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Bohne

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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19 in 16 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Bohne f.

Bd. 1, Sp. 1075
Bohne f.: 1. 'die Pflanze Phaseolus und ihre Frucht', Bohn, Bahn, Buhn, Bouhn, Bauhn, s. F. [allg.]. Die verschiedenen Arten von Bohnen s. unter Acker-, Pfahl-, Pferds-, Blumen-, Brech-, Puff-, Busch- (Putsch-), Ein-, Feld-, Feuer-, Groß-, Hockbohne, Hockelchen, Kapuziner, Käubel-, Sau-, Schwefel-, Speck-, Stangen-, Stecken-, Stock-, Straußbohne. Man bezeichnet weiße Bohnen als Spegatcher (zu Spagat) oder Schnerres-cher (zu Schnurres 'Schnurrbart'), die schwarzen als schwarze Hexe [Zweibr u. Umg.], kleine, bunte Bohnen als Gackelcher, weil sie aussehen wie kleine gefärbte Eier (s. Gackel) [NW-Haßl], gelbrote, orangenfarbige Bohnen als Bumeranze (s. Pomeranze 3) und Klicker [Gegend des Potzbergs (westl. WPf)], braungesprenkelte Bohnen als Wachtelcher oder Wachtelbohne (wegen der Ähnlichkeit mit dem Federkleid der Wachtel) [VPf], rotweiße Bohnen als Nackärschelcher [NPf], runde Bohnen als Lewäggelcher, weil sie beim Hinlegen wackeln [NW-Haßl] und Runkunkelcher [Gegend von Zweibr]. Schodebohne sind frisch gepflückte, durch ihre Fäden verbundene, zum Dörren aufgehängte Bohnen, Blickbohne die an der Pflanze ausgetrockneten Saatbohnen. (Alle Angaben nach Wilde 24 ff.) — Für 'Bohnen pflanzen' sagt man zumeist Bohne lee, leche, legge (s. legen), seltener setze [verbr., bes. SWPf KL-Fischb WD-Niedkch], für 'Bohnen pflücken' fast allg. B. breche, seltener roppe (s. rupfen) [LU-Maud Altr Gal], für 'Bohnen enthülsen' B. plicke (s. pflücken 1), für 'Bohnen sortieren' wohl allg. B. lese. — Bohnengerichte: derre (gedörrte) Bohne, als Gemüse zum Schweinefleisch eine beliebte Winterkost; dicke B. un Speck, siße B. mit Grumbeere, bes. aber saure B. mit Schweineflääsch [PS-Erfw, verbr.]; bekannt sind auch Schnitzel-, Salz- und ingemachte Bohne, d. h. in einem Ständer aus Holz oder Steingut konservierte, geschnitzelte Grünbohnen [KU-Kaulb, verbr.]. — RA.: 's is käiⁿ Bohn wert 'wertlos' [KU-Schmittw/O, verbr. Wilde 26], ken hohle Bohn wert, dass. [Penns], kee scheeli B. wert [Don-Schowe Torscha]. 's is alles in die Buhne gang 'verloren gegangen' [KU-Kreimb]. Do hat mer die Geiß um die Bohne gehiet 'ohne Lohn gehütet' [ZW-Battw]. a. 1417: das der thurn zu Phiffingen sol einer bone hoher sin 'um ein Geringes höher' [Grimm Weist. V 611 (NW-Kallstdt)]. Bringt ein Gewitter nach längerer Trockenheit starken Regen, dann sagt man allg.: 's hot Bohne un Grumbeere gerech(e)nt [Wilde 29]. Du derfschd aa mol dei Fleesch in meine Bahne koche, scherzh. Ablehnung eines Dankes [FR-Tiefth]. Die Nutzanwendung des SprW. 'Besser jetzt wie später' auf erfrorene Bohnen s. unter besser 1 b. BR.: Wann die Nußblädder sin wie Pratze, muß mer die Bohne inkratze [verbr. Gal]. Die Bohne soll mer lege am erschte Freitag im Juni oder am letschte Freitag im Mai [LU-Opp]. Florian (4. Mai) — steck die Bahn [SP-Mechth]. Die Buhne planzt mer uf der Bonifazius [Fogel Beliefs Penns Nr. 976]. Weitere BR s. Wilde 29. Volksgl. betr. das Bohnenlegen s. pflanzen 2 a. VR.: Bohne dun mich krone, Weck un Weißbrot is mei bitterer Tod [KU-Kaulb, verbr.]; Var. s. bitter 2. Heinerle, versteckel dich hinner die griene Bouhne! Wann de Kaiser Wilhelm kummt, schießt er mit Kanoune [LA-Edk]. Erbse, Linse, Bohne, mer schießen mit Kanone, mer schießen mit Kartoffelbrei, is de ganze Krieg verbei [Lu'haf Ggd. (Wilde 53)]; Var. s. paff. Erbse, Bohne, Linse, wie mer se kocht, so sin se [Ingb (Wilde 52)]. Turteltäubche, flick deiⁿ Häubche, setz dich in die Bohne; wart, ich werrs de Mutter sae, die werd dich aus de Bohne jae; aus de Bohne in de Klee, Turteltäubche sieht mer gar nit meh [»Westrich« (Wilde 28)]. Weitere VR s. Bohnenplätsche, Prinz, Erbse, Jude, Kanone, Linse, Sauerkraut, Selleriesalat. — 2. 'Kaffeebohne'. Die zählt die Bohne, wann se Kaffee kocht [NPf, allg.]. RA.: Wammer die Bohne onbind 'Wenn man mit den Bohnen spart', werd de Kaffee raulich [KU-Schmittw/O]. Zs. Böckser-, Kaffee-, Spitzbohne. — 3. die bloo B. 'Kugel'. RA.: e bloo Bohn schlicke 'sich erschießen' [KU-Schmittw/O]. — 4. weitere Bed. in den Zs. Hasenbohne 'Hasenmist', Laxierbohne 'Rizinusbohne'. — F.: Um 1930 galt im Westteil der NPf (die Nordspitze zwischen Glan und Alsenz ausgenommen) sowie im Westteil der WPf bōn, im Ostteil der NPf sowie in der nördl. VPf und im Westteil der mittl. VPf bōn, bn u. bn, in der Nordspitze des Westteils der NPf und in einem schmalen östl. Teil der WPf bis etwa zur Linie KL-Hirschhn — PS-Lu'wink n. Der Ostteil der mittl. VPf sowie die südl. VPf (ausgenommen die Südostecke) hatten baun, das Gebiet um Land — bǫun u. boun. In der Südostecke der Pfalz (von GH-Max'au bis BZ-Schweig) sagte man bn. Hierzu vgl. K. 58 (Bohnenschote). Wie eine 1956 durchgeführte Befragung (Belegstärke 80' zeigte, ist bōn im Vordringen, bes. in der Mda. der jüngeren Generation. Verhältnismäßig gut bewahrt hat sich das būn- Gebiet in der Nordspitze und das bn-Gebiet im Bienwaldbereich. In der südl. VPf sind die Formen bǫun u. baun noch weithin zu hören. Für Penns gilt nach Lambert Penns 31 bōn u. būn; in den pfälzischen Siedlungen in Gal (Herkunftsgebiete hauptsächlich NPf, Raum der mittl. Nahe und Rheinhessen) sprach man allg. n. — Südhess. I 991 ff.; Rhein. I 836 ff.; Lothr. 55; Els. II 53; Bad. I 282.
5265 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bohne

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Bohne , plur. die -n, Diminutivum das Böhnchen, Oberdeutsch das Böhnlein. 1. Eigentlich, eine längliche harte Frucht…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bohne

    Goethe-Wörterbuch

    Bohne 1 Hülsenfrucht(gewächs), allg u mBez auf versch Gattungen; für den Bohnenkern, die Bohnenschote u das ganze Bohnen…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bohne

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Bohne , bei den Pferden der schwarze Fleck in der Kronenhöhlung der Vorderzähne. Vom 7. Jahr an verschwindet die B. zuer…

  4. modern
    Dialekt
    Bohne

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Bohne Band 2, Spalte 2,1600–1602

  5. Sprichwörter
    Bohne

    Wander (Sprichwörter)

    Bohne 1. Bäunen in de Päut 1 , Hawer in den Kläut 2 , Gearste in de Aske 3 , giet Geld in de Taske. ( Westf. ) 1 ) Im Mü…

  6. Spezial
    Bohne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Boh|ne f. (-,-n) ‹bot› fau (faus) f. ▬ Bohne n stehlen scosoré ; ausgemachte Bohne n faus descusciades f.pl.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bohne

406 Bildungen · 330 Erstglied · 76 Zweitglied · 0 Ableitungen

bohne‑ als Erstglied (30 von 330)

Bohnekritche

LothWB

Bohne kritche (B.-krittel) Bohnenkraut (Satureja hortensis), Gewürz für eingemachte Bohnen, Gurken usw.

Bohnenberg

SHW

Bohnen-berg Band 1, Spalte 993-994

Bohnenbrei

SHW

Bohnen-brei Band 1, Spalte 993-994

Bohnenfeld

SHW

Bohnen-feld Band 1, Spalte 993-994

Bohnenjahr

SHW

Bohnen-jahr Band 1, Spalte 993-994

Bohnenkern

SHW

Bohnen-kern Band 1, Spalte 993-994

bohnenlang

SHW

bohnen-lang Band 1, Spalte 993-994

Bohnenlaub

SHW

Bohnen-laub Band 1, Spalte 993-994

Bohnenlied

SHW

Bohnen-lied Band 1, Spalte 993-994

Bohnenloch

SHW

Bohnen-loch Band 1, Spalte 993-994

Bohnenmann

SHW

Bohnen-mann Band 1, Spalte 993-994

bohne als Zweitglied (30 von 76)

Baumbohne

Adelung

baum·bohne

Die Baumbohne , plur. die -n, ein Nahme, der verschiedenen Gewächsen und ihren Früchten gegeben wird, die den Samen wie die Bohnen in Schote…

bocksbohne

DWB

bocks·bohne

bocksbohne , f. menianthes trifoliata: aber dafür soll er pflanzen ... geiszbart, bocksbonen, seugras. bienenk. 242 a .

brechbohne

DWB

brech·bohne

brechbohne , f. phaseolus vulgaris, weil die schote sich leicht zerbrechen läszt.

donnerbohne

DWB

donner·bohne

donnerbohne , f. orphrys ovata, knabenkraut, wundkraut, bruchkraut, fetthenne, fabaria Adam Lonicerus 94 b . Henisch 728 . Nemnich 2, 1273 .

feigbohne

DWB

feig·bohne

feigbohne , f. lupinus, wolfsbohne, ahd. fîgbôna. Graff 3, 127 .

gartenbohne

DWB

garten·bohne

gartenbohne , f. die grosze bohne, faba major vulgaris Frisch 1, 117 b , gartenbohnen fabae hortenses 322 a , im gegensatz zu den feldbohnen…

Geißbohne

Adelung

geiss·bohne

Die Geißbohne , plur. die -n, im Oberdeutschen, der Koth der Ziegen und Böcke, wegen der runden Gestalt.

giftbohne

DWB

gift·bohne

giftbohne , f. , abrus precatorius Nemnich 194 ; Krünitz 18, 527 . —

handbohne

DWB

hand·bohne

handbohne , f. vicia faba, auch buffbohne, saubohne. Nemnich 4, 1565 .

hasenbohne

DWB

hasen·bohne

hasenbohne , f. der bohnenförmige kot eines hasen: so einer ein hasenbon findet und die iszt, der hase mag nit gessen werden, er hat sein th…