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schlender

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlender m.

Bd. 15, Sp. 628
schlender, m. (doch s. unter 3), erst in neuerer sprache ins hochd. eingedrungen mit dem verbum schlendern, wo man weiteres vergleiche; die schreibung schwankt noch lange zwischen schlender und schlenter, beide formen neben einander in einer quelle von 1716 bei Weigand4 2, 587. Wachter (1737) sp. 1429 schreibt schlenter, vgl. auch die belege. 11) nach schlendern in der bedeutung von 'gemächlicher, nachlässiger gang', übertragen 'nachlässige gewohnheit, altes herkommen', dem man gedankenlos folgt: dasz er ein landschaftmacher in farben oder kupfer werden wird, wenn er von dem Pariser schlender hinweg und zu der natur und ihren schülern in die lehre kommt. Merck briefs. 1, 223; der eigentlichen bedeutung sich nähernd: die fische werden zu bürgern wieder, wimmeln die straszen auf und nieder bey sonnen- und bey mondeslicht, des alten schlenders unvergessen. Wieland 18, 178. nd. dat geit na dem gemenen slender, nach der alten, gewöhnlichen art und weise. brem. wb. 4, 820; dat is de olle slender. Dähnert 429a. aber auch in anders gewendeter bedeutung für [] kniff, schlich: hê hed de kop altîd ful slenters; hê hed de slenter so recht weg, wo hê 't maken mut. ten Doornkaat Koolman 3, 196a. 22) bezeichnung eines bequemen weiblichen schleppkleides, schlenter Frischbier 2, 285a (Danzig). Schütze 4, 116, slender brem. wb. 4, 820, slender, slenter (hier als bequemes überkleid) Dähnert 429a, weiberkleid früherer mode Schm. 2, 525. Adelung bezeugt diesen gebrauch von schlender, der sich aus dem sinne des verbums von selbst erklärt, für Wien: ein schlender von weiszem krepp, halb eng, halb weit und faltenreich, wie griechische gewänder ... kurz ein Pariser hemd, mit breiter falbala, dient der verwelkten brust zum täuschenden futtrale. Gotter 1, 68; adliche fraun mit fontanschen und bügelröcken und schlentern. Voss 2, 39 (id. 3, 145). 33) schlender, f. schmutzige dirne Schmidt 190 (zu erklären wie schlampe, das ebenfalls sowol den losen, schleppenden weiberrock als auch das unordentliche, sich herumtreibende weibsbild bezeichnet); vgl. Hintner 220, nach letzterem bezeichnet das wort auch einen lumpen, fetzen, ebenso nld. slenter, fetzen. 44) schlenter, haut, die sich auf der milch u. ähnl. absetzt Frischbier 2, 285a (wol nach der bedeutung 'lumpen, fetzen'.
2312 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlênder

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Schlênder , des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte schlendern. 1) Ein schlendernder Gang; wo es doch eigentli…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schlender

    Goethe-Wörterbuch

    Schlender (nachlässig-)gedankenlos betriebene gewohnheitsmäßige Verfahrensweise, auch: Schlendrian [ während der Belager…

  3. modern
    Dialekt
    SchlenderGen.?

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schlender Gen.? : nur in der Wend.: Schlendeʳ schlaae (schlagen) 'dem Müßiggang nachgehen' [ RO-Messbhf ]; vgl. PfWB Sch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlender

45 Bildungen · 41 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schlender

schlendern + -er

schlender leitet sich vom Lemma schlendern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schlender 2 Komponenten

sch+lender

schlender setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlender‑ als Erstglied (30 von 41)

Schlenderbein

RhWB

schlender·bein

Schlender-bein (s. S.) n.: verächtl. 1. Pl. Hinterbeine der Kuh, beim Schreiten nach auswärts geworfen Bergh-Hüchelhv Kerpen . — 2. im Neckr…

schlenderchen

DWB

schlender·chen

schlenderchen , n. : weiszarmige nymphen mit seidenen hütchen und seidenen schlenderchen. Lichtenberg 7, 63 ; s. schlender 2.

Schlenderdüppen

RhWB

schlender·dueppen

Schlender-düppen -ø- Remschd u. Mettm bis 1860 n.: ein kleines Gefäss mit einem Gemisch von Zuckerstücken, mit Anisett begossen, u. mit dari…

schlenderei

DWB

schlenderei , f. ( s. schlendern) eigentlich nachlässiges, zweck-, zielloses gehen, übertragen, im sinne von nachlässigkeit: hinlässige schl…

schlënderen

ElsWB

sch·lenderen

PfWB LothWB RhWB schlëndere n [lantrə Co. Henry ] schlendern. — Bayer. 2, 525. Westerw.

schlenderer

DWB

schlenderer , m. tardigradus, tardipes .. etiam negligens. Stieler 1817 ( ebenda schlenderinn, f. ); schlenderer, herumvagierender mensch Sc…

Schlenderes

RhWB

Schlenderes -dərəs Trier-Heidenbg , MGladb ; -ęntəs Neuw-Dattenbg ; Pl. -əsə m.: dass.

schlendergang

DWB

schlender·gang

schlendergang , m. nachlässiger gang, nachlässige gewohnheit Adelung ; bei Campe auch als verdeutschung von spaziergang vorgeschlagen. bei W…

Schlenderich

RhWB

schlender·ich

Schlenderich -dəriχ, –reχ, Pl. selten -jə(n) Bernk-Dhron , Gummb-Harschd , Köln-Stdt m.: dass.

schlenderig

DWB

schlenderig , adj. nachlässig, zunächst von gang und haltung, dann allgemein, nd. slenderig Schambach 194 a .

schlenderisch

DWB

schlender·isch

schlenderisch , adj. wie das vorhergehende: schlenderisch, et schlenderhaft, .. incessu tardus, .. vagus, dissolutus, .. negligens. Stieler …

Schlenderjane

RhWB

schlender·jane

Schlender-jane -jān Ess-Oberhsn ; -jā:nəs, –-, –a- Saarbg-Schoden Faha , Trier-Schweich , Bitb , Prüm , Bo-Wesseling , MülhRh , Düss-Stdt ,…

schlendern I

RhWB

schlendern I -e- = Schlitten fahren s. schlindern.

schlender als Zweitglied (3 von 3)

Lehrschlender

Campe

lehr·schlender

○ Der Lehrschlender , — s , o. Mz . der Schlender, d. h. eine hergebrachte, gedankenlose Gewohnheit im Lehren oder Unterrichten, im Vortrage…

romanschlender

DWB

roman·schlender

romanschlender , m. : abgekürzt! sonst läuft es dem romanenschlender zu, die langsame liebescaravane. maler Müller 3, 135 .

Ableitungen von schlender (1 von 1)