streu,
f. ,
das hingestreute, unterlage; material zum unterstreuen. herkunft und form. wie ags. streowen '
stratus, stratum' Bosworth-Toller 928
b,
suppl. 713,
afries. strewene '
herunterreiszen' v. Helten
z. lexicologie d. aofries. 316; 379
erst im mhd. belegte (
doch gehört möglicherweise streuuilachan '
stratoria'
ahd. gl. 1, 293, 3
zu streu) '
abstraktbildung'
auf -ī(ni-)
zu streuen.
die durchgängige konkrete bedeutung hat eine parallele an decke,
vgl. auch Szadrowsky
abstrakta d. schweizerdt. 71.
von dem neutralen kollektivum gestreu =
ahd. gistreuui,
neben dem vereinzelt auch mit präfixverlust streu
oder strö,
ist unser streu
durch das feste feminine geschlecht getrennt; zudem weist die erhaltung des auslautenden i
in gewissen Schweizer mundarten auf ursprüngliche länge, so im Wallis streuui
gegen z. b. heww '
heu' Wipf
d. ma. von Visperterminen 55; 103.
der schwund des auslautenden vokals entspricht der üblichen entwicklung, doch bleiben formen auf -e
seit jeher neben endungslosem streu
verbreitet bis zu Gottsched
dt. sprachkunst (1748) 105; Göthe I 22, 48
W. und III 1, 41 (
neben [] streu I 38, 36)
sowie den maa. der neuzeit. nur schweizerisch begegnet das volle -i
der endung (ströuwy
Zürcher bibel [1531] 4.
Esra 15 F; streui Friedli
Bärndütsch 1, 248; strewwi
ebda 2, 77
u. 284;
weitere belege s. schweiz. id. 11, 2441
ff.).
vereinzelt bleiben (
akk. sg.) strewin Wickram
w. 2, 382
lit. ver.; ströwin, sträwin Gäbelkover
artzneyb. (1595) 1, 171
u. 2, 200.
umlautlose formen der stammsilbe (
analog dem vb. streuen,
s. d.)
finden sich als strau
vorwiegend im md.;
obd. und vereinzelt md. geöffnet zu strā (Castelli
ma. in Österreich 237;
id. Austr. 117; Loritza
id. Viennense 127; Stieler
ged. 3, 53
Reclam; Follmann
dt.-lothr. 504
b; Gangler
Luxemb. 437; Crecelius
oberhess. 818).
daneben steht strä (
österr. weist. 1, 22; 281; 10, 213; 206
u. ö.; Schmeller-Fr.
bayer. 2, 801; Ruckert
unterfrk. 177; Abr. a
s. Clara
etwas f. alle [1699] 1, 562).
entrundetes strei
ist hauptsächlich im schwäb. u. österr. bezeugt, doch auch im übrigen sprachgebiet (
Oberlausitz, Thüringen, Samland, Lübeck, Ostfriesland).
reste des allgemein geschwundenen stammauslautenden w
finden sich in den formen (> b) ströb (
österr. weist. 2, 266; 284; 3, 22; 4, 177
u. ö.), štröbe (Bacher
Lusern 397), sträb (
österr. weist. 5, 157), streb (
österr. weist. 3, 9; 4, 323
u. ö.); (> g) ströəeige (Schambach
Göttingen 215
a), štrog
e (Bauer-Collitz
Waldeck 100
b), schtraugge (Liesenberg
Stieger ma. 207).
bedeutung und gebrauch. AA.
das hingestreute. A@11)
das zur unterlage hingebreitete, das lager, vgl. stratum etwas gespreits zeligen, liger, ströuwe, bett, es seye dem menschen oder dem vych Frisius
dict. (1556) 1241.
seit jeher meist das gestreute stroh, deshalb oft gleichbedeutend mit '
stroh; strohlager': stroh, strewe
stramen Decimator
voc. (1591) Bb 5
d; strew
gestrewt stroh darauff zu liegen Duez
dict. (1664) 499
b; die streue
ein lager von stroh Gottsched
dt. sprachkunst (1748) 105. A@1@aa)
die unterlage, die lagerstätte des viehs: stramenta cameli die strew der kamel Luther
1. Mose 31, 34 (
ahd. gl. 1, 290, 64 kistreuui; das gestrew der kemlein
erste dt. bibel; das strauw oder bast der kamelen
Zürcher bibel; das strouwelse der kamele
Lübecker bibel; die strewe des kemelthiers Eck); alsô tet er in dem marstal aller êren genuoc, der diu erde ie getruoc von korn und von höuwe und von weicher ströuwe Heinrich v.
d. Türlin
crône 28 802
lit. ver.; sus man ir (
der heiden) vil ze ströu den rossen rêret
Lohengrin 4256
Rückert; (
ein gutes pferd) lautt sich auch pald vsz der sträe von der ruoe treiben Mynsinger
v. d. falken 60
lit. ver.; sein pferd im stalle hatte sich in der strau hin und her gewalzt Luther
tischr. 4, 71
W.; er sasz von seinem pferd ab; dasz namen sie ... gaben im gersten unnd hew, machten ihm auch eine guote strewin Wickram
w. 2, 382
lit. ver.; dasz man den pferden vnnd eseln ein strai darausz (
den ablaszbriefen) machte, wie anno 1527 die Fronspergische knecht zu Rom thaten Fischart
binenkorb (1588) 222
e; wann ein pferd ... weltzet sich in der strewe Böhme
roszartzney (1618) 5; sind jhme alle seine pferde ... auff der strewe gehlig gestorben Micraelius
altes Pommerland (1639) 3, 481; ich muste an statt desz betts bey den pferden in der streu vor lieb nemmen Grimmelshausen
Simpl. 137
Scholte; drum trieb er sie (
die schafe) in ihre hürden, und legte sich mit seinen liebesbürden zu ihnen auf die streu Liscow
sat. u. ernsth. schr. (1739) 398; die liegt jetzt, einer magd gleich, in seinen ställen, und sinkt, wenn die nacht kömmt, ermüdet auf die streu nieder, die seinen stolzen rossen untergeworfen wird H. v. Kleist
w. 2, 188
E. Schmidt. dazu die wendung die (eine) streu machen: mache eyn strew
M. Herr
feldbau (1551) 180
b; (
er) macht jhm (
dem rosz) auch gute strAew
buch d. liebe (1587) 9
b;
vgl. ferner Duez
dict. (1664)
[] 499
b; Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1012
a; Frisch
dt.-lat. (1741) 2, 347
b; Adelung 4 (1780) 824.
wohl redensartlich: auf der faulen streu liegen Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 484. streu
ist weiterhin dann '
der boden im stalle, auf welchem die pferde liegen, und auf welchem die streu gemacht wird' Campe 4 (1810) 711
b.
in der verbindung futter und streu,
besonders in der reimenden wendung heu und streu,
die die hauptsächlichen materialien zur viehhaltung zusammenfaszt: so soll der brobst dem rentmaister und seinen dienern essen und drinken, den rossen hei, strei und fueter geben und versechen (1549)
österr. weist. 2, 59; ich will euch geben heu und streu, ich will euch halten zerung frey (16.
jh.) Mittler
dt. volkslieder (1865) 321; jhn (
den gänsen) gut futer vnd sträw gaben (1607) W. Spangenberg
ausgew. dicht. (1887) 105; aber wenn sie (
die soldaten) 'in pass' gelegt werden sollen, muss ihnen bier, fleisch, brot, hafer, heu und streu zugeführt werden (1626)
acta publica 6, 117
Palm; wie auch ... die mayerin ... dem vieh selbsten sowol heu als streu ... vorleget Hohberg
georg. cur. 3, 1 (1715) 44
a. A@1@bb)
das dem menschen gestreute lager; ein bett oder ein streij
gemma gemm. (1508) A 3
d.
in den frühnhd. wbb. wird lat. stratum mit strey, strew
und bett
nebeneinander glossiert (
vgl. Diefenbach
gl. 555
b): ich will all vnd yede nacht mein pette waschen vnd mein strey wAessern mit meinen zAehern Berthold v. Chiemsee
teutsche theol. 520
R.; der knab ausz senen swach sich nach der strew um sach, kort mit der schon zu pett Hans Folz
meisterlieder 198
Mayer; vber das vnterbett (der strew) werden die leylache ... geworffen Comenius
ianua aurea (1643) 214; streu, straputze, strohbett, bett von strohe
paillasse Rädlein
dict. (1711) 853
a.
meist —
im gegensatz zum bett —
das primitive (
stroh-)
lager, oft als zeichen der armut oder strenger lebensführung, auch als notlager: welchen auffs lotterbett man zihet, derselb darnach die strey stäts flihet. vnd den man gwänet inn das stro, derselb darnach das bett stäts floh Fischart
w. 3, 281
Hauffen; nachtlager auf einer gemeinen sträu halten Bucholtz
Herkuliskus (1665) 109; ich will euch schon auf dem oberboden eine gute streue zurechte machen C.
F. Weisse
kom. opern (1770) 3, 144; sie stellten sich, nach wahrer pilger weise, ... ermüdet von der reise, und flehten sehr um streu und speise Hagedorn
poet. w. (1769) 2, 172; die einzige kleine stube des hauses war von menschen vollgepfropft: einige lagen auf der streue, andere hatten die bänke eingenommen Göthe I 22, 48
W.; hör, lieber mann, wir wollen uns heut nacht eine streu dahin machen, damit der arme wanderer sich in unser bett legen und ausruhen kann br. Grimm
kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 2; ich schlief auf fauler, kalter streu Schubart
s. ged. (1825) 2, 103; ein bett können wir euch nicht geben ..., aber ich will hier eine gute streu machen A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1879) 2, 306; lautlos kroch er unter der schilfmatte hindurch ... legte sich auf die streu H. Hesse
glasperlenspiel (1943) 2, 246.
als gemeinsames (
not-)
lager für mehrere, '
eine zugerichtete schlaafstelle für viele, in ermangelung der betten' (Dähnert
plattdt. wb. [1781] 467
b): das beste, das noch kam, das war die bunte reie, die Venus machen hiesz auf einer weichen streue. ein ieder schmiegte sich an seinen nachbar an, die türe ward gesperrt, die liechter ausgetan. da ging es recht bunt zu Fleming
dt. ged. 1, 98
lit. ver.; [] ein mensch ... wie ich, weiss recht gut, wie es herzugehen pflegt, wenn manns- und weibsleute des nachts auf einer streue beysammen liegen Laukhard
leben u. schicks. (1791) 4. 2, 256. —
gelegentlich für die menschliche ruhestätte überhaupt ('
scherzhaft bett, lager für menschen' Schmeller-Fr.
bayer. 2, 801): kannst nicht verdauen, dasz ein halbgott sich betrinkt ... und wunder meinst, wie du einen kerl prostituirt hättest, wenn du ihn untern tisch oder zum mädel auf die streu bringst Göthe I 38, 36
W.; der faule ligt den ganzen tag auf der strä Schmeller-Fr.
bayer. 2, 801; er ligt auf der strä
ist krank, todt ebda; mache, dasz men us der streui chunnt
sich zeitig vom lager erheben, seine wegreise beschleunigen Friedli
Bärndütsch 1, 248. A@1@cc)
in verschiedenen redewendungen. einem die streu machen
ihm einen gebührenden empfang zuteil werden lassen: beim heiligen Miltz, ich will bei dem könig euch die strey machen, vnnd alle die arglistige bubenstück, die jhr hierin kocht vnnd prütelt, entdecken Fischart
Garg. 249
ndr. in neuerer zeit: einem die streu machen
ihm eine letzte zahlungsfrist geben Fischer
schwäb. 5, 1860.
zu a: ein pferd auf der streu haben
equum alere Frisch
dt.-lat. wb. (1741) 2, 347
b; sechs pferde auf der streu haben
sie halten, in seinem stalle unterhalten Campe 4 (1810) 711
b: keret den ersten abend ein zu einem pfarrherr bei Santen, der hatte auff der strewe ein pferd wol bei leibe und starck Lercheimer
christl. bedencken (1627) 21; ein pferd auf der strew halten, etliche hunde auf der strew halten Duez
dict. (1664) 500
a; Stieler
stammb. (1691) 2211; Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1012
a; jener cardinal zu Constantinopel hat allzeit über die 2000 pferde auf der streu gehalten Prätorius
anthrop. pluton. (1666) 3, 488. '
von denen auf der streu gehaltenen pferden
ist vielleicht die redensart entstanden: sich ein mensch auf der streue halten' (Gottsched
beytr. z. crit. hist. [1732] 7, 91
anm.): als aber der junge geselle die kreiden merckete, vnd das er einem anderen zum besten den klOepper (
klepper) auff der strew halten solte, schlug er solchen heirad gantz abe Schütz
hist. rer. Pruss. (1592) 3.
buch, X 4
a; eine hure auf der streu halten
cum meretrice vivere Stieler
stammb. (1691) 2211; Rädlein
dict. (1711) 853
a; Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1012
a; man weiss von ländern, wo man jünglinge auf der streue hält, ja von ehen, zwischen mann und mann Bode
Montaigne (1793) 1, 194. —
in reimformel: es muss mit solchen gewissen glawben und vertrawen gehandelt werden, das wyr nicht alleyn die urteyl der gantzen welt als strew und sprew achten (
gering achten) Luther 8, 483
W.; es ligt alles untereinander bey mir wie heu und streu
ogni cosa stà sparpagliata da me come fieno e strame, cioè in disordine, in scompiglio Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1012
a; dat liggt as heu un streu dörchenanner,
zuweilen adverbiell: dat liggt heu un streu dörenanner Mensing
schlesw.-holst. 4, 885.
ferner: man kann die streu nicht schütteln, so lang man im bett liegt B. Auerbach
schr. (1892) 11, 237; die streu schüttlen
grundloses gerede aufbringen Fischer
schwäb. 5, 1860. A@22)
nur selten bezeichnet streu,
dem verbum folgend, allgemein gestreutes irgendwelcher art (
s.streuen C): iedoch sach er nider legen, swaz sîner Riuzen was, als dâ der mâdær ûz gras mit der segense machet heu: eine sô getâne streu macht herzog Heinrich umbe sich Ottokar
österr. reimchron. 21, 137. 'die strä
bey pferderennen, das gewöhnlich mit stroh gestreute ziel' (Schmeller-Fr.
bayer. 2, 802):
ein scharlachtuch als preis für dasjenige pferd ..., das im rennen zuerst über die strö
komme (1496)
urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 1, 218
lit. ver.; herniden (
an der unteren rennsäule) seind 3 herrn, so auf die rosz sehen, welches das erst, ander und dritt sei über die strei, und wie sie nachainander über die strei komen bis auf das letzt (
Augsburg [] um 1550)
städtechron. 32, 482; die streu macht er auch schnuergerad von neuem stro, ettwa ungeverlich 3 oder 4 finger brait
ebda 483; '
auch bey andern wettspielen, wo mehrere gewinnste vertheilt werden. z. b. bey scheibenschieszen, sagt man von dem theilhaber, der, obschon der nächste zu einem solchen, keinen mehr erhält: er kriegt die strä, kümt auf die strä' Schmeller
a. a. o. —
in vereinzelter anwendung: im roszmist ... soll man sie (
die gefäsze mit heilwasser) bleiben vnd stehen lassen xxx tag vnd allweg in acht tagen ein newe sträwin von roszmist machen Gäbelkover
artzneyb. (1595) 2, 200; der estrich ist eine streu von feinen ... am strande aufgelesenen korallen und muscheltrümmern Chamisso
w. (1836) 2, 225. BB.
das zum streuen bestimmte material. B@11) '
dasjenige, was dem viehe zum lager untergestreuet wird und dazu bestimmt ist, so dasz es stroh, mos, laub und tangeln unter sich begreift, so fern sie diesem gebrauche gewidmet sind' (Adelung 4 [1780] 824): er sol auch aus unserem aigen chainem auszwener nit verchaufen hä, strä oder mist (1450)
österr. weist. 11, 394; ein orth ist genant der strägraben bei dem see, so vil strä auf demselben graben wäxt (
abschr. d. 17./18.
jhs. von 1497)
ebda 1, 281; es soll auch fürterhin niemants vor sant Michls tag nindert auf der gemain kain ströb abmän, noch anhaimb füern (1616)
ebda 3, 22; ja ich bin auff der wiesn gwesen, da rechnet ich zusamm das hau vnd macht auch mit den rechn die strau Ayrer
dramen 5, 2932
lit. ver.; dasz sich niemands understehe ... die jungen feüchten zur strey oder fridtholz abzuschlagen (1663)
österr. weist. 6, 179; eine art streu ..., welche in weissen und grünen derben moosse bestehet
allg. haush.-lex. (1749) 3, 435
a; die ackerpferde machen sich wohl bezahlt, so lange es noch streu, asche und mergel zu fahren gibt Pückler
briefw. u. tageb. (1873) 5, 397; die nadeln (
der kiefer) geben gute streu Schlechtendal
flora v. Deutschl. 2, 28
Hallier; (
der bauer) geht mit die knecht zum mahen naus und fahrt um streu ins holz Stieler
ged. 3, 35
Reclam; dar braucht ke strä zo käff'n, ar hat stroa genug in sein ulmer (
kopf) (
von einem sehr dummen) Ruckert
unterfr. ma. 177;
auch sonst geht der älpler nach strewwi Friedli
Bärndütsch 2, 284; kumm, m r ge
hn im wald ge
hn sträuwe hole
n Martin-Lienhart
elsäss. 2, 622
b. B@22) '
die von selbst abgefallenen blätter und tangeln' Adelung 4 (1780) 824; die streu ...
das in den wäldern abgefallene laub, welches zusammengeharkt und zur viehstreue gebraucht wird Anton
Oberlausitz 13, 10;
weiterhin '
die noch nicht in humus übergegangene, aus abgefallenen nadeln, blättern, zweigen, sowie sämtlichen resten der bodenflora und waldfauna bestehende waldbodendecke' Riesenthal
jagdlex. (1916) 523
b.
oft in rechtssatzungen, die die entfernung dieser humusschicht untersagen und unter strafe stellen: derohalben solle genzlichen verpoten sein, das ain oder der ander ... kain laub oder streb reche (1631)
österr. weist. 3, 9; diejenigen, so sich ohne vorwissen der gmain unterstehn, streb zu rechen, ... sollen ... gestrafft werden (1642)
ebda 4, 323;
vgl. auch: die tagwercher aber ... sollen sich ... mit denen durren stämblen und anderem abholz behelfen, das ströbkrälen hingegen, grasrupfen und alles schwenden solle ... genzlich verpothen sein (1733)
österr. weist. 2, 266 (
s.krällen
teil 5,
sp. 1984
und kräulen
ebda 2084 '
kratzen'); auch wird niemand gestattet bei vermeidung 1 fl pfendung im besagten wald ströb krazen zu mögen (1801)
ebda 3, 234; in die strä gên, in der strä sein
im walde mit sammeln von streu beschäftigt Schmeller-Fr.
bayer. 2, 801; Follmann
lothr. 504
b. —
mit dieser bedeutung verschiedentlich auch in flurnamen, vgl. schweiz. id. 11, 2448
f. hierhin, nicht zur vorstellung der von den bäumen herab- und umhergestreuten pflanzenteile, die bildungen streudünger, streulaub, streuling (
s. u.).
[] B@33)
nur vereinzelt für andere als zur viehstreu bestimmte materie; für '
streusand' (
zu streuen C 4 d
δ): die höltzene und beinene strä-büchsen ... können ... mit ihrer strä oder pulver den menschen nicht eine geringe lehr geben, dann dero pulver und staub vielfältig verhütet, dasz der schreiber in seinen schrifften kein mackel macht Abr. a
s. Clara
etwas f. alle (1699) 1, 562; bring dinten, federn und streu Hafner
ges. lustsp. (1812) 2, 133; stra
streusand id. Austriac. 117; schdrah Castelli
ma. in Österr. 237.
kleine eisen- und bleistücke als geschützladung (
vgl.streubüchse 2): item Bolgaris, bombardas vulgo hocke pyxen, et plumbum, pulveres, et stray, ad castrum ducentibus, pro salario asp. 16
qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 2, 485.
streusel für kuchen: mit zucker überzogen dienet er (
der koriander) auch für eine streu in der kuche und wird gestoszen zu allerhand zuckerbrot angewendet (1706)
schweiz. id. 11, 2449.
scherzweise heiszt ströw
auch der schnupftabak Schöpf
Tirol 721.
in der gaunersprache: streu,
m., kimmel, mohn Train
Chochemer loschen (1833) 122
b. CC.
als bohlen-, balkenunterlage, zu streuen A 4;
vgl. dieselbe bedeutung in anderen bildungen derselben wurzel bei E. Rooth
got. strawa '
gerüst, paradebett'
in: annales academiae scientiarum Fennicae 84 (1954) 37
ff. vermutlich hierhin schon: pro vectura asserum et tegularum strey circa portam corporis Christi asp 4 (1521)
qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 1, 305; pro duodecim ligneis bombardis strey flor. 2 (1522)
ebda 383.
häufiger belegt im obd. als strä, strei
für die streu
bei holzbrücken, die '
aus den schwachen querhölzern (sträbäumen),
womit die balken belegt werden' (Schmeller-Fr.
bayer. 2, 802),
besteht: di prücken vor dem Veichtenpach so si zupricht, die newsidler gmain sol di wider machen und aus des Hypfelhoffer holz sol man die strei nemen (15.
jh.)
österr. weist. 7, 366; wan die (
die brücke) zupricht, so sollen die purger die hengstpaum abhacken ... und der an dem hoff siczt, der sol den leuten ein supen geben, und die strei sol der auch darzu geben (15.
jh.)
ebda 7, 355; wo ain schlecht oder fauls sträholz läge, hat der ambtmann macht abzewerfen und den, des die strä ist gewest, umb das wandl zu fordern (1625)
ebda 1, 22; die übertheurung an der pruggen mit ströb und anderm versorgen miessen der pruggen stehet uns zu machen zue (17.
jh.)
ebda 2, 284.
vgl. auch: streu '
lose holzverschalung im innern, vornehmlich am boden des schiffes' Dunkelberg
Rheinschiffahrtslex. (1910) 48
b.