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tun

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

tun st., selten schw.

Bd. 2, Sp. 610
tun st., selten schw.: 1. 'machen, ausführen, unternehmen, bewirken', vgl. machen, dūn, dūⁿ(ə), dū(ə), dūnə, dⁿ, d, dāⁿ, dⁿ, dauⁿ, dḁuⁿ, dau, dḁu, dǫun, dǫuⁿ, dǫu; Verbr. s. K. 104; Konjugation s. F. — a. mit allg. Obj. (das, es, etwas, selbiges, solches, viel, was). Des därfsche (darfst du) net du! [RO-Schweisw, verbr.]. Ich will's aach nimmi duⁿ [KU-Frohnf, verbr.]. (1960 wurde 'tun' im Wenkersatz 10 — Ich will es auch nicht mehr wieder tun — für 73% der Schulorte mit 'tun', für 27% mit 'machen' wiedergegeben, wobei man offenbar in vielen Fällen um eine wörtliche Übertragung des Satzes bemüht war.) Du kennscht ma (könntest mir) das duⁿ [HB-Kirrbg, verbr.]. Das hoscht mer äämol gedauⁿ un net wirrer [BZ-Dernb, verbr.]. a. 1293: unde sollent das dun in den nehesten vierzehen nehten [SpeyUrk.]. a. 1511: ab eynicher herr das zu thoin hette sonder (ohne) den anderen [PfWeist. I 212 (PS-Burgalb)]. a. 1560: dethen die von Henne (Höningen) das nit, so ... [ebd. II 557 (NW-Freinsh)]. a. 1592: Welcher daß nit thete (sein gültt außzurichten) [ebd. II 553 (GH-Freckf)]. Es dut mer wirklich läd [Holler 17]. Er dut's um alles in der Welt net [verbr. Don Gal Buch]. Er dut's net um's Verrecke [verbr.]. Hätt ich's doch nit gedun! [PS-Erfw]. Sprw.: Hätt mar's nit, dät mar's nit 'Gelegenheit macht Diebe' [NW-Gimmdg, Don-Gottlob]. a. 1325: man due es danne gerne [SpeyUrk. 290]. a. 1492: mag er es nit gethaun, so soll er herausz reuten oder laufen zu den dreien gemeinden [Grimm Weist. V 579 (NW-Haßl)]. Sell muß gedoo sei [Danner Penns 72]. a. 1560: (wer) solchs mit gefar vnnd falsch thete [PfWeist. II 560 (NW-Freinsh)]. SprW.: Mer kann viel duⁿ, awwer noch mehr losse [Hebel 45]. Ich du, was ich kann [NW-Frankeck, verbr.]. Er wääß nimmi, was er dut [KB-Kerzh, verbr.]. SprW.: Was mer gern dut, fallt eem net schwer [verbr. Gal]. Jung gewohnt, alt gedoon [KU-Schmittw/O]. VR.: Peder, wu steht er? Im Stall. Was dut er? (s. Peter 2). Gretche, mei Mädche, was duschde? (s. Margarete). Ich bin meim Herr seiⁿ liewer Knecht; was ich dun, is alles recht (s. Knecht). — b. mit abstraktem Obj., das eine Tätigkeit bezeichnet (in alphab. Reihenfolge). Die kalt Nacht hot 'm Obs (Obst) en starke Abtrach (s. Abtrag 2) gedauⁿ [BZ-Dernb]. Hasche (Hast du) das aa schun Aacht (s. Acht 3) geduu? [Pirmas]. 15. Jh.: so haben wir ... bevelch (s. Befehl) gethon [Zweibr. I, Fasz. 1025 1/2]. Do du mol Beschääd, beim Zutrinken (s. Bescheid 1 c) [Kaislt]. a. 1415: die eyde (s. Eid), die sie ... gethon hetten [PfWeist. II 594 (NW-Friedh)]. a. 1564: der Aydt (Eid), So ein Jeder Inwohner zu Wirschbach dem Gerichtsherrn gethon [SSp., Beschreib. des Dorfes Wörsbach]. Er hot en Fall gedaaⁿ 'ist gestürzt' [LU-Altr]. a. 1484: er hett ein fraug (s. Frage) an sy ze thon [Friedel 175]. a. 1582: frohndienst zu thun [PfWeist. II 519 (FR-Flomh)]. a. 1568: gebot und verbot zue thon [Grimm Weist. V 567 (LA-Gleisw)]. a. 1553: den beiden hochgerichtsherrn gehorsamb (s. Gehorsam) zu thun wie von alters [ABlieskst 99]. a. 1628: und wer sie darüber dreibt, der tuet gewalt und kein recht [PfWeist. II 600 (LU-Fußgh)]. a. 1671: vnd thut die 2. klag (s. Klage) [ebd. II 535 (KU-Föckbg)]. 17. Jh.: daß gemeinen pfarrvolck (soll) alle opera, daß ist alle Handlung, thun [ebd. II 533 (KU-Ulm)]. a. 1737: und alljährlich rechnung thun sollen [ebd. II 578 (NW-Freinsh)]. Er hot e Red (s. Rede) gedaⁿ [KB-Kriegsf]. a. 1563: deß sie unserm gnädigsten churfürst und herrn eine rayß 'einen Kriegszug' tun [PfWeist. II 515 (FR-Flomh)]. a. 1321: numme keinen schaden ich oder min gesinde zu dune ane alle geverde [OttbgUrkb. 328/29]. a. 1530: schaden, den des spitals sweyn (Schweine) ... gethun [SpeyGg-HospR]. Der Schütz dut sei Schilligkeit (s. Schuldigkeit) [PfId. 182 (WPf)]. RA.: Is net Sinn (s. Sünde) gedu?, von Verschwendung und unnötigen Ausgaben [Gal-Dornf]. a. 1533: die menner, die den vndergang (Begehung und Festsetzung der Grenze) gethan haben [PfWeist. II 544 (KU-Frankb)]. (Do) horrer em Jäb no emol e gut Vermahning (s. Vermahnung) geduhn [PfId. 184 (Umg. Kus)]. — c. das Obj. bezeichnet das Ergebnis, die Wirkung des Tuns. Er hot sich eppes gedauⁿ 'Er hat sich wehgetan' [LA-Wollmh]. a. 1671: das thut 4 maß wein [PfWeist. II 535 (KU-Föckbg)]. (Dafür heute: das macht ...). 's dut nix 'schadet nichts' [LA-Impfl]. 's dut nix, wann aa e Stick vun de Zahnlad mitgeht, scherzh. vom Zähneziehen [RO-Semb]. — d. »tun« mit adv. Bestimmung. Er dut's net annerscht 'will es unbedingt so haben' [NW-Gimmdg]. Kannscht ääm lääd du [Kaislt, verbr.]. Du duscht der weh [Gal-Dornf]. Dut das weh! [KL-Reichb, verbr.]. Um e Hoor hätt se sich weh geduu [GH-Kand]. Der Kuh dut die Milch weh, sie muß gemolk werre [WD-Niedkch]. Warten numme, 's kummt aach emol an eich, do sehn ehr aach, wie's dut [NW-Gimmdg]. Jerem, duht eich der 'dieser' proforscht! 'Macht der es großartig!' [Kühn Schnitze II 65]. RA.: Ich han'm defor gedaⁿ [KU-Kaulb, verbr.]. SprW.: Es isch'm defor gedon, daß die Bääm net in de Himmel wachse [ZW-Hornb]. Vgl. auch feil-, fort-, glau-, gut-, heim-, kundtun. — e.α. mit jemand zu tun haben, wie schd. Er hot's gern mit ehre se due 'Er sucht Umgang mit ihr, ist ihr zugetan, ist verliebt in sie' [Gal-Dornf]. Sie harre (hatten) merenanner (miteinander) se duⁿ, von Streitigkeiten [KU-Schmittw/O]. Paß uf, sunscht kriescht's mit meer se du, Drohung [KL-Kindsb, verbr.]. SprW.: Mer lernt die Leit eerscht kenne, wammer mit'ne se du hot [Gal-Brotschk, verbr.]. — β. mit etwas zu tun haben, wie schd. Mit dere Sach hun ich nix se due [NPf, verbr.]. a. 1540: die kirchschaffnerey (soll) nichts mit zugsayl zu thun haben [PfWeist. II 1540 (KU-Ulm)]. Besonders von Beschwerden körperlicher Art: Er hot's mit de Aae (Augen), mit de Nerve ze duⁿ [LU-Opp, verbr.]. — 2. 'arbeiten', vgl. machen. Er hot nix (viel, noch lang) se dau [GH-O'lustdt, verbr.]. Mer hun die Hänn voll se duⁿ [KU-Schmittw/O]. RA.: Er hat se due wie die Pann an Fasnacht 'hat viel zu tun' [RO-Obd]. Duunt e bißche langsam! Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden [KU-Körbn]. Der dut käⁿ Strääch (Streich), vom Faulenzer [KU-A'glan Kaulb Kreimb]. Mach der nix se duⁿ! 'Strenge dich nicht an, denn es wird doch nichts nützen' [Lu'haf, RO-Obd NW-Haßl Spey]. — 3. tun als Ersatzwort für stellen, setzen, legen usw. Du 's Esse uf de Disch! [PS-Schmalbg, verbr.]. a. 1571: Item 1 lange Kist mit fachen, darin man Kuchen speiß dutt [ZweibrKellR]. Ich muß noch 's Kalb (zum Säugen) an die Kuh duⁿ [NW-Ellstdt, verbr.]. Mer wolle jetzt die Hinkel in de Stall duⁿ 'die Hühner in den Stall einsperren' [NW-Deidh]. a. 1532: dem schmit geben für das beschlegs, So er ... gethon 'angefertigt' hat [SpeyGgHospR]. a. 1507: der soll dem carstfaut zwo scherferdt thun 'Fronfuhren stellen' [Pf-Weist. I 26 (RO-Alsbr)]. a. 1530: 2 farren, ist einer auch vff den bentzhoff gethun worden [Spey-GgHospR]. a. 1553: were den kosten tone soll 'die Kosten tragen soll' [ABlieskst 107]. Er hot koo Fuß iwwer die Deerschwell geduu [Gal-Hanunin]. 's dut nit 'Das Instrument tönt nicht' [LA-Impfl]. — 4.a. einem etwas, nichts tun u. ä. 'Schaden, Böses, Unrecht zufügen', vgl. machen. Der Hund dut der nix [verbr.]. (1960 wurde »tut« im Wenkersatz 39 — Der braune Hund tut dir nichts — in 70% der Schulorte mit tut, in 30% mit macht wiedergegeben; offenbar herrschte auch hier — vgl. o. 1 a — das Bestreben vor, den Satz wörtlich zu übertragen). Was hawich (habe ich) der dann gedauⁿ? [LA-Edk]. Ich du der e Ducke (e Duppe, e Bosse) 'Ich spiele dir einen Streich' [verbr.]. Verzeihen Se, ich hab's nit geren 'nicht mit böser Absicht' gedauⁿ [GH-Zeisk]. Du mer nix, ich du der aa nix [Kaislt, verbr.]. Dore (Tote) dun äim nix [KU-Schmittw/O]. RA.: Er dut kemm Hinkl eppes, von einem Feigen [KL-Siegb]. SprW.: Besser Uurecht (Unrecht) leide wie Uurecht du [Penns]. Einen VR. s. bei Schneider. a. 1480: iedem besonder keinen geferlichen oder freuenlichen schaden zu thun [PfWeist. I 441 (KL-Erlb)]. — b. einem Liebes, Gutes tun u. ä. Er hot mer nore Gudes geduu [Gal-Dornf, allg.]. Ich du eich aach emol e Gefalle [KB-Kriegsf, allg.]. — 5. 'sich gebaren, sich verhalten'. Sie hän arg geduⁿ '(am Sarg) sehr geweint, geklagt' [GH-Kand, verbr.]. Wann sei Fraa uf'm Schab geleh hätt, er hätt net vertels so arig gedun (wie beim Verlust der Kuh) [PfId. 176 (WPf)]. Du nor net so! 'Verstelle dich nicht!' [RO-Obd, verbr.]. Er hat so gedue, als härresene (hätten sie ihn) for se Dresche bestellt [KL-Queidb]. Der dut grad so, als ob er aach was ze saage hätt [Krieger 21]. Vgl. auch dicktun, großtun. — 6. in Verb. mit dem Inf. eines Verbs als Mittel der Umschreibung. a. im Indikativ. Se dun heirate [LA-Bornh, verbr.]. Er dut sterwe 'liegt im Sterben' [KL-Landstl, verbr.]. Der dut alles veʳkuhwedele 'verdirbt alles' [Krieger 11]. Er dut immer 's Maul ufreiße [SP-Harths, verbr.]. Die Määd duhn flink die Latwerj rehre [Kühn Schnitze II 25]. Häufig in der Sprechweise der Kinder: Ich du schreiwe; ich du net lese [verbr.]. In Aufzählungen: Mer dun heit abmache, binne un infahre '(Getreide) mähen, binden und einfahren' [verbr.]. Zur Bildung des Futurs: RA.: Mit meer dun ehr kee Micke fange 'Mit mir werdet ihr (könnt ihr) nicht machen, was ihr wollt' [Kaislt]. — Den VR. Bohne dun mich krone s. bei Bohne 1 (I 1076, Z. 23ff.). a. 1773: und allen aufgeloffenen unkösten nicht entrichten thut [PfWeist. II 574 (NW-Freinsh)]. — Der subst. Inf. steht im Genit. bei Bezeichnungen von Kinderspielen: Fanges (Fangens 'Fangspiel') duⁿ [KU-Schmittw/O]. Kneppels (Knöpfelns 'Knopfspiel') dan [LU-Altr]. Nach dem gleichen Muster auch: Gails (Gäulens 'Pferdchenspiel') dun [KU-Schmittw/O]; ebenso: Schuls (Schulens) dun 'Schule spielen' [ebd.]. — b. im Konjunktiv. α. zur Bildung der Möglichkeitsform, gew. in Satzverbindungen. Der deet mitmache, wann er kennt [Krieger 9]. Du glaabscht, des dät d'r nix; baß uf, daß du dich net errscht [KL-Reichb]. Er saat, er deet das nimmi mache [Gal-Dornf]. Wann ich des gut Brillche nit het, was det ich dann do mache [Holler 12]. Ich meene grad, d'r Kopp det mer verspringe [KU-Wolfst RO-Lohnsf]. So gern, as ich 's deet, awwer helfe kann ich net [NW-Frankeck]. Mänschde, wann mer de ganze Dag greine det, det's besser werre? [Holler 10]. RA.: Liewer därisch (täte ich) mer uf's Maul schlaae [ZW-Marthh]. Die dere sich die Finger denoh lecke [KL-Matzb, verbr.]. Das deet der eraushänge 'Das würde dir so passen' [KU-Kaulb Kreimb]. Das deet mer net uf de Lippe verbrenne 'Dazu könnte ich nicht schweigen' [KL-Hirschhn]. Määnsch du, die gebrorene Dauwe deeren d'r ins Maul fliee? [KL-Stelzbg]. Ich wollt, du dätscht ime verreckte Hund stecke un mischt (müßtest) em verzehⁿ Daa hinneraus belle [PS-Saalstdt]. Wann ich dich im Aarsch hätt, dät ich dich in de Rhein scheiße [Gal-Dornf]. BR.: Der Februar saat zum Jänner: Wann ich die Kraft hätt wie du, dät ich 's Kalb verfreere losse in der Kuh [Gal-Brotschk]. — β. zur Bildung der Wunschform. Ich det was esse [RO-Dielkch, verbr.]. Wann de nore emol deiⁿ Maul halle deescht! [RO-Semb, verbr.]. Dedsche liewer de Katz ehr Schwanz ins Maul nemme (statt der Zigarette)! [KU-Wolfst]. — 7. subst. Unn 's wärd kenn Tun se veel (zuviel) gelobt, wann's aaner recht besieht [Christmann Grummet 33]. Wie er ame Owed werrer so em völlije Dun war met seim Fluche [PfId. 177 (WPf)]. Er es im beschde Duⁿ 'im schönsten Alter' [KB-Kriegsf, KU-Schmittw/O]. Seiⁿ Dun un Treiwe gefällt mer net [KU-Schmittw/O]. Er hot 's Tun un 's Losse 'Er kann es tun oder lassen' [Don (Steinmetz)]. Des is en Dun 'Das ist einerlei' [RO-Obd, verbr.]. 's es aⁿ Dun, wie d'es machscht [RO-Mannw]; vgl. Tuns. Rätsel: Die äⁿ saat: Ich wollt, 's wär Dag. Die anner saat: Ich wollt, 's wär Nacht. Die dritt saat, Mer is äⁿ Dun, ich han Dag un Nacht käⁿ Ruh (Bett, Ofen, Uhr) [Hebel 115]. — Zs. ab-, an-, auf-, aus-, daran-, dazu-, ein-, heraus-, herein-, herum-, hervor-, hinein-, hin-, hinweg-, mit-, über-, um-, unter-, ver-, weg-, zusammen-, zutun. Vgl. auch die Abl. Getäts, Getuns. — F.: Die Verbr. der Lautformen von Inf. und Part. Perf. für 1960 zeigen K. 104 und 105. Das weithin herrschende ū in der Stammsilbe des Part. Perf. (gədūn, gədūⁿ(ə)) ist aus dem Inf. übernommen. Der entgegengesetzte Vorgang zeigt sich im östl. Teil der VPf, wo sich der Inf. mit den Stammvokalen bzw. au, ǫu (d, dauⁿ, dǫuⁿ) dem Part. Perf. angeglichen hat. Die Form gədūd entstand unter Einwirkung von dūd (3. Pers. Sing.). Ergänzend ist hinzuzufügen, daß au und ǫu in gədauⁿ, gədǫuⁿ durch Diphthongierung aus ā bzw. ō hervorgegangen sind; vgl. Bertram § 47, 48. — Angaben für Auslandspfälzer: Lambert Penns hat duⁿ, gəduⁿ; bei Wood Schärf. Penns 236: du:n (Inf.). Don-Torscha: dūn, gədūn; Gal-Dornf: dū(ə), gədū; Gal-Obl: dū, gədū. — Die Präsensformen: 1. Sing. fast allg. dū; im Westteil der WPf auch dūn (belegt für KU-Cronbg Roth Dietschw IB-Böckw). 2. Sing. allg. dūšd, vielfach verkürzt zu dūš. 3. Sing. fast allg. dūd; in WD-Niedkch dud. Die Pluralformen in 1. - 3. vorherrschend dūn, dūən; in größeren und kleineren Inseln auch dūⁿ(ə); dōⁿ belegt für ZW-Käshf Gr'bundb Kl'bundb Mörsb O'aub Wintb PS-H'einöd; dōn in ZW-Stamb Wattw Hornb; doun in ZW-Roskopf Contwig Rimschw A'hornb Mittb Dietriching PS-Harsbg Herschbg; douⁿ in ZW-Battw Reifbg KL-Mittbn; dauⁿ in LA-Rohrb; dān in PS-Schindhd; die umgelautete Form dīn, seltener dīⁿ verbr. im Ostteil der südl. VPf (nördlichster Punkt NW-Geinsh, südlichster GH-Hagb; vgl. hierzu bes. Bertram § 159); dęin in BZ-O'schlettb; dęiⁿ in BZ-V'weidth. Sonderform für 2. Pl. dūnd in KU-Körbn. Gal-Dornf Obl haben im Sing. dū, dūšd, dūd; im Pl. n. Penns im Pl. nach PSA K. 54 dūnə, dūn, dīnə.Konj. Prät.: im Sing. dēd, dēš(d), dēd, im Pl. dēdən u. dēdə (intervokalisch statt -d- oft -r-); in unbetonter Stellung und in lebhafter Rede wird der Vokal fast immer kurz gesprochen. — In Gal-Dornf: dēd, dēšd, dēd, dēðən; in Gal-Obl: dēd, dēš(d), dēd, dēdən. In Penns nach Wood Schärf. Penns 233: (ich) de:d. — Südhess. I 1821 ff.; Rhein. VIII 1444ff.; Saarbr. 53; Lothr. 112; Els. II 639; Bad. I 592ff. u. I 667 Eintun.
14168 Zeichen · 452 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TUN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    TUN franz. ton . Trist. 2396.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TunDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Der Tun , s. Zaun .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tun

    Goethe-Wörterbuch

    tun [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tun

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Tun (tönn), engl., Tonne.

  5. modern
    Dialekt
    tun

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    tun [tûn Av. ; dûn Fo. Falk. Lix. Sgd. Bi. u. s.; dùn Ri. Hom. Ha. ; doun Bo. D. Si. — Flexion: Präs.: tû(n), tûšt (tiəš…

  6. Spezial
    tun

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    tun (tat, getan) I vb.tr. 1 (machen) fá (fej, fat) 2 (anrichten) fá (fej, fat), combiné (-na) 3 (begehen: Unrecht) fá (f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tun

625 Bildungen · 537 Erstglied · 78 Zweitglied · 10 Ableitungen

tun‑ als Erstglied (30 von 537)

tunachtig

RhWB

tun·achtig

tun-achtig dō:nətiχ Aach-Walh Adj.: diensteifrig, bereitwillig, zuvorkommend.

Tunader

MeckWB

tun·ader

Tunader f. wie Ader 2 : 'daß die Zaun-Adern möglichst dicht zusammen geschlagen werden, damit die Schweine ... sich ... keine Gänge durchboh…

Tunägel

MeckWB

Tunägel m. wie Swinägel: ick pruste Di wat, säd de Tunegel taum Hund, dunn würd hei sick uprollen Derb. 2, 171.

Tūnǟrs

WWB

Tūn-ǟrs Zaunkönig (Frbg.) ( Olp So).

Tunāles

Meyers

Tunāles , von großen baumartigen Cereus Arten gebildete waldartige Dickichte in den Llanos von Venezuela.

Tūnbiljet

WWB

Tūn-biljet n. Teilnahme an einer Veranstaltung o.Ä., ohne Eintrittsgeld gezahlt zu haben ( Dor Wl).

Tunbillet

MeckWB

tun·billet

Tunbillet n. Zaunbillett in scherzh. Rdaa. 'n Tunbillet nähmen, hebben vom Zaun aus oder auch einfach, ohne zu zahlen, zuschauen Ma Rempl ; …

Tunbridge Wells

Meyers

tunbridge·wells

Tunbridge Wells (spr. tönnbriddsch), Stadt ( municipal borough ) in der engl. Grafschaft Kent, 8 km südlich von Tonbridge, nächst Bath der ä…

Tunbusch

MeckWB

tun·busch

Tunbusch m. Strauchwerk zum Zaungeflecht Schw Pamp .

Tunbutu

Meyers

Tunbutu , s. Timbuktu .

tunc

KöblerAhd

tunc... , . Vw.: s. tunk...

tuncal

KöblerAhd

tuncal , Adj. Vw.: s. tunkal* (1)

tuncalēn

KöblerAhd

tuncalēn , sw. V. (3) Vw.: s. tunkalēn*

tuncalī

KöblerAhd

tuncalī , st. F. (ī) Vw.: s. tunkalī*

tuncalīn

KöblerAhd

tuncalīn , st. F. (ī) Vw.: s. tunkalī*

tunch

DWB

tunch , m. , vereinzelt statt des üblicheren thun bzw. thunfisch ( s. teil 11, 1, 1, sp. 456): der tunch ... lat. thunnus vnnd thynnus, fran…

tunchel

DWB

tunc·hel

tunchel , tünkel , m. , wohl formvarianten von tüchel ( s. oben sp. 1473), teuchel, deuchel ( s. teil 2, 1036); vereinzelt im frühen nhd. le…

tuncherlī

KöblerMhd

tuncherlī , st. N. nhd. Taucher (ein Wasservogel) ÜG.: lat. mergulus VocOpt Q.: VocOpt (1328/1329) E.: s. tünchen? W.: nhd. DW- L.: Benecke/…

tuncherære

KöblerMhd

tunc·herære

tuncherære , st. M. nhd. Tüncher Q.: Tuch (1464-1475) E.: s. tünchen W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 1569 (tuncherer)

tunchæregeselle

KöblerMhd

tunchæregeselle , sw. M. nhd. Tünchergeselle Q.: Tuch (1464-1475) E.: s. tünchen, geselle (1) W.: nhd. Tünchergeselle, M., Tünchergeselle, D…

tunco

LDWB1

tunco [tụn·co] m.sg. (moscedoz cun zigher y smalz da mangé pro la polënta) Käse m., Gemisch von Zieger und Butter.

tun als Zweitglied (30 von 78)

stun

KöblerAe

*stun , st. N. (a) nhd. Lärm, Geräusch (N.) (1) Vw.: s. ge- E.: germ. *stuna, Sb., Stöhnen, Geräusch (N.) (1); s. idg. *sten- (1), *ten- (2)…

Nichtstun

RDWB1

Nichtstun n безделье, праздность, лень im Nichtstun versinken fest. - лежать на печке идиом. , сидеть на печи идиом. , предаваться праздност…

abgetun

DRW

abgetun veräußern wen daz [denn was] di muter mit den kindern zu ome brachte, do en mag her [der Witwer] von der vormundeschaft nicht abeget…

abtun

Pfeifer_etym

tun Vb. ‘eine Tätigkeit verrichten’, reflexiv (unpersönlich) ‘sich ereignen’. Das Verb (mit ehemals reduplizierenden Präteritalformen) ahd. …

abwegtun

DRW

abweg·tun

abwegtun reflexiv: flüchten die so bey [einem Verbrechen] und mit gewest ..., sich abwegsgethan und dardurch argwönisch gemacht 16. Jh. FrkZ…

antun

Pfeifer_etym

tun Vb. ‘eine Tätigkeit verrichten’, reflexiv (unpersönlich) ‘sich ereignen’. Das Verb (mit ehemals reduplizierenden Präteritalformen) ahd. …

auftun

DRW

auf·tun

auftun mnd. up(pe)don, mnl. opdaen, md. Nebenform offdun I öffnen I 1 wörtlich soll niemandt [die Haustür] aufthun 1354 KitzbühelStR. 77 hab…

ausgetun

DRW

ausgetun verleihen usz gethun zcu czinsze 1400 MagdebFr. II 1, 1 Faksimile

austun

DRW

aus·tun

austun nd., nl. utdon I mit Akkusativ der Sache I 1 die Hand öffnen schlägt er ... mit außgethoner hant 1584 ÖW. IX 450 Faksimile I 2 ausgeb…

bartûn

MNWB

bar·tun

bartûn , bartûner , bertûn (s. d.), m. , auch adj. , 1. Bretone, Bewohner der Bretagne. 2. bretonisch, bretonisches, Schiff, Karavelle , bri…

bastun

LDWB1

bas·tun

bastun [ba·stụŋ] m. (-s) 1 Stab m., Stock m., Stecken m. ( → maza) 2 Prügel m., Knüppel m. 3 Ellenstab m. ◆ bastun da famëi Hirtenstab m.; b…

Bërtûn

BMZ

ber·tun

Bërtûn plur. die Bertûne. stm. der Bretannier, le Breton, eine andere form für Berteneise. Parz. 56. 65. 85. 195. 206. 221. 284. 314. 335. 3…

birtun

AWB

bir·tun

birtun st. f. — Graff III, 169 s. v. pirtunna. pirtunna: gen. sg. Gl 2,100,54 ( 3 Hss., darunter clm 19 417, 9. Jh. ). 4,322,72 ( mus. Salzb…

cottun

Lexer

cot·tun

cottun stm. cattun W. v. Rh. 31,30. — aus nld. kattoen, fz. coton s. Dwb. 5,278. 1900.

Drahttun

MeckWBN

draht·tun

Wossidia Drahttun m. Drahtzaun Pa Parchim@Dobbin Dobbin .

erftûn

MNWB

erf·tun

° erftûn , m. , Erbzaun, Einhegung des Erbes; vgl. erfhēge.

fantûn

MNWB

fan·tun

fantûn (fanthun) = fansûn (Reval 1495).

friuntun

AWB

friuntun extimplo Gl 1,137,19 ( R; sniumo sareo Pa, sniumo sareo rado K extimplo continuo ). 315,53 ( Re ), ungedeutet. Graff III, 656 erwäg…

Gaus'tun

MeckWBN

gaus·tun

Wossidia Gaus'tun m. niedriger Zaun, den die Gänse nicht überfliegen können Gü Güstrow@Groß Wokern GWok .

gestun

KöblerAe

ges·tun

gestun , st. N. (a) nhd. Lärm, Geräusch (N.) (1), Wirbelwind, Sturm E.: s. ge-, *stun L.: Hh 327

Grenztun

MeckWBN

grenz·tun

Wossidia Grenztun m. Grenzzaun Müll. Reut. 48 a .

großtun

GWB

gross·tun

großtun selten -s-, nur -th-, gelegentl Getrenntschr; auch iVbdg mit Verstärkungspartikel a sich (einer Leistung, Sache) rühmen, prahlen; je…

Ableitungen von tun (10 von 10)

BETUN

DWB2

BETUN vb. mhd. betuon. mnd. bedōn; mnl. bedaen, bedoen, nnl. bedoen; ae. bedōn. präfixbildung zu DWB2 tun vb. 1 einschließen, verschließen: …

betunen

LW

be-tunen, bezäunen, mit einem Zaun, einer Hecke versehen.

ENTTUN

DWB2

ENTTUN vb. ahd. in(t)tuon, anttuon, mhd. entuon. mnd. entdōn; mnl. nnl. ontdoen. gegenbildung zu ahd. bituon vb. ‘ (ver) schließen ’. 1 öffn…

getun

RhWB

ge-tun: etwas g., wirkl. imstande sein, es zu t. Siegld .

misstun

RhWB

miss-tun (s. S.) Monsch , Eup , Heinsb , Erk-Elmpt , Geld-Leuth st.: anstossen durch übles Handeln, beleidigen [Part. -jəd·ə.n fehl, übel g…

tune

GWB

tune [bisher nicht publizierter Wortartikel]

untun

GWB

untun [bisher nicht publizierter Wortartikel]

untunlich

GWB

untunlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

vertun

Pfeifer_etym

tun Vb. ‘eine Tätigkeit verrichten’, reflexiv (unpersönlich) ‘sich ereignen’. Das Verb (mit ehemals reduplizierenden Präteritalformen) ahd. …

zertun

RhWB

zer-tun: sich z. 1. sich wichtig machen, Aufhebens m., sich aufgeregt benehmen Mosfrk, Rip, Nfrk. — 2. sich irren Köln-Stdt .