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strohsack

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strohsack m.

Bd. 19, Sp. 1676
strohsack, m. , mit stroh gefüllter, meist als liegestatt benutzter sack. zur form vgl. stroh sp. 1636. lexikalische belege: stramentum strosack Diefenbach gl. 554c; strapolita, stropedium stro-, stru-, strouw-, strow-, strohe-, strob-, strabsack (14. u. 15. jh.) ebda 555a; nov. gl. 350a; strapolitanus strozag lat.-dt. voc. (1420) nr. 2884 Schröer; stramentum ein sattelkussen oder ein strawsacke gemma gemm. (1508) A 3b; matta ein strohsack nomencl. lat.-germ. (1634) 454; einen strohsack stopfen remplir une paillasse Schwan nouv. dict. (1783) 2, 736b. 11) als liegestatt: sô klage ich mîne swære, die mir tuot ein dirne sældenbære, daz si mich niht zuo zir ûf den strousac lât Steinmar in: schweiz. minnesänger 183 Bartsch; dar nâch si slâfen began: ûf ir strousak leit si sich dô Boner edelstein 48, 129 Pf.; und so mir heint auch unverholn das federbetth gar würd gestoln, so müst ich mich erst gar zam-schmiegen und forthin auff dem strosack ligen Hans Sachs 17, 352 lit. ver.; und dasz in sterbensnoth die ordenliche stAett ein strohsack iergend sey und weyches fAederbett Rompler v. Löwenhalt erstes geb. s. reimgetichte (1647) 77; sie warf sich auf den strohsack und seufzte tief und starb H. Heine s. w. 2, 122 Elster; der andere knecht lag lang hingestreckt auf dem strohsack und schnarchte Rosegger schr. (1895) I 1, 191. besonders als schlafunterlage im bettgestell (statt der heute üblichen matratze): item in derselben kamer ein spünbet, dorinnen ein strosack (vor 1475) Tucher baumeisterbuch 298 lit. ver.; (du hast) bettstatten vnnd hast keim ein strosack darein zulegen Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 505; die grosse lagerstätte ... war bald ausgeräumt, bis auf den strohsack, der die unterlage bildete Holtei erz. schr. (1861) 1, 234. in sonstiger verwendung: die wandrer besahen lange mit grossen augen die massiven räder, den strohsack, welcher auf ihrem sitz lag Zachariä poet. schr. (1763) 2, 196; nach einem comfortabeln frühstück ... bestieg ich einen sehr niedrigen leiterwagen mit strohsäcken und 3 steppenpferden davor (1852) O. v. Bismarck br. an s. braut u. gattin 346 H. v. Bism.; die herren hotelinhaber hätten sich längst genöthiget gesehen, ... (den schall) durch doppelthüren und transportable isolatoren, in form schützender strohsäcke, dämpfen zu lassen Holtei erz. schr. (1861) 3, 41. 22) in sinnbildlicher verwendung, in sprichwörtern und redensarten. wendungen, die die armut des besitzers versinnbildlichen: dann die liebe feyret nicht, ist blind, macht toll und unsinnig, ... felt ebenso bald auff ein strosack als auff ein federbett oder seydin küssen Schumann nachtbüchlein 205 Bolte; ain strosack ist sein (des armen) pett liederbuch d. Hätzlerin 43 Haltaus; ar hat nit amal 'n stroasok von einem ganz armen Ruckert unterfränk. 177. in gegenüberstellung zum bett: wer schlechte bett verachten thut, billich auff einem strosack ruht Eyering proverb. copia (1601) 1, 233; auf betten, die voll federn stecken, kan man die glieder sanffte strecken, ein strohsack macht den rücken wund Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 429; auf dem strohsack liegen, redensartlich für 'ausschweifendes leben': mancher kOent daheim auffm weichen guten bett ligen vnd ligt doch anderswo lieber auffm strosack Lehmann floril. polit. (1662) 1, 435. sinnbildlich für den handwerker: ein ungewanderter strohsack der ist kein teufel wert bei Schade handwerkslieder 118. in festeren wendungen; von der aufnahmefähigkeit des strohsacks ausgehend: dä hett e g'wüsse wie ne strausak ein weites gewissen Seiler Basel 281; Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 309a. in der verwünschung: ein vbeler wundsch, das dich der haan hack auff eim strosack Moscherosch gesichte (1650) 2, 24; aber, aber, aber, dasz dich der han hacke im strohsacke! der freytag, der freytag, der macht lose hAendel J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 2, 142. einem den strohsack vor die tür werfen für die aufkündigung der freundschaft oder des dienstverhältnisses: so bald der reych nur sawer sicht oder ein halbes wörtlein spricht, so thut der arm von hertzn erschrecken, ihm werd abgehn sein tellerlecken. mag auch leicht thun ein krommen tritt, so verschütt er sein freundtschafft mit, das ihm denn der reych wirffet für den bschissen strosack für die thür Hans Sachs 9, 204 lit. ver.; und wann man ihrer (der schäfer) am hOechsten bedOerfftig, werffen sie den strohsack für die thr, gehen ohne kundschafft ... davon Hohberg georg. cur. (1682) 2, 287. in ähnlicher wendung: hat er dann ein reiche (frau), so ist sie jm pein und muosz sie und jr freüntschafft zu herren haben, und tAeglich hOeren, si hab den betler zum herren gemacht, dem ligt der strosack vor der thr S. Franck chronica (1531) 94a. vor allem mundartlich im ausruf 'du gerechter (allmächtiger, heiliger) strohsack!', als ausdruck der verwunderung oder unangenehmer überraschung: ach du gerechter strohsack! Betcke Königsberg 60; Brendicke Berlin 179b; e du allmächtiger strausak! Seiler Basel 281; o heiliger strohsack, ... wahrhaftig, ich bin dir ein jämmerlich armer kerl und wirklicher stiller dulder, wie ich da sitz Cornelius lit. w. (1904) 1, 692. in spielerischer weiterbildung: du heiliger strohsackzipfel! grüszte lächelnd die heitere frau Emil Strausz freund Hein (1921) 109; 268.
5320 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strohsack

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Strohsack , des -es, plur. die -säcke, ein mit Stroh gefüllter Sack, dergleichen z. B. der ist, welchen man in das B…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Strohsack

    Goethe-Wörterbuch

    Strohsack [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Strohsackm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Strohsack m. wie im Hd.; Vgl.: 'dat Sacrament in den Halß gesteken alse in einen Strosack' Gry. Lb. 3, E 3 a ; Rda. an '…

  4. Sprichwörter
    Strohsack

    Wander (Sprichwörter)

    Strohsack 1. Hab vrlaub, strosack, ich hab ein bet vberkommen. – Franck, II, 33 b ; Sailer, 128. 2. Leb wohl, Strohsack,…

  5. Spezial
    Strohsack

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stroh|sack m. (-[e]s, ...säcke) 1 (Sack voll Stroh) sach de stran m. 2 (Strohlager) strasoch (-oc) m. ▬ einen Strohsack …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strohsack

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Zerlegung von strohsack 2 Komponenten

stroh+sack

strohsack setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

strohsack‑ als Erstglied (5 von 5)

Strohsacktrudler

PfWB

strohsack·trudler

Strohsack-trudler m. : Kosewort: Mein herzgeboppelder, sammegestoppelder Strohsacktruleleʳ (-drūlələʳ) [ KU-Bedb ]. —

Strohsackwalzer

PfWB

strohsack·walzer

Strohsack-walzer m. : nur in der scherzh. Wend: de Strohsackwalzeʳ danze '(statt zu einem Tanzvergnügen zu gehen) sich ins Bett legen' [ KU-…