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stroh

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stroh n.

Bd. 19, Sp. 1635
stroh, n. , stramen. ahd. strao, strô, mhd. strô; anfr. mnl. mnd. strô, nl. stroo; afries. strê; ags. strēaw, me. strāu, ne. straw; an. strā, n. straa, schwed. str (zur bedeutung s. u. 1). germ. grundform *strawa, n., die von der zur idg. verbalwurzel *ster- (dazu lat. sternere 'hinbreiten, hinstreuen') gebildeten erweiterung *streu- (dazu lat. struere 'aufschichten, aufbauen') herzuleiten ist, vgl. Walde-Pokorny 2, 638; über den zusammenhang mit got. straujan s. o. streuen sp. 1483. zu den germ. formen auch got. *strawa (s. u.), das auf eine vorstufe *strawō, f., weist; dem entspricht im genus (und letztlich auch in der bedeutung, s. u.) noch frühmhd. strowe, f., Windb. ps. 16 Gr.; 612; auch legerstrowe, f., ebda 282 (doch neu tr. 180); mundartlich auch mask., vgl. schweiz. id. 11, 2419. form. im deutschen ist die lautliche entwicklung des wortes durch abfall und verdrängung des stammauslautenden w gekennzeichnet, für das seit dem 16. jh. in der schreibung, bei den flektierten formen z. t. auch in der aussprache ein h eintritt. schon in den ahd. schreibformen fehlt in- und auslautendes w fast ganz (nur bei formen wie gestrǒwe ahd. gl. 3, 625, 19); es erscheint vokalisiert in den ältesten quellen als o: strao (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 64, 41; 65, 41; 243, 21; in dieser form wird es mit dem stammvokal später kontrahiert zu ô, dessen länge in manchen hss. bezeichnet ist, z. b. ahd. gl. 1, 613, 61; 3, 112, 4. das in den flektionsformen zu erwartende inlautende w ist schon früh durch ausgleich beseitigt nach dem nom. akk.; gen.: strōs Lipsiussche gl. nr. 656 v. Helten; stroes (nd., 11. jh.) ahd. gl. 2, 564, 7; dat.: stroe (neben frauue 'frohe') Murbacher hymnen 4, 3 S.; stroe (bair., 11. jh.) ahd. gl. 2, 663, 59. ob inlautendes aw zu auw, ouw diphthongiert wurde (Braune ahd. gr. § 114 a. 3) ist sehr zweifelhaft; der im auslaut begegnende diphthong: strau, strou (alem., 9. jh.) ahd. gl. 1, 286, 27 sowie bettistrou ebda 3, 620, 11 (13. jh.) könnte aus dem inlaut eingeführtes vokalisiertes w enthalten. ausgleichsmöglichkeiten und landschaftliche sonderentwicklung haben zu zahlreichen wortformen geführt, die bis ins frühnhd. z. t. nebeneinander bestehen. besonders im alemannischen sprachgebiet wirken die flektierten formen auf den nom. u. akk. ein, wobei bisweilen das w wieder auslautend antritt, vgl. strou Steinmar in: schweiz. [] minnesänger 180 B.; strouw Boner edelstein 16, 32 Pf.; Thurneysser alchymia (1583) 54; strauw Stumpf Schweizer chron. (1606) 82a; gen.: strouwes Heinrich v. d. Türlin crône 245b Sch.; städtechron. 8, 79 (Straszburg, 14. jh.); dat.: strouwe Boner a. a. o. 16, 27; städtechron. 8, 54. die häufigen schreibungen mit -aw, -ow sind wohl in den meisten fällen als diphthonge (au, ou) anzusehen: strow (15. jh.) österr. weisth. 4, 358; straw, strow (1515) Eulenspiegel 136 ndr.; vereinzeltes -b im auslaut setzt jedoch auch konsonantische lautung voraus: strab (15. jh.) Diefenbach nov. gl. 276b; vgl.strob-, strabsack (md., 15. jh.) Diefenbach gl. 555a. auf nd. und meist auch auf md. sprachgebiet ist die form des nom. akk. (strô) für das ganze paradigma gültig geworden; gen.: stros (nd., 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 79a; stroesz bei Luther br. 10, 612 W. doch begegnen formen mit ô wie im ahd. (s. o.) auch im mhd. u. frühnhd. auf obd. gebiet, z. t. mit erhaltung des w in flektionsformen; gen.: strôwes Wolfram v. Eschenbach Willehalm 256, 27 L.; stroes Arigo decameron 220 lit. ver.; dat.: strôwe Burkart v. Hohenfels 7, 2, 9 bei Kraus liederd. schriftsprachlich verdrängen die ō-formen seit ende des 16. jhs. auch im alem. die diphthongischen schreibungen, vgl.: strauw Frisius dict. (1556) 1246a, dagegen stro Steph.-Frisius (1590) DDDd 4a; ebenso: strow Calepinus VII ling. (1579) 912b; stro XI ling. (1598) 1499a; doch in mundartlich gefärbter rede noch strau bei Pestalozzi s. w. 5, 325 B.-Spr. im 16. jh. erlangt auch die vereinzelt schon früher auftretende schreibung mit h (stroh gloss. zu Notker 3, 2, 582 S.-St.; s. auch strohen) weitere verbreitung: stroh Er. Alberus fabeln 146 ndr.; Gäbelkover artzneyb. (1596) 2, 58; Steph.-Frisius (1590) FFff 1a; dat.: strohe Frey gartenges. 85 lit. ver.; im 17. jh. überwiegt bereits die h-schreibung, seit dem 18. jh. ist sie allgemein üblich. im nd. und md. ist in älterer zeit auch das e als längezeichen gebräuchlich: stroe Tortellius voc. gemma (Köln 1495) X 3b; gemma gemm. (Köln 1512) X 1b; Luther 9, 594 W. (nachschr.); formen dieser art sind jedoch nicht immer eindeutig, da an den nom. und akk. auch ein auslautendes e treten kann, vgl.: strowe (1321) bei Grimm weist. 2, 3; Dasypodius (1537) 233b; strohe bei Luther tischr. 6, 217; w. 54, 493 W. in den heutigen mundarten lebt das wort in mannigfachen lautformen. friesisch: stre Johansen nordfries. 128; straî Jensen Wiedingharde 587; stri Siebs Helgoland 290; stree südl. v. Aurich (neben nd. hd. stroh) Stürenburg ostfries. 268; strie friesch woordenboek 3, 220 (hierzu afries. strê Richthofen 1052). im nd. überwiegt ō als stammvokal, doch begegnen im westnd. auch diphthongische lautungen: strou Furcht spr. d. Alten Landes 25; sträo Schmoeckel-Blesken Soester Börde 291; strüa Leithäuser Barmen 153; strȳúə Leihener Cronenberg 118; ströa Elberf. ma. 158; strau Böger Schwalenberg 164; štrau Bauer-Collitz Waldeck 100a. die belege aus dem md. sprachgebiet lassen im westen z. t. eine aufhellung des stammvokals, im osten dagegen eine verdunkelung erkennen: ströh Müller-Schlösser Düsseldorf 256; strüh Hönig Köln 177b; strüe Rovenhagen Aachen 143; štrei-lux. ma. 429; sdri Christa Trier 202; sdrói Hertel Thür. 238; strû Crecelius Oberhessen 819; strû- Jecht Mansfeld 109; stroh, struh Müller-Fraureuth obersächs. 2, 578; strū Blumer nordwestböhm. 88. im obd. überwiegt diphthongische lautung des stammvokals: straü, stroü, stroh Martin-Lienhart elsäss. 2, 621; štr, -, -ə, -ao, -ou Fischer schwäb. 5, 1870; strau(w), strou(w) schweiz. id. 11, 2419; stroa Ruckert Unterfranken 177; strôu, strau, straə Schmeller-Frommann bayer. 2, 802; štra Bacher Lusern 397; stroa Lexer Kärnten 244. bedeutung und gebrauch. das wort bezeichnet eine gesamtheit von halmen des reifen getreides, 'besonders die halme, welche von dem ausgedroschenen getreide übrig bleiben, und in weiterem verstande auch die übrig bleibenden halme anderer feldfrüchte' [] Adelung 4 (1780) 832; s. auch bohnenstroh teil 2, sp. 227, erbsenstroh teil 3, sp. 740. die bedeutungsentwicklung von der zugrunde liegenden wurzel *ster- 'ausbreiten' (s. o.) zur bloszen materialbezeichnung ist bereits vor beginn der ahd. überlieferung im wesentlichen abgeschlossen. aufschlusz über die vorangehende entwicklung vermittelt das nur im lat. context überlieferte, wahrscheinlich got. *strawa (stravam super tumulum eius [Attilas] quam appellant ipsi ingenti commessatione concelebrant [Hunnen und Goten] bei Jordanes cap. 49), nach J. Grimm kl. schr. 3, 135 'das auf dem hügel errichtete, aufgestellte gerüste, eine streu, wenn man will, ein bette (lectisternium)'; ähnlich auch Müllenhoff progr. d. univ. Kiel (1847) 27 anm., der darunter die gesamte handlung (totenfeier), nicht nur den aufgebauten haufen versteht; dazu zuletzt E. Rooth ann. acad. scient. Fennicae 84 (1954) 37; E. Schwarz südostforschungen 15 (1956) 98; vgl.streu c. auch einige der frühen deutschen zeugnisse lassen noch einen von der heutigen verwendung abweichenden gebrauch erkennen; mit abh. genitiv: stramen spicarum strac (lies strao wie die samanunga hat) speltono ahd. gl. 1, 64, 41 St -S. (8./9. jh., Pariser hs. d. Abrogans; dagegen kistrauui speltono i. d. St. Galler hs.); für lat. foenum 'heu': (sarmenta mixtim subdita et) foeni (struem spargens) stro, stroes ahd. gl. 2, 564, 7 (mfrk. nach alem. vorlage, 11. jh., zu Prudentius); so auch ags. strēaw foenum Bosworth-Toller 927. in frühen belegen bezeichnet stroh als übersetzung von lat. stratum wohl noch die lagerstatt schlechthin, das bett (erst später das 'strohlager' in engerem sinne, vgl. 1 c α): giu stroe frauue arstames dancha singante inti dine (iam strato lęti surgimus grates canentes et tuos) Murbacher hymnen 4, 3 Sievers; so gehugdig uuas thīn ouir strō mīn (si memor fui tui super stratum meum) altostnfrk. psalmenfragm. 28 v. Helten (uf legerstrowe minere [fem.!] Windb. ps., lagerstat Trierer ps., bete Millst. ps. 62, 7); ähnlich in einer nfrk. glosse: (si ascendero in lectum) strati (mei) strōs Lipsiussche gl. nr. 656 v. Helten (bette strowe miner [fem.!] Windb. ps., strowes mines Millst. ps., bett meines strosz erste dt. bibel, ps. 131, 3); weitere zeugnisse aus dem mhd.: mit zaheren minen strowe mine (fem.!) ih gefuhte Windb. ps. 16 Gr. (stratum meum, daz stro min Millst. ps., min leger Wegeleb. ps., mein stro Mentel, mein bOett Zainer, ps. 6, 7); hierzu vgl. auch ags. übersetzungen dieser psalmentexte durch das verwandte streowen, strēn, f., 'lager', s. Bosworth-Toller 928, und die zss. bettistro, -strou lectisternium (d. i. 'bett, bettdecke') (12./13. jh.) ahd. gl. 3, 619, 12; 620, 11. dieser wortgebrauch kann als letzter nachklang einer auch in got. *strawa (s. o.) vertretenen bedeutungsrichtung ('das zum lager aufgeschichtete') aufgefaszt werden. meist ist stroh aber schon im ahd. eindeutige materialbezeichnung. seit dem 9. jh. steht es für lat. 'palea' meist in bibelglossen (ahd. gl. 1, 286, 27; 318, 26; 333, 10; 504, 8; 507, 66; 643, 66; 3, 16, 23; 4, 251, 15), als übersetzung von lat. 'stramen' meist in alphab. und sachglossaren (ahd. gl. 1, 65, 41; 243, 21; 3, 112, 4; 200, 52; 358, 27; 400, 59; 625, 20; 5, 37, 41); seltenere glossierungen: (et turbo quasi) stipulam (auferet eos) stro ahd. gl. 1, 611, 47 (zu Jes. 40, 24); (facti sunt quasi) stipula, (ignis combussit eos) stro, strô ahd. gl. 1, 613, 61 (zu Jes. 47, 14); (horrebat regia) culmo stroe vel scoupe vel halme ahd. gl. 2, 663, 59 (zu Vergil Än. 8, 654); farago stro ahd. gl. 3, 376, 41 (Id). in späteren glossaren übersetzt stroh meist 'stramen' (Diefenbach gl. 554c), nur noch selten 'palea' (strab vel vesen ab dem trayd Diefenbach nov. gl. 276b). 11) im eigentlichen sinne als materialbezeichnung schlechthin. in der regel als kollektivum aufgefaszt (s. auch geströh, geströhde teil 4, 1, 2, sp. 4258), aber in älterer sprache auch in der bedeutung 'strohhalm' (vgl. 3 a α): [] mich hât ein halm gemachet frô: er giht, ich sül genâde finden. ich maz daz selbe kleine strô, als ich hie vor gesach von kinden Walther v. d. Vogelweide 66, 7 Kraus; die bes. im mhd. auch beim kollektivum auftretende verbindung mit dem unbestimmten artikel (ein stroh, vgl. Behaghel syntax 1, 416; belege s. u. b—c) erschwert in manchen fällen eine scheidung zwischen kollektiv- und einzelbezeichnung, vgl.: ich wart gewar daz im ein strô ragete uz beiden schuohen dô des zuctich im her ûz ein teil Reinhart Fuchs, bihte v. 109 Grimm; swâ die halme ein herren welnt, unt si ir hoehstez künne zelnt, sô mac der schoup wol wesen vrô: erst tiurer denne ein ander strô Freidank bescheidenheit 77 Gr.; noch nhd.: tirannen, ... dass euch ein ... raschelnd stroh ... erschrecket Lohenstein Cleopatra (1680) 66; aber man sieht auch nirgend ein untergeackert stroh Göthe III 1, 318 W. rechtssprachlich als halmsymbol (vadium) bei der verzichtserklärung und lehnsübertragung (vgl.strohhalm u. mnl. stro Verwijs-Verdam 7, 2329/30): mit stro man guot uf git; ez sì ho ader nider, mit stro liht man ez in wider König v. Odenwald 5, 152 Schröder. die im hd. nur in resten nachweisbare bedeutung '(stroh-) halm' ist in den verwandten germ. sprachen (nl., engl.,n.) noch durchaus lebendig, im schwed. sogar vorherrschend (demgegenüber schwed. halm 'stroh', vgl. auch schwed. halmstr 'strohhalm'). 1@aa) bedeutungsabgrenzung. 1@a@aα) in gegenüberstellung oder verbindung mit ähnlichen bezeichnungen wie holz, gras, heu usw.: die-dir zímberont uber fundiment holzir hóuue stroh die neuuerdint ferlórin (qvi edificant svper fvndamentvm ligna, fęnvm, stipvlam, non perevnt) glossierung zu Notker 3, 2, 582 S.-St.; und do er (Husz) kam zuo dem usser veld und er ersach das für, holtz und strov, do viel er drymaul uff sin knie Ulrich v. Richental chron. d. Constanzer conzils 81 lit. ver.; so wissen wir wol, das du nichts bedarft zeren, dann umb hau und stro, nagel und eysen, sunder man gibt dir sunst (umsonst) kost und futer (1469) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalters 1, 89; tuben mist ..., mach den rein, daz kein holtz oder stro oder grund oder federen dorinn ligen Gersdorff wundarzney (1517) 34a; (es soll) auch sonst keiner ... den wirten vberdrang anthun mit öl, saltz, heuw, stro, liecht Fronsperger kriegsb. 1 (1578) 31b; das man gewarsam mit dem feur umbgehe, hei, stro, schaiter und dergleichen so weit es müglich von den feurstöten hindan löge (17. jh.) österr. weisth. 2, 30; im mistbeet kann er schon salat und zwiebeln säen; doch deckt er es mit stroh und schilf noch fleissig zu Brockes ird. vergnügen (1721) 2, 471; der boden war mit binsen und stroh bestreut Hauff s. w. (1890) 1, 167. in der verbindung heu und stroh (seltener stroh und heu) sich formelhaftem gebrauch nähernd: ach heu und stroh ist viel zu schlecht Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 332; das kind, das dort in heu und stroh verstecket lieget Canitz ged. (1727) 20; ein wiederkauend rind, ein pferd bey stroh und heu sind klüger als der mensch? Neukirch ged. (1744) 168. redensartlich: er ... eilte (wie er schreibt) über stroh und heu nach hause Liscow slg. sat. u. ernsth. schr. (1739) 394. 1@a@bβ) stroh in gegenüberstellung zu ähre, korn u. dgl., sowohl von gedroschenem als von nicht gedroschenem getreide: [] Cain was ein achirman, ein garbe er nam, die wolde er opheren do mit agenen und in dem stro genesis 24, 11 Diemer; uf stro wehset weizze da werden wizze semeln ... uf stro wahsen rispen König v. Odenwald 5, 34 Schr.; daz strǒ ist umbe kornes willen und nit me Tauler pred. 20 Vetter; wie reimen sich stro vnd weitzen zusamen (paleis ad triticum) Luther Jer. 23, 28; dasz ... die leute weder des korns noch des strohes geniessen konten Binhardus thür. chron. (1613) 163; wenn man reinen weitzen auszsäet, so bekömt man denselben mit kaff, rahte, auch wohl brand und stroh wieder Butschky Pathmos (1677) 10; zu dem ende liesz er einen sack weizen holen, der allererst aus dem stroh war ausgedröschet worden Bodmer abh. v. d. wunderbaren (1740) 268; der roggen ist schon zu hause, drei fuder, die körner etwas klein, das stroh sehr lang (1846) A. v. Droste-Hülshoff br. 2, 506 Schulte-K. stroh von hülsenfrüchten; 'erbsstroh': wen wir dem widerstehen vnd die arbisz aus der schut getroschen haben verbo, fide, oratione, so wollen wir mit der hulse vnd stro wol handeln bei Luther tischr. 3, 634 W. 'bohnenstroh': nim rote bonen mit dem stroh, brenns zu puluer Gäbelkover artzneyb. (1596) 1, 344. stroh als gereiftes und getrocknetes material im gegensatz zu nicht getrockneten, grünen halmen und gräsern: was heut kräuter vnd grasz ist, das kan morgen heu vnd stro sein Albertinus zeitkürtzer (1603) 10b. in ähnlichem zusammenhang, doch gleichzeitig mit dem nebensinn 'strohlager': von grase wirdet halm ze strô er machet manic herze frô Walther v. d. Vogelweide 17, 35 Kraus. 1@bb) von den ältesten quellen bis in neuere zeit ohne merkliche bedeutungsveränderung (ältere gebrauchsweisen s. o.); meist in zusammenhängen, die den mannigfaltigen und wechselnden verwendungen der sache entsprechen: sie parch sie (sc. hûsgote) under daz strô unde saz dâr ubere uile unurô altdt. (Wiener) genesis 2921 Dollm.; dâ sint diu müeden ors vil vrô der wirfet undrs ein trucken strô Wolfram v. Eschenbach Willehalm 393, 12 L.; wan sich hete vil snelle des dürren strouwes welle ûz einander gelâzen Heinrich v. d. Türlin diu crône 245b Sch. ob man einen torheit lerte, daz er ... ... stro alsam ein rint fvr semeln ezze jüng. Titurel 208 Hahn; vom stro kummet auch der mist man tünget ecker, garten König v. Odenwald 5, 24 Schr.; mit stro man stuben hitzet, man lit druf unde sitzet ebda 5, 21; mit stro lühtet man nahtes hein daz ieman stoze sine bein ebda 5, 87; ein mensche was von disem fúre also grOeslichen enbrant inwendig und och uswendig, das er niergent engetorste zu keime strǒwe komen Tauler pred. 227 Vetter; sie stroweten pulver vnd stro jn die graben Stolle thür. chron. 81 lit. ver.; die ersten XV. tage sol man die jungen lassen gan in vil loser erden oder strauwe, daz sie ire schnebel nit verwuosten Petrus de Crescentiis, de agricolatione (1500) 175a; wen du die vOegel wilt betriegen, das sy dir zuo dem garn ynfliegen, so muostu es mit stro verdecken Murner narrenbeschwörung 54 ndr.; nun hatt er nach der hirten art eyn pfeiff genommen zuo der fart, die war gemacht von weychem stro Wickram w. 7, 51 Bolte; [] es wird stroh vmb die bAeume gebunden, dass die frucht bewahret werde Nigrinus von zäuberern (1592) 98; endlich wird es schöne klingen, wenn die kinderfrau wird singen: Proye Nine sause was raschelt im stroh Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 417; haben statt strümpfe stroh in den stiefeln J. G. Forster s. schr. (1843) 7, 306; nur kurze zeit werden das zertretene stroh und die eingegrabenen kochlöcher noch eine spur (des lagers) zeigen Göthe I 22, 3 W.; sie hörten nur noch schritte und ein knistern im stroh Fontane ges. w. (1905) I 1, 303; das stroh stach und kratzte Feuchtwanger geschw. Oppermann (1948) 318. 1@cc) besondere verwendungen der sache, die sich auch sprachlich ausprägen und zu kompositionsbildungen geführt haben. 1@c@aα) stroh als lagerstätte, vornehmlich als das gewohnte, zubereitete ruhelager (vgl.strohlager); oft mit dem nebensinn 'ärmliches lager': ûf eime strowe was ir baz, dâ sî bî im lac ode saz, dan mit al der rîcheit, diu ûf keisers bette was geleit Otte Eraclius 4163 Maszm.; daz strou daz muost er rûmen unt von der lieben varn Steinmar in: schweiz. minnesänger 180 Bartsch; diz fuir machet ouch hart di fore alse wech waren daz in nicht gnugite an senften betten: den gnugit sider wol an deme stro Thomas v. Apolda in: paradisus animae intell. 21 Str.; sy ... lag nun auff einem stro vnd het wúlline tcher dar auff summerteil d. heyligen leben (1472) L 81a; vnd so im glauben sanfft vnd fro, auff meinem bettlein oder stroh, aus diesem elend fahre Ringwaldt handbüchl. (1586) D 3b; ... ihn wirfft die sanffte nacht auf ein geringes stroh, bis Titan ist erwacht Gryphius trauersp. 72 lit. ver.; die betten sind zu gut, und stroh ist gar zu schlecht J. E. Schlegel w. (1761) 3, 529; übrigens hat sie unendlich viel erlebt, ... ihr erstes kind in einer elenden hütte auf stroh geboren (1842) A. v. Droste-Hülshoff br. 2, 34 Schulte-K.; die staatsraison ... sagt: es findet schon eine ausgleichung statt. ja, sie findet statt, auf dem siechbette, dem stroh der armuth, der todtenbahre Gutzkow ges. w. (1872) 7, 273. das behelfsmäszig zugerichtete lager, das als lager dienende stroh: zugedeckt mit längst durchgebluteten kotzen lagen (in den lazarettzügen) die leute auf stroh oder den harten tragbahren Stefan Zweig welt v. gestern (1947) 286; der schaffner holte sie jovial zurück; ob sie denn auf stroh übernachten wollten H. Mann d. untertan (1949) 87; s. auch 3 f. 1@c@bβ) stroh für die lagerstätte, das material für das ruhebett (vgl.strohsack, strohmatratze usw.): da warff sie (die jungfrau) im (Gawan) wisze cleider und schlafflachen und ein schön kolter und stro gnug Lancelot 1, 568 Kluge; das auch das stro im bette nicht bleiben kan, solch rauben ist vnter den Walen bei Luther tischr. 5, 509 W.; darinn (in den scheuern) finden sie strows gnug zu betten Endinger judenspiel 92 ndr.; ein sack mit stroh gestopfft, war das bett vnd die bettstatt zusammen Moscherosch gesichte (1650) 2, 62; seine madrazzen sind alle mit stroh gestopfft Ollapatrida 77 Wiener ndr.; er ... zeigte mir, wie die bettbezüge nur mit stroh angefüllt waren Bettine dies buch (1843) 2, 572; alle woche aber holte er vom schlosse sich frisches stroh zur lagerstatt Immermann w. 1, 78 Hempel. 1@c@gγ) stroh als baustoff, oft mit anderen baumaterialien zusammen genannt (vgl.strohlehm): in armen httleyn, mit stro vnnd reyser gemacht bei O. Clemen reform. flugschr. 1, 155; [] allda vor jaren stund veracht, ein dorff ausz holtz vnd stroh gemacht Spreng Äneis (1610) 12a; wo leim und stroh vor stand, gläntzt nunmehr marmelstein Lohenstein Arminius (1689) 2, 953b; wer näher kam, sah deutlich ... hütten aufgerichtet, zierliche von stroh und rohere von kiefergebüsch Alexis hosen (1846) 1, 4. 1@c@dδ) stroh als material zur bedachung (vgl.strohdach, strohgedeckt): daz (hûs) was nider unt niht hô gedaht mit schoube unt mit strô Otte Eraclius 2062 Maszm.; es seind andere die decken mit strou, das ist ein bösz thach, es verbrennet bald Keisersberg brösamlin (1517) 2, 22b; tecken den thurn mit lauter stro Zimmer. chron. 23, 102 Barack; musz lyden wie strow vff dem dach das duldet alles wetters vngmach Aal tragödia Johannis d. Täufers 3035 ndr.; da kunst und kostbarkeit und himmelhohe mauren nicht länger, als ein dach von stroh und stoppeln, dauren bei Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 3, 267; sämtliche kinder des dorfes geleiteten ihn ... nach der niederen, mit stroh gedeckten hütte W. Raabe s. w. I 3, 45. 1@c@eε) stroh als material zur herstellung von flechtwerk verschiedener art (vgl.strohhut, strohkranz, strohteller usw.); fiscella korb von stro (15. jh.) Diefenbach gl. 236b; cesticillus ein hauptring von tuoch, strouw oder anderen dingen gemacht, darauff man etwas tregt Frisius dict. (1556) 215b; mirst von strôwe ein schapel und mîn frîer muot lieber danne ein rosenkranz, so ich bin behuot Burkart v. Hohenfels 7, 2, 9 bei Kraus liederd. 39; borten clar von siden die wölt ich lieber miden, denne die vom stro König v. Odenwald 5, 7 Schr.; von stro badehüte geben guot gemüte ebda 5, 59; ich flechte hier von stroh die allerschönsten hüte Gottsched dt. schaubühne (1741) 3, 370; man sitzt da auf stühlen von stroh Zimmermann einsamkeit (1784) 4, 87; er flocht mit geschick seine körbe und spielereien aus stroh W. Raabe s. w. I 6, 68. 1@c@zζ) stroh als zeichen (vgl. strohwisch, strohzeichen): mit stro kan man zeichen saten, die man sauwet König v. Odenwald 5, 76 Schr.; auf dasz nun auch gesamte nachbarschaft wisse, weliches felt zu haien sei, sollen die dorfmaister alldorten aus stro ein zaichen ausstöcken (1609) österr. weisth. 2, 69. als zeichen, das die verkaufbarkeit eines gegenstandes anzeigen soll: wie nun der bawr auff die Hallerwysen kam, sahe er den dieb in seinem kittel sitzen, unnd hette der dieb ein wenig stro daran gebunden, dann er feyl ware (1559) Schumann nachtbüchl. 232 Bolte. 1@c@hη) stroh als packmaterial (vgl. 2): in daz stro machet man bükinge, der ez kan König v. Odenwald 5, 99 Schr.; item 2 tOeppe rosynen, d haben gwegen 12 steyn thornisscher gwicht myt dem stro handelsrechn. d. dt. ordens 126 Sattler; (der auflader) verrichtung besteht ... darin ... die waren ... mit stroh oder ander materi einzumachen Abr. a s. Clara etw. f. alle (1699) 2, 50; für das einpacken bitte gleichfalls wohl zu sorgen und wäre die kiste mit stroh auszen zum emballiren Göthe IV 39, 268 W.; händigte dem boten die geschmackvoll in stroh gebundene packung ein Kluge Kortüm (1938) 657. 1@dd) stroh als materialbezeichnung in verbindung mit mengenbezeichnungen u. dgl.; in älterer sprache noch im genitiv: eine bürde strouwes (14. jh., Straszb.) städtechron. [] 8, 79; huffen strosz oder gestrosz tritura, voc. inc. teut. (um 1495) k 4a; i fuder hawesz, iii schock stroesz bei Luther br. 10, 612 W. in präpositionaler verbindung: garben von stro Fischart Garg. 199 ndr. meist jedoch im nominativ: ain fueder stro (1515) österr. weisth. 5, 14; ein bürden stroh J. Grimm weist. 1, 759; ein büschel stro Hans Sachs 17, 426 lit. ver.; ein grosse garben (akk.) stro ebda 1, 63; auff einem bündel stro volksb. v. doctor Faust 85 Petsch; 10 bund stroh Riese rechenb. (1581) 28b; ein schütte stro J. Mathesius Sarepta (1571) 29b; in einem schaub stroh Abr. a s. Clara w. 2, 159 Strigl; eine lage stroh Kramer t.-ital. (1678) 1026a. 22) als mengenbezeichnung, meist von der verwendung des strohs als packmaterial bzw. -gefäsz ausgehend (a, b). 2@aa) ein stroh bück(l)ing(s) 'eine bestimmte menge in einem strohgefäsz verpackter bücklinge' (vgl. strohbückling): ein strô bückings (um 1390) bei Lexer 2, 1246; ein strôe bucking ist tausent (um 1490) ebda; wer ein stro bückinges kofft oder verkofft (1401) bei Eheberg Straszburg 1, 8; es sal auch kein portener ... platisen oder ein stro bucking ... usz der stat furen haiszen (1425) Frankf. amtsurk. (1915) 202; (sie) sollen von einer thon herings zu besichtigen zwen hering nemen, ... vonn einem stro bugkingk zwen bugkingk stadtr. v. Eisenbach 267 v. Str.-Devr.; bückinge ... 15 stroh 28 paar, 500 paar in ein stroh gerechnet Dilich kriegsb. (1607) 218; ein stroh englische bücklinge (1711) bei Mensing schlesw.-holst. 897; zwanzig englische stroh oder 10 000 stücke werden für eine last gerechnet Krünitz öcon. encycl. 176 (1841) 53; s. auch 1 c η und vgl. Schiller-Lübben 4, 439. 2@bb) entsprechend ein stroh wachs(es): do schindeden se de waghen unde nemen dar uppe 4 stro wasses (14. jh., Braunschweig) städtechron. 6, 50; ein strowe wachs (um 1450) Frankf. amtsurk. (1915) 251; item vom gantczen stro wachs (soll man nehmen) eine geringe margk, item von einem halben stro wachs eine halbe geringe margk (1469) acten d. ständetage Preuszens 5, 253; stroe behältnisz für rohes wachs (14. u. 15. jh., Danzig) Frischbier pr. 2, 382; vgl. auch engl. strawe of wax (1540) bei Murray 9, 1, 1092a. 2@cc) für eine bestimmte menge stroh; 'zum andern werden 5 oder 6 vorgeschlagene garben eine neben die ander aufgebreitet und zu beiden seiten abgedroschen, und das heist ein stroh abtreschen' schles. wirthschafftbuch (1712) 18; ein stroh garben fünf bis sechs garben, vermuthlich so fern ihrer so viel mit einem strohseile zusammen gebunden und zum vorschlagen auf die tenne getragen werden Adelung 4 (1780) 832: werden allenthalben eyn lehr stroe gedroschen (1523) bei Diefenbach-Wülcker 868 (redensartl. wie 3 a δ). mundartlich: struo lage auf einmal zu treschender garben Knothe Markersdorfer mundart 113; Lenz Handschuhsh. 69b. mit zahlbestimmung, im sinne von 'strohbund': ein halbhundert stro qu. v. 1468 schweiz. id. 11, 2430; hier auch in pluralformen: 400 ströer in den renthoff geliffert (16./17. jh.) bei Vilmar Kurhessen 404; stroeher 'gilt im Hanauischen noch heute' Vilmar-Pfister Hessen 290; strîer Crecelius Oberhessen 819. ohne pluralendung: das du aber lere stro tröschist Murner dt. schr. 8, 25 Pf.-B. (redensartl. wie 3 a δ). vgl. auch strohlein. 33) in übertragenem und bildlichem gebrauch, in vergleichen, redensarten und sprichwörtern, vgl. hierzu Wander sprichw. 4, 913; meist in anlehnung an bestimmte vorstellungsbereiche, die dem wort einen wertakzent oder auch einen gewissen gefühlswert verleihen können. 3@aa) am häufigsten verbindet sich mit stroh die vorstellung des nichtigen, eitlen, leeren, wertlosen in mannigfachen schattierungen. 3@a@aα) bes. im mhd. in der wendung niht ein stro 'nicht das geringste', hier noch an die bedeutung 'strohhalm' (s. 1 oben) anknüpfend: [] wan ern gæbe drumbe niht ein strô Hartmann v. Aue Iwein 1440 B.-L.; 7257; und vürhte iuch alle niht ein stro Gottfried v. Straszburg Tristan 8869 R.; umb trauren gäb ich nicht ain stro, wil si mir wol, so fürcht ich niemands dro Oswald v. Wolkenstein 65, 71 Sch.; dat halp one nicht eyn stro (1514, Braunschweig) städtechron. 16, 309. in ähnlichen wendungen: Georgius der gute des trostes wart so rechte vro, daz er minner dan ein stro uf sinen lib do achte passional 260, 82 Köpke; alsô waren sie alle unvrô: er aht es niht umb ein strô, want im was wol ze muote gesammtabenteuer 3, 228 v. d. Hagen. mit konkreterem vorstellungsgehalt: in spotez wys si sprach also ez frOet mich alz am herloschen stro in: liedersaal 3, 182, 295 Laszb.; on yn (gott) vermögen wir nit ein halm strow vffheben von der erden Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 144 ndr. in der wendung (zu) stroh werden 'zunichte werden': wir fürhten niht der heiden drô, ir hôhgewalt ist worden strô Ulrich v. d. Türlin Willehalm 187, 31 Singer; ... und was träumst du so? du siehst es ja: dein hoffen wird zu stroh Hoffmannswaldau u. a. Deutschen ged. (1697) 4, 338. 3@a@bβ) ausgehend von der relativen wertlosigkeit des strohs, vgl. auch: weil dann kaum einmal das wörtl stroh in göttlicher schrifft anzutreffen, darff ich schier muthmassen, dasz selbiges sehr für verächtlich gehalten seye Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 76: dar umb bedenk sich yederman waz ym daz beste si getan, und pfleg rechter liebe also daz er sich geliche nit dem stro, daz uff der erden sich verlit mhd. minnereden I 5, 288 Matthaei; darumb haben sie den glauben verworffen als hew unnd stro Luther 10, 3, 398 W.; also thond auch all Cains brder, so sie sich solten Christus ryemen, so suchen sie jre werck, die vor gott nichts seind dann stro, wie Cains opffer Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 124 ndr. sinnbildlich für die fruchtlosigkeit: mit stroh gehet jr schwanger, stoppeln geberet jr Luther Jes. 33, 11. so auch im vergleich: nit weniger ziehet gott der herr an sich den sünder, welcher dem vnfruchtbaren stroh gantz gleich Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 11. im geistigen bereich für 'gehaltlosigkeit, unechtheit': ist aber etwa stoppeln oder stroh in der predigt, so saugt er (der gottlose) daraus die eitelkeit J. Böhme s. w. 1, 121 Schiebler; auch im geistigen soll uns das ungenieszbare anekeln; nicht sollen wir stroh kauen und wieder kauen, es aus gefälligkeit mitspeisen und lobpreisen Herder 22, 34 S. in gegenüberstellung zum wertvollen gold, silber u. dgl.: etlich bawen stro, etlich holtz, ettlich hew auff dissenn grund, etlich aber golt, silber und eddel gesteyne Luther 8, 387 W.; ob aber denselben guten treüwen lerern unnd forschern der schrifft zuweilen auch mit underfiel hew, strow, holtz und nit eittel silber, gold und edel gsteyn bawten ebda 54, 3; golt wird darumb nicht stro, obs ein dieb stelet und misbraucht ebda 26, 161 W.; ungewöhnlich: zusammengehalten mit einem klassiker oder sonst grossen schriftsteller ists stroh gegen marzipan J. v. Müller s. w. (1810) 6, 436. als sinnbild der armut: furcht schwebt sowohl um stroh und leinwand, als scarlat Gryphius trauersp. 35 Palm. ähnlich in der redensart: einen palast mit stroh decken coprire un palazzo di paglia, met. far' un attione sproportionata, sconcia; cominciar colle magnificenze, e finire con sordidezze e miserie Kramer t.-ital. 2 (1702) 1014c. [] mit der wertlosigkeit kann sich die vorstellung des wirren, ungeordneten verbinden: unsere modischen kunstrichter, die selten durch das stroh der fehler hindurch sehen Gerstenberg schlesw. lit.-br. 89 lit.-denkm.; wegen einer Münchner papierhandschrift könnte ich den Dr. M. angehen, aber wenn man etwas verlangt, erhält man einen ganzen kehrhaufen von notizengerümpel, stroh, spinneweben, reisig und alte lumpen, in einander gefetzt und geknüllt (1827) W. Grimm in: briefw. 2, 830 Leitzmann. doch im unterschied zu spreu vereinzelt auch das wertvolle, echte bezeichnend: wenn ein geschickter und impassionirter componist sich über die composition machte, die spreu von dem stroh trennte Heinichen generalbass (1728) 89. 3@a@gγ) redensartlich mit attributen, die die wertlosigkeit des strohs bezeichnen, leer(es), eitel, ledig stroh: szo ... die armen menschen noch hungerich sind, ja eyttel sprew und stro fur das wortt gotts gehört haben Luther 8, 523 W.; wenn ... er sein korn einbracht und im bapstumb nichts mehr denn sprew und ledig stroh wird finden ebda 51, 40; gleich wie hingegen vom schOenen Absolonischen leib seines erstgedachten jngers Alcibiadis gesagt ward, dasz welcher in dasselb samatkszlin hett ein plick thun mOegen, eitel lAer stro ... befunden hette Fischart Garg. 20 ndr. leeres stroh, vereinzelt mit bildlichkonkretem vorstellungsinhalt: ein halm, der früchte trägt, muss insgemein sich neigen; da weit das leere stroh in feldern überragt Besser schr. 1, 315 König; die musen haben ihn mit leerem stroh gespeiset, drum ist seine gelehrsamkeit so mager blieben Chr. Weise polit. redner (1677) 69. meist aber abgeblaszt in der anwendung auf ergebnisse geistiger tätigkeit: ein einziges werk wie Ovids metamorphosen ... wär hinreichend, dem neuen bardiete feste mythologie zu geben: aber welcher schöpferische geist wird sich dieser arbeit unterziehen, wenn unsere kunstrichter das publikum schon im voraus mit dem gedanken anstecken, dass es leeres stroh sey? Kretschmann s. w. (1784) 1, 30; doch ist das alberne zeug von der Hahn-Hahn und das leere stroh von Zschokke keine gute lectüre Ruge briefw. u. tageb. (1886) 2, 122 Nerrlich; des Aristoteles logika sei eitel leeres stroh Scheffel ges. w. (1907) 2, 156; von bestimmten ideen: die menschen achtet sie ... nicht es sind bestien ... an ideen glaubt sie nicht freiheit, vaterland das hat keine natur und ist leeres stroh Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 107. 3@a@dδ) häufig in der wendung ledig, leer(es) stroh dreschen 'etwas fruchtloses, sinnloses, vergebliches tun'; 'vergebliche arbeit thun ..., davon man keinen gewinn hat' Zedler univ.-lex. 40 (1744) 1015. sprichwörtlich noch mit konkretem vorstellungsgehalt: ledig stro dreschen, dem wind das wehen verbieten, einer vnkeuschen frawen hten ... ist alles verlohren arbeit Petri d. Teutschen weiszh. (1605) 2, Z 2b; es ist nur mühe, das ledig stro dreschen Henisch (1616) 750. übertragen: ich meyn dich, unvernunfft: du hast dick manch ler stro gedroschenn mhd. minnereden II nr. 13, 385 Thiele; mein liecht ist schier erloschen vnd waisz nit, wǎ ich gee, lärs stro hab ich getroschen das tuot meinem hertzen wee liederbuch d. Hätzlerin 49a Haltaus; geet es alsoich trisch ler stro musz offt vergebens faren Forster fr. teutsche liedlein 37 ndr.; die da wOellen goldt und silber machen, das ist nicht gerecht ... darumb dreschen sie leer stroh Paracelsus opera 2, 377 Huser; wer ohne der lieb wircket, der drischet nur lär stro Albertinus zeitkürtzer (1603) 36b; will ich (das glück) mich nicht mit dir verbinden, so drischt dein wissen lehres stroh J. C. Günther ged. (1735) 220; [] auch verkürzt stroh dreschen: die liebe giebt mir alles und wo die nicht ist, dresch ich stroh Göthe IV 3, 89 W. in neuerer zeit meist im sinne 'unnützes, unsinniges zeug schwätzen': so gerathen sie unvermerkt in lauter spitzfindigkeiten und dreschen ewig stroh J. G. Forster s. schr. (1843) 7, 157; übrigens wird noch in 99 hunderttheilen der verhandlung ... leeres stroh gedroschen (1847) Bismarck br. an s. braut u. gattin 101 H. v. Bism.; asz und fuhr in die sitzung, stroh gedroschen bis nach 5 uhr (1890) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 566. in ähnlichen wendungen, z. t. mit konkreterem vorstellungsgehalt: soll ... das ampt mit nutz verwaltet werden, so gehören je qualiteten darzu, die man nicht ausz ledigem stroh dreschen, noch von den bäumen schütteln kan Walther erl. d. proph. Daniel 1 (1645) 835; an gott ist es gelegen, solt ihr recht werden froh, dann ohne seinen segen, all hAende dreschen stroh bei Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 1, 386; was heisst das für ein leben führen, sich und die jungens ennuyiren? lasz du das dem herrn nachbar wanst! was willst du dich das stroh zu dreschen plagen? Göthe I 14, 87 W. (Faust I); aber stroh ist das einzige, was man drischt, und mit dem korn stehts dürftig br. von u. an Herwegh (1896) 43. 3@bb) vorwiegend in älterer sprache mit der vorstellung geringer widerstandsfähigkeit, geringer haltbarkeit verbunden: man sach die ringe rîsen sam sî wæren von strô Hartmann v. Aue Iwein 5381 B.-L.; 6729; die schilde von den handen vlugen rehte alsam ein dürrez strô Dietrichs flucht 9483 Martin; si riten sie dâ nidere reht alsam ein strô Rabenschlacht 598 M.; das sper im durch das hirn wüt und durch den helm als durch ain stro Heinrich v. Neustadt Apollonius 6341 Singer; er achtet eisen wie stro (quasi paleas) vnd ertz wie faul holtz Luther Hiob 41, 18; den der herr Christus hat sie (die kirche) nicht auff stro noch auff peltzermmel gebauet, sondern auff einen festen grund ders. 47, 288 W.; der die scepter knickt wie ruthen, und wie stroh das schwert der degen Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 227. in vergleichen auch von der leichtigkeit des im winde fortgewehten strohs ausgehend: der sturm der letzten zeit wird sie (die feinde) wie stroh verwehn Stoppe Parnasz (1735) 140; schieszen kann ich, dasz die spatzen fliegen fort wie spreu und stroh Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 2, 141. 3@cc) vereinzelt geben auch trockenheit und saftlosigkeit des strohs zu vergleichen anlasz: sy blieent ein teil oder sind ein teil als dirr, als ain strou (1478) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalters 1 (1899) 193; wie galle schmecket mir mein trank, wie dürres stroh das fetste futter Pfeffel poet. vers. (1802) 5, 165; dasz ihre (der wollust) freuden bald welken und gelb wie stroh werden Schopenhauer w. 1, 317 Gr.; unter den aufgestellten maschinen arbeitete eine zuckerrohrpresse. das rohr kam trocken wie stroh heraus Moltke schr. u. denkw. (1892) 6, 256; s. auch strohtrocken. 3@dd) in der wendung von stroh sein meist auf den menschen übertragen (s. auch strohmann); dabei treten je nach der situation die unter a—c behandelten vorstellungen hervor. 'ohne saft und kraft': er müste denn ein tummer teuffel, ein kerl von stroh und holtze seyn Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 371; [] ... lasz lieber, statt zu klagen, mir deine augen sehn — scheust du sie aufzuschlagen, weil sie zu feurig sind? ich bin ja nicht von stroh! Thümmel reise (1791) 10, 118; sie lügt! ein mann von stroh wär ich! da seht ihr mich, ihr herren, hat er denn so waden stehn wie ich Göthe I 9, 478 W. mehr im sinne von a β ('ärmlich'): wie lebten doch die heiden so herrlich und so froh! das war ein volk von seiden, wir sind ein volk von stroh Herwegh ged. e. lebendigen (1843) 2, 68. seltener von sachen für häufigeres 'nicht von pappe' (vulg.): die Johanniskirche kenne ich wohl und habe mich noch vor neun jahren ... über diese königliche rokokopracht gefreut, die allerdings nicht von stroh ist (1884) G. Keller br. u. tageb. 3, 468 Ermat. diesem vorstellungskreis steht auch die wendung stroh im kopf nahe, hier mehr im sinne 'leeres, wirres zeug im kopf' (vgl.strohkopf, strohdumm): vnd wann schon sein hausz mit stroh bedeckt war, so befande sich doch kein stroh in seinem hirn, sondern sein reiffer verstand Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 109; ähnlich: das stroh bring ich auf der welt nicht mehr aus'n kopf Nestroy ges. w. (1890) 3, 114; hat man in dem kopf kein stroh, kann man vieles sehen Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 7, 21. 3@ee) besonders in redensarten und sprichwörtern an die leichte brennbarkeit des strohs anknüpfend: swâ viur ist bî dem strô, daz brinnet lîhte, kumt ez sô Freidank bescheidenheit 121 Gr.; swaz sich ze ferre trôstet siner künste und strô zu fiuwer mischet. von kleinen funken sicht man grôze brünste (um 1335) Hadamar v. Laber jagd 439 lit. ver.; vnd wie sich offt ein fewr empfengt von einem funcken, das wie stroh ein gantze stadt brennt liechter loh Alberus fabeln 146 ndr.; darauff des papsts legat strauw ins fewr warff vnd den alten keyser verbannet und verfluchet Stumpf Schweizerchron. (1606) 82a; wer sich zwischen stro vnd fewer leget, der brennet sich gern Lehmann floril. polit. (1662) 3, 474; ich schreibe dir kalt, weil ich kein feuer zum stroh legen will Lavater verm. schr. (1774) 2, 140; glücklich, glücklich, das stroh der republik ist in flammen. das feuer hat schon häuser und thürme gefaszt Schiller 3, 56 G.; mir ein wackerer mann ist der schultheisz, aber pressieren tut ihm nichts, und wenn ihm das stroh im eigenen bett brennt Mörike ges. schr. 1, 259 G. anders gewendet: solche, die das was vor 20 ... jahren über diese materien schon gestritten, ... nicht gelesen haben, und sich wunder einbilden, was sie der welt für ein licht anzünden, wenn sie ihr nasses stroh vorwerfen, welches weder licht noch flammen fasset anmuth. gelehrsamk. 4 (1754) 478 Gottsched; will keiner trinken? keiner lachen? ich will euch lehren gesichter machen! ihr seid ja heute wie nasses stroh und brennt sonst immer lichterloh Göthe I 14, 98 W. (Faust I); von der entzündenden wirkung der liebe: wan so sie (männer u. weiber) zusamen kumen, ist es nichtz anders, dan wie straw vnd feüer Gebweiler beschirmung d. lobs Marie (1523) 32b; von einem jungen gesellen nimmt michs nicht wunder, denn wo feuer und stroh bey einander liegt, da ists gar bald entbrannt Luther tischr. 5, 118 W.; Phebus als er die schOen erblickt sein hertz sich inn seim leib erquickt. er brann inn grosser fewresglut, gleich so man strow zu gluten thut Wickram w. 7, 38 Bolte; [] stroh entbrennet bey dem feuer; fürwitz macht die jungfern theuer Kern sprichw. (1718) 48. scherzhaft mit stroh löschen: da hieng der weg uber die weiden, da brandt der bach unnd löschten die bauwren mit stro volksbuch vom Finkenritter (um 1560) A 4a Zwick. facs.; Fischart binenkorb (1588) 200b; das feuer mit stroh leschen wollen spegnere il fuoco con paglia, met. far' un gran male maggiore Kramer t.-ital. 2 (1702) 1014c. 3@ff) redensartlich im anschlusz an 1 c α 'strohlager': deponere aliquem uino einen truncken und voll machen, einen ins strouw trincken Frisius dict. (1556) 393a; noctem in stramentis pernoctare perpetem das stro drücken Faber thes. (1587) 804a. stroh als totenlager in wendungen wie auf dem stroh sterben, liegen (vgl.strohtod): auf da strah liegen auf dem todbette liegen Zaupser baier.-oberpf. id. (1789) 74; trew vnd glauben ist geschlagen todt, gerechtigkeit ligt in grosser not, gottesforcht ligt in stroh, demuth schreyt mordio Lehmann floril. polit. (1662) 3, 351; wer zu lange zu hofe lebet, stirbet auf dem stro Winckler 2000 gutte gedancken (1685) H 6b; seine mutter, wenn sie gesehen, was ich heut sah, sie läge schon auf dem stroh maler Müller w. (1811) 2, 134; wenn einer so auf dem letzten stroh liegt, ist man zu nichts mehr aufgelegt Rosegger schr. (1895) I 10, 283; er hatte zuletzt bettelbrod gegessen und war in einem fremden schuppen auf dem stroh gestorben A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 2, 307. in ein stroh fallen 'niederkommen' (vgl. engl. in the straw in childbed Murray 9, 1, 1089c): der hat ein junge dirn geefft und hat ir iren pauch geswelt, das sie schir in ein stro velt fastnachtsp. 2, 851 Keller. mundartlich: d'frau im strau hân die frau im wochenbett haben Bühler Davos 1, 338. jem. aufs stroh bringen 'arm machen': den selben gredt (Grete) so hefftig trybt, das im ein herly nit belybt: o gott, wie scheren sie so gnow, bisz sie dich bringen vff das strow Murner dt. schr. 4, 21 Beberm.; vom bett aufs stroh kommen verarmen Klein provinzialwb. 2, 177; däm hanntse vam bett op et strüa geholpen arm gemacht Leithäuser Barmen 153; he liggt mit de stęrt in't stroh hat kaum das nackte leben Mensing schlesw.-holst. 4, 897; uf s stroh leien oder bringen jem. unter den boden bringen, auch bildlich, z. b. hereinlegen beim kartenspiel Martin-Lienhart elsäss. 2, 262. anklingend an strohwitwe (s. d.): gott verzeih's meinem lieben mann, er hat an mir nicht wohl gethan! geht da stracks in die welt hinein, und läszt mich auf dem stroh allein Göthe I 14, 141 W. (Faust I). 3@gg) in weiteren unterschiedlichen bildlichen verwendungen und redensarten. von der matten auf das stroh 'vom regen in die traufe': da lacht der fuchsz vnd sprach also: kumpst von der matten auf das stro. da ich gewest bin, kumstu wider: so geht die welt jetzt auff vnd nider Burkard Waldis Esopus 2, 34 Kurz. einen bart von stroh machen u. ähnl. wendungen (vgl.strohbart): 'wann jemand von eim andern auff ein wohn gefhrt wirt, vnd eins dings beredt, dem wird ein bart von stro gemacht, das ist, mit sichtigen augen blind, dieweil er das glaubet, so nit zu glauben ist' schöne, weise klugreden (1545) 263b; er macht jme einen barth von stro Friedrich Wilhelm sprichw.-reg. (1577) nr. 244; einem stroh in den bart flechten Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 1 (1644) 210; [] es ist ietz nym, alsz es was vor, das nein was nein, vnd io was io, man flecht eyn bart ietzundt vsz stro Murner schelmenzunft 13 ndr.
44744 Zeichen · 1042 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stroh

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Stroh , des -es, plur. car. ein Collectivum, die Halme des reifen Getreides, besonders die Halme, welche von dem aus…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stroh

    Goethe-Wörterbuch

    Stroh [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stroh

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stroh , die Halme der reisen Cerealien, nachdem die Körner entfernt sind; dient als Futter, zur Streue, in den Gewerben …

  4. modern
    Dialekt
    Strohn.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    ElsWB PfWB RhWB Stroh [štró fast allg.; šdró Ri. Ha. ; štréï D. Si. ] n. wie hd. Stroh: um Str. schlofe. Uff um leere St…

  5. Sprichwörter
    Stroh

    Wander (Sprichwörter)

    Stroh 1. Altes Stroh muss man nicht aufwühlen, den schlafenden Löwen nicht wecken. ( Türk. ) 2. Aus leerem Stroh lässt s…

  6. Spezial
    Stroh

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stroh n. (-[e]s) 1 stran (-s) m. 2 (Stroh nach dem Dreschen) spian m. ▬ ungeschichtetes Stroh puscela f. ; Stroh im Kopf…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stroh

797 Bildungen · 586 Erstglied · 208 Zweitglied · 3 Ableitungen

stroh‑ als Erstglied (30 von 586)

Strohband

SHW

Stroh-band Band 5, Spalte 1553-1554

Strohbank

SHW

Stroh-bank Band 5, Spalte 1553-1554

Strohbart

SHW

Stroh-bart Band 5, Spalte 1553-1554

Strohbesem

SHW

Stroh-besem Band 5, Spalte 1553-1554

Strohbesen

SHW

Stroh-besen Band 5, Spalte 1553-1554

Strohbeunde

SHW

Stroh-beunde Band 5, Spalte 1553-1554

Strohbinder

SHW

Stroh-binder Band 5, Spalte 1553-1554

Strohblume

SHW

Stroh-blume Band 5, Spalte 1553-1554

Strohbock

SHW

Stroh-bock Band 5, Spalte 1555-1556

Strohboden

SHW

Stroh-boden Band 5, Spalte 1555-1556

Strohboz

SHW

Stroh-boz Band 5, Spalte 1555-1556

Strohboßen

SHW

Stroh-boßen Band 5, Spalte 1555-1556

Strohbutzen

SHW

Stroh-butzen Band 5, Spalte 1555-1556

Strohbär

SHW

Stroh-bär Band 5, Spalte 1553-1554

Strohdach

SHW

Stroh-dach Band 5, Spalte 1555-1556

Strohdeckel

SHW

Stroh-deckel Band 5, Spalte 1555-1556

Strohdecker

SHW

Stroh-decker Band 5, Spalte 1555-1556

Strohdieme

SHW

Stroh-dieme Band 5, Spalte 1555-1556

Strohdrache

SHW

Stroh-drache Band 5, Spalte 1555-1556

strohdumm

SHW

stroh-dumm Band 5, Spalte 1555-1556

Strohfaß

SHW

Stroh-faß Band 5, Spalte 1555-1556

Strohfeuer

SHW

Stroh-feuer Band 5, Spalte 1555-1556

Strohgabel

SHW

Stroh-gabel Band 5, Spalte 1555-1556

stroh als Zweitglied (30 von 208)

Bohnenstroh

RDWB1

Bohnenstroh n j-d ist dumm wie ~ idiom. - глуп как пробка идиом.

Üürtstroh

MeckWB

Wossidia Üürtstroh n. wie Üürt 1 : Schill. Kr. 3, 21 a ; Lu Ludwigslust@Laupin Laup ; Üürtstroh ward giern nahmen von dei Daglöhners tau 't …

Armenstroh

RhWB

armen·stroh

Armen-stroh Sol-Pattschd n.: das nach dem Binden der Garben zusammengeharkte Stroh.

Arwtstroh

MeckWB

Wossidia Arwtstroh n. Erbsstroh, wurde gewöhnlich den Schafen zum Durchfressen vorgelegt und dann zu verschiedenen Zwecken gebraucht; auf de…

Aufbindstroh

PfWB

Aufbind-stroh n. : ' Stroh zum Aufbinden der Reben ', Ufbinnstroh [ NW-Kallstdt LU-Assh Fußgh ]; dafür auch PfWB Heftstroh , PfWB Heftwisch …

Bachtstroh

RhWB

bacht·stroh

Bacht-stroh Siegld , Westerw, Waldbr n.: Blauderstroh, Kurzstroh, nach dem Dreschen in Unordnung zusammengebunden.

Bändelstroh

RhWB

baendel·stroh

Bändel-stroh Ahrw-Hepping , May-Collig u. sonst Rip möglich n.: Str. aus Flegeldrusch, geeignet zum Strohbändelknüpfen für Garben.

Bandstroh

RhWB

band·stroh

Band-stroh Bergh , Dür , Aach n.: Bändelstroh, geeignet für Strohbänder zum Garbenbinden. RA.: Wann de Bur fröh drisch, dann git et Bandstrü…

Baukweitenstroh

MeckWB

baukweiten·stroh

Wossidia Baukweitenstroh n. Buchweizenstroh; damit wurde das Vieh am Weihnachtsund Neujahrsabend bei Lampenlicht gefüttert Lu Ludwigslust@La…

Bedd'stroh

MeckWB

Wossidia Bedd'stroh n. das Stroh, das zum Füllen der Bettunterlage dient; im bäuerlichen Haushalt hierzu das Krummstroh benutzt: dee verlüst…

bettstroh

DWB

bett·stroh

bettstroh , n. stramen lecti. unser lieben frauen bettstroh heiszen duftende, blühende kräuter, namentlich galium, labkraut, waldstroh, schw…

Bladderstroh

RhWB

bladder·stroh

Bladder-stroh blędərštrī : Bitb-NWeis n.: Str., das, nachdem es ausgedroschen ist, nicht in Bürden gebunden ist, sondern übrig bleibt.

Blauderstroh

RhWB

Blauder-stroh Rhfrk, Mosfrk [ plaidăštrī: Bitb-Speicher ] n.: dass. Bitb-Rittersd gibt 2 Bed. an: das Stroh der ausgebauschten, d. h. nur le…

Bohnestroh

LothWB

bohne·stroh

Bohne-stroh (Bo u ne-streïh): er isch grob wie B. — Aberglaube: An de dreï Da’ vor Chrischti-Himmelfahrt soll mer de Bohne setze, noh steie …

bohnstroh

DWB

bohn·stroh

bohnstroh , n. was bohnenstroh, engl. beanstraw: er ist gröber denn das ponstro. H. Sachs I, 541 ; ei gröber vil denn das ponstro. I, 540 c …

Boßenstroh

PfWB

bossen·stroh

Boßen-stroh n. : ' Langstroh ', im Gegensatz zu Wickel- oder Wirrstroh, Boßestroh (bōsə- šdrō) [ KU-Kaulb Kreimb ].

Brettstroh

MeckWB

brett·stroh

Wossidia Brettstroh n. eine Pflanze, ähnlich dem Heidekraut Ha Hagenow@Kloddram Kloddr .

dachstroh

DWB

dach·stroh

dachstroh , n. langes stroh womit man häuser deckt. franz. chaume, glui. engl. thatch. man sagt das gras steht wie dachstroh, hoch und dick.…

Dackstroh

MeckWB

Wossidia Dackstroh n. das lange Stroh, das zur Bedachung gebraucht wird: 'dieweil ... öfters bei eynem und andern Mangel an Reth und Dachstr…

deckstroh

DWB2

deck·stroh

deckstroh n. : 1664 Duez dict. 1,135 a . 1950 Holtze/W. landwirte 27.

Dennstroh

MeckWB

denn·stroh

Wossidia Dennstroh n. das Stroh des Schweinelagers Pa Parchim@Dobbertin Dobb .

Ableitungen von stroh (3 von 3)

bestrohen

DWB

bestrohen , stramine tegere: sein bestrohetes dach. Hölty 107 ; wir prunken nicht, wir lieben ein dach nur leicht bestroht, guckfensterlein …

Gestroh

PfWB

 Ge-stroh , Ge-ströh n. : ' verschiedenes Stroh '. a. 1565: 1 ½ gebundt gestro [WerschwSchR]. a. 1767: An Geströh vor 3 fl. [SSp., Kurpf. 9…

strohe

DWB

strohe , auch ströhe, strowe, ströuwe, adj., vermutlich gekürzte form von häufigerem strohen, adj. ( s. d. ); aus stroh: stramineus strOehe …