber gar niemant komen möcht, geacht, unversehenlich gewischt warn Aventin s. w. 4, 1, 280; die Vandali als recht wandersleute ... sind uber den Rhein gewischt P. Albinus meiszn. land- und bergchron. (1589) 38; sich leicht bewegen, fliegen, in der luft daherwischen Neander menschenspiegel (1560) 76b; dies klingt vereinzelt später nach: ich will diese ferien nach Leipzig wischen K. Lachmann an M. Haupt (1840) br. 59. hauptsächlich steht in die neuzeit ein gebrauch mit dem beisinn des heimlichen, unbemerkten huschens durch; vgl. auch mundartlich sich wǟšn sich heimlich entfernen Kisch Nösner wörter 170, wuschen heimlich und schnell sich bewegen Knothe Markersdorfer ma. 125; wischen unbeurlaubt einen kurzen besuch machen Frischbier preusz. 2, 475, vgl. auch unterm wisch sp. 708: darumb so spricht er (Terenz) nit 'wannen ich gienge oder keme', sunder 'wüschte oder entrinne' als aus ainer unerbern stat Nithart (1486) Terenz 98 lit. ver.; die aber mit verachtung des segens vor der zeit aus der kirchen wischen Joh. Pomarius grosze postilla (1590) 1, 104a; es währet nicht lange, mein guter freund wischt mit der jungfer in die kammer H. v. Schweinichen denkw. 38 Österley; [] dann wischte er (der schneider) eilig und leise wie ein schatten um die ecke O. Ludwig ges. schr. 2, 314; unbemerkt wischte ein frauenzimmer zur thür hinein A. v. Arnim 11, 53; Lisette hat inzwischen versucht, in Sophiens zimmer zu wischen A. Müllner dram. w. 5, 313; Trude wischte aus der türe H. Zillich zwischen grenzen u. zeiten (1936) 383. durch entsprechenden zusatz gekennzeichnet, 'entwischen'; vgl.: echappiren entlauffen, davon wischen Sperander (1727) 220a; aus der hand wischen elabi e manibus Wachter (1737) 1916. auch hier ursprünglich auf der sinnlichen vorstellung eines raschen entgleitens beruhend: gleich wie eine schlange eine glatte haut hat und einem durch die hände wischet M. Luther tischreden 1, 54 W.; dan jener (der glöckner) wan ihm das seil aus der handt wische, könn er es leicht wieder ereilen Zinkgref apophthegmata (1628) 1, 316; im bild: er möchte sie aus ihres vatters haus entführen, bevor ihnen die gelegenheit hierzu gäntzlich aus den händen wischte F. M. Pinto wunderliche reisen (1671) 373; der kerl wird mir doch nicht aus dem garn wischen Kretschmann s. w. 4, 142. abgezogener: meynten sie, er wolt darvon fliehen ... die kriegsleuth theten sich nahe zusammen, daz er nicht darvon wischte buch d. liebe (1587) 227a; so oft wischt er (ein ochse) mir gar behend gleich einem wind durch die händ Lindenborn Diogenes (1742) 1, 438; auf den münzmeister aber, der seine denkungsart auf münzen offenbaret, wird der (ein neuer Lessing) sich wohl nicht einmal herablassen wollen und dörfen, denn dieser wischt durch die hände Herder 3, 429 S. auf ähnlicher vorstellung beruht die sprichwörtl. redensart durch den bauch, magen wischen 'verpraszt werden': ja es faren offt eim durch den bauch rosz, wagen, hausz, hoff, wiszen, äcker, dann spricht man: es ist im durch den bauch gewischt Seb. Franck sprichw. (1545) 1, 23a; es ist ihm ein steinern haus durch den magen gewischt W. Körte sprichwörter (1837) 194. B@22) im besonderen wischen mit auf, an, über u. a. 'fassend nach etwas sich bewegen', z. t. mit der sinnlichen vorstellung einer arm- oder handbewegung, hier sich eng mit transitivem wischen 'greifen' (A 5) berührend: wenn mich einer vorn jhns wammess fast, so wisch ich mit meinem elnbogen hart an seine faust Fab. v. Auerswald ringerkunst (1539) c 4b; Fortunatus wüschet bald an sein wammesz, ... befand, das er (der glückssäckel) ym auch abgeschnitten was (1509) Fortunatus 52 ndr.; wie leicht wöllt ich dem gifftigen mit den negeln in die augen wüschen (in oculos involem) (1486) Hans Nithart Terenz 116 lit. ver.; der sechst wuscht mir in knebelbart H. R. Manuel weinspiel 89 ndr.; rieff ein italienischer soldat ihn an, dem wuscht er an die kälen Stumpf Schweizerchron. (1606) 282a. auch: dafern du ihr messer liegen siehst, alszbald zu diesem wisch Wencel Scherffer Grob. (1640) 29. daraus allgemeiner 'jemand anfallen, überfallen': so laüfft aber ein narr herzuo ... und wüscht mit feusten über den armen lotterbuben Jac. Frey gartengesellschaft 16 Bolte; darüber der graffe gewand und unversehens mit einem schweinspies oder spere auf den pfaltzgrafen gewischt und ihn durchstoszen Cyr. Spangenberg mansfeldische chron. (1572) 181a; geschwind wischte der fuchs über sie (die spatzen) her und frasse sie Abr. a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 527; derowegen (aus hunger) ... wischete er (der wolf) alsbald hinein (in den schafstall) über die schaaf ollapatrida 292 Wiener ndr. auch militärisch '(überraschend) angreifen': he mit sinen mitburgeren wusten ius (aus) up ir viande ind schuffierde ir heir sere groislich (1499 Köln) dtsche städtechr. 13, 308; eine solche formidable armee ... die über den Türcken mit sechsmal hunderttausend mann wischen könnte Abr. a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 237; vgl. noch: über einen [] wischen aliquem impetuose aggredi et invadere Nath. Duez germ.-gall.-lat. (1664) 686b; drüber herwischen injicere, invadere, impetum facere Stieler (1691) 2565.
38345 Zeichen · 837 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wischenstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    wischen stm. begie sînen mûl wol mit wüschen und mit strîchen krone 157. b.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wischensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wischen , sw. V. nhd. wischen, abwischen, reinigen, putzen, eilig gehen, schlüpfen, gleiten, streichen Vw.: s. af-, ȫver…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wíschen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wíschen , verb. regul. welches auf gedoppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte seyn, sich auf …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wischen

    Goethe-Wörterbuch

    wischen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    wischen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    PfWB RhWB wische n [wìə u. weə allg. ] 1. wischen, leicht schnell hin- und herfahren mit od. an etwas, besonders mit d…

  6. Sprichwörter
    Wischen

    Wander (Sprichwörter)

    Wischen 1. Nachher wischen, hilft nichts mehr. 2. Wenn wischen und waschen wer über dem Bach, alss küssen undt lachen un…

  7. Spezial
    wischen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wi|schen vb.tr. 1 (mit einem Lappen reinigen) terje (cun n bordun) 2 (reibend reinigen) puzené (sferian), netijé (sferia…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wischen

136 Bildungen · 31 Erstglied · 100 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von wischen

wis + -chen

wischen leitet sich vom Lemma wis ab mit Suffix -chen.

wischen‑ als Erstglied (30 von 31)

Wischenäg'

MeckWB

Wossidia Wischenäg' f. Wiesenegge; eiserne Egge mit sehr kurzen Zinken Schö Schönberg@Börzow Börz ; mit Gelenken zwischen den Zinken Loep. 1…

Wischenbeit

MeckWB

wischen·beit

Wossidia Wischenbeit a. Spr. -bete f. Wintergrün, pyrola: limonium, beta silvestris 'Wischenbte, Ldeweek' Chytr. 511. Vgl. Marz. 3, 1197.

Wischenbodden

MeckWB

wischen·bodden

Wossidia Wischenbodden m. Wiesenboden: so'n Wischenborrn, de jere Tied mit Water vullsagen is Loep. 123.

Wischendiestel

MeckWB

Wossidia Wischendiestel m. Name verschiedener Distelarten; Kohldistel, cirsium oleraceum: carduus pratensis 'Wischendystel' Chytr. 511; Sump…

Wischenflaß

MeckWB

wischen·flass

Wossidia Wischenflaß n. a. Spr. Ruhrkraut, gnaphalium, und ähnliche Gattungen, vgl. Marz. 2, 727 : gnaphalion 'Wisschenflaß' Chytr. 510.

Wischengoorden

MeckWB

Wossidia Wischengoorden m. s. MeckWB Wischgoorden .

Wischengrund

MeckWB

wischen·grund

Wossidia Wischengrund f. Wiesengrund: de Wischengrund is afkamen von 'n Hoff Ha. Kü. 3, 777 Wischgrund.

Wischenhööchde

MeckWB

Wossidia Wischenhööchde f. Anhöhe in einer Wiese Lu Ludwigslust@Eldena Eld .

Wischenierd'kul

MeckWB

Wossidia Wischenierd'kul f. dass. Pa Parchim@Barkow Bark .

wischenin

MeckWB

wisch·enin

Wossidia wischenin in die Wiese in der Rda. wischenin gahn für schiten Schw Schwerin@Zapel Zap .

Wischenkleewer

MeckWB

wischen·kleewer

Wossidia Wischenkleewer m. a. Spr. Wiesenklee, trifolium pratense: trifolium pratense 'wischenklever, Fleischblomen' Chytr. 508. Marz. 4, 78…

Wischenkœm

MeckWB

wischen·koem

Wossidia Wischenkœm a. Spr. -köme m. Wiesenkümmel, carum carvi: carus 'Wischen edder FeldtkOeme' Chytr. 503. Marz. 1, 860.

Wischenmeß

MeckWB

wischen·mess

Wossidia Wischenmeß m. wie Wischenierd' Schö, Ha, Lu, Pa, Sta; Schw GRog; Wa Waren@Schwarz Schwarz . Kü. 3, 777.

Wischenpanner

MeckWB

wischen·panner

Wossidia Wischenpanner m. wie Tunpanner Wa Waren@Röbel Röb ; entstellt: Wischenpanter Aufseher der Amtsrieselwiesen Ha Hagenow@Redefin Red ;…

Wischenplaug

MeckWB

Wossidia Wischenplaug m. Wiesenpflug, ein Pflug mit langem Schraubenstreichbrett, das es ermöglicht, den abgetrennten Rasenstreifen völlig z…

Wischentidelose

MeckWB

wischen·tidelose

Wossidia Wischentidelose f. a. Spr. wie Tidelose 1: hermodactylus 'Wischen tidelosen, Hervestblomen' Chytr. (1585) 488. Marz. 1, 1098.

Wischenuurt

MeckWB

Wossidia Wischenuurt m. Wiesenstück: '1 Wiesen-Ort auf der großen Wiese' (Pa) N. Strel. Anz. 1823, S. 479 a . Zu Uurt m. 2c.

wischenuⁿ

Idiotikon

wischenuⁿ Band 16, Spalte 2117 wischenuⁿ (Nachtr.) 16,2117

wischen als Zweitglied (30 von 100)

hūswischen

KöblerMnd

*hūswischen , sw. V. nhd. Haus reinigen Hw.: s. hūswischinge E.: s. hūs, wischen

zwischen?

KöblerMhd

*zwischen? , sw. V. Vw.: s. under- E.: s. zwischen (2) W.: nhd. DW-

Überwischen

Campe

Überwischen , v. trs . D. Überwischen. D. — ung. 1. \Uumlacute;berwischen, ich wische über, übergewischt, überzuwischen , über etwas wischen…

Únterwischen

Campe

Х Únterwischen , v. intrs . mit sein, ich wische unter, untergewischt, unterzuwischen , unter etwas wischen, d. h. schnell und leicht sich b…

abe wischen

MWB

abe wischen swV. 1 ‘etw. durch Wischen, Reiben entfernen’ 2 ‘entwischen, entrinnen’    1 ‘etw. durch Wischen, Reiben entfernen’ das golt, [.…

abgewischen

KöblerMhd

abgewischen , sw. V. Vw.: s. abegewischen

abwischen

DWB

abwischen , abstergere, detergere, nnl. afwisschen: den staub, das wasser vom tische, den tisch abwischen; die thränen von den wangen, den s…

afwischen

KöblerMnd

afwischen , sw. V. nhd. abwischen, abreiben ÜG.: lat. detergere, abstergere Hw.: vgl. mhd. abewischen E.: s. af, wischen W.: s. nhd. abwisch…

anwischen

DWB

anwischen , affricare, allinere: redlichem namen einen flecken anwischen. auch ein fechterausdruck, ich hab ihm eine angewischt, ausgewischt…

aufwischen

DWB

auf·wischen

aufwischen hatte früher vorherschend die intransitivbedeutung sursum elabi, erumpere, wie sie noch in unserm entwischen und hervor wischen, …

auswischen

DWB

aus·wischen

auswischen , abstergere, nnl. uitwisschen, 1 1) die augen auswischen, lacrimas extergere; sich die augen auswischen, trocknen. der arme mann…

bartwischen

DWB

bart·wischen

bartwischen , n. extersus barbae: aber wieder heraus ( aus der hölle ) zu entrinnen wird viel schnaufens und bartwischens brauchen. Simpl. 1…

bewischen

DWB

bewis·chen

bewischen , tergere, abstergere, bewüschen. Henisch 365 . illinere. Stieler 2564 .

biwischen

MeckWB

Wossidia biwischen auswischen: einen biwischen verprügeln Mi 9 a ; dee hebben se einen biwischt sie geschwängert Ha Hagenow@Redefin Red .

bītwischen

KöblerMnd

bītwischen , Adv. nhd. dazwischen, beiderseits E.: s. bī, twischen L.: MndHwb 1, 287 (bītüschen/bîtwischen)

dadazwischen

PfWB

dada·zwischen

da-dazwischen , da-darzwischen Adv. : verstärktes dazwischen, dodeʳzwische [Spey], -dezwische [SOPf (Nachlaß Heeger )]. Dodezwische stickt (…

DAENZWISCHEN

DWB2

daen·zwischen

DWB2 DAENZWISCHEN adv. DWB2 zuss. mit inzwischen adv., mhd. enzwischen. mnd. dârentwischen; mnl. daerentusscen, nnl. daarentusschen. mhd. hä…

dar enzwischen

KöblerMhd

dar enzwischen , Adv. nhd. dazwischen Q.: HartmKlage, MNat, PrOberalt, Rol, VMos (1130/1140), Walth, Wig E.: s. dar, en, zwischen W.: nhd. D…

darüberwischen

PfWB

darueber·wischen

darüber-wischen schw. : wie schd., driwweʳwische [allg.]. Wisch emol driwweʳ , in dem Spiggel kann mer nix sehe [ LU-Alsh , allg.]. —

davonwischen

DWB2

davon·wischen

davonwischen vb. : 1531 Hedio Josephus 1,128 b . z.j.1694 lieder Württembergs 612 S./M. DWB2 – inchoativ:

dazwischen

DWB

daz·wischen

dazwischen , adv. inter binos, inmitten. im strengahd. nur das adject. zwiski binus, erst bei Tatian , Notker und Williram die präpos. und d…

Ableitungen von wischen (5 von 5)

bewischen

DWB

bewischen , tergere, abstergere, bewüschen. Henisch 365 . illinere. Stieler 2564 .

entwischen

DWB

entwischen , 1 1) evadere, elabi, entschlüpfen, entfahren, nnl. ontwisschen, früher oft fehlerhaft entwüschen geschrieben, mhd. nieht dir in…

erwischen

DWB

erwischen , arripere, comprehendere, erhaschen, erfassen, schnell und heimlich ergreifen, fehlerhaft geschrieben erwüschen, mhd. erwischen, …

gewischen

Lexer

ge-wischen swv. BMZ wischen Pass.

verwischen

DWB

verwischen , vb.; seit dem 11. jh. in verschiedenen bedeutungen bezeugt, vgl. mhd. wb. 3, 764; Lexer 3, 311 . im frühnhd. selten, seit dem 1…