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strohen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strohen adj.

Bd. 19, Sp. 1654
strohen, adj. , stramineus. mhd. stroewîn, s. Lexer 2, 1250. die ältere form der ableitungssilbe (-în) führt häufig zum umlaut des stammvokals, der jedoch in neuerer sprache aufgegeben wird; strOehen- zuletzt bei Hohberg georg. cur. (1682) 1, 475; wie bei den flektierten formen von stroh (s. d.) hält sich inlautendes w (bes. alem.) bis ins 16. jh.: strowin- Wickram w. 2, 9 lit. ver.; strOewin Gengenbach 290 Goedeke; strouwen- Keisersberg brösamlin (1517) 108b; strewin- Th. Platter d. j. Englandfahrt 36 H.; im obd. auch mit inlautendem verschluszlaut: ein strOebeiner Peyer Suchenwirt 45, 112 Prim.; so noch mundartlich: ströben Schmeller cimbr. 175; strebein bei Schöpf Tirol 721; štrabɐn Bacher Lusern 397; s. auch Fischer schwäb. 5, 1874. seit dem 15. jh. begegnen formen ohne inlautenden konsonant: stroen Brack voc. rer. (1489) f 8a; Diefenbach gl. 554c; ströen Hans Sachs 5, 294 lit. ver.; strOein Luther 10, 3, 231 W.; daneben treten frühzeitig formen mit inl. h auf, die seit dem 17. jh. allgemein üblich sind: strohen Teuthonista 263a B.-Cl.; strohenn (1483) bei Röhricht-Meisner pilgerreisen 133; strOehen Nas eins vnd hundert (1567) 2, 236b. in neuerer zeit wird das wort meist durch zusammensetzungen oder die jüngere bildung strohern (s. d.) ersetzt. 11) aus stroh: strOewin schapel unde ring, daz ist auch ein guot ding König v. Odenwald 5, 65 Schröder. ein ströuwîn bette machterm dô St. Alexius 1023 Maszm.; im eynem ströen pett da schlaffens inn die wett Hans Sachs 5, 294 lit. ver.; Patrix, welche vormalen ire kindbetten in armen strowinnem hütlein hat auszbringen mssen Wickram w. 2, 9 lit. ver.; es steht mit dem vbel, der einen strohen harnisch vor hawen vnd stechen anlegt Lehmann floril. polit. (1662) 1, 83; unter ihren strohenen hut Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 968; das strohene dach Arndt w. 3, 314 R.-M. in der redensart einen strohenen bart flechten 'etwas weismachen, zum narren halten' (vgl.strohbart): einen stroin bart flechten J. Agricola sprichw. (1558) 17b; manchem flicht ich ein ströen part und lob in trogenhaffter art Hans Sachs 5, 329 lit. ver.; ich hor ouch an der schelmen rott, das ich kan thn eyn gferbten spott und dir eyn sach frhalten do, du schwierst eyn eid, im wer also: wen du die sach beshest recht, eyn stroen bart hab ich dir geflecht Murner schelmenzunft 12 ndr.; du hast by allen dinen tagen, die narren grosz vnd klein beschworen vnd schelmen gmolcken by den oren manchem ein strOewin bart geflochten Gengenbach 290 Goedeke. ungewöhnlich im sinne von 'strohbringend': der strOeen sommer will alsbald nach ostern kommen Fischart practick (1607) A 7a. 22) in übertragenem gebrauch (vgl.stroh 3 und strohern 3); vom menschen 'hölzern, kraftlos, unvermögend': waz sol ein strOewine riter und ein tchine man? Seuse dt. schr. 152 Bihlm.; und ist doch ie ein man ein man, und wenn er schon gleich stroen wer, noch solt er euch so nit ummer gehalten sein, als ir in habt fastnachtspiele 1, 49 Keller; siben stroen Sachssenkerles Fischart Garg. 334 ndr.; besser ein strohener juncker, denn zween stehelene bürger oder vier eiserne bawren vnnd knechte Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Rrr 4b. substantiviert: aber auch ... die besseren, die uns Deutsche, welche sie häufig die matten und strohenen schelten, mit wälscher lebendigkeit erquicken ... wollen, was schaffen sie Arndt schr. (1845) 3, 314. von sachen (anklingend an das folgende): wöllen er (der papst) und seine ströine und wormstichige seulen (die geistlichkeit) mit herrlichem tittel herfür gezogen ... sein Kirchhof wendunmuth 1, 489 lit. ver. besonders in polemischen schriften der reformationszeit 'haltlos, nicht stichhaltig': aber der andern unglaubigen werck seind ströin, dann sy seind nit gebauwen auff den glauben Luther 10, 3, 231 W.; zum letzsten will ich vff lOesen die strewin argument Lonicerus berichtbüchl. (1523) d 3b; in deutlicherer bildlichkeit (vgl.stroh 3 e): sihe, wie moge beston bey disen fewrin worten Sancti Pauli das stroin gaistlich recht, dar in man bannet ..., beraubt das arm volck von der pfaffen zcinss wegen Eberlin v. Günzburg 1, 182 ndr.; ob diser strOein grundt vor der feürigen warheit müg besteen, frage Danielem und Paulum radts umb S. Franck chron. (1531) 257a.
4299 Zeichen · 100 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strohenv., trs

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    ✱ Strohen , v. trs . mit Stroh versehen, anfüllen. Hulsius. Erberg. D. Strohen .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strohen

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von strohen 2 Komponenten

stro+hen

strohen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

strohen‑ als Erstglied (1 von 1)

strohen II

RhWB

strohen II -ōə Kreuzn-Bretzenh ; -ȳ·ə. Heinsb-Bocket schw.: de Kih str. ihnen Stroh unterstreuen.

Ableitungen von strohen (1 von 1)

bestrohen

DWB

bestrohen , stramine tegere: sein bestrohetes dach. Hölty 107 ; wir prunken nicht, wir lieben ein dach nur leicht bestroht, guckfensterlein …