lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

steipe

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
12
Verweise raus
14

Eintrag · Rheinisches Wb.

Steipe

Bd. 8, Sp. 611
Steipe das Wort, mhd. stîper »Stützholz«, afries. stîpe, ostfries. stîpe, stîp, nd. stîpe, mögl. zu lat. stipes, ist allg., u. zwar Rhfrk -aip, –ęi- [Birkf-Idar -ē-; Monophthonggeb. von Saarbr -i-; im Saargeb. auch -ęiw, Pl. -wə, angelehnt an steif], Pl. -bə, in Simm auch -bər; Mosfrk -ęi-, –ei-, Pl. -bə(n) bis zur Diphthongierungs-L. [doch hat Prüm um Ihren Lützkampen Schlausenb. u. kurköln. Neuw, NAltk von Horhsn an -i-]; Siegld -ibə; Rip -ip, Pl. -pə [doch -ī- Malm-Weywertz, Schleid-Dreiborn Hellenth, Aach-Walh; -ei- Malm-Aldring]; Berg ö. Ürd.-L. -ipə, um Waldbr-Eckenhg, vielfach in Gummb -ī-, Pl. -pən [bevorzugt aber ist hier -īpəl, –i-]; Eup, SNfrk -īp, Pl. -pə [doch SGeilk, SErk -i-]; lrhn. Klevld -i-, –ī-, Pl. -pə [Mörs n. einschl. Ruhr -īpal]; Demin. -bχə(n), –pχə, –ipkə f. [m. Aach, Düss-Stdt, Neuss-Stdt]: 1. quergestellte Stütze, bes. zum Stützen der obstbeladenen Bäume, Bomst.; düs Johr mosste mer vill St.ən bruchen bei de Böm; se hongen esu voll, dat se brochen Altk-Bachenbg, Allg.; Pfahl, den man gegen das Scheunentor, die Schuppentüre stützt, dass der Wind sie nicht zuschlägt; Giebelstütze; St. unter der Zimmerdecke, im Stollen; Leiterstütze (Runge); St. unter dem Karrenbaum, damit die Karre nicht in die Höhe schlägt, Karenst.; sie ist während des Fahrens in einer Schläupe eingehängt; dohn de St. us; setz de St. onger (unter); Balkenstrebe im Dachwerk; scherzh. Spazierstock, St. des Pflügers; St.chə irgend ein kleineres Holz, etwa zum Umrühren des Schweineblutes, zum Andrehen von Seilen Rip, Allg. [urkdl. upstypen Köln 1363; von wegen des stippen Jül-Aldenhv 1582; [] langs das conuent stippen setzen lassen MüEif 1617]. RA.: Sing Ben sen jet wie St.ə er hat dünne Beine Monsch-Witzerath. Du häs wahl en St. em Röggen! willst dich nicht bücken Rip, Allg. Van (an) enem St. han Unterstützung, Hilfe Sieg-Ägid, MGladb. Enem de St. halde ihm beistehen Köln. St. halde standhalten Schleid-Dreiborn. De St. ongersette, o. de Kar s. scherzh. Halt machen, in einer Wirtschaft einkehren wollen SNfrk, Klevld. De Sunn setz St.ən, et get Ren (Regen) Saarbg, Bitb, Koch, May; wenn de Sonn setz St.ə (steht op St.ə), dann gevven et bal Trippe (Regentropfen), — morn rent et Tr. Rip, — m. g. et Sippe, fängt et an te sipe Düss-Kaiserswerth, MGladb, Kref, Geld, — dann es mor gout sipe Kref; wenn de S. sich St.ə stellt, bal der Ren vum Himmel fällt Köln-Stdt; wenn de S. hät St.ə, rent et met Neipe (Launen) bald viel, bald wenig Neuw-Datzeroth, — kennt mer feng (ziemlich) ger neipen (einnicken) Bitb-Betting. De krig de St.ən onger widersetzt sich Kemp-Hüls. Mir fallen de Ogen zo, eich moss mer St.chər önner de Ogendeckel machen Altk-Bachenbg, Allg.; soll ich e St.chən hole gohn? zu dem, dem die Augendeckel zufallen oder der den Kopf bei Tisch stützt Trier, Allg. Engen de St.chə steiche ein Hindernis bereiten Aach-Stdt. St.chər focke ein Knabensp., wobei es gilt, einen Knaben gegen ein hingestelltes St. zu drücken, dass es umfällt Schleid-Udenbreth. Der hät e St.chə onneg de Nas einen Rotzfaden aus der Nase hängen May. Dat Hus steht op (drei) St.ə, hät en St. nüdeg ist baufällig Rip. Dat Hus, dat steht op St.ə, dat soll der Deuvel wippe! Spottr. der heischenden Burschen, die nichts in einem Hause erhalten MülhRh, Rip verbr. Engen op e St.chə krige ihn in seinen Prahlereien unterstützen, um ihn noch mehr lächerlich zu machen Aach-Merkst Stdt, MGladb-Rheind. Jet op St. holle, drenke, gevve auf Borg Bo-Kessenich, Köln-Stdt. He steht mech zer St. hilft mir MGladb-Odenk. Boch (Bauch) an B., en de Medde en St.? Kühe an der Deichsel Daun-Gerolst. — Im bes. noch: Eckpfosten am Fachhause Bitb, Prüm, Eusk, Köln, Aach, Geilk, Kemp; Pl. die senkrechten Balken des Fachwerkes; de scheve (schiefen) St.ə die schrägen Bo-Grau-Rheind; šdibə ein mit dem Häzaichə versehenes Stäbchen zum Abstecken der Haubergsanteile W- u. SSiegld; Fr. Grund šdaibə; eine hinten am Wagen, vor allem am Postwagen, angebrachte kurze, unten zugespitzte Eisenstange, die man beim Bergauffahren nachschleifen lässt, sie stemmt sich, wenn die Zugtiere beim Halten Ruhestellung einnehmen, dem Zurückrollen des Wagens entgegen Siegld-Trupb OSchelden; Bettstempel Dür, Erk; Handpicke beim Rodelschlittenfahren Simm, Trier bis Kobl, Rip in Aden-Engeln, Schleid-Üdelhv; Sitzstange der Hühner Wippf-Hardt; Gabelstange, zum Streuen im Stalle Bergh-Blatzh; Zaunpfahl, Zongkst. Prüm, Malm, Monsch; desmol wiərd hen ävver övver et St.chen sprenge mossen der sich wiederholt gegen das Gesetz vergangen hat u. endlich mal erwischt wurde. Schieferpfeiler im Sch.bruch, die man zum Tragen des Gewölbes stehen lässt Bernk-Veldenz. — [] 2. übertr. a. sachl. α. Steipchen Federhalter Goar-Halsenb Morshsn. — β. em St.chə Wirtshausn. Aach-Eschw; op der St.ə Waldbr-Wildbg. — γ. Pl. verächtl. dünne Beine Allg.; sech op de St.ə hale sich aufrecht, gesund halten Rip. RA.: Hei stönnt de St.ə, weə baue wellt, de baut! man hebt dabei die Beinchen des Kindes in die Höhe Aach-Stdt. Su sät de Fuchs: ech bau, ech bau; em Herst legt e sech of de Reck, stellt de Bän en de Loft un reft (ruft): ech bau, ech b., veər St.ən hun ech at (schon) zu dem, der stets angibt, bauen zu wollen u. es doch nicht ausführt Koch-Leienkaul. Zwei St.ə, dorop e Fass (Bauch), d. de Erdkuəl (Kopf), d. ene Bösch (Haare), doren lofe well Ferke (Läuse); wat es dat? der Mensch Aach-Eschw. Op de ander Sitte stohn zwei St.ə; op de St.ə steht e Fass; op dem F. st. ene Trechter (Trichter); op dem Tr. steht en Klotz; op dem Kl. steht ene Wald, do spaziert Jungk on Alt? Sieg-ODollend. He es noch got op de St.ə noch rüstig Aach-Würselen; de Höhner on de Hippe (Ziege), die stihn of ihre St.ə Altk. — δ. Fussspitze; of de St. goh Siegld. — ε. Vorderschinken, Schweinsst. Wittl-Binsf Landschd. — ζ. St.chər Pl. spitze Haarlocken Schleid-Hellenth. — η. scherzh. die Fabrik feuerfester Steine Sieg-Kriegsd. — θ. Knochen im Tierhorn Schleid-Hellenth. — ι. die St. mache die Grenze zwischen zwei Wiesen durch Niedertreten des Grases sichtbar machen Goar-NHeimb. — κ. das alte Rathaus, das sogenannte »Rote Haus« am Markt in Trier (an der Steypen 1580); dann e wohnt ön de St.ən wenn einer in den Häusern in der Krahnenstrasse in Trier, mit gestütztem Überbau wohnt. — b. persönl. α. verächtl. hölzerner, steifer, unbehilflicher Mensch Aach-Stdt 1836, Prüm-Ihren (bes. für ein Weib); Bauernst. Bauerntölpel Prüm. — β. scherzh. Junggeselle, der im Hause bleibt u. den verheirateten Bruder unterstützt Bitb-NWeis. — γ. ländl. Dienstmagd Sieg-Menden. — δ. Pl. Neckn. derer von Wittl-Pantenbg.
6677 Zeichen · 190 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    steipef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    steipe , f. , stütze, in dieser form vornehmlich in den mundarten des Rheinlandes, Luxemburgs und Lothringens, s. Wegele…

  2. modern
    Dialekt
    Steipef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Steipe f. : 1. 'Stützpfahl', bes. für überhängende Äste, Steip (šdaib) [Ingb], Stip (šdib) [HB-N'alth Nd'gailb Peppk Sey…

Verweisungsnetz

15 Knoten, 23 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 10 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steipe

54 Bildungen · 34 Erstglied · 20 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von steipe

steipeln + -e

steipe leitet sich vom Lemma steipeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

steipe‑ als Erstglied (30 von 34)

steipelig

RhWB

steipelig -īp-, –ip- Berg; -ip- Sieg-Hennef , Aach-Stdt Adj.: 1. nach allen Seiten Ecken u. Spitzen zeigend. — 2. stützbedürftig, steif, ung…

steipeln

RhWB

steipeln -aib- Kreuzn ; -īp-, –i- Berg, n. einschl. Ruhr, Mörs schw.: 1. a. trans. etwas st., stützen; de Mur, der Bom es gestippelt NBerg, …

Steipenbeinchen

RhWB

steipen·beinchen

Steipen-beinchen -ē:nχə Schleid-Hellenth n.: scherzh. 1. kurze Beine. — 2. übertr. kleine, gedrungene Person. St.bencheskörfche Körbchen mit…

Steipenessen

RhWB

steipen·essen

Steipen-essen Trier-Stdt n.: eigentl. ein E. in der Steipe 2 aκ; dann scherzh. ein E. mit vielen Geladenen, wobei die Tische mit Gerichten b…

Steipenfüttchen

RhWB

Steipen-füttchen -ø- Eusk , Köln , Bergh , Aach-Eschw , Düss-Stdt n.: scherzh. Stoss mit dem Knie in das Gesäss eines andern; ein Knabensp.,…

Steipengaden

DRW

steipen·gaden

Steipengaden, m. in Trier: Versammlungsstätte und Gericht für geringfügige Streitsachen, im Erdgeschoss der Steipe Sachhinweis: Marx,Trier I…

Steipengesellschaft

DRW

steipen·gesellschaft

Steipengesellschaft, f. in Trier: in der Steipe zusammenkommende Vereinigung von städt. Honoratioren, ua. zur Besprechung städt. Angelegenhe…

steipenieren

RhWB

steipe·nieren

steipenieren -ipənī:rə  Sieg-ODollend schw.: absol. sich sträuben, etwas bestreiten.

Steipenordnung

DRW

steipen·ordnung

Steipenordnung, f. Regelwerk der Steipengesellschaft steipen- oder mattschaftsordnung wird zum theil regulirt nach ordnung dero amtshäuser 1…

steipenvoll

RhWB

steipen·voll

steipen-voll  Altk-Leingen , L-Rip Adj.: gedrängt voll, bes. vom Obstbaume.

steiperig

PfWB

steipe·rig

steiperig Adj. : ' steif ', von gestärkten Stoffen, stäwerig [ Bayer Hackm. 67]. Das isch awer stäweriges Dings an dene Unnerhose, die bleiw…

steipern

DWB

ste·ipern

steipern , vb. , stützen; allgemein schwäbisch Fischer 5, 1721 , vgl. weiter Meisinger Rappenau 1, 180 ; Crecelius 808 ; Vilmar 401 ; Vilmar…

Steipert

RhWB

Steipert -ipə(r)t, Pl. -tə m.: 1. verächtl. ein Prahlhans Erk-Körrenz ; -ib- Hochmütiger Siegld . — 2. a. Neujahrsstuten, Nikolausweck, an d…

Steiperwurzel

PfWB

steiper·wurzel

 Steiper-wurzel f. : ' Luftwurzel am Maisstengel ', steht am Knoten schräg ab, Schdeiberwatzle Pl. [ Beam Penns 88].

steipe als Zweitglied (20 von 20)

Heusteipe

RhWBN

heu·steipe

Heu-steipe -ipə Monsch-Rott , Wippf-Agathabg Pl.: Leiterstützen am Heuwagen.

Karrensteipe

RhWB

karren·steipe

Karren-steipe -štip, –ī-, –štipəl (s. S.) Rip, Nfrk; kā:r- MülhRh-BGladb ; kār-, kār- Geld , Mörs , Klev f.: -stütze der Schlagkarre, vorn a…

Mämmensteipe

RhWB

maemme·n·steipe

Mämmen-steipe mamənšdeip f. Bitb-Stdt ; męməštipər m. Köln-Stdt , Düss-Stdt ; -štīplər m. Sol : scherzh. Brustschnürleib, Korsett.

Ofensteipe

RhWB

ofen·steipe

Ofen-steipe -stip(ə) Rip, Berg f.: Stütze des Hinterofens, der Tromm.

Rechensteipe

RhWB

rechen·steipe

Rechen-steipe -stip Dür-Winden f.: -stiel. — (s. S.) Allg. m.: wie nhd. RA.: fett wie e R. Saarbr-Güding , Siegld-Eiserf .

Rungensteipe

RhWB

rungen·steipe

Rungen-steipe -šdeip, –ęi- Daun , Neuw , Altk ; -i- Monsch-Rohren , Eusk-GrVernich , Rheinb-Ersd Fritzd , Bergh-Bergerhf, Neuss-Glehn f.:Leu…

Streusteipe

RhWB

streu·steipe

Streu-steipe -ip Ahrw-Vettelhv , Eusk , Rheinb , Bo , Dür f.: längerer Stock mit Astzwinge am unteren Ende, zum Wenden der Streu 1 a im Stal…