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streu

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

streu f.

Bd. 19, Sp. 1476
streu, f. , das hingestreute, unterlage; material zum unterstreuen. herkunft und form. wie ags. streowen 'stratus, stratum' Bosworth-Toller 928b, suppl. 713, afries. strewene 'herunterreiszen' v. Helten z. lexicologie d. aofries. 316; 379 erst im mhd. belegte (doch gehört möglicherweise streuuilachan 'stratoria' ahd. gl. 1, 293, 3 zu streu) 'abstraktbildung' auf -ī(ni-) zu streuen. die durchgängige konkrete bedeutung hat eine parallele an decke, vgl. auch Szadrowsky abstrakta d. schweizerdt. 71. von dem neutralen kollektivum gestreu = ahd. gistreuui, neben dem vereinzelt auch mit präfixverlust streu oder strö, ist unser streu durch das feste feminine geschlecht getrennt; zudem weist die erhaltung des auslautenden i in gewissen Schweizer mundarten auf ursprüngliche länge, so im Wallis streuui gegen z. b. heww 'heu' Wipf d. ma. von Visperterminen 55; 103. der schwund des auslautenden vokals entspricht der üblichen entwicklung, doch bleiben formen auf -e seit jeher neben endungslosem streu verbreitet bis zu Gottsched dt. sprachkunst (1748) 105; Göthe I 22, 48 W. und III 1, 41 (neben [] streu I 38, 36) sowie den maa. der neuzeit. nur schweizerisch begegnet das volle -i der endung (ströuwy Zürcher bibel [1531] 4. Esra 15 F; streui Friedli Bärndütsch 1, 248; strewwi ebda 2, 77 u. 284; weitere belege s. schweiz. id. 11, 2441ff.). vereinzelt bleiben (akk. sg.) strewin Wickram w. 2, 382 lit. ver.; ströwin, sträwin Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 171 u. 2, 200. umlautlose formen der stammsilbe (analog dem vb. streuen, s. d.) finden sich als strau vorwiegend im md.; obd. und vereinzelt md. geöffnet zu strā (Castelli ma. in Österreich 237; id. Austr. 117; Loritza id. Viennense 127; Stieler ged. 3, 53 Reclam; Follmann dt.-lothr. 504b; Gangler Luxemb. 437; Crecelius oberhess. 818). daneben steht strä (österr. weist. 1, 22; 281; 10, 213; 206 u. ö.; Schmeller-Fr. bayer. 2, 801; Ruckert unterfrk. 177; Abr. a s. Clara etwas f. alle [1699] 1, 562). entrundetes strei ist hauptsächlich im schwäb. u. österr. bezeugt, doch auch im übrigen sprachgebiet (Oberlausitz, Thüringen, Samland, Lübeck, Ostfriesland). reste des allgemein geschwundenen stammauslautenden w finden sich in den formen (> b) ströb (österr. weist. 2, 266; 284; 3, 22; 4, 177 u. ö.), štröbe (Bacher Lusern 397), sträb (österr. weist. 5, 157), streb (österr. weist. 3, 9; 4, 323 u. ö.); (> g) ströəeige (Schambach Göttingen 215a), štroge (Bauer-Collitz Waldeck 100b), schtraugge (Liesenberg Stieger ma. 207). bedeutung und gebrauch. AA. das hingestreute. A@11) das zur unterlage hingebreitete, das lager, vgl. stratum etwas gespreits zeligen, liger, ströuwe, bett, es seye dem menschen oder dem vych Frisius dict. (1556) 1241. seit jeher meist das gestreute stroh, deshalb oft gleichbedeutend mit 'stroh; strohlager': stroh, strewe stramen Decimator voc. (1591) Bb 5d; strew gestrewt stroh darauff zu liegen Duez dict. (1664) 499b; die streue ein lager von stroh Gottsched dt. sprachkunst (1748) 105. A@1@aa) die unterlage, die lagerstätte des viehs: stramenta cameli die strew der kamel Luther 1. Mose 31, 34 (ahd. gl. 1, 290, 64 kistreuui; das gestrew der kemlein erste dt. bibel; das strauw oder bast der kamelen Zürcher bibel; das strouwelse der kamele Lübecker bibel; die strewe des kemelthiers Eck); alsô tet er in dem marstal aller êren genuoc, der diu erde ie getruoc von korn und von höuwe und von weicher ströuwe Heinrich v. d. Türlin crône 28 802 lit. ver.; sus man ir (der heiden) vil ze ströu den rossen rêret Lohengrin 4256 Rückert; (ein gutes pferd) lautt sich auch pald vsz der sträe von der ruoe treiben Mynsinger v. d. falken 60 lit. ver.; sein pferd im stalle hatte sich in der strau hin und her gewalzt Luther tischr. 4, 71 W.; er sasz von seinem pferd ab; dasz namen sie ... gaben im gersten unnd hew, machten ihm auch eine guote strewin Wickram w. 2, 382 lit. ver.; dasz man den pferden vnnd eseln ein strai darausz (den ablaszbriefen) machte, wie anno 1527 die Fronspergische knecht zu Rom thaten Fischart binenkorb (1588) 222e; wann ein pferd ... weltzet sich in der strewe Böhme roszartzney (1618) 5; sind jhme alle seine pferde ... auff der strewe gehlig gestorben Micraelius altes Pommerland (1639) 3, 481; ich muste an statt desz betts bey den pferden in der streu vor lieb nemmen Grimmelshausen Simpl. 137 Scholte; drum trieb er sie (die schafe) in ihre hürden, und legte sich mit seinen liebesbürden zu ihnen auf die streu Liscow sat. u. ernsth. schr. (1739) 398; die liegt jetzt, einer magd gleich, in seinen ställen, und sinkt, wenn die nacht kömmt, ermüdet auf die streu nieder, die seinen stolzen rossen untergeworfen wird H. v. Kleist w. 2, 188 E. Schmidt. dazu die wendung die (eine) streu machen: mache eyn strew M. Herr feldbau (1551) 180b; (er) macht jhm (dem rosz) auch gute strAew buch d. liebe (1587) 9b; vgl. ferner Duez dict. (1664) [] 499b; Kramer t.-ital. 2 (1702) 1012a; Frisch dt.-lat. (1741) 2, 347b; Adelung 4 (1780) 824. wohl redensartlich: auf der faulen streu liegen Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 484. streu ist weiterhin dann 'der boden im stalle, auf welchem die pferde liegen, und auf welchem die streu gemacht wird' Campe 4 (1810) 711b. in der verbindung futter und streu, besonders in der reimenden wendung heu und streu, die die hauptsächlichen materialien zur viehhaltung zusammenfaszt: so soll der brobst dem rentmaister und seinen dienern essen und drinken, den rossen hei, strei und fueter geben und versechen (1549) österr. weist. 2, 59; ich will euch geben heu und streu, ich will euch halten zerung frey (16. jh.) Mittler dt. volkslieder (1865) 321; jhn (den gänsen) gut futer vnd sträw gaben (1607) W. Spangenberg ausgew. dicht. (1887) 105; aber wenn sie (die soldaten) 'in pass' gelegt werden sollen, muss ihnen bier, fleisch, brot, hafer, heu und streu zugeführt werden (1626) acta publica 6, 117 Palm; wie auch ... die mayerin ... dem vieh selbsten sowol heu als streu ... vorleget Hohberg georg. cur. 3, 1 (1715) 44a. A@1@bb) das dem menschen gestreute lager; ein bett oder ein streij gemma gemm. (1508) A 3d. in den frühnhd. wbb. wird lat. stratum mit strey, strew und bett nebeneinander glossiert (vgl. Diefenbach gl. 555b): ich will all vnd yede nacht mein pette waschen vnd mein strey wAessern mit meinen zAehern Berthold v. Chiemsee teutsche theol. 520 R.; der knab ausz senen swach sich nach der strew um sach, kort mit der schon zu pett Hans Folz meisterlieder 198 Mayer; vber das vnterbett (der strew) werden die leylache ... geworffen Comenius ianua aurea (1643) 214; streu, straputze, strohbett, bett von strohe paillasse Rädlein dict. (1711) 853a. meistim gegensatz zum bettdas primitive (stroh-)lager, oft als zeichen der armut oder strenger lebensführung, auch als notlager: welchen auffs lotterbett man zihet, derselb darnach die strey stäts flihet. vnd den man gwänet inn das stro, derselb darnach das bett stäts floh Fischart w. 3, 281 Hauffen; nachtlager auf einer gemeinen sträu halten Bucholtz Herkuliskus (1665) 109; ich will euch schon auf dem oberboden eine gute streue zurechte machen C. F. Weisse kom. opern (1770) 3, 144; sie stellten sich, nach wahrer pilger weise, ... ermüdet von der reise, und flehten sehr um streu und speise Hagedorn poet. w. (1769) 2, 172; die einzige kleine stube des hauses war von menschen vollgepfropft: einige lagen auf der streue, andere hatten die bänke eingenommen Göthe I 22, 48 W.; hör, lieber mann, wir wollen uns heut nacht eine streu dahin machen, damit der arme wanderer sich in unser bett legen und ausruhen kann br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 2; ich schlief auf fauler, kalter streu Schubart s. ged. (1825) 2, 103; ein bett können wir euch nicht geben ..., aber ich will hier eine gute streu machen A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 2, 306; lautlos kroch er unter der schilfmatte hindurch ... legte sich auf die streu H. Hesse glasperlenspiel (1943) 2, 246. als gemeinsames (not-)lager für mehrere, 'eine zugerichtete schlaafstelle für viele, in ermangelung der betten' (Dähnert plattdt. wb. [1781] 467b): das beste, das noch kam, das war die bunte reie, die Venus machen hiesz auf einer weichen streue. ein ieder schmiegte sich an seinen nachbar an, die türe ward gesperrt, die liechter ausgetan. da ging es recht bunt zu Fleming dt. ged. 1, 98 lit. ver.; [] ein mensch ... wie ich, weiss recht gut, wie es herzugehen pflegt, wenn manns- und weibsleute des nachts auf einer streue beysammen liegen Laukhard leben u. schicks. (1791) 4. 2, 256. — gelegentlich für die menschliche ruhestätte überhaupt ('scherzhaft bett, lager für menschen' Schmeller-Fr. bayer. 2, 801): kannst nicht verdauen, dasz ein halbgott sich betrinkt ... und wunder meinst, wie du einen kerl prostituirt hättest, wenn du ihn untern tisch oder zum mädel auf die streu bringst Göthe I 38, 36 W.; der faule ligt den ganzen tag auf der strä Schmeller-Fr. bayer. 2, 801; er ligt auf der strä ist krank, todt ebda; mache, dasz men us der streui chunnt sich zeitig vom lager erheben, seine wegreise beschleunigen Friedli Bärndütsch 1, 248. A@1@cc) in verschiedenen redewendungen. einem die streu machen ihm einen gebührenden empfang zuteil werden lassen: beim heiligen Miltz, ich will bei dem könig euch die strey machen, vnnd alle die arglistige bubenstück, die jhr hierin kocht vnnd prütelt, entdecken Fischart Garg. 249 ndr. in neuerer zeit: einem die streu machen ihm eine letzte zahlungsfrist geben Fischer schwäb. 5, 1860. zu a: ein pferd auf der streu haben equum alere Frisch dt.-lat. wb. (1741) 2, 347b; sechs pferde auf der streu haben sie halten, in seinem stalle unterhalten Campe 4 (1810) 711b: keret den ersten abend ein zu einem pfarrherr bei Santen, der hatte auff der strewe ein pferd wol bei leibe und starck Lercheimer christl. bedencken (1627) 21; ein pferd auf der strew halten, etliche hunde auf der strew halten Duez dict. (1664) 500a; Stieler stammb. (1691) 2211; Kramer t.-ital. 2 (1702) 1012a; jener cardinal zu Constantinopel hat allzeit über die 2000 pferde auf der streu gehalten Prätorius anthrop. pluton. (1666) 3, 488. 'von denen auf der streu gehaltenen pferden ist vielleicht die redensart entstanden: sich ein mensch auf der streue halten' (Gottsched beytr. z. crit. hist. [1732] 7, 91 anm.): als aber der junge geselle die kreiden merckete, vnd das er einem anderen zum besten den klOepper (klepper) auff der strew halten solte, schlug er solchen heirad gantz abe Schütz hist. rer. Pruss. (1592) 3. buch, X 4a; eine hure auf der streu halten cum meretrice vivere Stieler stammb. (1691) 2211; Rädlein dict. (1711) 853a; Kramer t.-ital. 2 (1702) 1012a; man weiss von ländern, wo man jünglinge auf der streue hält, ja von ehen, zwischen mann und mann Bode Montaigne (1793) 1, 194. — in reimformel: es muss mit solchen gewissen glawben und vertrawen gehandelt werden, das wyr nicht alleyn die urteyl der gantzen welt als strew und sprew achten (gering achten) Luther 8, 483 W.; es ligt alles untereinander bey mir wie heu und streu ogni cosa stà sparpagliata da me come fieno e strame, cioè in disordine, in scompiglio Kramer t.-ital. 2 (1702) 1012a; dat liggt as heu un streu dörchenanner, zuweilen adverbiell: dat liggt heu un streu dörenanner Mensing schlesw.-holst. 4, 885. ferner: man kann die streu nicht schütteln, so lang man im bett liegt B. Auerbach schr. (1892) 11, 237; die streu schüttlen grundloses gerede aufbringen Fischer schwäb. 5, 1860. A@22) nur selten bezeichnet streu, dem verbum folgend, allgemein gestreutes irgendwelcher art (s.streuen C): iedoch sach er nider legen, swaz sîner Riuzen was, als dâ der mâdær ûz gras mit der segense machet heu: eine sô getâne streu macht herzog Heinrich umbe sich Ottokar österr. reimchron. 21, 137. 'die strä bey pferderennen, das gewöhnlich mit stroh gestreute ziel' (Schmeller-Fr. bayer. 2, 802): ein scharlachtuch als preis für dasjenige pferd ..., das im rennen zuerst über die strö komme (1496) urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 1, 218 lit. ver.; herniden (an der unteren rennsäule) seind 3 herrn, so auf die rosz sehen, welches das erst, ander und dritt sei über die strei, und wie sie nachainander über die strei komen bis auf das letzt (Augsburg [] um 1550) städtechron. 32, 482; die streu macht er auch schnuergerad von neuem stro, ettwa ungeverlich 3 oder 4 finger brait ebda 483; 'auch bey andern wettspielen, wo mehrere gewinnste vertheilt werden. z. b. bey scheibenschieszen, sagt man von dem theilhaber, der, obschon der nächste zu einem solchen, keinen mehr erhält: er kriegt die strä, kümt auf die strä' Schmeller a. a. o.in vereinzelter anwendung: im roszmist ... soll man sie (die gefäsze mit heilwasser) bleiben vnd stehen lassen xxx tag vnd allweg in acht tagen ein newe sträwin von roszmist machen Gäbelkover artzneyb. (1595) 2, 200; der estrich ist eine streu von feinen ... am strande aufgelesenen korallen und muscheltrümmern Chamisso w. (1836) 2, 225. BB. das zum streuen bestimmte material. B@11) 'dasjenige, was dem viehe zum lager untergestreuet wird und dazu bestimmt ist, so dasz es stroh, mos, laub und tangeln unter sich begreift, so fern sie diesem gebrauche gewidmet sind' (Adelung 4 [1780] 824): er sol auch aus unserem aigen chainem auszwener nit verchaufen hä, strä oder mist (1450) österr. weist. 11, 394; ein orth ist genant der strägraben bei dem see, so vil strä auf demselben graben wäxt (abschr. d. 17./18. jhs. von 1497) ebda 1, 281; es soll auch fürterhin niemants vor sant Michls tag nindert auf der gemain kain ströb abmän, noch anhaimb füern (1616) ebda 3, 22; ja ich bin auff der wiesn gwesen, da rechnet ich zusamm das hau vnd macht auch mit den rechn die strau Ayrer dramen 5, 2932 lit. ver.; dasz sich niemands understehe ... die jungen feüchten zur strey oder fridtholz abzuschlagen (1663) österr. weist. 6, 179; eine art streu ..., welche in weissen und grünen derben moosse bestehet allg. haush.-lex. (1749) 3, 435a; die ackerpferde machen sich wohl bezahlt, so lange es noch streu, asche und mergel zu fahren gibt Pückler briefw. u. tageb. (1873) 5, 397; die nadeln (der kiefer) geben gute streu Schlechtendal flora v. Deutschl. 2, 28 Hallier; (der bauer) geht mit die knecht zum mahen naus und fahrt um streu ins holz Stieler ged. 3, 35 Reclam; dar braucht ke strä zo käff'n, ar hat stroa genug in sein ulmer (kopf) (von einem sehr dummen) Ruckert unterfr. ma. 177; auch sonst geht der älpler nach strewwi Friedli Bärndütsch 2, 284; kumm, m r gehn im wald gehn sträuwe holen Martin-Lienhart elsäss. 2, 622b. B@22) 'die von selbst abgefallenen blätter und tangeln' Adelung 4 (1780) 824; die streu ... das in den wäldern abgefallene laub, welches zusammengeharkt und zur viehstreue gebraucht wird Anton Oberlausitz 13, 10; weiterhin 'die noch nicht in humus übergegangene, aus abgefallenen nadeln, blättern, zweigen, sowie sämtlichen resten der bodenflora und waldfauna bestehende waldbodendecke' Riesenthal jagdlex. (1916) 523b. oft in rechtssatzungen, die die entfernung dieser humusschicht untersagen und unter strafe stellen: derohalben solle genzlichen verpoten sein, das ain oder der ander ... kain laub oder streb reche (1631) österr. weist. 3, 9; diejenigen, so sich ohne vorwissen der gmain unterstehn, streb zu rechen, ... sollen ... gestrafft werden (1642) ebda 4, 323; vgl. auch: die tagwercher aber ... sollen sich ... mit denen durren stämblen und anderem abholz behelfen, das ströbkrälen hingegen, grasrupfen und alles schwenden solle ... genzlich verpothen sein (1733) österr. weist. 2, 266 (s.krällen teil 5, sp. 1984 und kräulen ebda 2084 'kratzen'); auch wird niemand gestattet bei vermeidung 1 fl pfendung im besagten wald ströb krazen zu mögen (1801) ebda 3, 234; in die strä gên, in der strä sein im walde mit sammeln von streu beschäftigt Schmeller-Fr. bayer. 2, 801; Follmann lothr. 504b. — mit dieser bedeutung verschiedentlich auch in flurnamen, vgl. schweiz. id. 11, 2448 f. hierhin, nicht zur vorstellung der von den bäumen herab- und umhergestreuten pflanzenteile, die bildungen streudünger, streulaub, streuling (s. u.). [] B@33) nur vereinzelt für andere als zur viehstreu bestimmte materie; für 'streusand' (zu streuen C 4 d δ): die höltzene und beinene strä-büchsen ... können ... mit ihrer strä oder pulver den menschen nicht eine geringe lehr geben, dann dero pulver und staub vielfältig verhütet, dasz der schreiber in seinen schrifften kein mackel macht Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 562; bring dinten, federn und streu Hafner ges. lustsp. (1812) 2, 133; stra streusand id. Austriac. 117; schdrah Castelli ma. in Österr. 237. kleine eisen- und bleistücke als geschützladung (vgl.streubüchse 2): item Bolgaris, bombardas vulgo hocke pyxen, et plumbum, pulveres, et stray, ad castrum ducentibus, pro salario asp. 16 qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 2, 485. streusel für kuchen: mit zucker überzogen dienet er (der koriander) auch für eine streu in der kuche und wird gestoszen zu allerhand zuckerbrot angewendet (1706) schweiz. id. 11, 2449. scherzweise heiszt ströw auch der schnupftabak Schöpf Tirol 721. in der gaunersprache: streu, m., kimmel, mohn Train Chochemer loschen (1833) 122b. CC. als bohlen-, balkenunterlage, zu streuen A 4; vgl. dieselbe bedeutung in anderen bildungen derselben wurzel bei E. Rooth got. strawa 'gerüst, paradebett' in: annales academiae scientiarum Fennicae 84 (1954) 37ff. vermutlich hierhin schon: pro vectura asserum et tegularum strey circa portam corporis Christi asp 4 (1521) qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 1, 305; pro duodecim ligneis bombardis strey flor. 2 (1522) ebda 383. häufiger belegt im obd. als strä, strei für die streu bei holzbrücken, die 'aus den schwachen querhölzern (sträbäumen), womit die balken belegt werden' (Schmeller-Fr. bayer. 2, 802), besteht: di prücken vor dem Veichtenpach so si zupricht, die newsidler gmain sol di wider machen und aus des Hypfelhoffer holz sol man die strei nemen (15. jh.) österr. weist. 7, 366; wan die (die brücke) zupricht, so sollen die purger die hengstpaum abhacken ... und der an dem hoff siczt, der sol den leuten ein supen geben, und die strei sol der auch darzu geben (15. jh.) ebda 7, 355; wo ain schlecht oder fauls sträholz läge, hat der ambtmann macht abzewerfen und den, des die strä ist gewest, umb das wandl zu fordern (1625) ebda 1, 22; die übertheurung an der pruggen mit ströb und anderm versorgen miessen der pruggen stehet uns zu machen zue (17. jh.) ebda 2, 284. vgl. auch: streu 'lose holzverschalung im innern, vornehmlich am boden des schiffes' Dunkelberg Rheinschiffahrtslex. (1910) 48b.
18781 Zeichen · 438 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streu

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Streu , plur. die -en, von dem Zeitworte streuen. 1. Dasjenige, was dem Viehe zum Lager untergestreuet wird, und daz…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Streu

    Goethe-Wörterbuch

    Streu [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Streu

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Streu , s. Dünger und Düngung , S. 276.

  4. modern
    Dialekt
    Streuf.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wossidia Streu f. 1. wie im Hd. Stroh oder trockenes Laub, das dem Vieh als Lagerstätte gestreut wird; Rda.: dee (Pferd)…

  5. Sprichwörter
    Streu

    Wander (Sprichwörter)

    Streu 1. Auf der Streu ein Leu, auf der Strass' ein Has'. 2. Man kann die Streu nicht schütteln, so lange man im Bette l…

  6. Spezial
    Streu

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Streu f. (-,-en) sternüda (-des) f. ▬ im Wald Streu machen crazé (rafé) sternüda te bosch.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streu

334 Bildungen · 283 Erstglied · 42 Zweitglied · 9 Ableitungen

streu‑ als Erstglied (30 von 283)

Streu(w)

Idiotikon

Streu(w) Band 11, Spalte 2441 Streu(w) 11,2441

Streu(w)bodeⁿ

Idiotikon

Streu(w)bodeⁿ Band 4, Spalte 1025 Streu(w)bodeⁿ 4,1025 o.

Streu(w)buchleⁿ

Idiotikon

Streu(w)buchleⁿ Band 4, Spalte 979 Streu(w)buchleⁿ 4,979

Streu(w)bëseⁿ

Idiotikon

Streu(w)bëseⁿ Band 4, Spalte 1670 Streu(w)bëseⁿ 4,1670

Streu(w)büchs

Idiotikon

Streu(w)büchs Band 4, Spalte 1007 Streu(w)büchs 4,1007

Streu(w)chorb

Idiotikon

Streu(w)chorb Band 3, Spalte 454 Streu(w)chorb 3,454

streu(w)eneⁿ

Idiotikon

streu(w)eneⁿ Band 11, Spalte 2452 streu(w)eneⁿ 11,2452

Streu(w)ereⁿ

Idiotikon

Streu(w)ereⁿ Band 11, Spalte 2463 Streu(w)ereⁿ 11,2463

Streu(w)et

Idiotikon

Streu(w)et Band 11, Spalte 2463 Streu(w)et 11,2463

Streu(w)eteⁿ

Idiotikon

Streu(w)eteⁿ Band 11, Spalte 2464 Streu(w)eteⁿ 11,2464

streu(w)eⁿ

Idiotikon

streu(w)eⁿ Band 11, Spalte 2452 streu(w)eⁿ -äu- 11,2452

Streu(w)i

Idiotikon

Streu(w)i Band 11, Spalte 2441 Streu(w)i 11,2441

Streu(w)iblëtz

Idiotikon

Streu(w)iblëtz Band 5, Spalte 284 Streu(w)iblëtz 5,284

Streu(w)ibodeⁿ

Idiotikon

Streu(w)ibodeⁿ Band 4, Spalte 1025 Streu(w)ibodeⁿ 4,1025 o.

Streu(w)ichilbi

Idiotikon

Streu(w)ichilbi Band 15, Spalte 1084 Streu(w)ichilbi 15,1084

Streu(w)ilegitag

Idiotikon

Streu(w)ilegitag Band 12, Spalte 905 Streu(w)ilegitag 12,905

Streu(w)iluss

Idiotikon

Streu(w)iluss Band 3, Spalte 1455 Streu(w)iluss 3,1455 M.

Streu(w)imās

Idiotikon

Streu(w)imās Band 4, Spalte 472 Streu(w)imās 4,472

streu als Zweitglied (30 von 42)

arbeitstreu

GWB

arbeit·streu

arbeitstreu [ Prometh: ] aller Fleiß .. | Ist morgendlich .. | Deßwegen ich der Abendasche heil’gen Schatz .. früh zu neuem Gluthtrieb aufge…

bergmannstreu

DWB

bergmann·streu

bergmannstreu , f. eryngium amethistinum. vgl. die bildungen ähnlicher pflanzennamen mannstreu und meermannstreu.

Bettstreu

PfWB

bett·streu

Bett-streu f. : ' die über das geordnete Bett gebreitete Paradedecke ', Bettstraa (-šdrā) [ KL-Pörrb ], -strau (-šdrau) [Pirmas]. — Das Grun…

Bühnstreu

RhWB

buh·n·streu

Bühn-streu bynštrø·y., Pl. -ən Bergh-Kirchherten , MGladb-Giesenk f.: Balken, auf denen die Bretter festgenagelt werden.

Dachstreu

RhWBN

dachs·treu

Dach-streu (s. Streu II im Wb) Rheydt , MGladb-Rheind , Kemp-Amern , Geld-Wachtendonk m.: das waagerechte Gebälk des Dachstuhls.

EINSTREU

DWB2

eins·treu

DWB2 EINSTREU f. DWB2 abl. von einstreuen vb. 1. das als lager für tiere in den stall hineingestreute stroh u. dgl.: DWB2 z.j.1715 wegen jäh…

erdstreu

DWB

erd·streu

erdstreu , f. stramentum, laublager: wo er, hin am boden gestreckt auf niedriger erdstreu lag, der grosze kentaur. Orfeus der Argonaut 394 .

feldmannstreu

DWB

feldmann·streu

feldmannstreu , f. eryngium campestre. feld ist hier mit mannstreu, nicht feldmann mit treu zusammengesetzt, daher die betonung feldmánnstre…

gewissenstreu

DWB

gewissen·streu

gewissenstreu , gewissenstreue , composita, die, so nahe sie an und für sich lagen, doch wenig belegt sind; 1 1) wir fordern deine berührte …

glaubenstreu

DWB

glauben·streu

glaubenstreu , adj. , zu glaube I A 1: gelobet sey mein schatz, der durch sein blut und wunden auff glaubenstreue pflicht sich selbst mit mi…

laubstreu

DWB

laub·streu

laubstreu , f. streu von laub: wie er sieht die holden glieder auf die laubstreu hingegossen. Overbeck Anak. s. 87 .

Liebestreu

Campe

liebe·streu

Die Liebestreu , o. Mz . die Treue in der Liebe. Stieler. — den edlen Kampf der Tugend Und Liebestreu , und feuervollen Jugend. Wieland.

Mannstreu

Pfeifer_etym

manns·treu

Männertreu f. (19. Jh.), älter Mannstreu f. (um 1500), Name mehrerer Pflanzen. Benennungsmotiv ungeklärt. Volkstümliche Deutungen sind wider…

Nadelstreu

Adelung

nadel·streu

Die Nadelstreu , plur. inus. in der Landwirthschaft, die Nadeln oder Tangeln des Nadelholzes, so fern sie dem Vieh statt des Strohes unterge…

pilgerstreu

DWB

pilger·streu

pilgerstreu , f. streulager für pilger: ( früh wird ) wieder aufgebrochen von der pilgerstreu. Göthe 47, 108 .

rechtstreu

DWB

recht·streu

rechtstreu , adj. dem rechte treu: recht-treue freundschaft. Butschky kanzl. 245 .

riedstreu

DWB

ried·streu

riedstreu , f. riedstreue nach Stalder 2, 274 soviel wie riedheu ( s. oben ).

Saustreu

PfWB

saus·treu

Sau-streu f. : 'Wirbelwind, Windhose', -streu [KU-O'staufb]; vgl. PfWB Sauschwanz 3; Syn. s. PfWB Wirbelwind . —

schneidelstreu

DWB

schneidel·streu

schneidelstreu , f. durch schneideln der bäume gewonnenes reisig, das als lager für das vieh und später als dünger gebraucht wird Behlen 5, …

seemannstreu

DWB

seemann·streu

seemannstreu , f. eine art der mannstreu, die an sandigen meeresufern wächst, auch meermannstreu ( s. theil 6, 1854), blaue meerwurzel, eryn…

streckenverhältnistreu

LDWB2

stre|cken|ver|hält|nis|treu adj. conform ales proporziuns dles destanzes, en conformité ales proporziuns dles destanzes.

Ableitungen von streu (9 von 9)

bestreuen

DWB

bestreuen , conspergere, circumspergere, consternere, disperpere, umstreuen und umher streuen, mhd. ir türne und hiuser wâren ganz, die sint…

ERSTREUEN

DWB2

DWB2 ERSTREUEN vb. DWB2 mhd. erströuwen. präfixbildung zu streuen vb. DWB2 DWB2 1 ausstreuen, ergießen: ⟨M14.jh.⟩ ein edler blick oft zweier…

gestreue

DWB

gestreue , gestreu , n. 1 1) das gestreute strohlager für menschen oder für das vieh, coll. zum fem. streu ( s. d. ), mhd. ströuwe, streuwe,…

streue

DWB

streue , f. , vereinzelte gelegenheitsbildung als nomen instrumenti: die zuckerbüchsen sind auch von holz, nur der gewölbte deckel mit den l…

verstreuen

DWB

verstreuen , verb. , vgl. Graff 6, 759 . I I. üblich nur als fra- type. mhd. verströuwen, verströun mhd. wb. 2, 2, 701 b ; Lexer 3, 255 ; ve…

verstreuung

DWB

verstreuung , f. , s. das vorige. 1 1) auch bei nhd. verstreuung erscheint ' zerstreutheit ' als älteste bedeutung, von den mystikern gescha…

zerstreuen

DWB

zerstreuen , verb. , mhd. zerströuwen, mnd. tostrouwen, mnld. testrooien; das partic. zeigt im nhd. bisweilen noch -au-, entrundung hat obd.…

zerstreulich

DWB

zerstreulich , adj. , was sich zerstreuen läszt, 1) zu zerstreuen 1: leicht z-e flachsstoppeln Marperger beschr. d. hanfs u. flachs (1710) 3…

zerstreuung

DWB

zerstreuung , f. , wie zerstreuen: 1) die einzelnen perlen ... vor der z. ... bewahren Göthe gespr. 2, 75 B.; die z. des staubes durch den w…