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rupfen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
22 in 17 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

rupfen schw.

Bd. 5, Sp. 659
rupfen schw.: 1.a. 'ruckartig herausziehen, reißen', roppe [verbr., auch Auslandspfälzer, PfId. 116, 117 Christmann Kaulb 17, 61 Mang 111 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 25, 28, 35 Höh 58, 81 Bertram § 117, 185 Heeger Südostpf. 11 Schandein Ged. 247], ropfe [SOPf (vgl. K. 1, Linie Appel-Apfel), Heeger Südostpf. 11, 25]; Zs.: ab- 1, auseinander-, aus-, ver- 1, heraus-, herunter-, zusammenrupfen. Ich ropp de Mond vom Himmel [Kraus Herzdrickerte 34]. Drohung: Ich ropp der die Ohre aus em Kopp! [KB-Albish]. — Im bes.: α. 'jäten, vom Unkraut befreien'; Zs.: durch- 1 a u. 2, ver- 4, unterrupfen; Distelrupfen; Gras (Dischdele, Dreck) r. [verbr.]. Grußformel bei Begegnung während der Feldarbeit: Roppe? [LU-Böhl]. a. 1514: graß zu ropffen [GgHospR 13]. a. 1521: 7 frawen personen haben zu soltzbach ... dystelln gerupt [LandsbgKellR]. — β. Planze (Duwaksplanze, Duwak, Setzling) r. '(Setzlinge zum Versetzen) aus dem Boden ziehen' [verbr., vorn. VPf]; vgl. durchrupfen 1 b. — γ. 'ausbrechen'; Laab r. 'überschüssiges Laub des Rebstocks entfernen' [RO-Schiersf]. — δ. 'brechen, pflücken, ernten'; Zs.: ab- 2, hinunterrupfen; Kersche (Gehannstrauwe, Erbse, Bohne, Salat, Kamelle, Butzle, Blume) r. [verbr.]. Ropp die Blume nit ab! [Zweibr]. Do hab ich Blum um Blum geroppt un draus en Strauß gemacht [Croissant 48]. Die Kinn roppe die Nescht (Äste) on de Weire ab [KU-Schmittw/O]. Ein Schlaflied s. lulu. — ε. Hanf (Flachs) r. 'den Hanf (Flachs) samt Wurzeln aus dem Boden ziehen' [verbr., Krämer Gal 178]. De Fimmel werd s'erscht geroppt, vgl. Femel 1 [KU-Schmittw/O]. a. 1600: fünff weibern ... haben 3 Tag flax geropt [WerschwSchR]. — ζ. Haai (Stroh) r. 'Heu mit dem Heurupfer aus dem Heuhaufen herausziehen' [verbr.]; Zs.: Heurupfen. — η. e Gans (e Hinkel, en Gockel) r. 'nach dem Schlachten die federn herausziehen' [verbr.]; — θ. Gäns r. 'die Flaumfedern (der lebenden Gänse, zum Füllen des Bettzeugs) herausziehen' [verbr.]. Die Gäns werre im Sommer ääⁿ- odder zwäämol geroppt [Frankth], alle siwwe bis acht Woche geroppt [KU-Schmittw/O]. Vergl.: Du frierscht jo wie e geroppdi Gans [BZ-Dierb]. RA.: Er kummt doher wie e geroppdeʳ Vool 'schlecht gekleidet' [KU-Schmittw/O]. Die sieht aus wie e geroppdi Gans, dass. [FR-Tiefth]. — ι. 'sich mausern'; vgl. federn1 2aα. Die Hinkel roppen sich [PS-Fehrb, verbr.]. Volksgl.: Wann sich die Henkel s'erscht vore roppe, es die erschde Soot (Saat) am beschde, wann se sich henne s'erscht ferrere, die letscht [WD-Niedkch]. — κ. e Zahⁿ r. (r. losse) 'einen Zahn ziehen (ziehen lassen)' [FR-Bockh, verbr.]; Zs.: Zahnrupfen. Er lißt sich e Zahn r. [KU-Erdb]. Volksgl.: Wammer traamt, mer kreet en Zahⁿ geroppt un's deet net weh, stärbt en Freind [Fogel Beliefs Penns Nr. 77]. En geroppder Zahⁿ soll mer grad in der Ofe stecke [ebd. Nr. 1655]. — λ. s. die Zs. Weckerupfen. — b. 'ziehen, zerren'; Zs.: verrupfen 2; an de Hoor r. [KL-Fischb LU-Alsh/Gr]. Ich roppe der die Ohre [KU-Obw/Tiefb]. De Balwiere hot en beim Hoorschneire geroppt [BZ-Dernb]. Wo schwere Hämmer kloppe, / Loks an de Waggons roppe [Kraus Allseiläbdah 38]. RA.: Du kannscht ken Hoor r., wo's kenni hot [Reichard Penns 292]. SprW.: Es soll sich jeder an seiner äägene Nas r. [Hebel 47 Feierowend 31/1955 7]. — c. s. die Zs. auf- 1 u. 2, ver- 3, herumrupfen 1 a. — 2.a. 'sich balgen, prügeln, eine Auseinandersetzung haben', sich r. [RO-Lettw, LA-Gommh, Schandein Ged. 247]; vgl. Gerupfe; Zs.: herumrupfen 2; Syn. s. verhauen 1. Weitere Wend. für 'verhauen'; ääm die Ohre r. [ZW-Lambsbn Zweibr], die Sieße r. [ebd.], de Baart r. [ZW-Gr'bundb], e Hähnche r. [KL-Morb Wörsb], mit ääm e Hinkel r. [NW-Königsb, verbr.]. Drohung: Ich häb noch e Hinkel mit der se r.! [NW-Geinsh, verbr.]. Als ein Fremder nach den Blutspuren fragte, hieß es: Do han sich die Buwe e bißche geroppt [KL-Queidb (Schandein Bav. IV,2 386)]. Bei einer Weinversteigerung: Jetz kummt en feine Troppe, do werrner eich drum roppe [PfRSch 4. 2. 1934]. Einen Neckreim s. Gimmeldingen. a. 1602: wan zween uneins werden und sie ropffen einander, so ists die gemein nit sculdig anzubringen [PfWeist. 63 (LU-Altr)]. a. 1748: Auch zugleich der Lehnhard Schultz mit dem Marden Mumert Ein Ander gerobt [Mähderbuch v. NW-Mußb, in: MHVPf. IV 19]. — b. 'unsittlich berühren'; Zs.: herum- 1 b, zusammenrupfen. Die Buwe robbe die Mäd [RO-Lettw]. Eine Scherzfrage s. Mädchen 1 a. VR.: E jerer will se r., e jerer will se zoppe, e jerer will die Gensgret hun [KU-Schmittw/O]. Ach Gredel, ach Gredel, des deet ich doch nit; der roppt dich un zoppt dich un will dich doch nit [Kamm 120]. — c. Ropp dich! 'Zieh dich um!', vom Wechseln der Arbeitskleider in saubere Kleider [KU-Kollw]. — d. '(an einer brennenden Zigarette) ziehen'. Loß mich aa emol roppe an deinre Sigarett! [Pirmas (Kieffer 63)]. — e. 'einen Darmwind (den man bloß riecht) streichen lassen'. Er hot sich geroppt [KU-Kaulb Krämer Gal 178]. — f. 'reißende Schmerzen verursachen'; vgl. Rupfer 1a; Zs.: zusammenrupfen. De Zahnnerv roppt [KL-Siegb]. 's roppt un zoppt, dass. [FR-Bockh, südl. VPf (Heeger Nachl.)]. Ar'g krank, Herr Dokt'r, bin ich net, / Nor dut m'r's im Kopp so roppe [Claus 134]. — g. 'trinken', r. [KU-Friedhs RO-Münchw PfId. 116]; ään r. [LA-Wey, PS-W'fischb BZ-Apphf]; e Gockel r. 'ein Schnäpschen trinken' [LU-Muttstdt]. — h. 'aufschneiden' [NPf (Thielen 92)]. — i. 'im Spiel abnehmen, plündern, ausbeuten'; Syn. s. abgewinnen 1. Den hän se geroppt (beim Kartenspiel) [LU-Opp, verbr., Don-Tschest Gal-Dornf], 'haben ihn nicht ganz rechtmäßig um sein Vermögen gebracht' [LA-Mörzh]. Der es geroppt 'hat beim Klickerspiel alle Klicker verloren' [WD-Niedkch, PS-Donsied]. Jeder will r. un zoppe (von den Steuerbehörden) [LU-Friesh]. — j. sich r. 'langsam und schlecht arbeiten'. Du hoscht dich geroppt [KU-Hefw]. Ehr roppen eich! Machen Feierowend! [KU-Hinzw, ZW-Battw]. — k. 'sich blamieren, einen Fehler machen'. Du hoscht dich geroppt [KU-Hundh ZW-Bechhf KB-Bubh]. Er hot sich geroppt 'hat sich schlecht verheiratet' [KL-Fischb]. — l. s. die Zs. auf- 3, vorrupfen. — Südhess. IV 1533 ff.; Rhein. VII 501 ff.; Lothr. 418; Els. II 278, ALA II 110.
6189 Zeichen · 221 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rupfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    rupfen , rüpfen swv. BMZ rupfen, zausen, zupfen, pflücken. einem den bart rupfen W. v. Rh. 159,29. die hunde begunden in…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rupfen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Rupfen , verb. reg. act. welches das Intensivum von raufen ist, und im Oberdeutschen auch überall wie dieses gebraucht w…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rupfen

    Goethe-Wörterbuch

    rupfen 1 (etw) ruckartig ausreißen a Geflügel (als menschliche od tierische Nahrung) entfiedern; mehrf in bildl Zshg; ei…

  4. modern
    Dialekt
    rupfen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    rupfe n , ropfe n , rop f e n [rùpfə S. bis Bf. ; ropfə Scherw. Uttenh. ; ròpfə Ndhsn. u. nö. davon bis N.; ropə W.; rup…

  5. Sprichwörter
    Rupfen

    Wander (Sprichwörter)

    Rupfen 1. Da ist bös rupfen, wo weder Haare noch Federn sind. – Gaal, 1329; Simrock, 8594. It. : Dove non n'è, non se ne…

  6. Spezial
    rupfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    rup|fen vb.tr. 1 (reißen) trá fora 2 (in Bezug auf Vögel) splomé (splöma) 3 ‹umor› (Geld abnehmen) splomé (splöma), trá …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rupfen

14 Bildungen · 1 Erstglied · 9 Zweitglied · 4 Ableitungen

rupfen‑ als Erstglied (1 von 1)

Rupfengerste

PfWB

rupfen·gerste

Rupfen-gerste f. : ' Gerste, die zum Mähen zu klein ist und daher gerupft wird ', Roppegerst [ Wilde 69].

rupfen als Zweitglied (9 von 9)

abrupfen

DWB

abrupfen , devellere, abpflücken. mit der hand ähren ab rupfen. 5 Mos. 23, 25 , wofür Matth. 12, 1 . Luc. 6, 1 ähren ausraufen, goth. raupja…

aufrupfen

DWB

auf·rupfen

aufrupfen , exprobrare, eigentlich aber vellere, vellicare und aus einem sinnlichen aufrupfen oder pflücken der flocken und federn vom kleid…

ausrupfen

DWB

aus·rupfen

ausrupfen , evellere, ausraufen, von gras, haar, wolle, federn: die jungen gänse verstanden sich gleich aufs ausrupfen des grases; man rupft…

berupfen

DWB

berupfen , was beropfen, natürlich und figürlich verwandt: so wil in iederman berupfen. fastn. sp. 754, 16 ; sie hat gefangen auf dem kloben…

Gyrenrupfen

Wander

Gyrenrupfen Es ist wie beim Gyrenrupfen. (S. Geier 28.) – Kirchhofer, 79.

ineinandstrupfen

Idiotikon

ineinandstrupfen Band 11, Spalte 2329 ineinandstrupfen 11,2329

strupfen

DWB

strupfen , verb. , inhorrere, horrore perstringi, einschrumpfen, zusammenschrumpfen; mit vocal der tiefstufe zur basis streub-, erweiterung …

zerrupfen

DWB

zer·rupfen

zerrupfen , verb. , durch rupfen zerreiszen: Diefenbach gl. 183 a ; n. gl. 136 b ; Frisius 276 b ; H. Fischer 6, 1144 ; schweiz. id. 6, 1213…

ūzrupfen

KöblerMhd

ūzrupfen , sw. V. nhd. ausrupfen ÜG.: lat. evellere Gl Hw.: vgl. mnd. ūtrȫpen* Q.: Minneb (um 1340), PsMb (FB ūz rupfen), Gl E.: s. ūz, rupf…

Ableitungen von rupfen (4 von 4)

berupfen

DWB

berupfen , was beropfen, natürlich und figürlich verwandt: so wil in iederman berupfen. fastn. sp. 754, 16 ; sie hat gefangen auf dem kloben…

entrupfen

DWB

entrupfen , evellere, ausrupfen: lege die zierlichen finger der hand an die spitzige feder, die den fittichen ist krächzender raben entrupft…

Verrupfen

Campe

Verrupfen , v. trs . 1) Aus seiner Stelle rupfen, wie auch, durch Rupfen in Unordnung bringen. 2) Durch Rupfen verbrauchen, rupfen bis es al…

zerrupfen

DWB

zerrupfen , verb. , durch rupfen zerreiszen: Diefenbach gl. 183 a ; n. gl. 136 b ; Frisius 276 b ; H. Fischer 6, 1144 ; schweiz. id. 6, 1213…