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Bohn

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Bohn Pl.

Bd. 1, Sp. 984
Wossidia Bohn Pl. Bohnen, Kinderspr. Böhner, Böhnes f. Bohne: ursprünglich vicia faba: faba 'eine Bone' Chytr. 487; 508; vicia faba grot Bohn Pritz.-Jess. 473a; dann auch die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. eingeführte phaseolus multifloris Füerbohn und ph. vulgaris Stak-, Stangenbohn; phaseolus 'welsche Bohnen' Chytr. 487; 508; vgl. Nd. Jb. 16, 53; Arch. Landesk. 34, 232; auch Feld-, Fiets-, Land-, Pierd-, Sminkbohn; Fiselen; phaseolus nanus Krupbohn, Krüpers; andere die Verwendung und Beschaffenheit bezeichnende Benennungen: Bräk-, Pal-, Snitt-, Wassbohnen; Mi 10a. 1. Anbau, Saat und Ernte: 'zum feldmäßigen Anbau ist ein niedriger, etwas feuchter und insonderheit schwarzer Lehmboden erforderlich; diesen Boden findet man aber in Mecklenburg nicht häufig, und daher wird diese Frucht bey uns nicht sehr geachtet' Ann. Landw.-Ges. 1805, S. 231; die Bohnen werden in Furchen gesät, im Garten auch in einem Ring gelegt, man bedient sich dabei eines Bohnenstößers, der gewisse Zinnen hat, womit er Löcher in der Erde macht, in deren jedes eine Bohne gelegt wird Eng. Landw. 3, 26; ausführliche Beschreibung 3, 421; Leng. Landw. 2, 306; Land. Ann. 1821, S. 519; als bester Pflanztag gilt der Christianstag (14. Mai) Bartsch 2, 268; der Abend vor Himmelfahrt Gü; Helena (22. Mai) warden lütt Bohnen plant't Wi; 'Bohnen, welche am Hiobstage gelegt werden, gedeihen gut' Arch. Landesk. 14, 550; um einen reichen Ertrag zu erzielen, legt man sie, wenn der kleine Uhrzeiger auf elf oder zwölf steht Bartsch 2, 268; 164; nimmt man eine ungerade Zahl 164; legt man sie beim Geläut der Kirchenglocken Gü; Bohnen und Erbsen müssen schweigend gepflanzt werden; deshalb nimmt der Pflanzer gerne etwas von der Saat in den Mund, dann fressen die Vögel sie nicht Jb. 9, 223; in de bösen Dag' (11., 12., 13. Mai) darf man sie nicht säen Schö; Gü; ebensowenig im Zeichen des Krebses Bartsch 2, 203; die Feldbohnen werden, sobald die Kornernte beendet ist, grün abgemäht, die Schwaden, wenn sie oberwärts etwas windtrocken geworden sind, gekehrt, nach einigen Tagen mit Strohseilen in Garben gebunden und in Hocken gesetzt Land. Ann. 1821, S. 519; in einigen Gegenden wurden sie poppt, d. h. die Garben wurden zweimal gebunden; nach dem Einfahren wurden sie mit dem Flegel gedroschen; die im Garten gepflanzten Stakbohnen werden gepflückt und paalt; auf Bauerhöfen war dies die abendliche Arbeit des Pferdeknechts RoRostock@BargeshagenBarg. 2. wirtschaftliche Verwendung; als Abgabe nur einmal belegt: '20 modios fabarum' (Schw 1294) Jb. 25, 141; im ländlichen Haushalt bilden die Bohnen neben den Arwten eines der Hauptgerichte: Bohnen un Tüffel im Herbst, nachdem die erste Lage ausgedroschen war, als Morgenkost MaMalchin@DevenDev; 'grot Bohnen mit Pökelfleisch' Jb. 2, 119; wegen ihres hohen Nährwertes geschätzt: Bohnen un Beir gifft 'n starken Steir öft.; grot Bohnen liggen wiss in de Mag', dor sitt de Rock gaut glatt nah RoRostock@DierhagenDierh; de groten Bohnen smecken am besten, wenn se Bücksen anhebben wenn die Schale schon sehr dick ist HaHagenow@BoizenburgBoiz; Bohnen sünd mines Hartens. Kronen, œwer Semmel un Säutmelk dee maken de Fäut welk LuLudwigslust@GorlosenGorl; iron., wenn dies Gericht zu oft auf den Tisch kommt: Böhne, Böhne, Läbenskröne, Stuten un säut Melk, dat is min Dod RoRostock@WustrowWustr; zum Leckermaul: lütte Bohnen, grote Bohnen, Bohnen dat sünd Bohnen, un wer de Bohnen denn nich mag, dee beid' de Bohnen gauden Dag, Bohnen dat sünd Bohnen MaMalchin@WarsowWars; grot Bohnen un Beir in manchen Gegenden das übliche Totenmahl LuLudwigslust@VielankViel; AJab; HaHagenow@RammRamm; daher von einem elenden Menschen: denn' sin Bohnen krigen wi ok bald HaHagenow@LübtheenLübth; brun Bohnen Bohnensuppe mit Pflaumen und Klößen RoRostock@WarnemündeWarn; suer Äten (Kartoffeln, Bohnen und Wurzeln, denen ein Schuß Essig beigesetzt war) gab es vielfach bei den Bauern als Sonntagskost GüGüstrow@GutowGut; abends häufig gemauste grot Bohnen mit Bier LuLudwigslust@ConowCon; große Bohnen in den Palen gekocht, dann gepalt und in dicker Milch gegessen Ha Hagenow@BesitzBes; von den Knechten leddern Jungens genannt oft; weitere Bohnengerichte s. Nägenmaus, Hackelsupp, Schofhackels; Feldbohnen wurden wie Kaffee gebrannt, mit Wasser besprengt, um ihnen die Strenge zu nehmen, dann mit einem Hammer zerklopft und gemahlen StaStargard@WoldegkWold; die großen Bohnen dienten auch zur Bierbereitung, s. Bohnen- bier; wurden bei schlechter Kornernte zur Streckung des Brotgetreides benutzt, s. Bohnenmähl; liefern ein geschätztes Viehfutter Ann. Landw.-Ges. 1805, S. 166. 3. Rdaa.: wenn de groten Bohnen bläugen, is 'n am mäudsten HaHagenow@RedefinRed; diese Zeit gefährlich für Verliebte Wa; wo dummer de Buer, wo mihr Bohnen Ro; dat sünd min Bohnen Abweisung unerwünschter Hilfe WaWaren@RöbelRöb; dat sünd jo nich uns' Bohnen die Sache geht uns nichts an LuLudwigslust@LankLank; ähnl.: dee Bohnen sünd nich vör uns kaakt RoRostock@BützowBütz; geringschätzend als bloße Verneinung: nich ne Bohn nichts RoRostock@MüritzMür; 'idt ys ock nene Bone wert gewesen' Gry. Paw. Oo 1a; 'is nicht einer Bonen weert' Laur. Schg. 1, 302; dor kihr 'ck mi nich ne Bohn an RoRostock@RibnitzRibn; kümmer em nich de Bohn H. Schröd. Buerh. 1, 17; derbe Abweisung: dee kann mi 'n bäten an de Osterkreek pissen, wo vörig Johr de groten Bohnen wüssen WaWaren@WulkenzinWulk; im Hinweis auf ihre blähende Wirkung heißt es: jede Bohn gifft 'n Ton WaWaren@PenzlinPenzl; von nachlässiger Kleidung: di kœnen s' ok in de Bohnen stellen HaHagenow@BelschBelsch; sühst ut, as wenn du ut de Bohnen jaagt büst ebda; dee (dat Wif) süht ut, as wenn de Düwel ehr ut de Bohnen jaagt hett HaHagenow@BoizenburgBoiz; Ma Malchin@Groß MethlingGMethl; auch von verstörtem Ausdruck Ha Hagenow@RedefinRed; 'wor gy weren lest uth den Bonen jaget' Schlue 41; von elendem Vieh, weil die Haut eingedrückt ist wie die Lehmdiele nach dem Drusch von Bohnen: dor hett woll de Düwel Bohnen up döscht WaWaren@JabelJab; von verlebtem Aussehen: süht ut, as wenn de Deuwel grot Bohnen up ehr döscht hett Wa; ähnl. vom Pockennarbigen RoRostock@KlockenhagenKlock; von der Schwangeren: dee hett grot Bohnen äten Ro; große Bohnen sollen nach der Volksmeinung das Gehör nachteilig beeinflussen, daher zum Schwerhörigen: du hest woll grot Bohnen äten allgem.; abgewandelt: wi sünd doch nich in de Grotbohnentit! LuLudwigslust@LoosenLoos. 4. im Rätsel, Volksreim und -glauben; als Rätsellösung: Varer Hochschink, Maurer Hollnoors, Kind hett ne swart Karr in 'n Noors Wo. V. 1, 134a; f; Lütt Johann Lang' Kladdert an de Stang', Weiht de Wind, Bammelt dat Ding 189d; De Sünn de schient, De Sünn dee pient, De Staken stahn stif un de Bammeln klœtern S. 294; Du oll lütt Wölterblock, Hest nich Läwer oder Lock, Hest nich Nieren oder Lung', Föddst doch alle Johr Jung' 196c; Liggt up 'n Bœhn as 'n oll Klotz, Hett nich Näs' oder Fotz S. 301; im Neckreim: Hanning, min Manning, sett 't Pöttken bi t' Füer, Kak Böhnes, kak Böhnes, dat Brot (de Botter, de Rogg') is so düer 4, 36; im Abzählreim: effge, beffge, Bohne knacke knurr 4, 986; hippel de zippel, de Bohnen dee klatschen 987; swiffel de büffel de Bohnen ratschen StaStargard@LeppinLepp; im Bastlösereim: Grossmudding stiggt nah 'n Bœhn herup un plant't de groten Bohnen (Böhner) in GüGüstrow@SchwaanSchwaan; WaWaren@WustrowWustr; im Anruf an den Kuckuck: Kukkuck, Dickbuk, Pal de Bohnen ut Wo. V. 2, 1332; im Bittreim: Lütte Bohnen, grote Bohnen, Dee mi wat gifft, sall Gott belohnen HaHagenow@LoosenLoos; im scherzhaften Wundsegen: Lütte Bohnen, grote Bohnen, Bohnen dat sünd Bohnen, Helpt dat nich, so schad't ok nich, ward mi Gott belohnen Wo. V. 3, 571; Witte Bohn, swarte Bohn, De Glow dee möt dat Beste (allens) don LuLudwigslust@GorlosenGorl; Eld; im Tanzreim: Wenn hier 'n Pott mit Bohnen steiht un dor 'n Pott mit Klüt, Denn lat 'ck den Pott mit Bohnen stahn un gah nah min Mariek mehrf.; wenn eine Kriechbohnenpflanze mit weißen Blättern vertrocknet, so stirbt jemand in dem Hause desjenigen, dem die Bohnen gehören, schlägt die Bohne aber wieder aus, so bleibt er am Leben Bartsch 2, 124; wächst aus einer gepflanzten großen Bohne statt einer grünen eine weiße Staude hervor, so bedeutet das einen Sterbefall im Hause des Gartenbesitzers, man kann den Sterbefall verhüten, indem man das Wachstum der Bohne stört ebda; Küken warden rökert mit den Schoten von Weiß- und Saubohnen Wi Wismar@NeubukowNBuk; s. Bartsch 1, 31; mit zusammengenähten Bohnenschoten, Knuutschen, spielte man im Winter auf dem Tisch Fangstein Lu Ludwigslust@EldenaEld; Fiben (fünf) eine Art Fangsteinspiel mit fünf mal fünf Bohnen, die am Abend vorher aufgeweicht und dann aufgereiht wurden, man spielte es auf den Haustürstufen sitzend, es gab 20 verschiedene Touren Schw; Wi; Touren des Bohnenspiels: elleri, selleri, buppe, di knüppe, di knappe, di knurr LuLudwigslust@DömitzDöm; mit Bohnen wurde auch eine Art Marmelspiel gespielt, jeder Spieler erhielt 12 Bohnen, die er in ein Loch werfen mußte WaWaren@PenzlinPenzl; weitere Bohnenspiele s. Hamel de Buff, Kamuck. 5. übertr. Ohren: grot Bohnen SchwSchwerin@PinnowPinn; lat di nich an de groten Bohnen faten RoRostock@KlockenhagenKlock; sünd de groten Bohnen (din Böhnings) all rip? fragt man, indem man das Kind am Ohr zupft Wo. V. 3, 382a; Bohnen planten Schläge in den Rücken geben RoRostock@RibnitzRibn; hinter dem Ohrlappen auf die Sehne drücken, bis der Betreffende laut aufschreit GüGüstrow@Klein GischowKGisch; auch Bohnen setten RoRostock@Kloster WulfshagenKWulfsh; sall ick di eins grot Bohnen setten? mit dem Nagel in den Ohrlappen kneifen AHeide; blag' Bohnen Gewehrkugeln allgem.: wenn de blagen Bohnen fleigen Stillfr. Köst. 2, 28; hest woll noch kein blag' Bohnen mank de Rippen hatt? bist noch nicht im Krieg gewesen GüGüstrow@LaageLaage; im Schwank verspricht der in Händlerkleidung als Spion in Österreich umherwandernde Kaiser Friedrich seinen Käufern: anner Johr bring' ick juch blag' Bohnen (1865) Wa Waren@Groß FlotowGFlot; Bohnen die schwarzen Flecken an den Pferdezähnen, an denen man das Alter bestimmen kann: dee hett noch alle Bohnen Wa; he hett de Bohnen all verluren WaWaren@RogeezRog. 6. Diminutiv Böhning häufig in der Kindersprache: Pal Böhnings, pal Böhnings, pal s' ut, rein ut Wo. V. 3, 384; Slap, Kinning, slap, Din Vadder höddt de Schap, Din Mudder sitt bi 'n Mœhlendik Un plant't de bunten Böhnings in öft.; Böhning Ochsenname RoRostock@BartelshagenBart; Gres; WaWaren@DamerowDam; übertr. zum maulenden Kinde: hest woll 'n Böhning anbunnen Ro; RoGres; KWulfsh; eine gleiche Wendung s. bei Lüning; von einem halsstarrigen Menschen sagt man: dat is sonn Böhning, mit denn' is nicks antaufangen GüGüstrow@BützowBütz; RoRostock@DoberanDob; Zs. Mulböhning. — FN.: Bohnenbarg, -brauk, -eck, -grund, -hüürn, -kamp, -koppel, -kraug, -kul, -rad', -soll, -wisch. — Zss.: Blaut-, Füer-, Swäwelbohn. — Mnd. bône f. — Bl. 53b; Br. Wb. 1, 117; Da. 22b; Dä. 49b; Me. 1, 411; Schu. 5.
10246 Zeichen · 112 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bohn

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    bohn , bohne [bon, bone], f. faba, wie auch Stieler 211 bon, bone aufstellt. nach dem ahd. pônâ ( Graff 3, 127 ), mhd. b…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bohn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bohn , 1) Henry George , engl. Buchhändler, geb. 4. Jan. 1796 in London aus einer deutschen Familie, gest. 22. Aug. 1884…

  3. modern
    Dialekt
    Bohnf.

    Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Bohn [bón fast allg.; boun D. Si. — Pl. bónə, bounən; Demin. bénχə, béïntχən] f. Bohne. Rda. : das geht in de Bohne die …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bohn

356 Bildungen · 355 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

bohn‑ als Erstglied (30 von 355)

Bohnapfel

SHW

Bohn-apfel Band 1, Spalte 991-992

Bohnchens

SHW

Bohn-chens Band 1, Spalte 991-992

Bōhn_s;rz

Adelung

Das Bōhn_s;rz , des -es, plur. inus. S. Bohnenerz.

Bohnapfel

PfWB

bohn·apfel

Bohn-apfel m. : Apfelsorte, rheinischer Bohnappel [ RO-Dielkch ]. Südhess. I 991 ; Rhein. I 836 ; Bad. I 282 .

bohnaxt

DWB

bohn·axt

bohnaxt , f. breites beil zum glatthauen, bohnen des holzes.

Bohnchen(s)

PfWB

Bohnchen(s) , Bohneln(s) , Bohnens , Bohnleins n. : Spiel mit Bohnen, hauptsächlich von Mädchen gespielt, Bohnele [ KU-A'glan ], Bohnche [ K…

Bohnekritche

LothWB

Bohne kritche (B.-krittel) Bohnenkraut (Satureja hortensis), Gewürz für eingemachte Bohnen, Gurken usw.

bohnen

DWB

bohnen [bonen], cera liquefacta polire, frottieren, nnl. boenen, schw. bona, dän. bone, sollte eigentlich bünen ( mhd. büenen) lauten, wie n…

Bohnenberg

SHW

Bohnen-berg Band 1, Spalte 993-994

Bohnenbrei

SHW

Bohnen-brei Band 1, Spalte 993-994

Bohnenfeld

SHW

Bohnen-feld Band 1, Spalte 993-994

Bohnenjahr

SHW

Bohnen-jahr Band 1, Spalte 993-994

Bohnenkern

SHW

Bohnen-kern Band 1, Spalte 993-994

Ableitungen von bohn (1 von 1)

bohne

DWB

bohne , f. laquear, solarium. voc. 1482 e 1 b = bühne, s. das folgende verbum.