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gramanzen

nhd. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 3 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gramanzen vb.

Bd. 8, Sp. 1773
gramanzen, vb., zum vorigen, fast durchweg ohne finite formen; besonders im 17. jh. gebräuchlich. die bedeutung des verbums gramanzen geht stärker als beim substantiv, stärker aber auch als beim vb. in der form cra-, kramanzen, auf die rede, weniger auf gestik und gebärde, was aber auf zufälligkeiten der ohnehin spärlichen bezeugung beruhen mag. es bezeichnet vornehmlich ein umständliches, überflüssiges reden, ein drumherumreden, nicht zur sache kommen: breviter simpliciterque dicere nit viel gramantzens machen Corvinus fons lat. (1646) 638; dann diese waldteuffel nicht viel grammantzens machten, das maul war jhnen mächtig gäng, sie sagten einem gar bald was jhm zu sagen war Moscherosch gesichte (1650) 2, 4; vulg. man wird nicht viel grammanzens machen non diu verbis res agetur, sed statim exsecutio sequetur Frisch (1741) 1, 366. in der gleichen wendung, aber mit dem beisinn des unaufrichtigen: man wird hie nicht viel gramanzens machen non hic moras nectemus verborum illecebris et astutiis Stieler stammb. (1691) 704. etwas anders für ein gespreiztes, geziertes, eitles und groszsprecherisches reden: indeme sie (die Deutschen in ihrer sprache) fremder wörter und gramantzens (ihres bedenckens noch zur zierde) sich bedienen Simplic. t. Michel (1673) 703; wie ein schuster gegen den andern, ein schneider gegen dem andern nur zu erzählen weisz, vnd ein groszes gramantzen zumachen Moscherosch gesichte 134 nat.-lit. lasz all das eitle gewäsch und gramanzen den Welschen oder flüchtigen Franzen Tieck schr. (1828) 13, 327.; auf kauderwelsch bezogen: und damit heben sie ein citiren, gemurmel, oder gebrum, von allerhand rothwelschen wörtern (und was desz gramanzens mehr sein mag) an J. Riemer d. trunk. träumer (1685) 326. soviel wie 'schmeicheln': freundlich liebkosen, federklauben, zuthüteln, grammanzen sei die kunst und arznei Paracelsus opera (1589) 2, 183. vereinzelt auf ein gebaren zielend, im wortspielreim mit granzen 'weinen', etwa 'duckmäuserisch, servil tun': so halt doch, kerl, die nase in die höh! wann sah man einen Deutschen je also die schuh besehn und granzen, auf so erbärmliche weis gramanzen Tieck schr. (1828) 13, 322. —
2178 Zeichen · 24 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gramanzenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gramanzen , vb. , zum vorigen, fast durchweg ohne finite formen; besonders im 17. jh. gebräuchlich. die bedeutung des ve…

  2. modern
    Dialekt
    Gramanzen

    Elsässisches Wb.

    Gramanze n , s. Kr-.

  3. Sprichwörter
    Gramanzen

    Wander (Sprichwörter)

    Gramanzen Es seind lose Gramanzen. – Franck, I, 51 b ; II, 17 a ; Henisch, 1729, 4; Schottel, 1115 a . Henisch a.a.O. er…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gramanzen

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Zerlegung von gramanzen 2 Komponenten

gram+anzen

gramanzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „gramanzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gramanzen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „gramanzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gramanzen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gramanzen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gramanzen/dwb.
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